Bibel-Themen

eine Sammlung von Beiträgen zu biblischen Themen

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Vater, Sohn und Heiliger Geist

Daniel Schenk

 

Wenn wir von der sogenannten „Dreieinigkeit Gottes“ reden, meinen wir damit, dass sowohl Gott der Vater, als auch der Sohn Jesus Christus und der Heilige Geist in jeder Beziehung völlig übereinstimmen und eins sind.

  Es gibt eine Lehre, welche diese „Dreieinigkeit“ ablehnt, indem sie sagt, dass es sich um ein und dieselbe „Person“ handelt, die sich uns aber in verschiedener Form offenbart. Gewisse Vertreter dieser Lehre treten sehr anmassend auf und lehnen alle anderen Gemeinden ab. Wir wissen aber um grosse Irrtümer in deren Reihen, indem Daten wie die Wiederkunft des Herrn und der Beginn des Tausendjährigen Reiches (1977) vorausgesagt wurden. Viele (Leicht)Gläubige haben dadurch grossen geistlichen und auch materiellen Schaden erlitten. Ich erinnere mich noch an die Vorgänge um das Jahr 1973 und kannte Leute, die damals getäuscht und völlig mittellos aus Indien zurückkehrten. Wenn eine Sonderlehre auch gleich von so kräftigen Irrtümern begleitet wird, müssen wir die Dinge schon gründlich prüfen und nicht unbesehen übernehmen, auch wenn manches in diesen Schriften gut ist.

  Vor einigen Jahren wurden solche Bücher in unseren Krisen herumgereicht und haben manche Geschwister verunsichert. Momentan ist mir diesbezüglich nichts bekannt, trotzdem möchte ich einige Gedanken zu diesem Thema weitergeben. Ich glaube, dass es wichtig ist, darüber zu lehren und zu versuchen, den schriftgemässen Grund für den Glauben aufzuzeigen. Mit unseren menschlichen Worten und Begriffen etwas beschreiben zu wollen, was viel grösser ist, als all unser Vorstellungsvermögen, ist ein Wagnis und ich gehe mit grosser Ehrfurcht vor Gott und Seinem Wort an dieses Thema heran. Ich möchte aber versuchen, das Verhältnis zwischen Vater, Sohn und Heiligem Geist aufgrund dessen, was die Bibel sagt, zu beleuchten und nachstehend Gründe dafür angeben, die mich veranlassen an die sogenannte „Dreieinigkeit“ Gottes zu glauben.

  Als Argument gegen die Verkündigung, dass sowohl der Vater, als auch der Sohn und der Heilige Geist verschiedene Personen sind, werden Schriftstellen aus dem alten Bund aufgeführt, die aussagen, dass es nur einen Gott gibt. Dazu ist zu sagen, dass Jesus Christus im Alten Testament noch nicht als Sohn Gottes geoffenbart war und die wenigen Schriftstellen, die von Ihm als vom Sohn reden, waren verhüllt und sind erst im neuen Bund geoffenbart.

Ps.2.7: „Mein Sohn bist Du, Ich habe Dich heute gezeugt.“

2.Sam.7.14: „Ich will Ihm Vater sein , und Er soll mir Sohn sein.“

  Nach Hebr.1.5 beziehen sich diese beiden Schriftstellen auf den Sohn Gottes, auf den Erstgeborenen, wie in Vers 6 steht. Es gibt Stellen im Alten Testament, wo Christus sichtbar auftrat, Er wurde aber nicht als der Sohn Gottes erkannt. So war Er der Fels in der Wüste, aus dem für das Volk Israel Wasser floss und sie am Leben erhielt. Auch in Melchisedek, der dem Abraham begegnete, sehe ich den Sohn Gottes. Der Alte Bund zeigt Gott auch nicht als der „Vater im Himmel“, als das wurde Er uns durch den Sohn geoffenbart. Die Schriftgelehrten hielten Jesus für einen Gotteslästerer, weil Er sich als Sohn Gottes bezeichnete.

  In den erwähnten Schriften werden Schriftstellen des Neuen Bundes aus dem Zusammenhang gerissen oder nur halb zitiert, um damit die Lehre zu stützen, dass es sich bei Vater, Sohn und Heiliger Geist um dieselbe Person handle, die sich nur in anderer Form offenbart. Da wird in einem Buch 1.Tim.2.5 wie folgt zitiert: „Denn es gibt nur einen Gott.“ In der Bibel steht aber nach „Gott“ kein Punkt, der ganze Vers lautet:

„Denn Gott ist einer, ebenso ist einer auch Mittler zwischen Gott und Menschen, der Mensch Christus Jesus“.  

  Wenn man den ganzen Vers liest, bestätigt er die Persönlichkeit Jesu Christi. Ebenso wird 1.Kor.8.6 als Beweis aufgeführt und nur der halbe Vers zitiert. Auch dort steht im zweiten Teil: „und ein Herr, Jesus Christus“

  Wir verkündigen nicht drei Götter, wir haben einen Gott, nämlich den Vater. Weil die Schrift aber an verschiedenen Stellen den Sohn Gottes, Jesus Christus als Gott bezeichnet, akzeptieren und verehren wir auch Ihn als Gott (1.Joh.5.20; Rö.9.5). Das schafft aber keine Probleme. Erstens gilt: „Wer den Sohn ehrt, ehrt den Vater“ (Joh.5.23), zwischen Ihnen gibt es keine Konkurrenz. Zweitens wird der Sohn nie etwas anderes tun und sagen als der Vater (Joh.5.19).

  Der Heilige Geist sodann ist ausgesandt, um den Vater und den Sohn zu offenbaren und zu verherrlichen. Er sucht nicht Ehre für sich und will auch nicht angebetet werden. Wenn Er zu uns redet, so geschieht das immer im Auftrag und im Willen Gottes des Vaters, denn der Heilige Geist kann nichts von sich selbst aus reden. Wir können deshalb sagen, wenn der Heilige Geist zu uns redet, spricht Gott zu uns. Der Heilige Geist wird in 2.Kor.3.17 ja auch als „Kyrios“ (Herr) bezeichnet. Wenn wir uns Ihm widersetzen, widerstehen wir Gott. Jesus hat deshalb die Lästerung des Heiligen Geistes als die schlimmste Sünde hingestellt (Matth.12.32). Die gleiche Stellung hat auch die Heilige Schrift, das Wort Gottes. Sie muss völlig ernst genommen werden, durch sie redet Gott zu uns. Die Bibel braucht die Worte „Dreieinigkeit“ oder „Trinität“ nicht, denn eigentlich gehören auch das Wort und schlussendlich auch die Gemeinde zu dieser Einheit. Auch das Wort und das Blut sind in Ihrem Zeugnis völlig überein. Wie Jesus in Joh.17.21+22 im „Hohepriesterlichen Gebet“ sagte, sollen auch wir zu dieser völligen Einheit gelangen, wie der Vater und der Sohn sie bilden (auch Joh.14.20).

 

Nachstehend sind einige Schriftstellen aufgeführt. in denen der Vater, der Sohn und der Heilige Geist separat erwähnt sind oder gleichzeitig in Erscheinung treten:

Bei der Taufe Jesu durch Johannes in

Mark.1.10+11: „Und sobald Er (Jesus) aus dem Wasser heraufstieg, sah Er den Himmel sich teilen und den Geist wie eine Taube auf Ihn herniederfahren. Und eine Stimme (des Vaters) kam aus den Himmeln: Du bist mein geliebter Sohn, an Dir habe ich Wohlgefallen gefunden.“

  Hier sehen wir, wie gleichzeitig der Vater, Jesus und der Heilige Geist in Erscheinung treten. Der Vater redet vom Himmel herab, Jesus steht im Wasser und der Heilige Geist schwebt auf ihn herab.

  Auch in den folgenden Schriftstellen sind alle drei Personen der Gottheit separat erwähnt.

Luk.24.49: „Ich sende die Verheissung (Geist) meines Vaters auf euch.“

Joh.14.16+17: „Und Ich (Jesus) will den Vater bitten, und Er wird euch einen andern Beistand geben, dass er bei euch bleibe in Ewigkeit, den Geist der Wahrheit.“ (Joh.15.26)

1.Kor.12. Vers 4: ein Geist, Vers 5: ein Herr, Vers 6: ein Gott

1.Joh.3.2124: Erwähnt sind „Gott“, „Sein Sohn Jesus Christus“ und „der Geist, den Er uns gegeben hat“.

 

Welche Ereignisse und Schriftstellen zeigen Gott den Vater und den Sohn Jesus Christus als verschiedene Personen?

Matth.27.46: „Mein Gott, mein Gott, warum hast Du mich verlassen?“

  Jesus nennt den Vater auch „mein Gott“.

Joh.5.22: „Denn der Vater richtet auch niemand, sondern alles Gericht hat Er dem Sohn übergeben.“

Joh.12.28: „Jesus betete: „Vater, verherrliche Deinen Namen! Da kam eine Stimme vom Himmel: Ich habe ihn verherrlicht und will ihn wiederum verherrlichen!“

Luk.22.42: „Vater, wenn Du willst, so nimm diesen Kelch von mir, doch nicht mein Wille, sondern Dein Wille geschehe.“

  Jesus spricht hier sowohl von Seinem eigenen Willen wie auch vom Willen des Vaters, dem Er sich aber völlig unterordnet hat.

Matth.24.36 und Mark.13.32: „Um jenen Tag und jene Stunde aber weiss niemand, weder die Boten im Himmel noch der Sohn, ausser dem Vater allein“ (auch Apg.1.7).

  Der Sohn weiss also nicht alles, was der Vater weiss. Würde es sich um die gleiche Person handeln, wäre so etwas undenkbar. Das gleiche Verhältnis sehen wir auch in

Matth.20.23: „Das Sitzen zu meiner Rechten und zu meiner Linken zu verleihen, steht nicht mir zu; sondern es wird denen zuteil, welchen es von meinem Vater bereitet ist“.

Hebr.10.7: „Da sprach ich, Siehe ich komme in der Buchrolle steht von mir geschrieben um Dienen Willen, o Gott, zu tun.“

Hebr.12.23+24: „Zu Gott, dem Richter über alle, und zu den Geistern der vollendeten Gerechten und zu Jesus, dem Mittler eines neuen Bundes“.

  In dieser Aufzählung sind Gott und Jesus separat erwähnt.

1.Kor.11,3: „Das Haupt der Frau aber ist der Mann, und das Haupt des Christus ist Gott“.

  So wie in der Ehe der Mann das Haupt der Frau ist, sie sind zwei Personen und doch „ein Fleisch“ (Eph.5, 23+31), ebenso ist Gott das Haupt des Christus.

1.Kor.15.23–28: Diese Verse sagen aus, dass Christus als König herrscht, bis alle gottfeindlichen Mächte aufgehoben sind, dann wird er das Reich dem Vater übergeben.

 

Was sagen Seher und Apostel über Jesus im Himmel?

Apg.7.55+56: „Er (Stephanus) aber, voll Heiligen Geistes, blickte zum Himmel empor und sah die Herrlichkeit Gottes und Jesus zur Rechten Gottes stehen; und er sprach: Siehe, ich sehe den Himmel offen und des Menschen Sohn zur Rechten Gottes stehen!“

1.Petr.3.22: „Welcher seit Seiner Himmelfahrt zur Rechten Gottes ist.“

Off.5.7: „Da ging das Lamm hin und nahm das Buch aus der rechten Hand des auf dem Throne sitzenden.“

 

Jesus als Fürsprecher und Hohepriester bei dem Vater:

1.Joh.2.1: „So haben wir einen Fürsprecher beim Vater, nämlich Jesus Christus, den Gerechten.“

Hebr.8.1: „Wir haben einen solchen Hohepriester, der zur Rechten des Thrones der Majestät im Himmel sitzt.“ (auch Hebr.7.25+26 und Rö.8.34).

  Ausser dem 3. Johannesbrief gibt es keinen Brief der Apostel, in dem nicht in den ersten 3 oder 4 Versen Gott der Vater und Sein Sohn Jesus Christus erwähnt sind. Bei den Aposteln war also völlig klar, wer der Vater war und wer der Sohn und man hat beiden Huldigung gebracht. Wenn wir uns an die Lehre der Apostel halten, haben wir den besten Schutz gegen die Irrtümer der Endzeit. Und dass solche da sind und in vermehrtem Masse kommen, sagt uns das prophetische Wort klar. Oft sind solche Irrtümer sogar mit Zeichen und Wundern begleitet, auch das ist vorausgesagt und kann uns nicht irre machen, wenn wir uns am Wort Gottes orientieren.

  Mich macht es glücklich, zu wissen, dass Jesus aus eigenem Willen kam und aus Liebe für meine Sünden starb. Der Vater musste ihn nicht dazu zwingen, Er tat es freiwillig, aus Liebe, Halleluja!

  Wir haben auch ein wunderbares Bild in Bezug auf das Verhältnis zwischen Gott und Seinem Sohn in Abraham. Er war, wie auch Gott selbst, bereit, seinen einzigen Sohn, den „Monogenes“, zu opfern. Abraham musste es nicht tun denn Gott wollte keine Menschenopfer. Er hat Isaak als Sinnbild für die Auferstehung, mit der er gerechnet hatte, wiedererhalten. In Bezug auf Abraham sprach Gott:

1.Mose 22.12: „Und hast deines einzigen Sohnes nicht verschont“.

  Gott aber musste Seinen Sohn opfern, weil es sonst für uns keine Erlösung gegeben hätte. Von Ihm steht geschrieben:

Rö.8.32: „Welcher auch seines eigenen Sohnes nicht hat verschont“.

  Gott, der Vater, ist Geist und wohnt zudem in einem unzugänglichen Licht. Kein Mensch hat Ihn je gesehen. Alle, die den Herrn gesehen haben, sahen den Sohn Gottes. Er ist ja das Ebenbild des unsichtbaren Gottes. In Hebr.1.3 werden die Worte „apaugasma“ (Abglanz, Ausstrahlung) und „charakter“ (Prägung, Abdruck, Abbild, Entsprechung) verwendet. Ich glaube, dass wir erst fähig sind, das Wesen der Gottheit völlig zu erfassen und zu begreifen, wenn wir im verherrlichten Leibe bei Ihm sind. Die Worte aus 1.Kor.13.12 sind für keinen anderen Bereich so zutreffend:

„Denn wir sehen jetzt mittels eines Spiegels, undeutlich, dann aber von Angesicht zu Angesicht. Jetzt erkenne ich stückweise, dann aber werde ich erkennen, wie auch ich erkannt worden bin.“

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