Bewahre das Wort
Daniel Schenk
Das Wort (Logos)
Wir sind sehr dankbar dafür, dass wir das Wort Gottes so reichlich besitzen. Einerseits haben wir das geschriebene Wort, andererseits wird es uns verkündigt und wir empfangen Belehrung darüber. Doch oft sind wir uns noch viel zu wenig bewusst, was für einen kostbaren Schatz wir dadurch besitzen. Wir wollen ein paar Bibelstellen betrachten, die uns das Wort vorstellen und vom Wort reden.
Ps.33.4: „Denn das Wort des Herrn ist wahrhaftig.“
Matth.24.35: „Der Himmel und die Erde werden vergehen, meine Worte aber sollen nicht vergehen.“
2.Tim.3.16: „Alle Schrift ist von Gott eingegeben und nützlich zur Lehre, zur Überführung, zur Zurechtweisung, zur Unterweisung in der Gerechtigkeit.“
Hebr.4.12: „Denn das Wort Gottes ist lebendig und wirksam und schärfer als jedes zweischneidige Schwert und durchdringend bis zur Scheidung von Seele und Geist, sowohl der Gelenke als auch des Markes, und ein Richter der Gedanken und Gesinnungen des Herzens.“
Das Wort Gottes ist mehr als menschliche Worte, es ist absolut zuverlässig und wahr. Im neuen Bund wird es uns als Evangelium, als Frohe Botschaft, verkündigt. Wir gehen davon aus, dass die Leser dieses Artikels das Wort Gottes als die absolute Wahrheit für ihr Leben respektieren und anerkennen. Es gäbe eine Menge Beweise in Form von erfüllten Prophetenworten, die man aufführen könnte.
Doch jeder Gläubige hat in seinem Leben selbst den Beweis, dass Gottes Wort wahrhaftig ist. Hat doch der Glaube daran ihn befreit von Schuld, Anklage und Belastungen. Am Wort Gottes kommen wir nicht vorbei. So hat es Jesus selbst verkündigt und so lesen wir es auch im Hebräerbrief:
Joh.12.48: „Wer mich verwirft und meine Worte nicht annimmt, hat den, der ihn richtet: Das Wort, das ich geredet habe, das wird ihn richten am letzten Tag.“
Hebr.2.2-4: „Denn wenn das durch Engel verkündigte Wort fest war und jede Übertretung und jeder Ungehorsam gerechte Vergeltung empfing, wie werden wir entfliehen, wenn wir eine so grosse Rettung missachten? Sie ist ja, nachdem sie ihren Anfang damit genommen hatte, dass sie durch den Herrn verkündigt wurde, uns gegenüber von denen bestätigt worden, die es gehört haben, wobei Gott zugleich Zeugnis gab durch Zeichen und Wunder und mancherlei Machttaten und Austeilungen des
Heiligen Geistes nach seinem Willen.“
Das Wort annehmen
Das gehörte oder gelesene Wort wirkt nicht, es sei denn, dass es angenommen wird. Dies geschieht durch Glauben. Das heisst, wir müssen das Wort in unseren Herzen bejahen und ihm eine höhere Stellung geben als unserem Wissen, unseren Gefühlen und unseren Umständen. Der Feind möchte uns das Wort rauben, deshalb müssen wir es nicht nur momentan, sondern fortwährend festhalten und in unseren Herzen bewahren. Nur so kann es Frucht bringen. Jakobus vergleicht das Annehmen des Wortes
mit einpflanzen. Eine Pflanze gedeiht auch nur, wenn man sie im Erdreich belässt.
Jak.1.21: „Und nehmt das eingepflanzte Wort mit Sanftmut auf, das eure Seelen zu erretten vermag!“
Kol.3.16: „Das Wort des Christus wohne reichlich in euch; in aller Weisheit lehrt und ermahnt euch
gegenseitig!“
Das Wort festhalten und bewahren
Die Ermahnung, das Wort zu bewahren und daran festzuhalten, geht an alle Menschen, die das Wort Gottes bereits als die absolute Wahrheit für ihr Leben angenommen haben. Als Paulus die Ältesten von Ephesus in Milet zum letzten Mal sah und sich von ihnen verabschiedete, sprach er:
Apg.20.32: „Und nun befehle ich euch Gott und dem Wort seiner Gnade, das die Kraft hat, aufzubauen und ein Erbe unter allen Geheiligten zu geben“
Paulus hatte Vertrauen zum Wort und konnte die junge Ephesergemeinde in Gottes Hände legen und abreisen. Das Wort Gottes hat eine gewaltige, heilbringende Wirkung für uns, die wir glauben. Auch Jesus hat das Wort des Vaters bewahrt.
Joh.8.55: „Aber ich kenne ihn, und ich bewahre sein Wort.“
Auch wir sind in vielen Schriftstellen dazu aufgerufen, das Wort zu bewahren oder am Wort festzuhalten.
5.Mo.13.1: „Das ganze Wort, das ich euch gebiete, das sollt ihr bewahren, um es zu tun. Du sollst zu ihm nichts hinzufügen und nichts von ihm wegnehmen.“
5.Mo.29.8: „So bewahrt denn die Worte dieses Bundes und tut sie, damit ihr Erfolg habt in allem, was ihr tut!“
Spr.19.16: „Wer das Gebot bewahrt, bewahrt sein Leben.“
Luk.2.19: „Maria aber bewahrte alle diese Worte und erwog sie in ihrem Herzen.“
Luk.8.15: „Das in der guten Erde aber sind die, welche in einem redlichen und guten Herzen das Wort, nachdem sie es gehört haben, bewahren und Frucht bringen mit Ausharren.“
Joh.8.51: „Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wenn jemand mein Wort bewahren wird, so wird er den Tod nicht sehen in Ewigkeit.“
Joh.17.6: „Dein waren sie, und mir hast du sie gegeben, und sie haben dein Wort bewahrt.“
1.Kor.11.2: „Ich lobe euch aber, dass ihr in allem meiner gedenkt und die Überlieferungen, wie ich sie euch überliefert habe, festhaltet.“
1.Kor.15.2: „(Das Evangelium), durch das ihr auch errettet werdet, wenn ihr festhaltet, mit welcher Rede ich es euch verkündigt habe.“
Phil.2.16: „Indem ihr das Wort des Lebens festhaltet, mir als Grund zum Rühmen auf den Tag Christi.“
1.Tim.6.14: „Dass du das Gebot unbefleckt, untadelig bewahrst bis zur Erscheinung unseres Herrn Jesus Christus!“
1.Tim.6.20: „O Timotheus, bewahre das anvertraute Gut, indem du die unheiligen leeren Reden und Einwände meidest.“
2.Tim.1.13+14: „Halte fest am Vorbild der gesunden Worte, die du von mir gehört hast, in Glauben und Liebe, die in Christus Jesus sind! Bewahre das schöne anvertraute Gut durch den Heiligen Geist, der in uns wohnt!“
Tit.1.9: „Der an dem der Lehre gemässen zuverlässigen Wort festhält, damit er fähig sei, sowohl mit der gesunden Lehre zu ermahnen als auch die Widersprechenden zu überführen.“ (Diese Anweisung von Paulus gehört zu den Voraussetzungen für Älteste).
2.Petr.1.19: „Und so besitzen wir das prophetische Wort um so fester, und ihr tut gut, darauf zu achten als auf eine Lampe, die an einem dunklen Ort leuchtet, bis der Tag anbricht und der Morgenstern in euren Herzen aufgeht.“
Off.3.10+11: „Weil du das Wort vom Harren auf mich bewahrt hast, werde auch ich dich bewahren vor der Stunde der Versuchung, die über den ganzen Erdkreis kommen wird, um die zu versuchen, die auf der Erde wohnen. Ich komme bald. Halte fest, was du hast, damit niemand deinen Siegeskranz nehme!“
Off.22.7: „Und siehe, ich komme bald. Glückselig, der die Worte der Weissagung dieses Buches bewahrt!
Das Wort als Waffe gegen Satan
Das Wort ist die beste Waffe gegen die Angriffe und Lügen des Teufels. So hat Jesus bei der grossen Versuchung keine andere Methode angewendet als das Wort Gottes auszusprechen, und mit dem Wort hatte Er Sieg. Obschon Er Sohn Gottes war, hat Er nicht seine persönliche Autorität als Waffe benützt, sondern das Wort Gottes (Matth.4.1-11). Für uns gilt die gleiche Methode. Der Feind möchte uns das Wort rauben und er hat sehr viel Erfahrung darin, wir er die Menschen täuschen kann. Dies sehen wir
aus dem Gleichnis vom „Sämann“ in:
Luk.8.11+12: „Dies aber ist die Bedeutung des Gleichnisses: Der Same ist das Wort Gottes. Die aber an dem Weg sind die, welche hören; dann kommt der Teufel und nimmt das Wort von ihren Herzen weg, damit sie nicht glauben und errettet werden.“
Wir müssen also wachsam sein wenn wir das Wort hören. Der Teufel probiert es zu stehlen, bevor wir glauben. Wenn wir nämlich das Wort durch Glauben fest machen, kann er es uns nicht mehr rauben und es fängt in unseren Herzen an zu wirken. Wenn er uns aber das Wort rauben konnte, dann hat er uns entwaffnet und er hat uns auch die Grundlage des Ewigen Lebens entzogen. „Deswegen müssen wir um so mehr auf das achten, was wir gehört haben, damit wir nicht etwa am Ziel vorbeigleiten“
(Hebr.2.1). Lasst uns wachsam sein und nicht auf die Taktik des Teufels hereinfallen, sondern ihm im Glauben widerstehen indem wir das Wort Gottes aussprechen. Wie leicht tut man in Zeiten der Anfechtung und Versuchung falsche Aussprüche, die nicht den Aussagen der Schrift entsprechen und ist dann kraftlos und entmutigt. Man hat dann keine Kraft mehr, um dem Feind zu widerstehen und er kann uns Schaden zufügen. Wir wollen also die Ermahnungen in den aufgeführten Schriftstellen sehr ernst nehmen. Dies zu unserem eigenen Heil, aber auch zum Segen für die Geschwister, für die ganze Gemeinde, denen wir eine grosse Hilfe und Beistand sein können, wenn wir mit dem Wort ausgerüstet sind.
Das Wort als Speise
Nicht nur unser äusserer Mensch braucht Speise, auch unser innerer Mensch muss ernährt werden. Mit dem Wort verhält es sich wie mit Speise, sie gibt uns nur Kraft, wenn wir sie essen. Kindlein in Christus bedürfen der Milch. Wir sollen aber geistlich reifen werden und uns auch an die feste Speise gewöhnen.
Hebr.5.12+14: „Denn während ihr der Zeit nach Lehrer sein solltet, habt ihr wieder nötig, dass man euch lehre, was die Anfangsgründe der Aussprüche Gottes sind; und ihr seid solche geworden, die Milch nötig haben und nicht feste Speise. Die feste Speise aber ist für Erwachsene, die infolge der Gewöhnung geübte Sinne haben zur Unterscheidung des Guten wie auch des Bösen.“
Jer.15.16: „Dein Wort ward meine Speise, da ich’s empfing.“
Matth.4.4: „Nicht vom Brot allein soll der Mensch leben, sondern von jedem Wort, das durch den Mund Gottes ausgeht.“
Joh.4.32: „Er aber sprach zu ihnen: Ich habe eine Speise zu essen, die ihr nicht kennt.“
1.Kor.3.2: „Ich habe euch Milch zu trinken gegeben, nicht feste Speise; denn ihr konntet sie noch nicht vertragen.“
Das Wort wirkt in Verbindung mit Glauben 1.Thess.2.13: „Und darum danken auch wir Gott unablässig, dass, als ihr von uns das Wort der Kunde von Gott empfingt, ihr es nicht als Menschenwort aufnahmt, sondern, wie es wahrhaftig ist, als Gottes
Wort, das in euch, den Glaubenden, auch wirkt.“
Hebr.4.2: „Denn auch uns ist eine gute Botschaft verkündigt worden, wie auch jenen; aber das gehörte Wort nützte jenen nicht, weil es bei denen, die es hörten, sich nicht mit dem Glauben verband.“
Kann das Wort ungültig gemacht werden?
Natürlich können kein Geschöpf und auch kein Umstand das Wort Gottes als solches ungültig machen. Wenn wir aber dem Unglauben Raum lassen oder wenn wir Überlieferungen und Traditionen über das Wort Gottes stellen, machen wir es für uns unwirksam oder ungültig.
Matth.15.6: „Und ihr habt so das Wort Gottes ungültig gemacht um eurer Überlieferungen willen“ (auch Mark.7.13 oder Hebr.4.2).
Am Anfang und am Ende gilt das Wort
Johannes schreibt, dass das Wort bereits am Anfang war, und es wird auch in Ewigkeit bleiben. Deshalb sind wir auch noch im letzten Kapitel der Bibel, in Off.22.7 dazu aufgerufen, am Wort festzuhalten.
Joh.1.1-3: „Am Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und das Wort war Gott. Dieses war am Anfang bei Gott. Alles wurde durch dasselbe, und ohne dasselbe wurde auch nicht eines, das geworden ist.“
1.Petr.1.25: „Aber das Wort des Herrn bleibt in Ewigkeit. Dies ist aber das Wort, das euch als Evangelium verkündigt worden ist.“
In der Endzeit treten viele und verschiedenartige Lehrströmungen auf. Wir brauchen deshalb gerade jetzt eine klare Orientierung. Diese finden wir nur im zuverlässigen Wort Gottes, nach dem wir letztendlich auch gerichtet werden. Lasst uns deshalb unerschütterlich daran festhalten und es bewahren als ein kostbares Gut. Der Herr kommt bald!