Bibel-Themen

eine Sammlung von Beiträgen zu biblischen Themen

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Lebenswasser

Daniel Schenk

Wasser ist ein Symbol für das Leben, wo kein Wasser ist, erstirbt alles. Vom Wasser, über dem der Geist Gottes schwebte oder brütete, redet schon der 2. Vers der Bibel. Wasser begegnet uns in der Heiligen Schrift auch als Gericht, so sehen wir das Wasser bei der Sintflut als ein Mittel zum Gericht an den gottlosen Menschen zur Zeit Noahs, als er die Arche herstellte. Das Wasser machte dort eine Scheidung zwischen den Gerechten und den Ungerechten, zwischen Licht und Finsternis. An diesen Bericht knüpft Petrus an, wenn er in 1.Petr.3.20+21 über die Taufe folgendes schreibt:

„Als die Langmut Gottes in den Tagen Noahs abwartete, während die Arche gebaut wurde, in die wenige, das sind acht Seelen, durchs Wasser hindurch gerettet wurden. Das Gegenbild dazu errettet jetzt auch euch, das ist die Taufe – nicht ein Ablegen der Unreinheit des Fleisches, sondern die Bitte an Gott um ein gutes Gewissen -, durch die Auferstehung Jesu Christi.“

   In Offenbarung 17.15 wird das Wort „Wasser“ auch gebraucht für Menschenmassen, Völker und Stämme.

   In Eph.5.26 sodann lesen wir vom Wasserbad des Wortes, durch das der Herr die Gemeinde gereinigt hat.

„Um sie zu heiligen, sie reinigend durch das Wasserbad im Wort.“

   Dies stimmt überein mit den Worten die Jesus zu Seinen Jüngern geredet hat in

Joh.15.3: „Ihr seid schon rein um des Wortes willen, das Ich zu euch geredet habe.“


Wasser als Symbol für den Heiligen Geist

In diesem Beitrag wollen wir uns mit der Bedeutung des Wassers als Symbol für den Heiligen Geist befassen. In Johannes 4 lesen wir, wie Jesus dort am Jakobsbrunnen der Samariterin begegnete. Sie kam nicht zur selben Zeit zum Brunnen wie die übrigen Leute, denn sie war keine ehrenwerte Frau. Aber als sie kam, sass Jesus am Brunnen und sprach sie an. Sind das nicht herrliche Gnadenaugenblicke, wenn Jesus einem Menschen begegnet, einfach irgendwo im Leben, oft scheinbar zufällig und ihn anspricht. Diese Begegnungen sind aber nicht zufällig, denn die Augen des Herrn durchlaufen die ganze Erde, um nach den Menschen Ausschau zu halten, die Ihn suchen und nach Ihm fragen. Jedes Mal wenn ich die Erzählung von der Samariterin am Jakobsbrunnen lese, freue ich mich sehr über die Worte: „Jesus sprach zu ihr„, und auch: „Jesus antwortete ihr“. Ja, Er antwortete auf ihre Fragen und begegnete ihr gerade da, wo sie geistlich stand. Er forderte sie auf, von Ihm lebendiges Wasser zu bitten und sie ging darauf ein und bat Ihn darum (Joh.4.10+15). Sicher hatte sie von diesem Wasser noch andere Vorstellungen. Jesus fing an, ihr lebendiges Wasser zu geben, indem Er ihr die Wahrheit sagte. Zuerst war es die Wahrheit über ihr Leben. Das ist die richtige Reihenfolge nach

Joh16.8: „Und wenn er (der Heilige Geist) gekommen ist, wird er die Welt überführen von Sünde  und von Gerechtigkeit und von Gericht“.

   Wer sich diesem ersten Schritt verschliesst und dieses Wasser nicht trinken will, wird nie weiterkommen in der Nachfolge des Herrn und kann auch auf keinem Umweg das Ziel seines Heils erreichen.

   Die Samariterin stellte sich unter die Aussagen Jesu, indem sie sagte: „Ich sehe, dass Du ein Prophet bist.“ Sie akzeptierte die Überführung von ihren Sünden als von Gott kommend. Damit war der Weg frei, dass sie auch Antwort bekam auf ihre nächste Frage nach der richtigen Anbetung.

Joh.4.23: „Es kommt aber die Stunde und ist jetzt, da die wahren Anbeter den Vater in Geist und Wahrheit anbeten werden; denn auch der Vater sucht solche als seine Anbeter. Gott ist Geist, und die ihn anbeten, müssen in Geist und Wahrheit anbeten.“

   Hier wurde ihr schon eine tiefe, geistliche Wahrheit enthüllt, die damals noch fast keinem Menschen bekannt war und die uns heute noch tief anspricht. „In Geist und Wahrheit anbeten“; das ist eine Frucht dieses lebendigen Wassers. Was bedeutet eigentlich „Anbetung im Geist“? Paulus gibt dazu die Erklärung in

1.Kor.14.14+15: „Denn wenn ich in Zungen bete, so betet zwar mein Geist, aber mein Verstand ist ohne Frucht (unbeteiligt). Wie soll es nun sein? Ich will im Geiste beten, ich will aber auch mit dem Verstande beten; ich will im Geiste lobsingen, ich will aber auch mit dem Verstande lobsingen.“

   Wir sehen also, dass die Worte Jesu betreffend die wahrhaftigen Anbeter sich an denen einlösen, die in neuen Zungen beten und singen. Der Vater sucht solche Anbeter; hat Er in uns solche gefunden? O wir wollen noch mehr Zeit für diesen wertvollen Dienst einsetzen und uns gebrauchen lassen. Paulus schreibt in

1.Kor.14.18: „Ich danke Gott, dass ich mehr als ihr alle in Zungen rede.“ 

   Wir wollen uns davon anspornen lassen, denn durch Zungengesang und Zungengebet geschehen grosse und gesegnete Wirkungen: Gottesverherrlichung, Anbetung, Selbsterbauung, Fürbitte, geistliche Kampfführung, Engelzungen gegenüber der himmlischen Welt, Menschenzungen wenn Gott sie direkt ansprechen will wie zu Pfingsten, Zungen zur Auslegung für Gemeindeerbauung etc.

   Paulus bringt das Beten im Geist in Zusammenhang mit der geistlichen Waffenrüstung und macht folgenden Aufruf an die Gemeinde:

Eph.6.18: „Mit allem Gebet und Flehen betet zu jeder Zeit im Geist, und wachet hierzu in allem Anhalten und Flehen für alle Heiligen und auch für mich.“

   Die Ausrüstung zum „Beten und Singen im Geist“ befähigt uns, ein nützliches und wertvolles Glied am Leibe Christi zu sein. Lasst uns diese Möglichkeiten ausschöpfen, bevor wir uns darüber beklagen, nicht viel für den Herrn tun zu können, weil wir diese oder jene Gabe nicht haben oder nicht in fremde Länder ziehen können. Der Dienst des Geistes umspannt die Erde und die Himmel.

   Nun wieder zurück zum Jakobsbrunnen,  Jesus sprach zu der Samariterin in

Joh.4.14: „Wer aber von diesem Wasser trinken wird, das ich ihm geben werde, den wird nicht dürsten in Ewigkeit; sondern das Wasser, das ich ihm geben werde, wird in ihm eine Quelle Wassers werden, die ins ewige Leben quillt.“

   Diese Worte haben sich an der Samariterin wunderbar eingelöst. Sie ging in ihr Dorf und legte Zeugnis von dem ab, was sie bereits erlebt hatte mit dem lebendigen Wasser, und die Menschen kamen dadurch zum Glauben. Dieser Glaube nahm dann noch zu, als sie Jesus persönlich kennen lernten.

Joh.4.42: „Und sie sagten zu der Frau: Wir glauben nicht mehr um deines Redens willen, denn wir selbst haben gehört und wissen, dass dieser wahrhaftig der Heiland der Welt ist.“ 

   Auch das ist eine Wirkung des „lebendigen Wassers“, dass wir nicht an einen Menschen gebunden werden, sondern durch den Dienst geisterfüllter Menschen direkt in  die Verbindung mit dem Herrn kommen. Es wäre ein falsches Verständnis von Priester, wenn nur er der Mittler sein könnte. Paulus sagt, dass wir Diener und Gehilfen der Freude sind. Der Heilige Geist ist der Mittler, der die Menschen mit dem Vater und mit Jesus verbindet. Natürlich benutzt Er dazu Menschen als Werkzeuge so wie Er gerade will. So war auch die Samariterin ein Werkzeug, die Menschen ihres Dorfes zu Jesus zu führen und sie dann wieder loszulassen. Zum richtigen Zeitpunkt loslassen ist ein wichtiger Schritt und oft schwer. Wer aber die Menschen, die er zum Herrn führen oder eine Zeitlang begleiten durfte, nicht loslassen kann, bindet sie an seine Person und hindert dadurch ihre geistliche Entwicklung. Ja er blockiert auch sich selbst vor neuen Aufgaben, für die ihn der Herr gebrauchen möchte. Lassen wir uns darin Gnade schenken. Die Erkenntnis, dass die Gemeinde und somit jedes Glied dem Herrn gehört und nicht uns, hilft uns dabei. Wir sind einfach Diener und Verwalter und haben uns darin treu zu erweisen. Es geht nicht darum, dass wir Erfolge aufzuweisen haben, sondern dass das Werk des Herrn, die Gemeinde, vollendet wird.


Jesus am Laubhüttenfest in Jerusalem

Hätte der Herr auf Seine eigene Sicherheit Rücksicht genommen, wäre Er diesmal nicht nach Jerusalem zum Laubhüttenfest gegangen. Alle redeten von Ihm und die Bewohner Jerusalems wussten auch, dass ihre Oberen Ihn zu töten suchten (Joh.7.12+26). Trotzdem ging Jesus hin, denn Er liebte die Menschen und es war eine sehr wichtige Botschaft, die Er ihnen noch zu verkündigen hatte. In Joh.7.37-39 lesen wir folgende Worte:

„An dem letzten, dem grossen Tag des Festes aber stand Jesus auf und rief und sprach: Wenn jemand dürstet, so komme er zu mir und trinke. Wer an mich glaubt, aus dessen Leibe werden, wie die Schrift gesagt hat, Ströme lebendigen Wassers fliessen. Dies aber sagte er von dem Geist, den die empfangen sollten, die an ihn glaubten; denn noch war der Geist nicht da, weil Jesus noch nicht verherrlicht worden war.“

   Das Laubhüttenfest war das fröhlichste und volkstümlichste der jüdischen Feste. Es wurde zur Erinnerung an die Wüstenwanderung und zugleich als Erntedankfest im Monat Tischri (Sept./Okt.) gefeiert. Jesus sah den Durst des Volkes und dass all die Festlichkeiten und was geboten wurde, diesen nicht zu stillen vermochte. Er nahm in Seinen Worten auch Bezug auf einen jüdischen Brauch. In Jes.12.3 steht: „Ihr werdet mit Freuden Wasser schöpfen aus dem Heilsbrunnen“. Aufgrund dieses Wortes schöpfte ein Priester während des Festes an sieben Tagen jeweils am Morgen eine Kanne Wasser aus dem Siloahteich. Dieses wurde dann zusammen mit dem Trankopfer (Wein) auf dem Altar ausgegossen. Kurze Zeit später sollte durch den Sohn Gottes ein besseres Opfer gebracht werden. Wir gedenken an dieses im Mahl, wenn wir den Kelch mit dem Wein darreichen. Dieses bessere Opfer hat den Weg freigemacht für das Kommen des lebendigen Wassers, des Heiligen Geistes. Diese Reihenfolge geht aus Joh.7.39 klar hervor. Auch in unserem Leben ist dies die Reihenfolge. Wir geben unser Leben gemäss Römer 12.1 auf den Altar, dies ist der Weg, die Segnungen Gottes zu empfangen. „Wer an Mich glaubt“; das ist die Voraussetzung, dass sich die Verheissungen Gottes an uns einlösen können. In Jes.58.11 steht:

„Und beständig wird der Herr dich leiten, und er wird deine Seele sättigen an Orten der Dürre und deine Gebeine stärken. Dann wirst du sein wie ein bewässerter Garten und wie ein Wasserquell, dessen Wasser nicht versiegen.“

   Durch die Ausgiessung des Heiligen Geistes wurde diese wunderbare Verheissung erfüllt. Die Gläubigen sind wie ein bewässerter Garten, dessen Wasser nie versiegen. Glauben wir solchen Verheissungen, die wir den Geist Gottes empfangen haben? Oder zweifeln wir daran und geben unseren Gefühlen mehr recht als dem Worte Gottes? Wenn Jesus sagte, dass Ströme lebendigen Wassers  von unseren Leibern fliessen werden, dann glauben wir dieser Verheissung und Er kann aufgrund unseres Glaubens Sein Wort an uns einlösen.

    Der Apostel Petrus schreibt im 2. Brief in den Versen 15 und 17 von den falschen Lehrern folgendes:

„Den geraden Weg haben sie verlassen und sind irregegangen … Diese Leute sind wasserlose Quellen.“  

   Wir haben den Heiligen Geist nicht gepachtet, Er bleibt nur in uns, wenn wir in der Wahrheit wandeln. Er ist dazu gesandt, uns in alle Wahrheit zu leiten, nicht Er folgt uns, sondern wir sollen Ihm folgen. Dann werden wir nicht wasserlose Quellen sein, sondern solche, die überfliessen und von denen dürstende Menschen trinken können.

   In Off.7 schreibt Johannes was er geschaut hat in Bezug auf die Unzählbare Schar, die aus der grossen Trübsal zur Herrlichkeit eingeht. Er sah wie diese Menschen dort getröstet werden und  schreibt in Vers 17:

 „Denn das Lamm, das in der Mitte des Thrones ist, wird sie hüten und sie leiten zu Wasserquellen des Lebens.“

   Ich persönlich sehe in diesen „Wasserquellen des Lebens“ vollendete Heilige, die auch dort noch einen Dienst haben an Menschen, die gerettet, aber noch nicht in die ganze Fülle hineingewachsen sind. Der Herr kennt die Quellen und Er führt die Dürstenden zum Wasser, jetzt schon und wie ich das zitierte Wort verstehe, in gewissem Masse auch im Himmel.

   Lasst uns bereit sein zum Dienst des Geistes, der Herr möchte jedes Einzelne von uns gebrauchen als eine Quelle, aus der lebendiges Wasser fliesst. Dies bedingt jedoch, dass wir vorerst selber kräftig trinken von dem Lebenswasser, das Er uns darreicht.

    Zum Abschluss möchte ich noch aus Off. 21 die Verse 6 und 7 zitieren:

„Und Er sprach zu mir: Es ist geschehen: Ich bin das A und das O, der Anfang und das Ende; ich will dem Dürstenden aus der Quelle des Lebenswassers umsonst zu trinken geben. Wer überwindet, soll dies erben, und ich will sein Gott sein, und er soll mein Sohn sein.“

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