Bibel-Themen

eine Sammlung von Beiträgen zu biblischen Themen

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Nahestehende

Daniel Schenk

Bleibt dessen eingedenk

Wir Gläubige aus den Nationen sind nicht als Nahestehende Gottes in diese Welt geboren worden, das sagt uns die Bibel in folgenden Versen:

Eph.2.11+12: „Darum seid dessen eingedenk, dass einstmals ihr aus den Nationen dem Fleische nach – Unbeschnittene genannt von der sogenannten „Beschneidung“ die am Fleisch mit Händen gemacht wird – dass ihr zu jener Frist von Christus getrennt wart, Fremde gegenüber dem Bürgerrecht Israels und Gäste der Bundesverheissungen, dass ihr keine Erwartung hattet und in der Welt  ohne Gott wart.“

Eph.2.13: „Die ihr einst in weiter Ferne wart.“

   Es ist sehr wichtig, dass wir uns diese Tatsache stets vor Augen halten und sie nie vergessen.  Das bewahrt uns davor, hochmütig zu werden oder „abschätzig“ über andere zu denken oder zu reden. Dass wir uns sonst dabei sehr täuschen können, sagte uns Jesus schon im Gleichnis vom Pharisäer und Zöllner in Luk.18.9-14. Gott sieht die Dinge oft anders als wir sie sehen, denn Er sieht das Herz an und nicht die Person.

   Ein schönes Bild für dieses Erinnern, woher wir gekommen sind, sehen wir in den Festen, die Gott den Israeliten angeordnet hatte. Das bedeutendste davon war das „Laubhüttenfest“. Nebst dem Dank für die Ernte sollte es sie an den Auszug aus Ägypten und an die Zeit ihrer Wüstenwanderung erinnern.

5.Mo.16.12-14: „Und du sollst daran denken, dass du Sklave in Ägypten warst, und sollst diese Ordnungen bewahren und tun. Das Fest der Laubhütten sollst du sieben Tage lang feiern, wenn  du den Ertrag von deiner Tenne und von deiner Kelterkufe einsammelst. Und du sollst dich an diesem Fest freuen.“

   Die Tatsache, dass wir aus den Nationen jetzt Nahestehende sind, gehört zum Geheimnis Christi, das dem Apostel Paulus für uns Gläubige aus den Nationen geoffenbart wurde und das er uns in Eph.3.1-12 bezeugt. An dieser Stelle seien nur die Verse 6+7 zitiert:

„Im Geist sind die aus den Nationen gemeinsame Losteilinhaber und eine gemeinsame Körperschaft und gemeinsame Teilhaber der Verheissung in Christus Jesus durch das Evangelium, dessen Diener ich geworden bin, dem Geschenk der Gnade Gottes entsprechend, die mir gemäss der Wirksamkeit Seiner Kraft gegeben ist.“


Nahestehende durch Christi Blut

Eph.2.13: „Nun aber, in Christus Jesus, seid ihr, die ihr einst in weiter Ferne wart, durch Christi Blut zu Nahestehenden geworden.“

   Seit dem Sündenfall im Paradies ist die Sünde zu allen Menschen durchgedrungen und diese hat uns von Gott getrennt, denn Er kann keine Gemeinschaft haben mit der Sünde. Israel, als erwähltes Bundesvolk, stand in einer besseren Position gegenüber Gott. Durch die im Gesetz Mose verordneten Opfer konnte eine gewisse Sühne erreicht werden. Diese Opfer waren aber nichts Vollkommenes und eigentlich nur eine Abschattung des vollkommenen Opfers von Jesus Christus. So wie der Hohepriester nur mit Blut in das Allerheiligste, also in die Gegenwart Gottes treten durfte, so hat es auch für uns das Blut eines Opfers gebraucht, um uns zu Nahestehenden zu machen. Dabei hat das Blut von Böcken und Stieren etc nicht ausgereicht, es bedurfte des Blutes eines vollkommenen Opfers. Dieses konnte niemand bringen ausser Gott selber in Seinem Sohn Jesus Christus. Der Hebräerbrief gibt uns darüber sehr klare Belehrung, nachstehend sind einige Verse zitiert:

Hebr.7.19: „Denn das Gesetz konnte nichts vollenden. Es ist aber die Einführung einer besseren Erwartung, durch die wir Gott nahekommen.“

Hebr.9.13+14: „Denn wenn das Blut der Böcke und Stiere und die Asche einer Färse, womit man die Gemeingemachten besprengte, zur Reinheit des Fleisches heiligt, wieviel mehr wird das Blut des Christus, der Sich Selbst durch äonischen Geist makellos Gott darbrachte, euer Gewissen von toten Werken reinigen, um dem lebendigen und wahrhaften Gott Gottesdienst darzubringen!“

Hebr.10.19-22: „Da wir nun, Brüder, durch das Blut Jesu Freimut haben zum Eintritt in die heiligen Stätten …. so lasst uns mit wahrhaftem Herzen herzukommen, in Vollgewissheit des Glaubens.“


Menschen, die Gott nahe standen

Schon im alten Bund gab es Menschen, die Gott nahe standen. Sie hatten eine lebendige Beziehung zu Ihm und wandelten mit Ihm. Deshalb stellt sie die Schrift auch für uns als Vorbilder hin. Einige davon sind:

– Adam und Eva vor dem Sündenfall. Gott wandelte im Garten Eden unter ihnen (1.Mo.3.8). Durch den Sündenfall wurde diese Beziehung zerstört und sie wurden zu einem warnenden Beispiel.

Henoch wandelte mit Gott, dadurch   musste er den Tod nicht sehen, sondern wurde entrückt  (1.Mo.5.22+24; Hebr.11.5).

– Noah, von ihm lesen wir folgendes in 1.Mo.6.9: „Noah war ein gerechter Mann, untadelig war es unter seinen Zeitgenossen, Noah lebte mit Gott.“ Er hat den Auftrag neu erhalten, den vor ihm schon Adam hatte.

1.Mo.9.1: „Und Gott segnete Noah und seine Söhne und sprach zu ihnen: Seid fruchtbar, und vermehrt euch, und füllt die Erde.“

– Abraham wurde von Gott als „mein Freund“ bezeichnet (Jes.41.8) und auch von den Menschen wurde er „Freund Gottes“ genannt (Jak.2.23).

– Mose kannte Gott und redete mit Ihm von Angesicht zu Angesicht wie kein Prophet nach ihm (5.Mo.34.10).

   Es wären noch weitere Beispiele und Vorbilder zu nennen. Wir wollen dabei auch an die „Glaubenshelden“ denken, die in Hebr.11 aufgezählt sind. Die Kraft ihres Glaubens schöpften sie aus der Beziehung, die sie mit Gott pflegten.


Beziehungen pflegen

Nahestehende pflegen die Beziehung und haben allezeit Umgang mit Gott dem Vater, mit Seinem Sohn Jesus Christus und mit dem Heiligen Geist. Gebet und Lobpreis sowie lesen des Wortes sind Bestandteil ihres Lebens. Es ist ein Band der Liebe, das sie auch mit den anderen Gliedern des Leibes Christi verbindet. Als Nahestehende haben sie auch immer die neuesten Informationen direkt vom Throne Gottes.

   Wenn man eine Beziehung nicht pflegt, wird man sich wieder fremd. Jesus sagte uns in Seinen Gleichnissen von Menschen, zu denen Er sagen wird: „Ich kenne euch nicht“, dies, obschon sie behaupten, mit Ihm zusammen gewesen zu sein.


Friede

Nahestehende haben Frieden, denn Gott ist ein Gott des Friedens (Phil.4.9) und in Seiner Gegenwart ist Friede. Wie ein Kind, das in den Armen seiner Eltern Ruhe und Geborgenheit empfindet, erlebt der Gläubige einen tiefen Frieden in der Gegenwart des Herrn. Jesus hat uns den Frieden gebracht, denn Er ist der „Friedefürst“ und auch der „Friedensstifter“.

Eph.2.14: „Denn Er ist unser Friede.“

Eph.2.17+18: „Mit Seinem Kommen verkündigt Er als Evangelium: Frieden euch, den Fernstehenden, und Frieden, euch, den Nahestehenden, weil wir beide durch Ihn in einem Geist Zutritt zum Vater haben“.

   Er hat schon zu Seinen Jüngern gesagt: 

Luk.24.36: „Friede sei mit euch!“   

Joh.14.27: „Meinen Frieden gebe ich euch, Meinen Frieden lasse ich euch.“


Hausgenossen

Eph.2.19: „So seid ihr nun nicht mehr Fremde und Nichtbürger, sondern ihr seid Mitbürger der Heiligen und Gottes Hausgenossen.“

1.Tim.3.15: „Damit du weisst, wie man sich verhalten muss im Hause Gottes, das die Gemeinde des lebendigen Gottes ist, der Pfeiler und die Grundfeste der Wahrheit.“

   Als Hausgenossen sollen wir uns im „Vaterhause“ auskennen. Wir brauchen uns nicht zu benehmen wie Fremdlinge, auch nicht wie Knechte oder gar wie Bettler. Wir sind von Gott dem Vater willentlich zu Söhnen erwählt und auch in diesen Stand versetzt worden (Eph.1.5). Lasst uns in dieser Beziehung leben, in die uns der Vater berufen hat. Amen.

(Nov. 1999)

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