Durch Seine Armut reich werden
Daniel Schenk
2.Kor.8.9: „Denn ihr kennt die Gnade unseres Herrn Jesus Christus, dass er, da er reich war, um euretwillen arm wurde, damit ihr durch seine Armut reich werdet.“
Dieses Wort setzt voraus, dass wir die Gnade unseres Herrn Jesus Christus kennen. Wenn man etwas kennen will, muss man ihm begegnet sein und sich mit ihm auseinandergesetzt haben. Wir sollen Menschen sein, welche die Gnade unseres Herrn Jesus Christus kennen, sie ist uns ja begegnet, Gott hat sie uns überreich erwiesen, ja sogar gegen uns überströmen lassen (Eph.1.8). Im oben stehenden Textwort heisst es einfach und klar: „Ihr kennt die Gnade unseres Herrn Jesus Christus.“ Kennen wir sie, oder zweifeln wir noch an der Gnade? Der Beweis der Gnade wurde erbracht, denn: „Er der reich war, wurde arm um euretwillen.“ Das ist Gnade! Unser Herr Jesus Christus war reich, bevor er auf diese Erde kam. Sein Reichtum bestand nicht aus vergänglichen Dingen, sondern aus den Schätzen Gottes des Vaters, der unendlich reich ist. Und was dem Vater gehört, das gehört auch dem Sohn.
Obschon Jesus Christus so reich war, hat Ihm doch etwas sehr Wertvolles gefehlt. Der Mensch, die Krone der Schöpfung war es, die verloren gegangen war. Es hat Ihn tief betrübt, dass wir Menschen, die nach Gottes Bild und zu Seiner Gemeinschaft geschaffen waren, so arm geworden sind. Durch den Sündenfall hat der Teufel uns völlig beraubt und uns die Herrlichkeit, die Gemeinschaft mit Gott, gestohlen. Wir waren ja einst dazu bestimmt, mit Gott Gemeinschaft zu haben, Anteil zu haben an Seinem Reichtum. Das alles haben wir verloren und sind in die komplette Armut hinein gekommen. Das Wertvollste hat Ihm dadurch in Seinen Schätzen und in Seinem Reichtum gefehlt, wir Menschen, die Er liebte und an denen Er Seine Liebe auch offenbaren wollte.
Joh.3.16: „Denn so hat Gott die Welt geliebt, dass Er Seinen eingeborenen Sohn gab, damit jeder, der an Ihn glaubt, nicht verloren gehe, sondern das ewige Leben habe.“
Diese Liebe hat Ihn veranlasst, arm zu werden und uns dadurch wieder einen Weg zurück zum Reichtum Gottes zu bahnen. Uns Menschen fällt es schwer, sich vom vergänglichen Reichtum zu trennen. Das sehen wir an der Geschichte vom reichen Jüngling (Matth.19.16-22). Er wollte das Ewige Leben haben, er wollte auch Gemeinschaft mit Jesus und fragte nach dem Preis. Was muss ich tun? Er war ein guter Mensch, der alle Gebote gehalten hatte von Jugend an. Jesus forderte ihn auf, sich von seinem Reichtum zu trennen und Ihm zu folgen. Da wurde der Jüngling tief betrübt, er konnte es nicht. Die Liebe zu Jesus und das Verlagen nach dem Ewigen Leben waren nicht gross genug, so dass er bereit gewesen wäre, arm zu werden. Reiche haben es schwer, in das Reich Gottes einzugehen. Aber die Liebe von Jesus zu uns war gross genug, dass Er bereit war, arm zu werden um unsertwillen. Er war bereit, sich von diesem „reich sein“ zu trennen und ein Armer zu werden. Er kam als Sohn Gottes in diese Welt, und identifizierte sich mit der Armut. Wir lesen in Matth.8.20: „Der Sohn des Menschen hat nicht, wo Er das Haupt hinlege.“ Als Er am Kreuz auf Golgatha starb, bestand Sein ganzer Nachlass aus den Kleidern, die Er auf dem Leibe trug, sonst gab es nichts zu erben. Nichts hinterliess Er an irdischen Gütern, als nur Seine Kleider. Er war arm, Er, der Sohn Gottes, der Fürst des Lebens, der König der Könige. Er, der durch die Welt ging und Menschen heilte und befreite. Schon bei Seinem Kommen wurde Er in eine arme Familie hinein geboren und nicht in ein Herrschaftshaus. Seine Eltern legten Ihn in eine Krippe, da sonst kein Raum in der Herberge war für den Sohn Gottes. Dass Seine Eltern Maria und Josef zu der armen Schicht gehörten, sehen wir an dem Opfer, das für Ihn als Erstgeborener dargebracht wurde. Es waren „ein Paar Turteltauben oder zwei junge Tauben“ (Luk.2.24). Das war gemäss 3.Mo.12.8 das Opfer armer Leute, für wohlhabendere Familien war in 3.Mo.12.6 „ein einjähriges Lamm und eine Taube“ vorgeschrieben. Als Er heranwuchs, konnte Er auch nicht an die Universität gehen und studieren, sondern Er half Seinem Vater bei der Arbeit und unterordnete Sich da. Über Seine ersten dreissig Lebensjahre ist uns nicht viel bekannt. Aber wir lesen von Ihm, dass Er keine Sünde tat. Er hat ein sündloses Leben gelebt und die Forderungen des Gesetzes restlos erfüllt.
2.Kor.5.21: „Den, der Sünde nicht kannte, hat er für uns zur Sünde gemacht, damit wir Gottes Gerechtigkeit würden in ihm.“
Hebr.4.15: „Denn wir haben nicht einen Hohepriester, der nicht Mitleid haben könnte mit unseren Schwachheiten, sondern der in allem in gleicher Weise wie wir versucht worden ist, doch ohne Sünde.“
Sicher waren auch Versuchungen auf Seinem Lebensweg, aber Er war Sich Seiner Sendung bewusst und tat den Willen des Vaters, Seine Liebe war so gross. Hätte Er auch nur eine Sünde getan, dann hätte Er uns nicht erlösen können, doch Er hat das Gesetz bis zum letzten Punkt erfüllt.
Hebr.7.26: „Denn ein solcher Hohepriester geziemte sich auch für uns: heilig, sündlos, unbefleckt, abgesondert von den Sündern und höher als die Himmel geworden.“
Als Er dann dreissig Jahre alt war, kam die Zeit Seiner Einsetzung in den Dienst. Zuerst kam Er zu Johannes dem Täufer um sich taufen zu lassen und dadurch alle Gerechtigkeit zu erfüllen (Matth.3.13-17). Eigentlich hätte Er diese Busstaufe nicht nötig gehabt, das hat auch Johannes gewusst. Doch Jesus Christus hat sich auch hierin erniedrigt und das getan, was die Schriftgelehrten und Pharisäer nicht wollten, weil sie zu stolz dazu waren. Dann kam der Heilige Geist in Form einer Taube auf Ihn herab und salbte Ihn zum Dienst. Von da an fing dieser Reichtum an aus Seinem Leben heraus zu fliessen. Er überwand alle Versuchungen in der Wüste und kam in der Kraft des Heiligen Geistes zurück. In einem Seiner ersten Dienste, als er in der Kraft des Heiligen Geistes in der Synagoge in Nazareth auftrat, las Er die folgenden Worte:
Jes.61.1+2: „Der Geist des Herrn, HERRN, ist auf mir; denn der HERR hat mich gesalbt. Er hat mich gesandt, den Elenden die frohe Botschaft zu bringen, zu verbinden, die gebrochenen Herzens sind, Freilassung auszurufen den Gefangenen und Öffnung des Kerkers den Gebundenen, auszurufen das Gnadenjahr des Herrn.“
Als Er das Buch zugerollt hatte, sagte Er zu den Zuhörern „Heute ist diese Schrift vor euren Ohren erfüllt“ (Luk.4.21). Ja, ein Gnadenjahr des Herrn war angebrochen, Kranke wurden geheilt, Dämonen ausgetrieben, Sünden vergeben und den Armen wurde die Heilsbotschaft verkündigt. Er hat den Menschen Hilfe und Hoffnung gebracht, denn sie lebten in einer sehr finsteren Zeit. Obschon Er menschlich arm war, konnte Er austeilen und für viele ein grosser Segen sein. So schreibt es auch Paulus in 2.Kor.6.10: „Als Arme, aber viele reich machend.“ Dieses Wort hat sich an unserem Herrn Jesus Christus in wunderbarer Weise erfüllt. Er wurde wirklich arm um unsertwillen, Er nahm die unterste Stufe ein. Er wurde sogar ein Verfluchter um unsertwillen, damit wir durch Seine Armut reich würden. Wir müssen den Zweck Seiner Armut beachten: „Damit wir reich würden!“
Damit wir reich würden
Er ging vom Vater aus, und tat Seinen Willen, damit wir reich würden, dass wir den Reichtum wieder gewinnen, den uns der Teufel geraubt hatte. Damit ist nicht gemeint, dass wir Millionäre werden sollen, das könnte uns sogar geistlich schaden. Es ist der Reichtum gemeint, den Er schon beim Vater hatte und der unvergänglich ist. So steht es in
Joh.17.22: „Und die Herrlichkeit, die du mir gegeben hast, habe ich ihnen gegeben.“
Welch ein Reichtum, die Herrlichkeit zu besitzen, die Er beim Vater hatte. Wenn wir das nicht annehmen und wenn es sich an unserem Leben nicht erfüllen kann, dass wir reich werden an geistlichen Gütern und an Herrlichkeit, dann ist Jesus für uns umsonst gekommen. Dieses Textwort sagt: „Er wurde arm, damit wir reich werden.“ Wenn wir nun nicht reich werden im Sinne dieses Wortes, dann ist Er umsonst arm geworden. Wie traurig wäre das und wie sehr würde das den Herrn betrüben, der sich so erniedrigt hat. Ich denke, dass wir Ihn zutiefst betrüben, wenn wir uns nicht im Seinem Reichtum bewegen. Es ist Sein Wille, dass wir reich sind! Es soll sich in unserem Leben offenbaren, dass es einen Reichtum gibt, der nicht zu dieser Welt gehört und der nicht mit ihr vergehen wird.
Worin besteht dieser Reichtum?
Wir wollen in den folgenden Zeilen einige Schriftworte betrachten, die von diesem Reichtum reden, der uns durch Seine Armut zuteil geworden ist.
Der erste Vers spricht vom Reichtum in Bezug auf die Dienste und Gaben.
1.Kor.1.5: „In Ihm seid ihr in allem reich gemacht worden, in allem Wort (Lehre) und aller Erkenntnis.“
Die nächsten beiden Schriftstellen reden von reich sein an Frucht und guten Werken:
2.Kor.9.10+11: „Der aber Samen darreicht dem Sämann und Brot zur Speise, wird eure Saat darreichen und mehren und die Früchte eurer Gerechtigkeit wachsen lassen, und ihr werdet in allem reich gemacht zu aller Freigebigkeit, die durch uns Danksagung Gott gegenüber bewirkt.“
1.Tim.6.17+19: „Den Reichen im jetzigen Zeitalter gebiete, dass sie nicht stolz seien, auch nicht ihre Hoffnung auf die Unbeständigkeit des Reichtums setzen, sondern auf den lebendigen Gott, der uns alles reichlich zum Genuss darreicht, dass sie Gutes tun, reich werden an guten Werken, freigebig seien, mitteilsam, und so für sich selbst ein schönes Kapital für die Zukunft sammeln, damit sie das wahre Leben erlangen.“
Vom Reichtum der Herrlichkeit ist in den folgenden Versen die Rede:
Rö.9.23: „Damit er den Reichtum seiner Herrlichkeit an den Gefässen der Begnadigung (Barmherzigkeit) kundtue, die er zur Herrlichkeit vorher bereitet hat.“
Eph.1.18+19: „Er erleuchte die Augen eures Herzens, damit ihr wisst, was die Hoffnung seiner Berufung, was der Reichtum der Herrlichkeit seines Erbes in den Heiligen und was die überschwängliche Grösse seiner Kraft an uns, den Glaubenden, ist, nach der Wirksamkeit der Macht seiner Stärke.“
Eph.3.16: „Er gebe euch nach dem Reichtum seiner Herrlichkeit, mit Kraft gestärkt zu werden durch seinen Geist an dem inneren Menschen.“
Ph.4.19: „Mein Gott aber wird alles was ihr bedürft, erfüllen nach seinem Reichtum in Herrlichkeit in Christus Jesus.“
Kol.1.27: „Ihnen wollte Gott kundtun, was der Reichtum der Herrlichkeit dieses Geheimnisses unter den Nationen sei, und das ist: Christus in euch, die Hoffnung der Herrlichkeit.“
Der Apostel Paulus hatte den Auftrag, als Evangelium den unausforschlichen Reichtum Christi unter den Nationen zu verkündigen:
Eph.3.8: „Mir, dem allergeringsten von allen Heiligen, ist diese Gnade gegeben worden, den Nationen den unausforschlichen Reichtum des Christus zu verkündigen.
Der Reichtum Seiner Gnade wird uns in den zwei folgend Versen gezeigt:
Eph.1.7: „In ihm haben wir die Erlösung durch sein Blut, die Vergebung der Vergehungen, nach dem Reichtum seiner Gnade.“
Eph.2.7: „Damit er in den kommenden Zeitaltern den überschwänglichen Reichtum seiner Gnade in Güte an uns erweise in Christus Jesus.“
Erwählt, um reich im Glauben zu sein:
Jak.2.5: „Hört, meine geliebten Brüder: Hat nicht Gott die vor der Welt Armen auserwählt, reich im Glauben und Erben des Reiches zu sein, das er denen verheissen hat, die ihn lieben?“
Gott sagt zum Armen: „du bist reich“ und zum Reichen: „Du bist arm“:
Off.2.9: „Ich kenne deine Drangsal und deine Armut – du bist aber reich.“
Off.3.17: „Weil du sagst: Ich bin reich und bin reich geworden und brauche nichts, und nicht weisst, dass du der Elende und bemitleidenswert und arm und blind und bloss bist.“
Wie wir es schon aus dem Gleichnis von den anvertrauten Pfunden lernen können, vermehren die „Reichgemachten“ den Reichtum und bringen Ihm den gewonnen Reichtum zurück. Sie werden sagen: „Herr, Dein Pfund hat zehn Pfund getragen!“ Ja, Er ist es würdig, den Reichtum zu empfangen!
Off.5.12: „Würdig ist das Lamm, das geschlachtet worden ist, zu empfangen die Macht und Reichtum und Weisheit und Stärke und Ehre und Herrlichkeit und Lobpreis.“
Amen