Jahrtausend-Wechsel
(Geschrieben Dez. 1999)
Daniel Schenk
Einige Gedanken zum Jahrtausend-Wechsel
In diesen Tagen hört und liest man viel vom Millennium und viele Menschen sind mit einer gewissen Furcht erfüllt. Was kommt auf uns zu? Das ist die Frage, die viele bewegt. Für uns Christen gibt es keinen Grund zur Furcht, wir messen dem Ereignis auch keine magische Bedeutung zu. Wir wissen auch, dass das Datum nicht genau zutrifft, sondern um einige Jahre verschoben ist. Trotzdem wollen wir uns die Frage stellen: Kann der Eintritt in das siebente Jahrtausend irgendwelche biblische und geistliche Bedeutung haben?
Die Zahl „sieben“ bedeutet „Vollständigkeit“. Sie ist eine Vollkommenheitszahl und drückt ein abgeschlossenes, erfülltes Ganzes in seiner Vollkommenheit aus (aus „Bibel-Zahlenkunde“ und „Bibel, Zahl und Prophetie“).
Tausend Jahre wie ein Tag
Ps.90.4: „Denn tausend Jahre sind vor Dir wie der Tag, der gestern vergangen ist.“
2.Petr.3.8: „Dies eine aber sei euch nicht verborgen, Geliebte, dass beim Herrn ein Tag ist wie tausend Jahre und tausend Jahre wie ein Tag“
Es ist zu beachten, dass Petrus diese Worte im Zusammenhang mit der Erwartung der Wiederkunft des Herrn geschrieben hat.
Gott selbst steht über der Zeit, denn Er lebt von Ewigkeit zu Ewigkeit (von Äon zu Äon). Er selbst ist nicht in die Begrenzung durch die Zeit eingebunden. Für uns Menschen aber gilt die Gesetzmässigkeit der ablaufenden Zeit (Chronos), solange wir in diesem Leib der Erniedrigung leben. Weil Gott aber mit uns handelt, handelt er auch mit der ablaufenden Zeit.
Die Wochen (Siebener-Ordnungen) der Schrift in Bezug auf die Zeit
– Die Woche der Tage 1.Mo.1.1 bis 2.3
Dabei handelt es sich um die uns bekannte Woche von sieben Tagen.
– Die Woche der Wochen 3.Mo.23.15+16
Sieben volle Wochen waren angeordnet zwischen dem Passah- und dem Pfingstfest.
– Die Woche der Monate 2.Mo.12.1-20 / 3.Mo.23.1-44
Die drei grossen Feste, Passah-, Pfingst- und Laubhüttenfest, waren in einem Sieben-Monats-Zyklus angeordnet.
– Die Woche der Jahre (Jahrwoche = 7 Jahre) 2.Mo.21.7 / 3.Mo.23.1-44
In Daniel 9.2 lesen wir, dass der Prophet Daniel vor den Herrn kam in Bezug auf die siebzig Jahre, die der Prophet Jeremia über den Trümmern Jerusalems geweissagt hatte. Der Engel Gabriel überbrachte ihm dann eine göttliche Offenbarung, dass es sich um siebzig Wochen handelt (Dan.9.24-27). Es handelt sich um Jahrwochen, also 70 x 7 Jahre.
– Die Woche der Jahrwochen (7 x 7 Jahre) 3.Mo.25.8-17
Jeweils auf 7 x 7 Jahre folgte das Hall- und Jubeljahr (das 50 Jahr).
– Die Woche der Jahrtausende
Es ist nach biblischer Zeitrechnung erst fünfmal vorgekommen, dass die Menschheit einen Jahrtausend-Wechsel erlebt hat. Wir sind somit die sechste Generation, die dieses Ereignis erlebt. Die nachstehende Aufstellung soll zeigen, in welche Epochen diese Jahrtausend-Wechsel gefallen sind und welche geistlichen Ereignisse diese Zeit prägten. Es fällt dabei auf, dass wesentliche Veränderungen in der Heilsgeschichte jeweils alle zweitausend Jahre stattgefunden haben.
1.+2. Jahrtausend = Handeln Gottes mit der gesamten Menschheit bis Abraham.
3.+4. Jahrtausend = Handeln Gottes mit Israel bis Jesus Christus.
5.+6. Jahrtausend = Zeit der Herausgerufenen Gemeinde (Ekklesia) bis zur Entrückung.
- Jahrtausend Wenn wir annehmen, dass das Tausendjährige-Reich in diese Zeit fällt, dann hätten wir die Woche der Jahrtausende mit dem Sabbat der Erde als Abschluss, so wie Gott es in der Ordnung der Wochen bestimmt hat.
Ereignisse zu der Zeit vergangener Jahrtausend-Wechsel:
Wechsel vom 1. zum 2. Jahrtausend
3000 v.Chr. Zeit zwischen Henoch und Noah.
Wechsel vom 2. zum 3. Jahrtausend
2000 v.Chr. Abraham, Beginn der Zeit der Patriarchen und Israels.
Wechsel vom 3. zum 4. Jahrtausend
1000 v.Chr. Salomo, Bau des Tempels.
Wechsel vom 4. zum 5. Jahrtausend
Jesus Christus, der verheissene Messias, kam auf die Erde.
Wechsel vom 5. zum 6. Jahrtausend
1000 n.Chr. Dieser Jahrtausend-Wechsel fiel in eine geistlich dunkle Zeit. Israel war zerstreut unter die Völker und kein Staat mehr. Das Christentum war weitgehend unter der Macht der Römisch katholischen Kirche. Das Besitzen oder Lesen der Bibel war verboten, sie war nur wenigen Vertretern der Kirche zugänglich. Dadurch hatte man den Menschen das Licht weggenommen. Anstelle der von Gott geschenkten Heilsgüter waren weitgehend aus dem Heidentum übernommene Dogmen gekommen. Doch die Zeit für die Reformation war noch nicht reif.
Wechsel vom 6. zum 7. Jahrtausend
2000 n.Chr. Unsere Generation erlebt in diesen Tagen den Abschluss des sechsten Jahrtausend nach biblischer Zeitrechnung. Viele Prophetenworte haben sich noch in den letzten Jahrzehnten erfüllt. Das bedeutendste Ereignis ist die Staatsgründung Israels und die Rückführung der Juden in das ihnen verheissen Land. Jerusalem ist wieder die Hauptstadt Israels geworden. Ein weiteres, heilsgeschichtliches Ereignis sehe ich darin, dass heute das Evangelium mit Vollmacht unter den Nationen verkündigt wird wie nie zuvor und grosse Anstrengungen gemacht werden, auch die letzten Stämme zu erreichen. Damit werden die Worte Jesu aus Matth.24.14 erfüllt: „Und dieses Evangelium des Reiches wird gepredigt werden auf dem ganzen Erdkreis, allen Nationen (ethnos) zu einem Zeugnis, und dann wird das Ende kommen.“ Diese Antwort gab Jesus auf die Frage der Jünger nach dem Ende des Zeitalters (Äon). Das Tausendjährige-Reich ist ein anderes Zeitalter. Nebst diesen beiden erwähnten Endzeitzeichen sehen wir noch viele andere Zeichen erfüllt. Als aktuelles Ereignis stehen uns die Erdbeben der letzten Monate vor Augen, welche Jesus auch als Zeichen Seiner Wiederkunft vorausgesagt hat (Matth.24.7/Luk.21.11). Wir sehen auch mit Freuden, wie mancherorts das Verständnis und Interesse für das Geheimnis Christi wächst. Das ist ein Zeichen der geistlichen Reife und weist auf die Vollendung der Gemeinde hin.
Steht der Anbruch des Tausendjährigen-Reiches nahe bevor? Handelt es sich dabei um das siebente Jahrtausend?
Wir haben gesehen, dass Gott in Seinem Handeln mit der Menschheit Zeiteinheiten braucht, obschon Er Selbst nicht an unsere Zeit gebunden ist, sondern darüber steht. Ich will nicht spekulieren und Berechnungen anstellen. Doch wenn wir davon ausgehen, dass Gott auch mit den Jahrtausenden eine Siebener-Ordnung haben könnte, dann müssten wir kurz vor dem Anbruch des Tausendjährigen-Reiches stehen. Das würde bedeuten, dass wir die Wiederkunft des Herrn (das 2. Kommen) in Kürze zu erwarten haben. Wir haben umso mehr Grund zu dieser Annahme, weil wir sehen, dass sich auch die übrigen Endzeitzeichen, von denen Jesus in Matth.24 und Luk.21 geredet hat, erfüllen. Lebendige Christen haben zu jeder Zeit den Herrn erwartet. Das ist auch der Ausdruck der ersten Liebe. Heute jedoch haben wir dazu mehr Grund als alle Generationen vor uns.
Konsequenz
Ob die Computer nach dem Jahrtausend-Wechsel noch richtig funktionieren, ob das Geld auf den Banken noch richtig verwaltet wird, ob die Flugpläne noch stimmen oder ob sogar einige Fernlenkwaffen losgehen? All das sind Spekulationen, wir brauchen uns davor nicht zu fürchten. Auch nicht vor Weltuntergangs-Drohungen von Sekten. Aber dass Jesus bald kommt, das ist eine Tatsache, die uns in der Schrift klar bezeugt wird. Der Abschluss des sechsten Jahrtausend ist nur ein Meilenstein mehr, der uns aufmerksam macht auf die Zeit, in der wir stehen. Für uns ist der Schritt in das neue Jahrtausend ein hoffnungsvoller Schritt. Unsere grösste Erwartung, die Wiederkunft des Herrn, steht noch aus und wird sich gewisslich bald erfüllen. Lasst uns geistlich wachsam sein und darauf achten, dass wir genügend Öl in unseren Lampen und Gefässen haben. Maranatha! Unser Herr kommt! Amen.