Untadelig
(griechisch „Amomos“)
Daniel Schenk
Off.14.4+5: “Diese sind es, die sich mit Frauen nicht befleckt haben, denn sie sind jungfräulich; diese sind es, die dem Lamm folgen, wohin es auch geht. Diese sind aus den Menschen als Erstlingsfrucht für Gott und das Lamm erkauft worden. Und in ihrem Mund wurde kein Falsch gefunden; sie sind untadelig.“
Der Apostel Johannes beschreibt in diesem Abschnitt eine Schar Menschen, von denen wir sagen können: „Sie haben das Ziel erlangt, denn sei sind dem Lamme gefolgt.“ Vers fünf nennt zwei Merkmale, die diese Schar auszeichnen:
- Keine Lüge (Falsch) in ihrem Mund.
- Untadelig (Tadellos)
Keine Lüge (Reine Lippen)
„Und in ihrem Munde wurde kein Falsch (pseudos) gefunden.“
Jede Lüge ist ein Gräuel vor Gott, denn Er ist die Wahrheit. Die Lüge aber stammt vom Teufel, er ist ein Lügner und der Vater der Lüge. In Off.22.15 lesen wir, dass alle draussen sein werden, welche die Lüge lieben und tun. Im Neuen Testament wird das Wort „pseudos“ meistens gebraucht für falsche Lehre, auch das ist eine Form von Lüge. Es ist sehr wichtig, dass wir so reden, wie die Schrift sagt und nicht Aussprüche tun, die uns der Feind einflüstert oder die aus einer falschen Lehre stammen. Dies könnte uns um den Siegespreis bringen.
1.Joh.2.21+27: „Ich habe euch nicht geschrieben, weil ihr die Wahrheit nicht kennt, sondern weil ihr sie kennt und wisst, dass keine Lüge aus der Wahrheit ist. …Wie seine Salbung euch über alles belehrt, so ist es auch wahr und keine Lüge (pseudos).“
Unser Reden soll von Gottesfurcht geprägt sein. Als Massstab wollen wir die Heiligkeit Gottes nehmen und uns nicht an unserer Umgebung messen. Jesaja war der heiligste Mann im heiligsten Volk seiner Zeit. Als er aber in einem Gesicht dem Herrn und Seiner Herrlichkeit begegnete, erkannt er seine Unzulänglichkeit und tat folgenden Ausspruch:
Jes.6.5: „Da sprach ich: Wehe mir, denn ich bin verloren. Denn ein Mann mit unreinen Lippen bin ich, und mitten in einem Volk mit unreinen Lippen wohne ich.“
Ein Seraphim berührte dann seine Lippen mit einer feurigen Kohle von Altar, dadurch war seine Schuld gewichen und seine Sünde gesühnt. Unsere Schuld und Sünde ist gesühnt durch das teure Blut Jesu. Trotzdem wollen wir sagen: „Herr, rühre auch unsere Lippen an mit der feurigen Kohle von Deinem Altar, damit wir allezeit die Wahrheit reden. Amen.“
Tadellos (untadelig, makellos, fehlerlos)
„Sie sind untadelig“
Das griechische Wort „amomos“ heisst „fehlerlos“, es wird auch verwendet, um ein vollkommenes Opfer zu beschreiben. In unserem Textwort wird es aber gebraucht für Menschen, die durch die Gnade Gottes an das Ziel gebracht wurden, an das auch wir gelangen wollen. Wer aber kann einem solchen Vollkommenheitsanspruch Gottes entsprechen? Wer kann schon tadellos sein vor dem Angesicht des Höchsten? In unserem menschlichen Vermögen liegt das nicht und auch das Gesetz kann uns nicht dahin führen, dass wir tadellos vor Ihm erfunden werden. Wie wir aber aus den nachfolgenden Worten der Apostel sehen, ist es „Christus in uns“, der diese Heiligkeit in uns wirkt und wirken will. Wir werden es Ihm zu verdanken haben, wenn auch wir dereinst tadellos vor Ihm stehen dürfen. Doch wirkt er jetzt schon in uns dieses Werk der Heiligung. Es ist entscheidend, dass wir uns heiligen lassen und nicht die Wege unseres Fleisches und unserer Vernunft gehen. Der Geist Gottes wirkt in uns nicht eine Heiligung gegen unseren Willen, wir sollen ihm nicht widerstehen. Aber wenn wir zu ihm ja sagen und bereit sind, unser Fleisch zu kreuzigen, dann gestaltet er uns um in Christi Bild. Lasst uns nachfolgend einige dieser wunderbaren Verheissungen lesen und auch glaubend bejahen. Darin erkennen wir, dass ein tadelloser Stand durch die Gnade Gottes möglich ist. Denke dabei nicht: „Bei mir funktioniert es nicht; ich habe es oft versucht.“ Lass Christus in dir Herr sein, Er macht alles neu. Halleluja!
Eph.1.4: „Wie er uns auserwählt hat vor Grundlegung der Welt, dass wir heilig und tadellos vor ihm seien in Liebe.“
Eph.5.25-27: „Ihr Männer, liebt eure Frauen! wie auch der Christus die Gemeinde geliebt und sich selbst für sei hingegeben hat, um sie zu heiligen, sie reinigend durch das Wasserbad im Wort, damit er die Gemeinde sich selbst verherrlicht darstellte, die nicht Flecken oder Runzel oder etwas dergleichen habe, sondern dass sie heilig und tadellos sei.“
Phil.2.12-15: „Daher, meine geliebten, wie ihr allezeit gehorsam gewesen seid, nicht nur wie in meiner Gegenwart, sondern jetzt noch viel mehr in meiner Abwesenheit, bewirkt euer Heil mit Furcht und Zittern! Denn Gott ist es, der in euch wirkt sowohl das Wollen als auch das Wirken zu seinem Wohlgefallen. Tut alles ohne Murren und Zweifel, damit ihr tadellos und lauter seid, unbescholtene Kinder Gottes inmitten eines verdrehten und verkehrten Geschlechts, unter dem ihr leuchtet wie Himmelslichter in der Welt.“
Kol. 1.21+22: „Und euch, die ihr einst entfremdet und Feinde wart nach der Gesinnung in den bösen Werken, hat er aber nun versöhnt in dem Leib seines Fleisches durch seinen Tod, um euch heilig und tadellos und unsträflich vor sich hinzustellen.“
Jud.24: „Dem aber, der euch ohne Straucheln zu bewahren und vor seine Herrlichkeit tadellos mit Jubel hinzustellen vermag.“
Alle diese wunderbaren Worte sind an die Gemeinde und an ihre Glieder gerichtet. Die „tadellose“ Schar ist somit die Gemeinde, es sind die, die in Ihm bleiben und sich von Ihm heiligen lassen.
Die Opfer im alten Bund mussten tadellos sein
Schon zur Zeit des alten Bundes waren fehlerlose Opfer vorgeschrieben, sie hätten sonst nicht der Heiligkeit Gottes entsprochen. Wir wollen ein paar Bibelstellen anschauen, die diese Aussage machen:
2.Mo.29.1: „Nimm dir einen Jungstier, ein Rind und zwei Widder ohne Fehler.“
4.Mo.6.14: „Ein einjähriges Lamm ohne Fehler als Brandopfer und ein einjähriges weibliches Lamm ohne Fehler als Sündopfer und einen Widder ohne Fehler als Heilsopfer.“
Hes.43.22+23: „Und am zweiten Tag sollst du einen Ziegenbock ohne Fehler zum Sündopfer darbringen.“ (Vers 23 diverse Opfertiere ohne Fehler).
Opfer des neuen Bundes
Gott hat nicht nur von den Menschen fehlerlose Opfer verlangt. Er selbst hat ein fehlerloses Opfer gebracht, als Er Seinen Sohn am Kreuz für unsere Sünden sterben liess.
Hebr.9.14: „Wie viel mehr wird das Blut des Christus, der sich selbst durch den ewigen Geist als Opfer ohne Fehler Gott dargebracht hat, euer Gewissen reinigen von toten Werken, damit ihr dem lebendigen Gott dient!“
Auch wir sollen und dürfen unsere Leiber als ein Opfer darstellen. Römer 12 nennt auch für diese Opfer die Kriterien „heilig“ und „wohlgefällig“. Wir sollen uns somit um Heiligkeit bemühen, der Heilige Geist kommt uns dabei zu Hilfe.
Rö.12.1: „Ich ermahne euch nun, Brüder, durch die Erbarmungen Gottes, eure Leiber darzustellen als ein lebendiges, heiliges und Gott wohlgefälliges Opfer.“
Wir sollen uns um Heiligkeit bemühen
In den nachfolgenden Versen wird uns gesagt, dass wir uns um Heiligkeit bemühen sollen. Wir lesen darin Worte wie: üben, befleissigen, anziehen, nachjagen, ergreifen. Der Stand, den wir in Christus haben und der uns in der Schrift bezeugt wird, soll in unserem Leben zum Zustand werden. Sicher sehen wir das noch nicht in allem schon verwirklicht und manchmal braucht es einen geistlichen Kampf und wir kommen nicht darum herum, klare Entscheidungen zu treffen. Oft gilt es, unser Fleisch samt seinen Leidenschaften und Begierden gemäss Gal.5.24 zu kreuzigen. Wir nennen diesen Prozess auch „überwinden“ Doch die Überwinder haben ja herrliche Verheissungen, die wir alle erlangen wollen. Darum soll uns dieses „Bemühen“ nicht zu viel sein, denn es geht um einen hohen Preis. Wir wollen auch nicht vergessen, dass wir Gott Ehre machen sollen, nicht allein mit unseren Lippen und durch unseren Glauben, sondern auch mit unseren Leibern:
1.Kor.6.20: „Denn ihr seid um einen Preis erkauft worden. Verherrlicht nun Gott in eurem Leib!“
Apg.24.16: „Darum übe ich mich auch, allezeit ein Gewissen ohne Anstoss zu haben.
2.Petr.3.14: „Befleissigt euch, unbefleckt und tadellos vor ihm im Frieden befunden zu werden!“
Eph.4.23: „Dagegen erneuert werdet in dem Geist eurer Gesinnung und den neuen Menschen angezogen habt.“
Phil.3.12: „Nicht dass ich es schon ergriffen habe oder schon vollendet bin; ich jage ihm aber nach, ob ich es auch ergreifen mögen, weil ich auch von Christus Jesus ergriffen bin.“
Heiligkeit ist das Ziel, der Weg dazu ist die Heiligung, ohne die niemand den Herrn schauen wird (Hebr.12.14). Und wenn wir fragen, wie kann ich das verwirklichen, dann gibt uns die Bibel eine klare Antwort. Ja, Gott hat eine Lösung für uns bereitet, es ist Christus“. So steht es in
1.Kor.1.30: „Aus ihm aber seid ihr in Christus Jesus, der uns von Gott her zur Weisheit gemacht worden ist, wie auch zur Gerechtigkeit, Heiligung und Freilösung.“
(April / Mai 2001)