Bibel-Themen

eine Sammlung von Beiträgen zu biblischen Themen

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Zu Königen und Priestern berufen

Daniel Schenk

Als Abraham von der Besiegung der Könige und der glücklichen Befreiung Lots zurückkehrte, begegneten ihm zwei Könige und machten ihm ihre Angebote. Der eine war Bera, der König von Sodom (Stadt der Sünde), dieser wollte ihn reich beschenken als Dank für den Sieg über seine Feinde. Der andere war Melchise­dek, König von Salem (Frieden) und Priester des höchsten Gottes (1.Mose 14.17‑23). Mehr über Melchisedek erfahren wir aus Hebräer 7, dort lesen wir, dass er dem Sohne Gottes gleicht und für immer Priester bleibt. Dieser kam nicht mit verlockenden Geschen­ken zu Abraham. Er brachte Brot und Wein, dieses deutet auf das Mahl des Herrn und somit auf das Opfer Jesu hin. Abraham musste sich entscheiden und er machte auch keinen Kompromiss, sondern traf eine klare Entscheidung. Nicht einen Faden oder einen Schuhriemen wollte er vom König von Sodom annehmen. Der Segen von Melchisedek jedoch bedeutete ihm sehr viel, das sehen wir daran, dass er ihm dafür den Zehnten von der ganzen Beute zuteilte. Abraham gab Gott, was Ihm gehörte und zwar aus dem gesegneten Stand heraus, so entstand für ihn ein wahrer Kreislauf des Segens. 0 dass wir Gläubigen doch unsere Entscheidungen auch allezeit so klar und kompromisslos treffen würden wie Abraham, der nur nach dem himmlischen Segen trachtete und trotzdem im irdischen nicht zu kurz kam. Doch nun wieder zurück zu unserem Thema „Könige und Priester“. In Melchisedek sehen wir das grosse Vorbild eines königlichen Priesters des lebendigen Gottes. Er handelte mit göttlicher Autorität und war bevollmächtigt zu segnen und auch an Gottes Statt den Zehnten entgegenzunehmen.


Jesus Christus als König:

Als König und Priester nach der Ordnung Melchisedeks trat dann Jesus Christus, der Sohn Gottes, auf. Er war nicht ein König nach der Vorstellung der Juden und deshalb lehnte Ihn die Mehr­heit auch ab. Dass Er aber ein König war, wurde schon bei Seiner Geburt und dann auch während der Zeit Seiner Wirksamkeit immer wieder bezeugt. Er selbst bestätigte vor Pilatus: „Ich bin ein König“, Er sagte aber auch: „Mein Reich ist nicht von dieser Welt“. Für die Gemeinde ist Er noch mehr als ein König. Er ist ihr Haupt und sie ist Sein Leib. In dieser Stellung hat sie vollen Anteil an Seiner Königswürde und wird auch mit Ihm auf dem Thron sitzen.

   Seine Aufgabe als König: „Herrschen“. Er hat in Seinem Fleisch­esleibe über die Sünde und über den Teufel gesiegt und dann durch Sein Sterben die ganze Macht der Hölle überwunden. Von der Unterwerfung unter Seine Füsse ist nichts mehr ausgenommen. Seine Königsherrschaft zeigte sich auch darin, dass Er Dämonen austrieb und Kranke heilte, die vom Teufel gebunden waren. Wäh­rend der Zeit des Tausendjährigen Reiches wird Er König über Israel sein und von Jerusalem aus die ganze Erde regieren.


Jesus Christus als Priester:

Er war nicht ein Priester nach der Ordnung Arons und nach dem mosaischen Gesetz, denn Er stammte ja aus dem Stamme Juda und nicht aus Levi. Er ist ein Priester nach der Ordnung Melchisedeks, Er bleibt in Ewigkeit und hat ein nie wechselndes Priester­tum inne (Hebr.7.24).

   Seine Aufgabe als Priester: „Opfer darbringen“. Er brachte ein vollkommenes und ewiggültiges Opfer dar, als Er Sich selbst auf Golgatha für die Schuld der Menschheit kreuzigen liess. Sein Priesterdienst besteht ferner darin, dass Er Sich beim Vater für uns verwendet (fürbittend eintritt) (Hebr.7.25).

   Jesus Christus war nicht nur König und Priester. Er übte auch alle fünf Dienste aus, die nach Eph.5.11 der neutestamentlichen Gemeinde gegeben sind. Er war auch Apostel (Hebr.3.1); Prophet (Luk.1.76), Evangelist (Luk.8.1), Hirte (Joh.10.11) und Lehrer (Joh.13.14). Er hatte somit einen siebenfachen Dienst.

   Es gibt nebst Jesus Christus nur wenige Gottesmänner, die alle Dienste ausüben. Paulus war einer von ihnen. Aber der Stand von Königen und Priestern gehört allen Heiligen. Es war nicht Gottes Absicht, nur einzelne Gläubige in den Stand von Königen und Priestern zu stellen. Gott wollte schon immer, dass Sein Volk ein heiliges Volk von Königen und Priestern sei.

2.Mose 19.6: „Ihr sollt mir ein Königreich von Priestern und eine heilige Nation sein. Das sind die Worte, die du zu den Söhnen Israel reden sollst.“

   Israel hat als Volk Gottes diese Anforderung nicht erfüllt, ja nicht erfüllen können. Das Hindernis war einerseits Unglaube und Ungehorsam, andererseits lesen wir den Grund in Rö.8.3, es war die Schwachheit des von Adam ererbten sündigen Flei­sches. Durch das Opfer Jesu auf Golgatha wurde unsere alte Menschheit mitgekreuzigt und somit unwirksam gemacht. Diese Tatsache haben wir ja in der Taufe ganz bewusst und für uns persönlich angenommen und bezeugt. Jetzt ist für uns das Hinder­nis, die Sündennatur, überwunden und wir sind befähigt, im Stand von Königen und Priestern zu leben, wie es dem Willen Gottes für Sein Volk entspricht. Von unserer Stellung als Könige und Priester reden auch die folgenden Schriftstellen:

Rö.5.17: „Denn wenn infolge der Übertretung des Einen (Adam) der Tod durch die Schuld des Einen seine Herrschaft unbeschränkt ausgeübt hat, so werden noch viel gewisser die, welche die überschwängliche Fülle der Gnade und des Geschenks der Gerechtigkeit empfangen, im Leben als Könige Herrschen durch den Einen, Jesus Christus (nach Menge).“

1.Kor.4.8: „0 dass ihr doch wirklich Könige wäret, damit auch wir mit euch herrschen könnten!“

1.Petr.2.5: „So werdet auch ihr selbst als lebendige Bausteine zu einem geistlichen Hause, zu einer heiligen Priesterschaft aufgebaut, um geistliche Opfer darzubringen, die Gott durch Jesus Christus wohlgefällig sind.“

1.Petr.2.9: „Ihr aber seid ein auserwähltes Geschlecht, ein königliches Priestertum, eine heilige Nation, ein Volk zum Besitztum, damit ihr die Tugenden dessen verkündigt, der euch aus der Fin­sternis zu seinem wunderbaren Licht berufen hat.“

Off.1.5+6: „Dem der uns liebt und uns von unseren Sünden gewaschen hat in seinem Blut und uns gemacht hat zu einem Königtum, zu Priestern seinem Gott und Vater: Ihm sei die Herrlichkeit und die Macht in alle Ewigkeit: Amen.“

   Auf die Stelle in Off.5.10, die von uns als von Königen und Priestern redet, wollen wir noch etwas näher eingehen und sie im Zusammenhang betrachten. Wie wichtig diese Tatsache, dass Menschen in den Stand von Königen und Priestern versetzt werden, im Himmel ist, sehen wir daraus, dass es dem Seher Johannes schon in der ersten Schau gezeigt wurde. Nachdem er durch die offene Türe in den Himmel gerufen wurde, stand er vor dem Throne Gottes, sah und hörte die Anbetung, die dem Allmächtigen dort von den vier Lebewesen und den Ältesten dargebracht wurde. Dann geschah etwas ausserordentliches, und Johannes schaute für uns einen ganz wichtigen Abschnitt in der Heilsgeschich­te. Er sah in der Hand des auf dem Throne Sitzenden eine mit sieben Siegeln versiegelte Buchrolle und er sah einen Engelfürsten, der laut ausrief: „Wer ist würdig, das Buch zu öffnen und seine Siegel zu lösen. Doch niemand im Himmel und auf der Erde und unter der Erde vermochte das Buch zu öffnen und hineinzusehen.“ Da weinte Johannes sehr, denn er empfand, dass diese Siegel geöffnet werden mussten, sollte es mit dem Ablauf der Äonen weitergehen und das Tausendjährige Friedensreich und schlussend­lich das Reich Gottes des Vaters herbeigeführt werden. Auch Johannes selbst, dieser gewaltige Apostel und Lieblingsjünger Jesu fühlte seine Unwürdigkeit, hinzuzutreten und die Rolle zu nehmen. Hier sehen wir etwas von der Heiligkeit in der Gegen­wart Gottes. 0 dass wir doch alle in der richtigen „Gottesfurcht“ stehen möchten. Er vernahm dann das erlösende Wort durch einen der Ältesten: „Weine nicht! Siehe es hat überwunden der Löwe aus dem Stamm Juda, die Wurzel Davids, um das Buch und seine sieben Siegel zu öffnen.“ Johannes sah dann das Lamm Gottes, wie es das Buch aus der Rechten Hand des auf dem Throne Sitzenden nahm. Damit war der Sieg und die Stellung des Lammes für alle Ewigkeit bestätigt. Die vier Tiere und die vierundzwanzig Ältesten vor dem Thron Gottes sangen von da an ein neues Lied:

Off.5.9: „Würdig bist du, das Buch zu nehmen und seine Siegel zu öffnen; denn du hast dich schlachten lassen“.

   Welche Bedeutung es hat, dass Menschen in den Stand von Königen und Priestern Gottes gesetzt werden, sehen wir daraus, dass diese Tatsache einmütig von den höchsten Würdenträgern vor dem Throne Gottes besungen wurde und in dem „neuen Lied“ mit dem Sieg des Lammes in Verbindung gebracht wird:

Off.5.9+10: „Und hast durch dein Blut für Gott erkauft aus jedem Stamm und jeder Sprache und jedem Volk und jeder Nation und hast sie unserem Gott zu Königen und Priestern gemacht, und sie werden über die Erde herrschen.“

   In der „alttestamentlichen“ Stelle in 2.Mose 19.6, die von Israel redet, heisst es: „Und ihr sollt mir ein Königreich von Priestern sein.“ In den „neutestamentlichen“ Stellen steht ge­schrieben: „Ihr seid Könige und Priester“ und „Du hast sie zu Königen und Priestern gemacht“. Wir sind von Gott in diesen Stand hineingestellt und dies aus Gnade. Es ist aber wichtig, dass wir darin leben und diesen Stand ein­nehmen. Dass es auch anders sein kann, zeigt uns die oben aufgeführte Schriftstelle von Paulus in: 1.Kor.4.8: „0 dass ihr doch wirklich Könige wäret“.


Könige und Priester sein, was bedeutet das für uns?

Unsere Vorzugsstellung:

  • Als Könige: Sind wir mit göttlicher Autorität ausgerüstet
  • Als Priester: Haben wir Zugang in das Allerheiligste, in die Gegenwart Gottes. Priester sein bedeutet, zur Amtsausübung im Heiligtum berechtigt und geweiht sein.


Unsere Aufgaben:

  • Als Könige: Herrschen, und zwar nicht im negativen Sinne. Herrschen hat mit „Herr“ zu tun und diese Stellung hat Gott den Menschen eigentlich zugeteilt, das lesen wir schon in 1.Mose 1.26‑28. Wirklich herrschen im Sinne Gottes können nur die Men­schen, „welche die Überschwänglichkeit der Gnade und das Ge­schenk der Gerechtigkeit empfangen“ und zwar durch Jesus Christus (Rö.5.17). Wir sollen geistlich herrschen über alles, was nicht von Gott stammt und durch den Sieg von Golgatha überwunden worden ist. Ganz besonders über unser Fleisch mit den Lüsten und Begier­den und über die Gedanken, aber auch über die Lebensumstände und über alle Angriffe des Feindes. Wir können nur herrschen, wenn wir uns selbst Gott unterordnen und in der Gnade stehen (Jak.4.6+7; 1.Petr.5.6‑9).
  • Als Priester: Die wichtigste Aufgabe ist, „geistliche Opfer darzubringen, die Gott durch Jesus Christus wohlgefällig sind“ (1.Petr.2.5).

Hebr.13.15: „Durch Ihn nun lasst uns Gott stets ein Opfer des Lobes darbringen, das ist die Frucht der Lippen, die seinen Namen bekennen.“

   Lasst uns Ihm Dank‑ und Lobpreisopfer darbringen. Wir wollen uns die Zeit dazu nehmen, sowohl in der Gemeinde als auch in unserem persönlichen Leben. So haben schon die Priester des alten Bundes täglich ihre Räucheropfer im Heiligtum dargebracht.

    Als Priester haben wir auch einen Dienst der Fürbitte für unsere Mitmenschen und Glau­bensgeschwister. Wir wollen vielmehr Priester als Richter sein.


Unsere Ausrüstung oder Auszeichnung:

  • Als Könige: Die geistliche Waffenrüstung nach Eph.6.10‑20
  • Als Priester: Die Geistesfrucht nach Gal.5.22+23

   Die Dienste und die Geistesgaben haben wir nur für diese Zeit, sie dienen zur Erbauung und Vollendung des Leibes Christi und werden nachher aufhören. Den Stand als Könige und Priester aber werden wir in Ewigkeit behalten.

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