Nehemia
Der Aufbau der Stadtmauer von Jerusalem durch Nehemia als Vorbild für den Bau der Gemeinde.
Daniel Schenk
Geschichtlicher und prophetischer Rahmen:
Tempelbau durch Salomo um 1’000 v.Chr.
Teilung des Reiches in Juda und Israel 931 v.Chr.
Israels Wegführung nach Assyrien 722 v.Chr.
Juda wird in die Babylonische Gefangenschaft geführt und der Tempel in Jerusalem zerstört 606 – 536 v.Chr.
(Wirksamkeit des Propheten Daniel)
Der Perserkönig Kyrus (Kores) hat von Gott den Auftrag, den Tempel in Jerusalem aufbauen zu lassen, Serubabel führt ca. 50’000 Juden zurück 538 v.Chr.
Aufbau von Altar und Tempel (Beginn) 537 v.Chr.
Tempeleinweihung 515 v.Chr.
Esra nach Jerusalem 458 v.Chr.
Wort des Herrn, Jerusalem wiederherzustellen und zu bauen ca. 450 v.Chr.
Nach Daniel 9.25+26 sind es ab diesem Zeitpunkt 69 Jahrwochen, das sind 483 Jahre, bis ein Gesalbter ausgerottet wird (Kreuzigung Jesu).
Nehemia nach Jerusalem (1. Einsatz) 445 v.Chr.
Nehemias 2. Reise nach Jerusalem 433 v.Chr.
Aufbau der Stadtmauer
Parallelen zwischen dem Bau der Mauer und dem Bau der Gemeinde.
Der Wiederaufbau der Stadtmauer von Jerusalem hatte prophetische Bedeutung und stand in engstem Zusammenhang mit dem Kommen des Erlösers. Es genügte nicht, dass Altar und Tempel erbaut waren, das Volk lebte trotzdem in Schmach und Bedrängnis. Das Prophetenwort von Daniel bezieht sich nicht auf den Tempel, sondern auf Jerusalem, deshalb wollte der Feind den Bau der Mauer verhindern. Oft sieht man die Wichtigkeit und Dringlichkeit eines göttlichen Auftrages nicht sofort, je mehr man aber die geistlichen Zusammenhänge erkennt, desto bedeutungsvoller sieht man den Dienst, den uns der Herr aufgetragen hat. Wie zwischen dem Wiederaufbau der Mauer und dem Kommen des Erlösers eine zeitliche Verbindung bestand, so besteht eine Verbindung zwischen dem Bau der Gemeinde und der Wiederkunft unseres Herrn Jesus Christus und unserer Entrückung zu Ihm. Somit auch zu allen weiteren, wichtigen Ereignissen wie das 1000‑jährige Reich und die damit verbundene Einsetzung Israels in seine Vorrangstellung Rö.11.12;15+25‑26.
Heute geht es um den Bau der Gemeinde, diese Aufgabe ist in unsere Hände gelegt, oder besser gesagt, der Heilige Geist benützt uns als Werkzeuge, um diesen Auftrag auszuführen. Lasst uns in diesem Dienst treu und eifrig sein, wie die Juden zur Zeit Nehemias es waren (Neh.3.38). Gott braucht verschiedene Diener, die einander ergänzen. Wir wollen sie akzeptieren und dankbar sein für ihren Dienst. Esra war ein Lehrer und blieb es auch. Nehemia hat diesen Dienst nicht an sich gezogen. Aber der Lehrer allein konnte das Werk nicht ausführen, Gott sandte Nehemia als Ergänzung.
Der Auftrag Nehemias war die „Wiederherstellung“ sowohl der Mauer Jerusalems als auch der göttlichen Ordnungen. In Apg.3.20+21 sagt Petrus die Wiederkunft des Herrn voraus in der Zeit der „Wiederherstellung“ alles dessen, was Gott durch die Propheten geredet hat. Wir erleben diese „Wiederherstellung“ sowohl an Israel (Rückkehr der Juden) als auch an der Gemeinde (geistliche Aufbrüche nach Apg.2.17‑21).
Aus dem Buch Nehemia erhalten wir wichtige Hinweise, die auch für die neutestamentliche Gemeinde Gültigkeit und Vorbildcharakter haben.
(Bitte die Textstellen direkt in der Bibel (Buch Nehemia) nachlesen)
Neh.1.3‑4;.. Erkennen der Not, eine „Gebetslast“ für die Anliegen Gottes bekommen, intensives Gebet.
Neh.1.11;.. Nehemia war Mundschenk des Perserkönigs, diese Stelle war beliebt und gut bezahlt. Trotzdem liess er sich engagieren für die Sache des Herrn. Das bedeutet, die Anliegen Gottes vor die eigenen zu stellen.
Neh.2.4‑6;.. Nehemia hat den Beruf nicht aufgegeben. Darauf achten, wie man diesbezüglich geführt wird. Die Arbeit in der Gemeinde nicht nur den vollamtlichen Dienern überlassen.
Neh.5.14‑18;.. Sich auch in den irdischen Dingen treu erweisen. Die Stellung in der Gemeinde nicht mit irdischen oder finanziellen Interessen verbinden.
Neh.2.11+12;.. Nicht mit Fleisch und Blut besprechen, wenn ein klarer Auftrag von Gott vorliegt, von Gott Weisheit erbitten und schenken lassen.
Neh.2.17+18;.. Vision von Gemeindebau an die Ältestenschaft und an die ganze Gemeinde weitergeben und ermutigen, so dass alle zur Mithilfe motiviert sind.
Neh.6.15+16;.. Errichtung der Mauer in 52 Tagen (das Wichtigste zuerst). Das eigentliche Ziel des Auftrages nicht aus den Augen verlieren.
Neh.3.1‑32;.. Die Mitarbeit der Einzelnen ist in der Bibel registriert und sicher auch bei Gott. So ist auch der Einsatz für den Bau der Gemeinde von jedem Einzelnen bei Gott bekannt Hebr.6.10‑13.
Neh.3.10+23;.. Die Aufgaben nicht zu weit suchen, gerade da dienen, wo wir hingestellt sind (gegenüber dem eigenen Hause).
Neh.2.20 und 3.38;.. Die Geschwister ermutigen, Verzagtheit und Furcht wollten das Volk lähmen. Brüder und Schwestern in das Werk einbeziehen.
Neh.4.1‑3;.. Den Feind nicht fürchten. Er wird zornig, wenn das Werk des Herrn wächst und Fortschritte macht. Er wird dagegen kämpfen und versuchen, Verwirrung anzurichten. Die Antwort ist Gebet und Wachsamkeit.
Neh.4.10+11;.. Die geistliche Waffenrüstung nach Eph.6 anziehen und beständig tragen, nur so können wir gegen die geistlichen Mächte bestehen.
Neh.5.10‑13;.. Schulderlass, Versöhnung, kein Nachtragen. Wenn Unversöhnlichkeit und üble Nachrede in einer Gemeinde Raum haben, wird das Werk behindert.
Neh.8.1‑5;.. Aufrichten des Wortes, Ehrfurcht vor dem Wort (das Volk stand auf, als das Wort gelesen wurde).
Neh.8.7‑8;.. Abschnitt für Abschnitt lesen und auslegen. Die Gemeinde soll im Wort Gottes unterrichtet und fest gegründet sein. Nehemia griff nicht in ein fremdes Amt, die Leviten belehrten das Volk.
Neh.6.3‑12;.. Vom Feind nicht ablenken und einschüchtern lassen. Sich der Berufung und Sendung bewusst sein: „Ich führe ein grosses Werk aus“. Auf der Hut sein vor Verhandlungstaktik des Feindes, keine schädlichen Verbindungen eingehen, die nicht Gemeindecharakter haben.
Neh.7.1 und 13.30;.. Einsetzung der Dienste gemäss dem Wort Gottes.
Neh.8.6;.. Dem Herrn Anbetung darbringen.
Neh.9 ab Vers 3:.. Gebet, Bitten, Lobpreis, die grossen Taten Gottes rühmen. Wo Busse notwendig ist, sich vor Gott demütigen, Verfehlungen bekennen und nicht verbergen oder beschönigen wollen.
Neh.13.23+28;.. Sich rein erhalten, zur Zeit Nehemias waren es Mischehen, Verschwägerungen, Freundschaften, und sonstige Abhängigkeiten, die Gott ein Gräuel waren. Mit solchen Dingen, seien sie nun irdisch oder geistlich, versucht der Feind immer wieder das Volk Gottes zu schwächen. Wir sehen dies aus der Geschichte des Volkes Israel zur genüge und auch im neuen Bund ist es nicht anders. Nicht Anerkennung oder Ehre von Menschen suchen.
Neh.13.9‑ll;.. Aufrichten der göttlichen Ordnungen. Der Gehorsam muss zuerst in der Gemeinde hergestellt sein, dann wird sich Gott in Seiner ganzen Kraft offenbaren (2.Kor.10.9; Phil.2.12).
Wir konnten uns die Zeit nicht auswählen, in der wir leben und auch die Berufung nicht. Ich glaube aber, dass wir eine noch grössere und wichtigere Aufgabe haben als die Juden zur Zeit Nehemias. Lasset uns die entscheidungsreiche Zeit, in der wir heute leben, erkennen. Aber auch die Wichtigkeit der Aufgabe, die die Erbauung der Gemeinde als „Leib Christi“ darstellt. Gott steht zu Seinem Werk wie Er in den Tagen Nehemias dazu gestanden ist.