Bibel-Themen

eine Sammlung von Beiträgen zu biblischen Themen

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Unser Vater in den Himmeln

Daniel Schenk

Jesus lehrte die Jünger beten. Dieses Gebet ist uns überliefert in Matthäus 6.9-13 und Lukas 11.2-4. Für die vorliegende Betrachtung halten wir uns an den Text aus Matthäus 6.9-13. Die Anrede lautet:

 „Unser Vater“

Wir sollen wissen, zu wem wir beten. Wir beten nicht zu irgendeiner Macht oder zu irgendeinem Herrn oder Geist, sondern zum „Vater“. Wenn wir zu Ihm Vater sagen sollen und dürfen, bedeutet das, dass wir Seine Kinder sind, wenn wir geistlich gereift sind, spricht uns die Schrift sogar als „Söhne Gottes“ an. Diese Stellung zum Vater erlangt man nicht durch Leistung oder sonstige Vorzüge, die Voraussetzung ist immer die Geburt, in diesem Falle die schriftgemässe Wiedergeburt aus Wort und Geist.

   Aus unserer menschlichen Erfahrung heraus haben wir oft ein falsches Bild von einem unvollkommenen Vater. Dieses falsche Vaterbild wird dann allzu oft  auch auf den Himmlischen Vater übertragen, was unsererseits ein Fehlverhalten Ihm gegenüber zur Folge hat. Der Heilige Geist möchte dies in uns verändern und uns den vollkommenen Vater in Seiner unendlichen Liebe und Gnade verklären. Dieses Wirken des Heiligen Geistes wird uns sehr schön gezeigt in den beiden nachfolgenden Schriftstellen aus dem Römer- und Galaterbrief:

Rö.8.14-16: „Denn so viele durch den Geist Gottes geleitet werden, die sind Söhne Gottes. Denn ihr habt nicht einen Geist der Knechtschaft empfangen, wieder zur Furcht, sondern einen Geist der Sohnschaft habt ihr empfangen, in dem wir rufen: Abba, Vater! Der Geist selbst bezeugt zusammen mit unserem Geist, dass wir Kinder Gottes sind.“

Gal.4.6+7: „Weil ihr aber Söhne seid, sandte Gott den Geist Seines Sohnes in unsere Herzen, der da ruft: Abba, Vater! Also bist du nicht mehr Sklave, sondern Sohn, wenn aber Sohn, so auch Erbe durch Gott.“

   Unsere irdischen Väter kennen wir gerade so gut, wie sie sich uns geoffenbart haben. Das, worüber sie mit uns reden oder geredet haben, wissen wir über sie. Unser himmlischer Vater hat sich uns geoffenbart, deshalb kennen wir Ihn und können Ihn noch besser kennen lernen. Wenn wir uns Zeit nehmen und auf Ihn hören, offenbart Er sich uns mehr und mehr. Er offenbart sich uns in erster Linie durch das Wort, aber auch durch den Geist, der die Tiefen Gottes erforscht.

Joh.1.1: „Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und das Wort war Gott.“

1.Kor.2.10: „Uns aber hat Gott es geoffenbart durch den Geist, denn der Geist erforscht alles, auch die Tiefen Gottes.“

 

„Vater in den Himmeln“

Dadurch bezeugen wir: Du stehst über allem, Du bist allmächtig und allwissend, Du hast alle Dinge unter Deiner Kontrolle und Du verwendest Dich zum Besten für mich. Wenn wir den Vater als „himmlisch“ bezeichnen, dann haben auch wir als wiedergeborene Menschen das gleiche himmlische Leben in uns und somit auch eine himmlische Bestimmung.

Phil.3.20: „Denn unser Bürgerrecht ist in den Himmeln“.

 

„Geheiligt werde Dein Name“

Dadurch wird die Anbetung des Vaters zum Ausdruck gebracht. Geheiligt bedeutet auch geweiht, abgesondert vom irdischen und erhöht. Hier geht es um Seinen Namen, von dem es schon in den „Zehn Geboten“ heisst: „Du sollst den Namen des HERRN, deines Gottes, nicht zu Nichtigem aussprechen“ (2.Mo20.7+5.Mo5.11).

   Wenn wir sagen: „Himmlischer Vater“, dann wollen wir es mit grosser Ehrfurcht tun und Ihn nicht herunterziehen in unsere irdischen Vorstellungen.


„Dein Reich komme“

Dies ist die erste Bitte im „Unser Vater“ und zeigt uns die Priorität Gottes. Wenn wir in die heutige Welt hinein schauen und das Seufzen der Schöpfung vernehmen (Rö.8.22), gewinnt dieser Ausspruch grösste Bedeutung. Es soll unser erstes Gebetsanliegen sein, dass das Reich des Vaters komme. Diese Haltung und Erwartung erkennen wir auch in den Schriften des Apostel Petrus:

2.Petr.3,12-14: „Indem ihr die Ankunft des Tages Gottes erwartet und beschleunigt, ….Wir erwarten aber nach Seiner Verheissung neue Himmel und eine neue Erde, in denen Gerechtigkeit wohnt. Deshalb Geliebte, da ihr dies erwartet, befleissigt euch, unbefleckt und tadellos vor Ihm im Frieden befunden zu werden!“

   Ich persönlich habe eine grosse Erwartung und freue mich sehr auf das Reich des Vaters. Mögen die Dinge, die das Reich des Vaters betreffen, auch in unser aller Gebeten die erste Bitte sein, sie soll vor unseren persönlichen Anliegen stehen.

   Zu beten: „Dein Reich komme“, bedeutet, um die Erfüllung all der Dinge zu beten, die eingelöst werden müssen. Dazu gehört die Vollzahl der Nationen, aber auch das Vollmass des geistlichen Wachstums der Gemeinde. Der Wiederwirker ist sehr darauf bedacht, Menschen, die zum Glauben gekommen sind wieder vom Weg abzubringen und so die Vollendung zu verzögern. Durch Fürbitte können wir dazu beitragen, dass ihm dies nicht gelingt. Lassen wir uns diese Anliegen aufs Herz legen und in dieser, dem Willen des Vaters entsprechenden Weise beten.


Gehorsam

„Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auch auf Erden“.

   Wir glauben, dass im Himmel der Wille des Vaters geschieht. Unser Gebetsanliegen ist, dass er in gleicher Weise auch auf Erden geschieht. Dies soll durch Gehorsam in unserem Leben beginnen. Es gibt einen spezifischen Willen Gottes für unser Leben. Es ist wichtig, dass wir ihn erkennen und uns in diesen Willen einordnen und nicht nach unserem eigenen Willen leben. Wenn wir im Willen des Vaters sind, dann sind wir unter Seinem Wohlgefallen, Schutz und Segen. Paulus betet darum, dass die Gläubigen erfüllt werden mit der Erkenntnis Seines Willens. Viele sagen sehr schnell: „Dein Wille geschehe“, auch wenn es der Teufel ist, der sie mit Krankheit oder anderen Dingen niederdrückt. Dabei ist es der Wille des Vaters, dass uns geholfen werde. In solchen Situationen wollen wir eine klare Stellung einnehmen und uns auf das Wort berufen.      


Der Vater sorgt für uns

„Unser täglich Brot“ schliesst alle unsere irdischen Bedürfnisse ein. Der Vater weiss, was wir bedürfen, ehe wir ihn bitten. Trotzdem sollen wir unsere Anliegen im Gebet vor Ihn bringen.

Phil.4.6: „Seid um nichts besorgt, sondern lasst in allem durch Gebet und Flehen mit Danksagung eure Anliegen vor Gott kund werden“.

   Wenn es heisst: „gib uns heute“, bedeutet das, dass wir uns nicht um den nächsten Tag sorgen sollen.


Vergib uns unsere Schulden

„Vergib uns unsere Schulden, wie auch wir unseren Schuldnern vergeben.“

   Die anschliessenden Verse, die Jesus in diesem Zusammenhang geredet hat, zeigen uns, wie wichtig es ist, dass wir uns beim beten prüfen, ob wir wirklich vergeben haben. Die Worte sind unmissverständlich: Wenn wir vergeben, vergibt uns der Vater auch; wenn wir nicht vergeben, kann der Vater auch uns nicht vergeben.

Matth.6.14+15: „Denn wenn ihr den Menschen ihre Vergehungen vergebt, so wird euer himmlischer Vater auch euch vergeben; wenn ihr aber den Menschen nicht vergebt, so wird euer Vater eure Vergehungen auch nicht vergeben.“


Bitte um Bewahrung

„Führe uns nicht in Versuchung, errette uns von dem Bösen“.

   Gott versucht niemanden zum Bösen (Jak.1.13). Es geht hier um Bewahrung vor Situationen, in denen wir besonderen Versuchungen ausgesetzt sind. Wir sollen aber auch nicht selbst in vermeintlicher Stärke Versuchungen provozieren. Dies kann sehr leicht geschehen durch Fernsehen, Internet oder schlechte Gesellschaft. Wir wollen uns bewusst fernhalten von allem Bösen, das unserem geistlichen Leben Schaden zufügt und die Beziehung zum himmlischen Vater stört.

  1. Thess.5.22: „Von aller Art des Bösen haltet euch fern!“


Wie sollen wir beten

Es ist nicht damit getan, dass wir das „Unser Vater“ auswendig lernen und herunterleiern, wie das oft geschieht. Vielmehr sehen wir darin ein Mustergebet, das uns die Reihenfolge zeigt: Zuerst die bewusste Anrede, dann Anbetung, dann die Bitten, und zwar kommen die Anliegen des Vaters vor den eigenen.


Der Vater im alten und neuen Bund

Im alten Testament sind es nur etwa zehn Schriftstellen (gem. Luther-Konkordanz), in denen sich Gott als Vater offenbart. Er wird als der Vater von Israel, von David und auch der Waisen (Ps.68.6) bezeichnet. Von den ca. 200 Stellen, in denen die Bibel von Gott dem Vater redet, stehen 5% im AT, 73% in den Evangelien und 22% im übrigen NT. Jesus hat sehr viel vom Vater geredet und hat Ihn uns geoffenbart (wer mich sieht, sieht den Vater). Durch Ihn haben wir auch den Zugang zum Vater in einem Geist (Eph.2.18).


Der Vater hat uns lieb

Joh.16.27: „Denn Er Selbst,  der Vater, liebt euch, weil ihr Mich geliebt habt und geglaubt habt, dass Ich vom Vater ausgegangen bin!“

   Es ist etwas Wunderbares, wenn man sich geliebt weiss, das gibt uns Vertrauen. Den Vater zu kennen, gibt uns Identität. Wir wissen, wer wir sind, was uns gehört und was wir zu erwarten haben. Sowohl „der Sohn“ als auch „die Söhne“ haben den gleichen Vater. Deshalb schämt sich Jesus Christus nicht, uns Brüder zu nennen.

   Gott der Vater ist das Haupt des Christus (1.Kor.11.3), der Sohn unterordnet sich dem Vater in allen Dingen. Wie viel mehr sollen wir uns  Ihm, dem Vater der Geister, unterordnen.

Hebr.12.9: „Zudem hatten wir auch unsere leiblichen Väter als Züchtiger und scheuten sie. Sollen wir uns nicht vielmehr dem Vater der Geister unterordnen und leben?“

 

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