Mit Christus gestorben
Daniel Schenk
Wenn sich ein Mensch entscheidet, den Weg der Sünde zu verlassen und dem Herrn Jesus Christus zu folgen, wird ihm erst bewusst, welch grosses Hindernis dabei der „alte Mensch“ oder, wie es die Bibel auch bezeichnet, „das Fleisch“ bedeutet. Mit eigener Kraft, Willen und Anstrengung ist es nicht zu schaffen. Auch mit dem Gesetz des alten Bundes gelingt es uns nicht, obschon dieses an sich gut ist, ist es doch ein ungeeignetes Mittel und gegenüber dem „Fleisch“ (Sündennatur) zu schwach.
Rö.8.3: „Denn das dem Gesetz Unmögliche, worin es durch das Fleisch schwach war, vollbrachte Gott: Seinen eigenen Sohn in der Gleichgestalt des Fleisches der Sünde sendend, verurteilte Er die Sünde im Fleisch, damit die Rechtsforderung des Gesetzes in uns erfüllt werde, die wir nicht fleischgemäss wandeln, sondern geistgemäss.“
Gott hat in Christus einen Weg für uns gebahnt, einen Weg, den nebst dem Apostel Paulus viele Tausende als die Lösung für ihr Leben erlebt haben. Ein Weg aber auch, den viele nicht wünschen, weil sie darauf ihr „Eigenleben“ nicht mehr „verwirklichen“ können. Die Frage ist somit, sind wir bereit, auf das Angebot Gottes einzugehen oder haben wir Vorbehalte? Es gibt aber keine Alternative zu diesem Weg, den uns Gott anbietet. Wenn es eine gegeben hätte, dann hätte Gott nicht Seinen Sohn am Kreuz für uns sterben lassen. Immer dann, wenn wir an diesem Weg vorbei gehen, kommen wir mit unserem Leben in Probleme hinein. Die Lösung heisst einzig und allein:
Gal.2.19+20: „Zusammen mit Christus bin ich gekreuzigt; ich lebe aber, doch nicht mehr ich, sondern in mir lebt Christus.“
So bezeugt es der Apostel Paulus in verschiedenen seiner Briefe, ganz besonders aber bei der Belehrung über die Taufe. In der Taufe bezeugen wir, dass wir mit Christus gestorben sind, und zwar bezeugen wir das vor der sichtbaren wie vor der unsichtbaren Welt. Dass die Taufe im Himmel registriert und beachtet wird, sehen wir schon bei der Taufe von Jesus, denn der Heilige Geist kam in Form einer Taube auf Ihn herab und die Stimme des Vaters erscholl: „Dies ist mein geliebter Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe.“ Wir sehen es aber auch daran, dass sehr viele Menschen nach der Taufe als Antwort vom Himmel die Taufe im Heiligen Geist empfangen. Dass es auch dem Teufel nicht verborgen bleibt, sehen wir daran, dass Jesus nach der Taufe während vierzig Tagen von ihm mit „aller Versuchung“ angefochten wurde. Auch viele Gläubige haben im Zusammenhang mit der Taufe (meistens vorher) sehr starke Angriffe des Teufels erlebt. Wenn sich Menschen für die Taufe entscheiden, sollten wir sie im Gebet unterstützen.
Was geschieht bei der Taufe?
In 1.Kor.15.1-4 nennt Paulus kurz die entscheidenden Punkte unserer Errettung: „Ich mache euch aber, meine Brüder, das Evangelium bekannt, das ich euch verkündigte, das ihr auch angenommen habt, in welchem ihr auch steht, durch welches ihr auch gerettet werdet, wenn ihr das Evangelium in der Ausdrucksform festhaltet, in der ich es euch verkündigte, ausser wenn ihr nur zum Schein glaubt. Denn an erster Stelle habe ich euch das überliefert, was ich auch erhielt: dass Christus für unsere Sünden starb (den Schriften gemäss), dass er begraben wurde, dass er am dritten Tag auferweckt worden ist (den Schriften gemäss).“
Aus Apg.10.38-44 ist ersichtlich, dass Petrus im Hause des Kornelius in Cäsarea auch genau diese zur Errettung erforderlichen Punkte verkündigt hat und dass dann der Heilige Geist auf alle Zuhörer gefallen ist.
Eine ausführliche Belehrung über die Taufe lesen wir in Römer 6. Paulus schreibt deutlich, dass wir dabei in „Christi Tod“ getauft worden sind, das heisst, dass wir mit Christus gekreuzigt und gestorben sind. Die Taufe bedeutet aber auch „mitbegraben“ und „mitauferweckt“ zu einem neuen Leben. Das sind genau die Punkte, die in 1.Kor.15.3+4 in Bezug auf Jesus stehen, nur heisst es hier in Rö.6, dass auch wir zusammen mit Ihm gestorben, begraben und auferweckt sind.
Rö.6.2-8: „Wir, die der Sünde starben, wie sollten wir noch in ihr leben? Oder erkennt ihr nicht, dass wir alle, die wir in Christus Jesus getauft worden sind, in Seinen Tod getauft wurden? Mit Ihm zusammen wurden wir nun durch die Taufe in den Tod begraben, damit, ebenso wie Christus durch die Herrlichkeit des Vaters aus den Toten auferweckt worden ist, also auch wir in Neuheit des Lebens wandeln mögen. Denn wenn wir mit Ihm zur Gleichgestaltung mit Seinem Tod zusammengepflanzt wurden, werden wir es auch hinsichtlich der Auferstehung sein: dies erkennend, dass unsere alte Menschheit zusammen mit Ihm gekreuzigt wurde, damit der Körper der Sünde unwirksam gemacht werde und wir nicht mehr der Sünde versklavt sind; denn wer stirbt, ist von der Sünde gerechtfertigt. Wenn wir aber zusammen mit Christus starben, glauben wir, dass wir auch zusammen mit Ihm leben werden.“
Kol.2.12: „Da ihr mit Ihm in der Taufe begraben seid. In Ihm wurdet auch ihr mit auferweckt durch den Glauben an die Wirksamkeit Gottes, der Ihn aus den Toten auferweckt hat.“
Rechnet damit
Rö.6.11: „Also auch ihr! Rechnet damit, dass ihr selbst der Sünde gegenüber tot seid, aber lebend für Gott in Christus Jesus, unserem Herrn!“
Rechnet damit! Das bedeutet, dass wir im Glauben auf die Tatsachen eingehen, die Gott für unser Leben geschaffen hat und diese auch in unseren Gebeten benennen. Dann werden wir auch die Wirkung erleben, wie sie in den folgenden Versen verheissen ist:
Vers 12: „Folglich soll die Sünde nicht in eurem sterblichen Körper herrschen, so dass ihr seinen Begierden gehorcht.“
Vers 14: „Denn dann wird die Sünde nicht über euch herrschen; denn ihr seid nicht unter Gesetz, sondern unter Gnade.“
Das Fleisch kreuzigen
Gal.5.24: „Die aber Christus Jesus angehören, kreuzigen das Fleisch samt den Leidenschaften und Begierden.“
Unser Fleisch wird niemals fromm, sondern es wird immer gegen den Geist streiten, deshalb sollen wir es kreuzigen. Doch wie tun wir das?
Die Lösung heisst: Wandelt im Geist!
Das ist das Rezept, das Paulus sowohl im Römer- als auch im Galaterbrief empfiehlt.
Gal.5.16+17: „Daher sage ich: Wandelt im Geist, und ihr werdet die Begierde des Fleisches keinesfalls vollbringen. Denn das Fleisch gelüstet gegen den Geist, den Geist aber gegen das Fleisch. Diese beiden widerstreben einander, damit ihr nicht das tut, was ihr etwa wollt. Wenn ihr aber vom Geist geführt werdet, steht ihr nicht mehr unter Gesetz.“
Rö.8.12+13: „Folglich. Brüder, sind wir es demnach nicht dem Fleisch schuldig, fleischgemäss zu leben; denn wenn ihr dem Fleisch gemäss lebt, seid ihr im Begriff zu sterben; wenn ihr aber im Geist die Handlungen des Körpers zu Tode bringt, werdet ihr leben.“
Im Geiste wandeln heisst für uns, dass wir uns nicht von der Begehrlichkeit des Fleisches und auch nicht von den Gefühlen unserer Seele leiten und bestimmen lassen, sondern von dem, was der Heilige Geist unserem wiedergeborenen Geist bezeugt. Und der Heilige Geist bezeugt nichts anderes, als was im Wort Gottes geschrieben steht, nämlich, dass wir mitgekreuzigt, mitgestorben, mitbegraben und auch zu einem neuen Leben mitauferweckt worden sind. Auch unsere Seele muss lernen, die Wahrheiten der neuen Schöpfung zu akzeptieren und nicht mehr von den früheren Erfahrungen aus zu folgern. Der Geist soll Herr sein, dann leben wir in der Freiheit!
Gal.6.14: „Mir aber möge nur das nicht geschehen, nämlich mich zu rühmen, ausser im Kreuz unseres Herrn Jesus Christus, durch das mir die Welt gekreuzigt ist und ich der Welt.“
Weitere Schriftstellen
Ich möchte noch weitere Schriftstellen zu diesem sehr wichtigen Thema anführen:
Rö.7.4 +6: „Daher, meine Brüder, wurdet auch ihr dem Gesetz gegenüber durch den Körper des Christus zu Tode gebracht, damit ihr einem anderen zu eigen werdet, dem aus den Toten auferweckten, auf dass wir für Gott Frucht brächten. – Nun aber sind wir, als Gestorbene, des Gesetzes enthoben (in welchem wir festgehalten wurden), so dass wir in Neuheit des Geistes sklaven und nicht in Altheit des Buchstabens.“
2.Kor.5.14+15: „Denn die Liebe des Christus drängt uns, indem wir dieses urteilen, dass, wenn der Eine für alle starb, sie demnach alle starben. Und für alle starb Er, damit die Lebenden nicht mehr sich selbst leben, sondern dem, der für sie starb und auferweckt wurde.“
Eph.4.22: „Dass ihr das frühere Verhalten ablegt, die alte Menschheit (die sich durch verführerische Begierden selbst ins Verderben bringt), und im Geist eures Denksinns verjüngt werdet und die neue Menschheit anzieht.“
Kol.2.20: „Wenn ihr nun zusammen mit Christus den Grundregeln der Welt gegenüber gestorben seid, was stellt ihr euch wie in der Welt Lebende unter Erlasse?“
Kol.3.3: „Denn ihr starbet, und euer Leben ist zusammen mit Christus in Gott verborgen.“
Kol.3.9: „Belügt einander nicht, habt ihr doch den alten Menschen samt seinen Handlungen abgestreift und den jungen (neuen) angezogen.“
Ein Beispiel, wie wir unser Fleisch kreuzigen
Hier noch ein praktisches Beispiel aus dem Leben des Kirchenvater Augustinus (354-430). In seinem alten Leben hatte er in Unzucht gelebt. Als er nach seiner Bekehrung in der Stadt unterwegs war, rief ihm eine Dame aus seinem alten Leben zu: „Augustinus, Augustinus, ich bin’s!“ Augustinus gab zur Antwort: „Aber ich bin’s nicht mehr!“
Er hat das praktiziert, was die folgenden zwei Schriftstellen bezeugen:
2.Kor.5.17: „Wenn jemand in Christus ist, so ist da eine neue Schöpfung: Das ehemalige verging, siehe, es ist neu geworden.“
Gal.2.20: „Zusammen mit Christus bin ich gekreuzigt; ich lebe aber, doch nicht mehr ich, sondern in mir lebt Christus.“
(Nov. 2000)