Bibel-Themen

eine Sammlung von Beiträgen zu biblischen Themen

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In Autorität stehen

Daniel Schenk

Das griechische Wort „exousia“ bedeutet Erlaubnis, Autorität, Recht, Freiheit, Macht, Vollmacht etwas zu tun. Es verneint das Vorhandensein irgendeines Hindernisses und kann entweder für die Fähigkeit oder das Recht, etwas zu tun, gebraucht werden. „Exousia“ bedeutet auch gerechtfertigte, richtige, von oben verliehene Gewalt. Soweit einige Ausschnitte aus dem Elberfelder Sprachschlüssel.

   Über Autorität steht im Lexikon unter anderem: „Autorität ist eine Form der Macht, die nicht auf Gewalt, sondern auf Anerkennung von Werten und Funktionen beruht.“

   Autorisieren bedeutet ermächtigen. jemandem Vollmacht geben. Wir könnten statt Autorität auch Vollmacht sagen. Jeder Mensch hat ein gewisses Mass an Autorität, sei es über sein Eigentum, über den ihm zugeteilten Bereich bei seiner Arbeit, als Vorgesetzter über die Mitarbeiter, als Lehrer über die Schüler, als Eltern über die Kinder etc. In 1.Kor.7.37 lesen wir von Autorität oder Vollmacht über den eigenen Willen. Die Schrift redet auch von der Autorität der geistlichen Leiter in der Gemein­de, die anerkannt werden soll.

1.Thess.5.12+13: „Wir bitten euch aber, Brüder, dass ihr die anerkennt, die unter euch arbeiten und euch vorstehen im Herrn und euch zurechtweisen, und dass ihr sie ganz besonders in Liebe achtet um ihres Werkes willen.“

Hebr.13.17: „Gehorchet euren Führern und folget ihnen, denn sie wachen über eure Seelen als solche, die Rechenschaft ablegen sollen, damit sie das mit Freuden tun mögen und nicht mit Seufzen; denn das wäre euch zum Schaden!“

   In der heutigen Zeit wird Autorität vielfach als negativ empfunden und abge­lehnt, jeder will unabhängig sein und sich niemandem unterordnen. Darum haben es die Menschen auch so schwer, die Autorität Gottes und der Bibel über ihr Leben anzuerkennen.

 

Unterordnung bedeutet Schutz

Unterordnung unter Autorität bedeutet auch Schutz. So wird z.B. ein Beamter, der unter der Autorität des Staates steht, durch diesen auch geschützt. Wenn wir uns unter die Autorität Gottes und der Bibel sowie der geistlichen Leiter stellen, geniessen wir auch den vollen Schutz. Je grösser die Macht desjenigen ist, dem ich mich unterordne, desto grösseren Schutz geniesse ich.

   Von Paulus lesen wir in Apg.9.14 und 25.10+12, wie er in der Autorität der Hohenpriester nach Damaskus zog, um gegen die Heiligen vorzugehen. Paulus hielt die Autorität der Hohenpriester für die Autorität Gottes. Weil diese aber im Ungehorsam gegen Gott standen, waren sie in diesem Bereich nicht mehr zuständig. Kurz vor Damaskus begegnete dem Paulus eine Autorität, die er nicht kannte und die ihn zu Boden warf, ihn, der sich im Auftrag und in der Autorität Gottes glaubte. Er fragte: „Wer bist Du Herr?“ Jener antwortete: „Ich bin Jesus, den du verfolgst.“ Wir sehen, wie sich Paulus sofort unter diese Autorität stellte und fortan unter dem Segen und Schutz des Namens Jesus lebte. Er bezeugt in Apg.19 vor Agrippa: „Infolge­dessen bin ich, o König Agrippa, der himmlischen Erscheinung nicht Ungehorsam gewesen.“

 

Uns gegebene geistliche Autorität

In diesem Beitrag möchte ich etwas schreiben über die geistliche Autorität, die wir brauchen, um unseren Platz am Leibe Christi und in der Gemeinde aus­füllen zu können. Jesus hat Seinen Jüngern Vollmacht gegeben. In Lukas 10.19 sagt Er zu ihnen:

„Siehe, Ich gebe euch die Macht, auf Schlangen und Skorpi­one zu treten, und über die ganze Kraft des Feindes, und nichts soll euch irgendwie schaden.“

   Weitere göttliche Vollmacht erteilte Jesus Seinen Jüngern am Auferstehungstag, indem Er zu ihnen sagte:

„Wie der Vater mich ausgesandt hat, sende Ich auch euch. Und als Er dies gesagt hatte, hauchte Er sie an und spricht zu ihnen: Empfangt Heiligen Geist! Wenn ihr jemandem die Sünden vergebt, dem sind sie vergeben, wenn ihr sie jemandem behaltet, sind sie ihm behalten.“ (Joh.20.21‑23).

   In Markus 16.17 +l8 spricht Jesus von Zeichen, die den Glaubenden folgen werden:

„In meinem Namen werden sie Dämonen aus­treiben; in neuen Zungen reden, werden Schlangen aufheben, und wenn sie etwas Tödliches trinken, wird es ihnen nicht schaden; Kranken werden sie die Hände legen, und sie werden gesund werden.“

   Wir lesen nirgends, dass Jesus auch nur eine dieser Vollmachten von den Seinen zurückgenommen hätte. Lasst uns ein gesundes „Sendungsbewusstsein“ haben und uns unserer, von Gott geschenkten Autorität bewusst sein. Durch Pfingsten und durch die Berufung der Gemeinde hat die Autorität noch zugenommen.

 

Verantwortung

Jeder, der Autorität hat, trägt auch die Ver­antwortung, dass er diese nicht missbraucht. Er trägt Verantwortung darüber, wie er mit der ihm zugeteilten Autorität umgeht. Paulus war sich dessen voll bewusst, dies sehen wir aus den beiden nachstehend aufgeführten Schriftstellen:

2.Kor.10.8: „Denn wenn ich mich auch etwas mehr über unsere Vollmacht rühme, die uns der Herr zu eurer Erbauung und nicht zu eurer Zerstörung gegeben hat, so werde ich nicht zuschanden werden.“

  1. Kor. 13. 10: „Nach der Vollmacht, die der Herr mir gegeben hat zur Erbauung und nicht zur Zerstörung.“

   Ein Teil unserer Autorität liegt in den uns zugeteilten Geistesgaben. Diese nicht zu gebrauchen wäre ein Verzicht auf uns zugeteilte Autorität und auch ein grosser Verlust für uns persönlich und für die Gemeinde. Ein Gottesmann hat gesagt: „Die Gaben, die du hast, brauchst Du, oder verlierst Du“.

    Beson­ders in den „Neuen Zungen“ liegt grosse Vollmacht.

1.Kor.14.2 sagt: „Denn der in Zungen redende redet nicht zu Menschen, sondern zu Gott; denn keiner versteht es, er redet aber Geheimnisse im Geist.“

 

Christus angezogen

Im Galaterbrief wird uns eine sehr wichtige Wahrheit bezeugt, wenn wir diese begreifen und anwenden, hat der Feind keine Waffe gegen die Vollmacht, in der wir stehen. Wir wollen die Bedeutung dieser Schriftstelle etwas näher betrachten:

Gal.3.27: „Denn ihr alle, die ihr in Christus getauft worden seid, ihr habt Christus angezogen.“

   Christus angezogen bedeutet, mit der höchsten Autorität bekleidet zu sein. Einem Polizisten verleiht die Uniform, die er angezogen hat, die Autorität des Staates, in dessen Dienst er steht. Die ganze Kraft des Rechts und des Gesetzes steht hinter ihm. Es ist nicht seine Kraft, die ihn befähigt, mit einer erhobenen Hand den schwersten Lastwagen zu stoppen, es ist die Autori­tät, die er besitzt. Er hat sie auch dann, wenn er sich persönlich ganz schwach fühlt. Das ist der Unterschied zwischen Kraft und Autorität. Oft sind wir mutlos, wenn wir uns nicht stark fühlen. Wir wollen uns unserer Autorität bewusst sein, diese haben wir auch in den Schwachheiten.

   Als ich mich im Jahre 1960 taufen liess, hat uns Bruder Fritz Schneider dieses Wort aus Gal.3.27 mit auf den Weg gegeben. Er sagte uns: „Wenn ihr angefochten werdet, dann sprecht einfach, Christus angezogen, halleluja.“ Im Moment waren für mich Anfechtungen weit entfernt, ich war erfüllt mit grosser Freude. Aber bereits am nächsten Tag kam plötzlich, ich wusste nicht wie, eine Betrüb­nis wie ein Schatten über meine Seele. Da erinnerte mich der Heilige Geist an das gehörte Wort; ich sprach es aus und die Wirkung war verblüffend. Der Geist der Bedrückung wich augenblicklich und die Freude des Geistes war wieder da.

   Wenn wir Christus angezogen haben, hat es der Feind nicht mit unserer Person zu tun, sondern mit Jesus Christus, den der Vater mit aller Vollmacht ausgerüstet hat. Nachstehend sind einige Schriftstellen aufgeführt, die von der Ihm zugeteilten Autorität reden:

Matth.28.18: „Und Jesus.. sprach: Mir ist alle Macht gegeben, im Himmel und auf Erden.“

Luk.4.36: „Denn mit Vollmacht und Kraft gebietet Er den unreinen Geister, und sie fahren aus.“

Joh.5.27: „Und er hat ihm Vollmacht gegeben, Gericht zu halten.“

Joh.17.2: „Wie du ihm Vollmacht gegeben hast über alles Fleisch.“

Eph.1.20‑22: „Und zu Seiner Rechten in der Himmelswelt gesetzt hat, hoch über jede Gewalt und Macht und Kraft und Herrschaft und jeden Namen, der nicht nur in diesem Zeitalter, sondern auch in dem zukünftigen genannt werden wird. Und alles hat er seinen Füssen unterworfen und ihn als Haupt über alles der Gemeinde gegeben.“

Kol.2.10: „Er ist das Haupt jeder Gewalt und jeder Macht.“

Kol.2.15: „Er hat die Gewalten und die Mächte völlig entwaffnet und sie öffent­lich zur Schau gestellt. In Ihm hat Er den Triumph über sie gehalten.“

1.Petr.3.22: „Engel und Mächte und Kräfte sind Ihm unterworfen.“

   Dies sind nur einige der Schriftstellen, die von der Ihm zugeteilten Vollmacht Zeugnis geben, aber sie sollen uns genügen. Wenn wir Christus angezogen haben und auch in diesem Glauben leben, sind wir von dieser Autorität umgeben und dadurch unbesiegbar. Wir können in der geistlichen Welt in der Autorität Christi auftreten und werden dort auch als das erkannt, was wir in Ihm sind. Die Autorität gehört nicht dem Satan und den Dämonen, sie gehört Christus und Seinem Leibe.

 

Unterordnung, das Prinzip der Autorität

Wir haben nur Autorität, wenn wir uns selbst einer höheren Autorität unterord­nen. In Lukas 7 wird von einem römischen Hauptmann erzählt, dessen Diener im Sterben lag. Er liess Jesus rufen, damit Er ihn heile. In Luk.7.8 lesen wir die Worte dieses Mannes:

„Denn auch ich bin ein Mensch, der unter Befehls­gewalt (exousia) steht, und ich habe Soldaten unter mir; und ich sage zu diesem: Geh hin! und er geht; und zu einem anderen: Komm! und er kommt; und zu meinem Sklaven: Tu dies! und er tut es.“

   Jesus war sehr verwundert über die Einsicht dieses Mannes. Dieser römische Offizier hatte begriffen, was Autorität bedeutet. Er wusste, dass er nur deshalb Autorität hatte, weil er selbst unter der Autorität des römischen Reiches stand.

   Das Prinzip der Autorität über den Teufel wird von den Aposteln Jakobus und Petrus sehr schön und klar beschrieben:

Jak.4.6+7: „Gott widersteht den Hochmütigen, den Demütigen aber gibt er Gnade. Unterwerft euch nun Gott! Widersteht aber dem Teufel, und er wird von euch fliehen.“

1.Petr.5.5‑8: „Gott widersteht den Hochmütigen, den Demütigen aber gibt er Gnade. Demütigt euch nun unter die mächtige Hand Gottes…Seid nüchtern, wacht! Euer Widersacher, der Teufel, geht umher wie ein brüllender Löwe und sucht, wen er verschlingen könne. Dem widersteht standhaft durch den Glauben.“

   Wir können nicht nur einfach so dem Teufel widerstehen. Das wollten auch die sieben Söhne des Skeuas in Apg.19.13‑16. Sie wollten Dämonen austreiben im Namen Jesus, den Paulus predigt, wurden dabei aber arg zugerichtet. Wir sind nur in Autorität, wenn wir uns Gott unterordnen, dann flieht der Teufel von uns. Wir wollen darauf achten, dass wir uns unter die von Gott gegebene Autorität einordnen, dann haben auch wir Autorität in dem uns zugeteilten Bereich.

   Schon beim Volk Israel war es so, dass sie nur dann im Kampfe Sieg hatten, wenn sie im Gehorsam gegenüber Gott lebten. Sonst erlitten sie Niederlagen, das wussten auch ihre Feinde. Auch unser geistlicher Feind wird angreifen, wenn wir nicht wachsam sind.

 

Dienen

In der Welt wird Autorität so verstanden, dass man andere beherrscht und sich dienen lässt. In der Gemeinde jedoch ist die Autorität dazu gegeben, dass man den anderen dient. So hat es Jesus seine Jünger gelehrt und so haben es auch die Apostel praktiziert.

Matth.20.25-28: „Jesus aber rief sie heran und sprach: Ihr wisst, dass die Regenten der Nationen sie beherrschen und die Großen Gewalt gegen sie üben. Unter euch wird es nicht so sein; sondern wenn jemand unter euch groß werden will, wird er euer Diener sein, und wenn jemand unter euch der Erste sein will, wird er euer Sklave sein; gleichwie der Sohn des Menschen nicht gekommen ist, um bedient zu werden, sondern um zu dienen und sein Leben zu geben als Lösegeld für viele.“

 

Unterordnung und Schutz in Gottes „Hierarchie“

  • Das Haupt des Christus ist Gott Kor.11.3
  • Christus ist das Haupt der Gemeinde Eph.4.15 / Kol.1.18
  • Die Vorsteher wachen und schützen Th.512 / Hebr.13.17
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