Bibel-Themen

eine Sammlung von Beiträgen zu biblischen Themen

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Von Herrlichkeit zu Herrlichkeit

Daniel Schenk

Das Wort „Herrlichkeit“ wird in der Heiligen Schrift 293-mal gebraucht (159 x AT, 134 x NT), es hat also eine grosse Bedeutung. Es gibt verschiedene Stufen von Herrlichkeit. Wir reden von der Herrlichkeit der Schöpfung, die unser irdisches Auge zu entzücken und unser Herz zu erfreuen vermag. Dann gibt es die menschliche Herrlichkeit, die z.B. in Reichtum und Macht, aber auch in Architektur, Kunst etc. zum Ausdruck kommt. Der natürliche Mensch kommt über diese Stufen von Herrlichkeit nicht hinaus, weil er seit dem Sündenfall aus der Gemeinschaft mit Gott ausgeschlossen ist. Der wiedergeborene und geisterfüllte Mensch dagegen wurde in eine neue, geistliche Welt hineinver­setzt und hat nun wieder Anteil an der geistlichen Herrlichkeit Gottes, von der der natürliche Mensch nichts wahrnimmt. Wir wachsen in diese erste Stufe der göttlichen und geistlichen Herrlichkeit hinein, wenn wir in Ihm und in Seiner Gemeinschaft bleiben. Das bedeutet aber auch, in der Gemeinschaft der Heiligen zu bleiben.

   Die Umgestaltung geschieht „von Herrlichkeit zu Herrlichkeit“, ist also wachs­tümlich. Das höchste Ziel dieses Wachstums ist die Verwandlung in Christi Bild. Es ist deshalb für uns alle sehr wichtig, dass wir mit Gott wandeln, d.h. mit Seinem Handeln mit unserem Leben Schritt halten. Dass wir die Herrlichkeit, die uns für die jetzige Zeit verheissen ist, einnehmen und uns damit ausrüsten lassen. Nur so haben wir die Voraussetzung für die nächste Stufe von Herrlich­keit, die dann beginnt, wenn wir den Auferstehungsleib empfangen. Unser menschliches Wesen ist in geistlichen Dingen oft so träge und wider­strebend. Da gilt es für uns zu überwinden und den Blick wegzulenken von der Sichtbarkeit auf die Unsichtbarkeit. Der grösste Teil der Herrlichkeit, die Gott in der jetzigen Zeit an uns offenbaren will, besteht ja nicht in sichtbaren Dingen, und alle zukünftige Herrlichkeit ist im Bereich des Un­sichtbaren und Ewigen zu suchen. Somit ist es klar, dass nur der Geistesmensch zu dieser Herrlichkeit Zugang hat, sie mit dem erleuchteten Herzensauge sieht und sie auch erlebt. Demgegenüber nimmt der fleischliche Mensch nichts wahr von dieser Herrlichkeit, er kann sie nicht sehen und redet dann auch dement­sprechend. Es kommt darauf an, wem wir das Ohr leihen und mit wem wir Gemeinschaft pflegen. Durch geistliche Menschen werden wir erbaut und in die Herrlichkeit hineingeführt. Durch die fleischlichen Menschen werden wir belastet, unser Blick wird durch ihr Reden auf die Sichtbarkeit gelenkt und plötzlich sehen wir die Herrlichkeit nicht mehr. Das kann oft sehr schnell gehen, darum lasst uns wachsam sein, damit wir nicht beraubt werden.

   Gott wird in der Heiligen Schrift als der „Gott der Herrlichkeit“, ja sogar als der „Vater der Herrlichkeit“ bezeichnet.

Apg.7.2: „Der Gott der Herrlichkeit erschien unserem Vater Abraham.“

Eph.1.17: „Dass der Gott unseres Herrn Jesus Christus, der Vater der Herrlich­keit, euch gebe den Geist der Weisheit und Offenbarung.“

   Ebenso wird auch vom Sohn Gottes, unserem Herrn Jesus Christus, bezeugt, dass Er Herrlichkeit hat und Herrlichkeit ist.

2.Petr.1.16: „Denn wir sind nicht klug ersonnenen Fabeln nachgegangen, als wir euch die Macht und Wiederkunft unseres Herrn Jesus Christus verkündigten, sondern wir sind Augenzeugen Seiner wunderbaren Herrlichkeit gewesen.“

Joh.1.14: „Und das Wort wurde Fleisch und wohnte unter uns, und wir haben Seine Herrlichkeit angeschaut, eine Herrlichkeit als eines Eingeborenen vom Vater, voller Gnade und Wahrheit.“

1.Kor.2.8: „Denn wenn sie (sie) erkannt hätten, so würden sie wohl den Herrn der Herrlichkeit nicht gekreuzigt haben.“

Hebr.1.3: „Er, der Ausstrahlung Seiner Herrlichkeit und Abdruck Seines Wesens ist und alle Dinge durch das Wort Seiner Macht trägt.“

   Auch vom Heiligen Geist lesen wir, dass er ein Geist der Herrlichkeit ist.

1.Petr.4.14: „Denn der Geist der Herrlichkeit und Gottes ruht auf euch.“

   Es kann ja nicht anders sein, als dass auch das Wort Gottes, das von all diesen Dingen Zeugnis gibt und mit dem sich Gott selbst identifiziert, Herr­lichkeit besitzt.

2.Thess.3.1: „Betet für uns, dass das Wort des Herrn laufe und in seiner Herr­lichkeit offenbar werden möge, wie bei euch.“

   Die ganze Gottheit, der Vater, der Sohn und der Heilige Geist sind Herrlich­keit, so ist auch alles was zu Ihr gehört, von Ihr ausgeht oder gewirkt wird, Herrlichkeit. Auch wir wurden in diese Gemeinschaft hinein berufen. Wir wären ja geradezu ein Fremdkörper, hätte der Herr uns nicht auch Seine Herrlichkeit verliehen. Ja wir haben es nicht verdient und es ist auch nicht unsere eigene Herrlichkeit, sondern Er hat uns um Seinetwillen und zu Seiner Ehre mit Seiner Herrlichkeit ausgerüstet. Gott will ja an uns sowohl jetzt als auch in den herankommenden Äonen den überschwänglichen Reichtum Seiner Gnade und Güte zur Schau stellen (1.Kor.4.9; Eph.2.7, Eph.3.10). Es wäre geradezu ein Wider­spruch wenn das Haupt der Gemeinde (Jesus Christus) Herrlichkeit besitzt, die Gemeinde aber, die doch Sein Körper ist, keine Herrlichkeit besitzen würde. Wir wollen ein paar Schriftstellen betrachten, die von dieser Herrlich­keit Zeugnis ablegen:

Joh.17.22: „Und die Herrlichkeit, die du mir gegeben hast, habe ich ihnen gegeben, dass sie eins seien, wie wir eins sind.“

1.Thess.2.12: „Des Gottes würdig zu wandeln, der euch zu Seinem Reich und zu Seiner Herrlichkeit beruft.“

2.Thess.2.14: „Wozu Er euch auch berufen hat durch unser Evangelium, zur Erlangung der Herrlichkeit unseres Herrn Jesus Christus.“

2.Petr.1.3: „Seine göttliche Kraft hat uns nun alles, was zum Leben und zur Frömmigkeit dient, durch die Erkenntnis dessen geschenkt, der uns zu Seiner eigenen Herrlichkeit und Tugend berufen hat.“

Der Glaube lässt uns die Herrlichkeit Gottes sehen.

Es gibt viele Menschen, die haben noch nie ein Wunder gesehen und sie erleben auch nichts von der Herrlichkeit Gottes. Das kommt daher, weil sie nicht glauben. Jesus hat der Martha klar bezeugt, als Er am Grabe des Lazarus stand:

Joh.11.40: „Habe ich dir nicht gesagt, dass, wenn du glaubst, du die Herrlich­keit Gottes sehen wirst?“

   Könnten wir uns eine hoffnungslosere Situation vorstellen als dort am Grabe des Lazarus. Martha sagte zu Jesus: „Herr, er ist schon in Verwesung, es ist ja schon der vierte Tag seit seinem Tode.“ Jesus aber hatte schon unter­wegs zu seinen Jüngern gesagt, dass diese Krankheit nicht zum Tode sei, son­dern um der Herrlichkeit Gottes willen, damit der Sohn Gottes durch sie ver­herrlicht werde und dass die Jünger glauben lernen (Joh.11.4+15). So ist es oft auch mit unseren Verlegenheiten, sie dienen zur Herrlichkeit Gottes.


Leiden bringen Herrlichkeit

Wir alle wollen die Herrlichkeit Gottes sehen, doch der Weg dazu sind oft gerade die Schwierigkeiten und die Situationen, die uns nicht gefallen. Lasst uns darin danksagen und anfangen, unseren Glauben zu betätigen, dann haben wir die Verheissung, dass wir die Herrlichkeit Gottes schauen werden. Dass sich die Herrlichkeit Gottes gerade in den Leiden offenbart, bestätigen uns auch die folgenden Schriftstellen:

Rö.8.18: „Denn ich rechne damit, dass die Leiden der jetzigen Frist nicht wert sind der Herrlichkeit, die im Begriff steht, in uns enthüllt zu werden.“

1.Kor.15.43: „Gesät wird in Unehre, auferweckt in Herrlichkeit.“

2.Kor.4.17: „Denn die augenblickliche, leicht wiegende Last unserer Leiden bringt uns in überschwänglicher Weise über alles Mass hinaus ein ewiges Voll­gewicht von Herrlichkeit ein, weil wir den Blick nicht auf das Sichtbare, sondern auf das Unsichtbare richten.“

1.Petr.4.12‑14: „Geliebte, lasst die Feuerglut (der Leiden), die zur Prüfung über euch ergeht, nicht befremdlich auf euch wirken, als ob euch damit etwas unbegreifliches widerführe, sondern freuet euch darüber in dem Masse, wie ihr an den Leiden Christi Anteil bekommt, damit ihr auch bei der Offenbarung seiner Herrlichkeit euch freuen und jubeln könnt. Wenn ihr um des Namens Christi willen geschmäht werdet, so seid ihr selig zu preisen, denn dann ruht der Geist der Herrlichkeit und der (Geist) Gottes auf euch.“

   Der Unglaube verblendet die Sicht für die Herrlichkeit Gottes, so lesen wir es in der folgenden Schriftstelle:

2.Kor.4.4: „Den Ungläubigen, bei denen der Gott dieser Weltzeit den Sinn ver­blendet hat, damit sie den Lichtglanz des Evangeliums von der Herrlichkeit des Christus, der Gottes Bild ist, nicht sehen.“


Die Herrlichkeit Gottes widerspiegeln:

Unser Leben ist wie ein Spiegel. Ein Spiegel gibt nur das wieder, worauf er gerichtet ist und was sich in seinem „Blickfeld“ befindet. Wir selbst sind es, die unseren Spiegel ausrichten. Wenn wir ihn auf die Herrlichkeit Gottes richten, wird unser Leben auch die Herrlichkeit Gottes widerspiegeln und zwar in erster Linie für den Herrn und die Himmelswelt, deren Schaustück wir sind. Dann aber auch für unsere Glaubensgeschwister, für unsere Familie und für unsere Umgebung allgemein. Ein irdischer Spiegel, der in der Schrift­stelle von 2.Kor.3.18 als Bild dient, wird bei allem Widerspiegeln der alte bleiben, er verwandelt sich nicht. Bei uns aber heisst es, dass wir dadurch verwandelt werden in das gleiche Bild (der Herrlichkeit des Herrn) und zwar durch den Geist des Herrn.

2.Kor.3.18: „Wir alle aber, mit enthülltem Angesicht die Herrlichkeit des Herrn widerspiegelnd, werden in dasselbe Bild umgestaltet von Herrlichkeit zu Herrlichkeit wie von des Herrn lebendig machendem Geist.“

2.Kor.4.6: „Denn Gott, der gebot: Aus der Finsternis leuchte das Licht, der lässt es in unseren Herzen aufleuchten zum Lichtglanz der Erkenntnis der Herrlichkeit Gottes im Angesicht Jesu Christi. Wir haben aber diesen Schatz in irdenen Gefässen.“

   Paulus nennt in 2.Kor.4.8‑11 Situationen wie bedrängt, ratlos, verfolgt, und niedergeworfen, in diesen Situationen aber offenbart sich das Leben und die Herrlichkeit Jesu an unserem Leben und unserem sterblichen Leibe.

2.Kor.4.17‑18: „Denn die augenblickliche, leicht wiegende Last unserer Leiden bringt uns in überschwänglicher Weise über alles Mass hinaus ein ewiges Voll­gewicht von Herrlichkeit ein, weil wir den Blick nicht auf das Sichtbare, sondern auf das Unsichtbare richten.“


Zusammenfassend:

Wie erleben wir die Herrlichkeit Gottes in der jetzigen Zeit?

  • In der Geistesgemeinschaft mit dem Vater und dem Sohn, besonders im Gebet.
  • In der Gemeinschaft der Heiligen und in der Verbundenheit durch die Liebe, diese Herrlichkeit erleben wir besonders in den Versammlungen und beim Lobpreis.
  • Durch den Dienst des Geistes und durch die Geistesgaben, 2.Kor.3.8‑11.
  • Im Sieg über den Feind und über die Sünde (neues Leben).
  • Im Erleben von Gottes Handeln, wenn Menschen gerettet und mit Heiligem Geist getauft werden.
  • Wenn der Herr Seine Gegenwart durch Zeichen und Wunder bestätigt.
  • Im Trost und in der Hilfe, die wir in den Leiden empfangen.
  • In der Offenbarung, die uns beim Lesen des Wortes zuteil wird.
  • Im Erleben der Gnade Gottes (Eph.1.6).

Welcher Art ist die Herrlichkeit, die wir noch erwarten (Erwartungsgut)?

  • Entrückung, Verwandlung unseres Leibes und hingerückt werden zu Ihm.
  • Ihn, unseren Herrn Jesus Christus zu sehen, den wir doch so innig lieben.
  • Gleichgestaltet sein Seinem Herrlichkeitsleibe.
  • Die Gewissheit, dass dieses “ bei Ihm sein“ nie mehr aufhört.
  • Die Teilnahme an Seinen Zukunftsaufgaben, z.B. mit Ihm zu herrschen im Tausendjährigen Reich und an der Verwaltung der zukünftigen Äonen Anteil zu haben.
  • Mit Ihm auf Seinem Thron zu sitzen (für die Überwinder) Off.3.21.
  • Die neuen Himmel und die neue Erde zu bewohnen, die so herrlich sind, dass man der früheren Zustände nicht mehr gedenkt (Jes.65.17; 2.Petr.3.13).

Ich bin überzeugt, dass im himmlischen Vaterhaus noch viele Überraschungen für uns bereit sind, von denen wir noch keine Ahnung haben und die wir uns auch nicht vorstellen könnten. Lasst uns die Stufe Herrlichkeit einnehmen, zu der wir jetzt berufen sind und die wir jetzt erleben können, dann werden wir auch Teilnehmer der Herrlichkeit sein, deren Offenbarung bevorsteht, 1.Petr.5.1. Es ist der Wille Gottes, dass wir Seine Herrlichkeit erkennen und erleben, das bezeugen auch die drei Schriftstellen, die diesen Beitrag abschliessenden. Gott segne Euch!

Rö.5.2: „Durch den wir im Glauben den Zugang in diese Gnade erhalten haben, in der wir stehen, so dass wir uns in Erwartung der Herrlichkeit Gottes rühmen mögen.“

Kol.1.27: „Denen Gott bekannt machen will, was der Reichtum der Herrlichkeit (für die Jetztzeit) dieses Geheimnisses unter den Nationen sei, welches ist: Christus unter euch, als das Erwartungsgut der (zukünftigen) Herrlichkeit.“

Kol.3.4: „Wenn aber Christus, unser Leben, geoffenbart wird, dann werdet auch ihr zusammen mit Ihm in Herrlichkeit geoffenbart werden.“

(Sept.1993 / Okt. 2003)

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