Glaubensgerechtigkeit
Daniel Schenk
Rö.4.13: „Denn nicht durch Gesetz wurde Abraham…die Verheissung zuteil, …sondern durch Glaubensgerechtigkeit.“
Zur Zeit des Alten Bundes galt jemand als gerecht, wenn er gottesfürchtig war und das Gesetz einhielt. Als Jesus auf diese Erde kam, hat Er durch Sein Leben und durch Seine Lehre neue Massstäbe gesetzt. Er sagte in:
Matth.5.2: „Denn ich sage euch: Wenn nicht eure Gerechtigkeit vorzüglicher ist als die der Schriftgelehrten und Pharisäer, so werdet ihr nicht in das Reich der Himmel eingehen.“
In den nachfolgenden Versen der Kapitel 5 und 6 gibt Jesus dann eine neue Auslegung des Gesetzes und zwar in einer Weise, dass jeder Mensch dadurch vor Gott schuldig ist. Auch wir müssen sagen: Diesem Massstab von Gerechtigkeit entspreche ich nicht und ich kann es aus meiner eigenen Kraft und Frömmigkeit auch gar nicht.
Gerechtigkeit ist unerlässlich
Die Bibel lehrt uns klar, dass kein Ungerechter das Reich Gottes erben wird und dass wir verloren gehen, wenn wir vor Gott nicht als gerecht erfunden werden.
Rö.1.18: „Denn es wird geoffenbart Gottes Zorn vom Himmel her über alle Gottlosigkeit und Ungerechtigkeit der Menschen, welche die Wahrheit durch Ungerechtigkeit niederhalten.“
1.Kor.6.9: „Oder wisst ihr nicht, dass Ungerechte das Reich Gottes nicht erben werden? Irrt euch nicht!“
2.Petr.2.9: „Der Herr weiss … die Ungerechten aber aufzubewahren für den Tag des Gerichts, wenn sie bestraft werden.“
Gerechtigkeit aus Gesetzeswerken
Wenn der Mensch seinen verlorenen Zustand erkennt, und das ist Gnade, dann unternimmt er in der Regel Anstrengungen, um Gott zu gefallen und ihn zufrieden zu stellen. Das Naheliegendste ist, dass man versucht, das Gesetz zu erfüllen und so gerecht zu werden. Diesen Zustand beschreibt Paulus in Römer 7 und kommt dann zu dem gleichen Resultat wie wir alle, die wir schon versucht haben, aus eigener Kraft Gott zu gefallen und zu dienen. In Vers 24 schreibt er: „Ich elender Mensch! Wer wird mich retten von diesem Leibe des Todes?“
Trotzdem sind wir immer wieder geneigt, die Gerechtigkeit durch unsere Werke erlangen zu wollen. Das entspricht halt einfach unserem Leistungsprinzip, an das wir aus unserem praktischen Leben gewohnt sind. Paulus hatte einen ständigen Kampf zu führen gegen falsche Lehren, welche die Gerechtigkeit und das ewige Leben vom Erfüllen des Gesetzes abhängig machten. Besonders von Judenchristen wurden immer wieder solche Lehren zu den Nationengemeinden gebracht. Dadurch entstanden Verunsicherung und Wortstreitereien. Ganz besonders im Galaterbrief muss er entschieden gegen solche Strömungen auftreten und die Gläubigen warnen.
Gal.5.4+5: „Ihr seid von Christus abgetrennt, die ihr im Gesetz gerechtfertigt werden wollt; ihr seid aus der Gnade gefallen. Wir nämlich erwarten durch den Geist aus Glauben die Hoffnung der Gerechtigkeit.“
Auch das in Apostelgeschichte 15 erwähnte sogenannte „Apostelkonzil“ in Jerusalem wurde zur Klärung dieser Frage abgehalten. Gott sei Dank, wurden damals klare Richtlinien herausgegeben, an denen wir uns bis heute orientieren können. Den Gläubigen aus den Nationen wurde mitgeteilt, dass ihnen keine weitere Last (des Gesetzes) auferlegt wird als sich zu enthalten von Götzenopfern und von Blut und von Ersticktem und von Unzucht (Apg.15.28+29).
Die Nachstehend aufgeführten Schriftstellen zeigen, dass kein Mensch aufgrund von Gesetzeswerken vor Gott gerechtfertigt und somit gerettet werden kann:
Apg.13.39: „Von allem, wovon ihr durch das Gesetz Moses nicht gerechtfertigt werden konntet, wird durch diesen (Jesus) jeder Glaubende gerechtfertigt.“
Rö.3.20: „Darum: aus Gesetzeswerken wird kein Fleisch vor ihm gerechtfertigt werden.“
Gal.2.21: „Denn wenn Gerechtigkeit durch Gesetz kommt, dann ist Christus umsonst gestorben.“
Gal.3.11: „Dass aber durch Gesetz niemand vor Gott gerechtfertigt wird, ist offenbar, denn der Gerechte wird aus Glauben leben.“
Gal.3.21: „ Denn wenn ein Gesetz gegeben worden wäre, das lebendig machen könnte, dann wäre wirklich die Gerechtigkeit aus Gesetz.“
Tit.3.5: „Er errettete uns, nicht aus Werken, die, in Gerechtigkeit vollbracht, wir getan hätten, sondern nach seiner Barmherzigkeit.“
Gerechtigkeit durch Glauben aus Gnaden
Paulus erwähnt in Römer 4 zwei Glaubensmänner aus dem AT, denen die Gerechtigkeit aus Glauben bereits vorbildhaft auf das NT angerechnet wurde. Es sind dies Abraham und David:
Rö.4.3: „Abraham aber glaubte Gott, und es wurde ihm zur Gerechtigkeit gerechnet.“
Rö.4.6+7: „Wie auch David die Seligpreisung des Menschen ausspricht, dem Gott Gerechtigkeit ohne Werke zurechnet: Glückselig die, deren Gesetzlosigkeiten vergeben und deren Sünden bedeckt sind!“
Die Grundlage der Glaubensgerechtigkeit ist die Vergebung, dies geht aus den Worten von David klar hervor. Auch im neuen Bund ist dies nicht anders. Wir haben die Vergebung und Erlösung durch das Blut Jesu (Eph.1.7) und unsere Gerechtigkeit beruht auf dem Glauben an Jesus Christus und an Sein Opfer, das Er stellvertretend für uns auf Golgatha gebracht hat. Nachstehend sind einige der Schriftstellen, welche die Glaubensgerechtigkeit bezeugen, aufgeführt:
Rö.3.21-24: „Jetzt aber ist ohne Gesetz Gottes Gerechtigkeit geoffenbart worden, bezeugt durch das Gesetz und die Propheten; Gottes Gerechtigkeit aber durch Glauben an Jesus Christus für alle, die glauben. Denn es ist kein Unterschied, denn alle haben gesündigt und erlangen nicht die Herrlichkeit Gottes und werden umsonst gerechtfertigt durch seine Gnade, durch die Erlösung, die in Christus Jesus ist.“
Rö.3.28: „Denn wir urteilen, dass der Mensch durch Glauben gerechtfertigt wird, ohne Gesetzeswerke.“
Rö.4.5: „Dem dagegen, der nicht Werke tut, sondern an den glaubt, der den Gottlosen rechtfertigt, wird sein Glaube zur Gerechtigkeit gerechnet.“
Rö.5.1: „Da wir nun gerechtfertigt worden sind aus Glauben, so haben wir Frieden mit Gott durch unseren Herrn Jesus Christus.“
Rö.9.30: „Was wollen wir nun sagen? Dass die Nationen, die nicht nach Gerechtigkeit strebten, Gerechtigkeit erlangt haben, eine Gerechtigkeit aber, die aus Glauben ist.“
Rö.10.10: „Denn mit dem Herzen wird geglaubt zur Gerechtigkeit, und mit dem Mund wird bekannt zum Heil.“
Gal.2.16: „Aber da wir wissen, dass der Mensch nicht aus Gesetzeswerken gerechtfertigt wird, sondern nur durch den Glauben an Christus Jesus, haben wir auch an Christus Jesus geglaubt, damit wir aus Glauben an Christus gerechtfertigt werden und nicht aus Gesetzeswerken, weil aus Gesetzeswerken kein Fleisch gerechtfertigt wird.“
Gal.3.8: „Die Schrift aber, voraussehend dass Gott die Nationen aus Glauben rechtfertigen werde, verkündigt dem Abraham die gute Botschaft voraus.“
Eph.2.8: „ Denn aus Gnade seid ihr errettet durch Glauben, und das nicht aus euch, Gottes Gabe ist es.“
Phil.3.9: „Indem ich nicht meine Gerechtigkeit habe, die aus dem Gesetz ist, sondern die durch den Glauben an Christus, die Gerechtigkeit aus Gott aufgrund des Glaubens.“
Die Glaubensgerechtigkeit ist eine der am besten dokumentierten Wahrheiten des Neuen Bundes, ja sie ist eigentlich das, was den grossen Unterschied zum Alten Bund ausmacht. O wie dankbar wollen wir doch Gott dem Vater und unserem Herrn Jesus Christus sein, dass wir dieses grosse Vorrecht haben, durch Glauben gerechtfertigt zu sein. Paulus bezeugt uns in Römer 8.1 folgendes: „Also gibt es jetzt keine Verdammnis für die, die in Christus Jesus sind.“
Die Verdammnis hat Jesus getroffen, als Er am Kreuz für unsere Schuld bezahlt hat, damit wir von der Anklage frei sein können. Der Teufel versucht immer wieder, die Gläubigen von diesem Standpunkt der Glaubensgerechtigkeit weg und unter die Knechtschaft des Gesetzes zu bringen. Wenn ihm das gelingt, stehen wir nicht mehr unter dem Segen, sondern unter dem Fluch, und von dem hat uns doch der Herr erlöst:
Gal.3.10: „Denn alle, die aus Gesetzeswerken sind, die sind unter dem Fluch.
Gal.3.13: „Christus hat uns losgekauft von dem Fluch des Gesetzes, indem er ein Fluch für uns geworden ist.“
Die Forderungen des Gesetzes sind in Christus erfüllt.
Rö.10.4: „Denn Christus ist des Gesetzes Ende („Telos“ = Ziel oder Erfüllung), jedem Glaubenden zur Gerechtigkeit.“
Gott konnte nicht einfach das Gesetz aufheben oder darüber hinweggehen, es musste erfüllt werden. Doch dazu war niemand fähig als Jesus Christus, der Sohn Gottes. Gott der Vater rechnet nun denen, die glauben, das gerechte Leben Seines Sohnes an.
1.Kor.1.30: „Christus Jesus, welcher uns von Gott gemacht worden ist zur … Gerechtigkeit.“
Mit Seinem heiligen Wandel allein konnte Er uns aber noch nicht als Gerechte hinstellen, denn da waren noch unsere Sünden, und die mussten gesühnt werden. Das tat Er, indem Er am Kreuz für uns starb, und Er tat es freiwillig, aus Liebe für dich und für mich. Dank sei Ihm dafür.
2.Kor.5.21: „Den, der Sünde nicht kannte, hat er für uns zur Sünde gemacht, damit wir Gottes Gerechtigkeit würden in ihm.“
Lassen wir uns niemals mehr vom Teufel anklagen. Die Glaubensgerechtigkeit ist ein Geschenk, für das Jesus am Kreuz einen teuren Preis bezahlt hat. Wir ehren ihn, indem wir diese Gnade annehmen.
Sind Werke im neuen Bund nicht mehr gefragt?
Die Werke, die wir aus Glauben und aus Liebe tun, ehren den Herrn und wir werden dafür auch Lohn empfangen. Ein Mensch, der durch den Glauben gerecht geworden ist, wird als Frucht des neuen Lebens gute Werke tun. Dies geschieht aus Liebe, Dankbarkeit und ist die Folge der neuen Gesinnung.
Die Werke sind sozusagen die Frucht der Glaubensgerechtigkeit. Das geht aus der folgenden Schriftstelle klar hervor:
Phil.1.10+11: „Damit ihr lauter und unanstössig seid auf den Tag Christi, erfüllt mit der Frucht der Gerechtigkeit, die durch Jesus Christus gewirkt wird, zur Herrlichkeit und zum Lobpreis Gottes.“
Diese Werke sind aber niemals der Preis für die Gerechtigkeit und für das Ewige Leben, diese werden uns nur durch Glauben und aus Gnaden zuteil. Und dafür werden wir das Lamm Gottes in Ewigkeit preisen.