Der Heilige Geist
Daniel Schenk
Wenn ich etwas über dieses Thema schreibe, so tue ich es mit grosser Ehrfurcht. Der Heilige Geist ist viel gewaltiger, als dass er in einem kurzen Artikel beschrieben werden könnte. Er ist so unausforschlich wie Gott der Vater selbst. Dennoch möchte ich versuchen, anhand der Aussagen der Schrift etwas über sein Wesen und sein Wirken zu schrieben.
Wer oder was ist der Heilige Geist?
Die Bibel sagt, dass er ein ewiger Geist ist.
Hebr.9.14: „Wie viel mehr wird das Blut des Christus, der sich selbst durch den ewigen Geist als Opfer ohne Fehler Gott dargebracht hat, euer Gewissen reinigen von toten Werken, damit ihr dem lebendigen Gott dient!“
Er ist eine Person, denn er hat die Merkmale einer Person
Diese Merkmale sind:
– Wille: 1.Kor.12.11: „Dies alles aber wirkt ein und derselbe Geist und teilt jedem besonders aus, wie er will.“
– Intelligenz, er erforscht und erkennt Dinge:
1.Kor.2.10+11: „Uns aber hat Gott es geoffenbart durch den Geist, denn der Geist erforscht alles, auch die Tiefen Gottes. Denn wer von den Menschen weiß, was im Menschen ist, als nur der Geist des Menschen, der in ihm ist? So hat auch niemand erkannt, was in Gott ist, als nur der Geist Gottes.“
– Gefühle, er kann betrübt werden:
Eph.4.30: Und betrübt nicht den Heiligen Geist Gottes, mit dem ihr versiegelt worden seid auf den Tag der Erlösung hin!
Der Heilige Geist handelt wie eine Person
Die Bibel bezeugt vom Heiligen Geist, dass er folgende Dinge kann und tut:
– überführen Joh.16.8
– lehren, erinnern Joh.14.26
– rufen Gal.4.6
– er verwendet sich für Heilige Rö.8.26
– leiten Gal.5.18 / Rö.8.14
– sprechen, reden Apg.13.2
– zeugen Joh.15.26
Man kann den Heiligen Geist behandeln wie eine Person:
Denn man kann ihn:
– betrüben Jes.63.10 / Eph.4.30
– schmähen, beleidigen Hebr.10.29
– dämpfen, unterdrücken 1.Thess.5.19
– lästern Matth.12.31
– belügen Apg.5.3
Wenn wir vom Heiligen Geist als von einer Person reden, meinen wir damit nicht, dass er ein Mensch ist. Er ist eine unsichtbare Macht und Intelligenz, die nicht an einen Körper gebunden ist. Jesus sagte, dass er bei uns sein wird in Ewigkeit, wir wollen deshalb allezeit mit der Gegenwart des Heiligen Geistes rechnen, nicht nur in den Versammlungen.
Joh.14.16+17: „Und ich werde den Vater bitten, und er wird euch einen anderen Beistand geben, dass er bei euch sei in Ewigkeit, den Geist der Wahrheit, den die Welt nicht empfangen kann, weil sie ihn nicht sieht noch ihn kennt. Ihr kennt ihn, denn er bleibt bei euch und wird in euch sein.“
Der Heilige Geist ist nicht nur eine Person, er ist Gott
Er ist Gott, weil er die Eigenschaften Gottes aufweist:
– Er ist ein ewiger Geist Hebr.9.14
– Er ist allmächtig Hiob 33.4
– Er ist allgegenwärtig Ps.139.7
– Er ist allwissend 1.Kor.2.9-12
Der Heilige Geist ist ein Beistand
In Joh.14.16+26; 15.26 und 16.7 nennt Jesus den Heiligen Geist „Paraklet“. Dieses Wort bezeichnet einen Beistand, Anwalt oder Fürsprecher, einfach jemand, der und als Hilfe zur Seite gestellt wird. Er nennt ihn „allos parakletos“. „Allos“ bedeutet, dass der andere Beistand von genau gleicher Qualität ist wie Jesus selbst.
Joh.14.16: „Und ich werde den Vater bitten, und er wird euch einen anderen Beistand [A] geben, dass er bei euch sei in Ewigkeit.“ A) o. Fürsprecher, Helfer; w. „der zur Unterstützung Herbeigerufene“
Was verstehen wir unter „Dreieinigkeit“?
Der Heilige Geist ist nicht der Vater, er ist auch nicht der Sohn, denn jeder ist eine Person für sich. Trotzdem stimmen sie in jeder Beziehung völlig überein und sind eins. Jesus sagt, dass der Heilige Geist nichts von sich aus reden wird, sondern nur das, was er hört (Joh.16.13). Wenn der Heilige Geist redet, dann können wir sagen, dass Gott redet.
Es gibt eine Lehre, welche besagt, dass Vater, Sohn und Heiliger Geist dieselbe Person seien und sie sich jeweils nur in einer anderen Form offenbaren. Es gibt aber Schriftstellen, in denen diese drei Personen (Vater, Sohn und Heiliger Geist) gleichzeitig erscheinen und sich kundtun. Zum Beispiel bei der Taufe von Jesus am Jordan:
Mark.1.10+11: „Und sobald er (Jesus) aus dem Wasser heraufstieg, sah er die Himmel sich teilen und den Geist wie eine Taube auf ihn herabfahren. Und eine Stimme (des Vaters) kam aus den Himmeln: Du bist mein geliebter Sohn, an dir habe ich Wohlgefallen gefunden.“
Wir sehen in dieser Schriftstelle den Sohn auf der Erde, den Heiligen Geist in Form einer Taube herabkommen und hören gleichzeitig die Stimme des Vaters aus dem Himmel. Weitere Schriftstellen, in denen alle drei Personen der Gottheit erwähnt sind, können nachgelesen werden: Luk.24.49; Joh.14.16+17; Joh.15.26; 1.Kor.12.4-6; 1.Joh.3.21-24.
(Im „Wandel im Licht“ vom April 1995 habe ich zum Thema „Dreieinigkeit“ unter den Titel „Vater, Sohn und Heiliger Geist“ ausführlicher geschrieben.)
Woher kommt der Heilige Geist?
Joh.15.26: „Wenn der Beistand gekommen ist, den ich euch von dem Vater senden werde, der Geist der Wahrheit, der von dem Vater ausgeht, so wird der von mir zeugen.“
Dieses Wort sagt uns, dass der Heilige Geist vom Vater aus geht. Er hat somit jederzeit die aktuellsten Informationen.
Wirkungen des Heiligen Geistes
Im Alten Testament:
- Er schwebte über dem Wasser, er ist ein schöpferischer Geist 1.Mo.1.2
- Er redete und wirkte durch die Propheten 1.Petr.1.10+11
- Er wies (ca.800 Jahre voraus) auf eine bessere Zeit hin Joel 3.1-5
- Er inspirierte das geschriebene Wort 2.Petr.1.21
Im Neuen Testament: - Die Ausgiessung des Heiligen Geistes auf alles Fleisch war verheissen in Joel 3.1-4 und auch durch Johannes (Mark.1.8; Luk.3.16; Joh.1.33) und Jesus (Apg.1.4).
- Am Pfingsttag in Jerusalem wurde die Verheissung erfüllt Apg.2.1-4
- Er wirkt seither an den Ungläubigen Joh.16.8+9
- Und in den Gläubigen Joh.14.26 (In den Kapiteln 14, 15 + 16 des Johannesevangelium ist viel darüber geschrieben, was der Heilige Geist wirkt.
Er ist ein siebenfacher Geist:
In Offenbarung 1.4; 3.1, 4.5 und 5.6 lesen wir von den „sieben Geistern Gottes“. Die Apostel schrieben aber nirgends von mehreren Geistern, die von Gott aus am Wirken sind, ausser dass natürlich die Engel erwähnt sind, die ja auch Geisteswesen sind. Paulus schriebt ausdrücklich: „ein Geist“ in 1.Kor.12.4 + 13 sowie in Eph.2.18 + 4.4. Wie sollen wir das nun verstehen. Nach meiner Überzeugung finden wir den Schlüssel zum Verständnis dieser Aussage in Jes.11.2, dort werden sieben Wirkungen oder Eigenschaften des Heiligen Geistes erwähnt.
Jes.11. 2: „Und auf ihm wird ruhen der Geist des HERRN, der Geist der Weisheit und des Verstandes, der Geist des Rates und der Kraft, der Geist der Erkenntnis und Furcht des HERRN.“
Der Heilige Geist ist somit der Geist des Herrn, der Weisheit, des Verstandes, des Rates, der Kraft, der Erkenntnis und der Furcht des Herrn. Wir können ihn deshalb als einen siebenfachen Geist bezeichnen.
Lästerung des Heiligen Geistes
In Matth.12 ab Vers 22 lesen wir, wie Jesus einen Besessenen heilte und zwar, wie er selbst in Vers 28 sagte, durch den Geist Gottes. Die Pharisäer aber sagten, dass Jesus diese Tat durch Beelzebul, den Obersten der Dämonen getan habe. In diesem Zusammenhang sprach Jesus von „Lästerung des Heiligen Geistes“. Die Pharisäer und Schriftgelehrten waren nicht Unwissende, sie hätten aus der Schrift erkennen können, dass Jesus der Messias ist. Nun aber haben sie bewusst den Geist gelästert, durch den Jesus wirkte.
Auch wir wollen vorsichtig sein, wenn irgendwo Dinge geschehen, die wir nicht verstehen. Wir sollten nicht zu schnell sagen: „Das ist vom Teufel“. Wir können vielleicht sagen: „Ich verstehe das nicht oder ich sehe es nicht so.“ Damit haben wir noch kein Urteil gefällt und nicht gerichtet.
Oft erlebt man, dass Gläubige starke Anfechtungen haben, indem sie denken, sie hätten die „Sünde gegen den Heiligen Geist“ begangen und nun sei für sie keine Vergebung und keine Gnade mehr. Das sind Einflüsterungen von Satan, der nicht möchte, dass wir die Gnade Gottes in Anspruch nehmen.
Sollen wir den Heiligen Geist anbeten?
Der Heilige Geist möchte uns dazu bringen, dass wir Gott den Vater und den Sohn Jesus Christus anbeten. Er wünscht nicht Anbetung für sich sondern freut sich, wenn er seinen Auftrag ausführen und Menschen dazu bewegen kann, dass der Vater und der Sohn verherrlicht werden.
Joh.4,24: „Gott ist Geist, und die ihn anbeten, müssen in Geist und Wahrheit anbeten.“
Joh.16.14: „Er wird mich verherrlichen, denn von dem Meinen wird er nehmen und euch verkündigen.“
Es soll aber so sein, dass wir den Heiligen Geist ehren, und seine Gegenwart gebührend respektieren.
Für die nächste Ausgabe von „Gemeinde Aktuell“ möchte ich zu diesem Thema noch weitere Gedanken niederschreiben. Wie empfängt man den Heiligen Geist? Was wirkt er in uns und in der Gemeinde. Dienste, Gaben und Frucht des Geistes. Die Stimme des Heiligen Geistes hören und unterscheiden von anderen Geistern. Das sind ein paar Punkte, die wir noch anschauen möchten. Der Herr möge Gnade dazu geben.
Der Heilige Geist (2.Teil)
Wie empfängt man den Heiligen Geist?
Im Heiligen Geist getauft zu sein ist etwas Kostbares und wir alle sollten sehr darauf bedacht sein, allezeit voll Heiligen Geistes zu sein. Die erste Voraussetzung, den Heiligen Geist zu empfangen ist, dass man ihn begehrt, das heisst, dass man darum bittet. Auf diese Bitte wird der Herr antworten, denn es ist in Seinem Willen.
Lk.11,13: „Wie viel mehr wird der Vater, der vom Himmel gibt, den Heiligen Geist geben denen, die ihn bitten!“
Die weiteren Voraussetzungen, um den Heiligen Geist zu empfangen, vernehmen wir aus der „Pfingstansprache“ des Apostel Petrus. Es sind die Schritte von Busse (Umsinnung) und Taufe auf den Namen Jesu, die wir tun müssen um dieser Verheissung teilhaftig zu werden.
Apg.2.37-39: „Als sie aber das hörten, drang es ihnen durchs Herz, und sie sprachen zu Petrus und den anderen Aposteln: Was sollen wir tun, ihr Brüder? Petrus aber sprach zu ihnen: Tut Buße, und jeder von euch lasse sich taufen auf den Namen Jesu Christi zur Vergebung eurer Sünden! Und ihr werdet die Gabe des Heiligen Geistes empfangen.“
Dieses „Muster“ sehen wir in den Berichten der Apostelgeschichte immer wieder, nämlich dass Gott da mit Heiligem Geist taufte, wo die Menschen durch Busse (Umsinnung, Glaube) und Taufe ihren Gehorsam bezeugt haben. Auch ich persönlich habe es nicht anders erlebt.
Dass Glaube und Gehorsam erforderlich sind, sehen wir auch am Beispiel jener 120 Jünger, die an Pfingsten in Jerusalem die Taufe im Heiligen Geist empfingen. Sie waren den Anweisungen von Jesus gehorsam, die er ihnen vor Seiner Himmelfahrt gegeben hatte (Apg.1.4). Sie haben während zehn Tagen im „Obersaal“ auf die Erfüllung der Verheissung gewartet und dort haben sie es auch erlebt. Heute müssen wir nicht länger warten, denn der Heilige Geist ist ausgegossen, wenn du ihm dein Herz öffnest, darfst du ihn heute empfangen.
Was bewirkt der Heilige Geist in uns?
Der Heilige Geist wirkt schon an uns Menschen, bevor wir mit ihm „erfüllt“ sind. So hatten auch die Jünger vor Pfingsten schon Wirkungen des Heiligen Geistes erlebt (Joh.20.22), trotzdem mussten sie noch auf die „Erfüllung“ (Taufe im Heiligen Geist) warten. Auch wir wollen uns nicht mit weniger zufrieden geben als mit der Fülle des Heiligen Geistes.
- Das Erste, was der Heilige Geist an uns wirkt, ist Sündenerkenntnis. Wenn ein Mensch nicht erkennt, dass er ein Sünder und somit verloren ist, dann hat er auch kein Verlangen nach Erlösung und Hilfe.
Joh.16,8+9: „Und wenn er gekommen ist, wird er die Welt überführen von Sünde und von Gerechtigkeit und von Gericht. Von Sünde, weil sie nicht an mich glauben.“
- Er offenbart uns Jesus und sein Erlösungswerk.
Joh.16.14: „Er wird mich verherrlichen, denn von dem Meinen wird er nehmen und euch verkündigen.“
- Eine weitere Wirkung des Heiligen Geistes ist die Wiedergeburt, ohne die wir nicht in das Reich Gottes hineinkommen. Als natürliche Menschen sind wir geistlich tot und nicht in der Lage, Gott zu erkennen und Seine Segnungen zu empfangen.
Joh.3.5+8: „Jesus antwortete: Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Wenn jemand nicht aus Wasser und Geist geboren wird, kann er nicht in das Reich Gottes hineingehen….. Der Wind weht, wo er will, und du hörst sein Sausen, aber du weißt nicht, woher er kommt und wohin er geht; so ist jeder, der aus dem Geist geboren ist.“
Tit.3,5: „Durch die Waschung der Wiedergeburt und Erneuerung des Heiligen Geistes.“
- Der Heilige Geist ist ein zuverlässiger Führer und Beistand für unser Leben, der uns lehrt, erinnert und leitet. Ohne ihn wäre es uns unmöglich, in einem neuen Leben zu wandeln und in dieser Welt zu bestehen und zu überwinden.
Joh.14.26: „Der Beistand aber, der Heilige Geist, den der Vater senden wird in meinem Namen, der wird euch alles lehren und euch an alles erinnern, was ich euch gesagt habe.“
Joh.16.13: „Wenn aber jener, der Geist der Wahrheit, gekommen ist, wird er euch in die ganze Wahrheit leiten; denn er wird nicht aus sich selbst reden, sondern was er hören wird, wird er reden, und das Kommende wird er euch verkündigen.“
- Er gibt uns Kraft für die Nachfolge und für den Zeugendienst.
Apg.1.8: „Aber ihr werdet Kraft empfangen, wenn der Heilige Geist auf euch gekommen ist; und ihr werdet meine Zeugen sein, sowohl in Jerusalem als auch in ganz Judäa und Samaria und bis an das Ende der Erde.“
- Heilung von Leib und Seele dürfen wir von ihm erwarten. Wenn ich körperlich angefochten war, habe ich oft das nachstehende Bibelwort immer wieder im Glauben zitiert und dabei gute Erfahrungen gemacht.
Rö.8.11: „Wenn aber der Geist dessen, der Jesus aus den Toten auferweckt hat, in euch wohnt, so wird er, der Christus Jesus aus den Toten auferweckt hat, auch eure sterblichen Leiber lebendig machen wegen seines in euch wohnenden Geistes.“
- Er wirkt in uns die „Frucht des Geistes“, wie sie im Galaterbrief beschrieben ist. Diese neun Eigenschaften sind ein Gegenstück zu den neun Geistesgaben, die in 1.Kor.12.8-10 aufgezählt sind. Wir brauchen beides, sowohl die Frucht als auch die Gaben des Geistes.
Gal.5. 22+23: „Die Frucht des Geistes aber ist: Liebe, Freude, Friede, Langmut, Freundlichkeit, Güte, Treue, Sanftmut, Enthaltsamkeit.“
- Bei der Entrückung wird es der Heilige Geist sein, der unseren vergänglichen Leib in einen unvergänglichen umgestaltet
Phil.3.21: „Der unseren Leib der Niedrigkeit umgestalten wird zur Gleichgestalt mit seinem Leib der Herrlichkeit, nach der wirksamen Kraft, mit der er vermag, auch alle Dinge sich zu unterwerfen.“
Was wirkt der Heilige Geist in der Gemeinde?
Jede Gemeinde braucht ein gewisses Mass an Organisation. Dies sollte nicht als etwas Schlechtes angeschaut sondern so gut wie möglich gemacht werden. Es sollte aber nicht so sein, dass durch die Organisation das Wirken des Heiligen Geistes verhindert wird. Es gibt Bereiche, in denen wir ihm Raum lassen müssen, sonst kommen unsere Gottesdienste auf eine menschliche und verstandesmässige Ebene. Jeder Verkündiger sollte sich darum bemühen, vom Herrn zu hören, was für ein Thema dran ist. Dabei wird ein Lehrer das Wort eher im Voraus bekommen und gründlicher vorbereiten als ein Prophet, der das Wort womöglich erst während der Versammlung bekommt. Der Heilige Geist möchte aber nicht nur die Predigt leiten, auch in der Anbetungszeit möchte er sich einbringen und nebst den wunderbaren Lobpreisliedern auch das Reden des Herrn hineinlegen. Alle Heiligen sollten dafür sensibel sein und darauf achten, ob der Geist durch sie reden will. Wir sollten unsere geistlichen „Antennen“ immer nach oben ausgerichtet halten und uns nicht durch Gedanken ablenken lassen. Die Anweisung von Paulus an die Korinther betreffend den Dienst mit den Geistesgaben soll auch für uns bestimmend sein:
1. Kor.14.26: „Was ist nun, Brüder? Wenn ihr zusammenkommt, so hat jeder einen Psalm, hat eine Lehre, hat eine Offenbarung, hat eine Sprachenrede, hat eine Auslegung; alles geschehe zur Erbauung.“
Der Heilige Geist wirkt in der Gemeinde in erster Linie Erbauung, Ermahnung und Tröstung (Zuspruch) (1.Kor.14.3). Dazu benutzt er die einzelnen Glieder entsprechend ihrer Zuteilung.
Wie können wir voll Geistes bleiben?
Die Bibel redet davon, dass wir den Geist „dämpfen“ oder „löschen“ können.
1.Thess.5.19: „Den Geist löscht nicht aus!“
Durch ungeistliches Reden können wir ihn auch betrüben.
Eph.4.30: „Und betrübt nicht den Heiligen Geist Gottes, mit dem ihr versiegelt worden seid auf den Tag der Erlösung hin!“
Wenn wir den Geist löschen können, dann haben wir logischerweise andererseits auch die Möglichkeit, ihn zu entfachen. Paulus zeigt in seinem Brief an die Epheser einen Weg, wie man voll Geistes werden und bleiben kann.
Eph.5.18-20: „Und berauscht euch nicht mit Wein, worin Ausschweifung ist, sondern werdet voller Geist, indem ihr zueinander in Psalmen und Lobliedern und geistlichen Liedern redet und dem Herrn mit eurem Herzen singt und spielt! Sagt allezeit für alles dem Gott und Vater Dank im Namen unseres Herrn Jesus Christus!“
So wie wir durch ungeistliches Reden den Geist dämpfen, so schaffen wir durch Lobpreis und wahrheitsgemässes Reden eine Atmosphäre, in der sich der Heilige Geist wohl fühlt und in der er wirken kann. Dass sich unzüchtige und unanständige Reden sowie leichtfertige Witze für Heilige nicht geziemen, schriebt Paulus in Eph.5.3+4 und dies scheint uns auch selbstverständlich. Er empfiehlt „vielmehr Danksagung“. Natürlich können wir nicht mitten unter den Ungläubigen den ganzen Tag Bibelverse aufsagen, beten und geistliche Lieder singen. Ich denke wir können uns ungezwungen an Gesprächen beteiligen und auch unsere Sicht einbringen. Viele Gespräche betreffen ja sowieso unsere täglichen Dinge wie Arbeit, Haushalt, Kindererziehung, aktuelle Politik usw. Wir sollten uns einfach nicht an Gesprächen beteiligen, bei denen wir uns innerlich beflecken.
Es ist sicher zu empfehlen, wo immer möglich laut zu beten und zu singen. Wo dies nicht angebracht ist, können wir in unseren Herzen singen und spielen (Eph.5.19) oder auch im Geiste beten. Ja wir wollen die Zeit auskaufen, sonst beschäftigt uns der Feind mit negativen und ungeistlichen und wenn möglich sogar mit sündigen Gedanken. Dadurch wird der Geist gedämpft und die Freude weicht.
Wie vernehmen wir das Reden des Heiligen Geistes?
Es ist uns allen ein Anliegen, vom Heiligen Geist geleitet zu werden. Doch wenn das geschehen soll, müssen wir auch sein Reden vernehmen können. Dabei wollen wir nicht nur an Visionen, Träume und Prophetien denken. Der Heilige Geist kann diese Dinge gebrauchen, aber in den meisten Fällen wird Er uns durch das innere Zeugnis leiten.
Ein Beispiel, wie es praktisch vorkommen kann: Wir haben eine Entscheidung zu treffen und es liegt eine gute Idee vor. Doch jedes Mal, wenn wir uns mit dem Gedanken befassen oder in der Angelegenheit etwas unternehmen wollen, bekommen wir innerlich ein ungutes Gefühl, ein „Nein“ des Geistes. Auch im Gebet geht dieser Eindruck nicht weg. Dies unterscheidet sich von den Anfechtungen und Widerständen die vom Feind kommen und die wir dann empfinden können, wenn wir etwas im Auftrag Gottes tun. Solche Anfechtungen weichen wenn wir beten und es kommt ein Friede ins Herz. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass ich es hinterher immer bereut habe, wenn ich etwas entgegen dem inneren Zeugnis getan habe.
Um uns zu leiten benutzt der Heilige Geist in erster Linie das Wort Gottes, denn das ist unseres Fusses Leuchte und das Licht unseres Weges. Auf jeden Fall wird er nie etwas reden, was den Aussagen der Schrift widerspricht. Wir sollten also viel die Bibel lesen und dabei darauf achten, ob der Geist uns etwas Spezielles zu sagen hat. Oft bekommen wir dann aus einem Bibelvers heraus eine Antwort für unsere Situation. Wir nennen solche Erfahrungen „Rhema“.
Wie können wir die Geister unterscheiden?
Die Apostel fordern die Gläubigen dazu auf, die Geister zu prüfen, denn es gibt viele Geister und viele Stimmen in der Welt.
1.Joh.4.1-3: „Geliebte, glaubt nicht jedem Geist, sondern prüft die Geister, ob sie aus Gott sind! Denn viele falsche Propheten sind in die Welt hinausgegangen. Hieran erkennt ihr den Geist Gottes: Jeder Geist, der Jesus Christus, im Fleisch gekommen, bekennt, ist aus Gott; und jeder Geist, der nicht Jesus bekennt, ist nicht aus Gott; und dies ist der Geist des Antichrists, von dem ihr gehört habt, dass er komme, und jetzt ist er schon in der Welt.“
1.Thess.5.20+21: „Weissagungen verachtet nicht, prüft aber alles, das Gute haltet fest!
Die einfachste und am meisten anzuwendende Art, die Geister zu prüfen ist, dass wir uns fragen: „Stimmt das, was bezeugt wird überein mit dem Wort Gottes?“ Wenn das nicht der Fall ist, brauchen wir nicht weiter darauf einzugehen.
Ein weiteres Merkmal des Heiligen Geistes ist, dass er Jesus und sein Opfer verherrlicht. Wenn Menschen verherrlicht werden, dann ist es nicht der Geist Gottes.
Im Weiteren können wir auch an den Wirkungen erkennen, ob der Geist Gottes am Werk ist. Die vom Heiligen Geist inspirierte prophetische Rede bewirkt Erbauung, Ermahnung und Tröstung (1.Kor.14.3). Wenn etwas anderes dabei herauskommt, dann sollten wir sehr vorsichtig sein.
Oft empfinden wir es auch in unserem Geist, ob etwas vom Geist Gottes gewirkt ist oder nicht. Doch müssen wir mit diesen Gefühlen vorsichtig umgehen und nicht eine natürliche Abneigung gegen den betreffenden Menschen falsch deuten.
Dann gibt es noch die Gabe der „Unterscheidung der Geister“ nach 1.Kor.12.10. Diese ist einzelnen Gliedern der Gemeinde gegeben zum Schutz vor falschen Einflüssen. Diese Gabe soll aber nicht dazu missbraucht werden um Menschen blosszustellen. Sie soll uns helfen, den Menschen noch besser zu helfen und den Grund ihrer Nöte zu erkennen. Möge uns der Herr noch vermehrt mit dieser Gabe, die im Dienst von Jesus und auch bei den Aposteln sehr ausgeprägt wirkte, ausrüsten.