Bibel-Themen

eine Sammlung von Beiträgen zu biblischen Themen

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Eine Vision für deine Berufung

Daniel Schenk

 

1. Teil: Schöpfung, Berufung und Aufgabe des Menschen.

  Wenn wir den Plan Gottes mit der Gemeinde und für unser Leben verstehen wollen, müssen wir ein Verständnis für den Plan Gottes mit der ganzen Schöpfung haben und erkennen, welche Stellung der Mensch von Anfang an darin hatte. Deshalb beginnen wir unsere Betrachtung auf der ersten Seite der Bibel. 

Die 6 Tage der Schöpfung:

  1. Tag: Himmel, Erde, Licht
  2. Tag: Ausdehnung, Wasserscheidung
  3. Tag: das Trockene, Meer, Pflanzen
  4. Tag: Sonne, Mond, Sterne
  5. Tag: Wassertiere, Lufttiere
  6. Tag: Landtiere, Mensch

 

Nach Gottes Bild geschaffen

  Als Letztes wurde der Mensch als Krone der Schöpfung nach dem Bilde Gottes geschaffen.

1.Mo.1.26: „Und Gott sprach: Lasst uns Menschen machen in unserm Bild, uns ähnlich! Und Gott schuf den Menschen nach Seinem Bild, nach dem Bild Gottes schuf Er ihn; als Mann und Frau schuf Er sie.“

  Der Mensch ist ein Geisteswesen, er hat eine Seele und wohnt in einem Leib.

 

Als Verwalter über die Schöpfung gesetzt

  Gott segnete den Menschen und gab ihm Aufgaben.

1.Mo.1.28: „Und Gott segnete sie!“

  Gott bestimmte den Menschen, die Erde zu füllen und als Verwalter Gottes über die Schöpfung zu herrschen. Der Auftrag war klar, die Erde zu bebauen und zu bewahren. Unter göttlicher Leitung hätte der Mensch die Schöpfung nicht ausgenützt und zerstört.

1.Mo.1.28: „Und Gott sprach zu ihnen: Seid fruchtbar und vermehrt euch, und füllt die Erde, und macht sie euch untertan; und herrscht über die Fische des Meeres und über die Vögel des Himmels und über alle, die sich auf der Erde regen!“

1.Mo.2.15:“ Und Gott, der Herr, nahm den Menschen und setzte ihn in den Garten Eden, ihn zu bebauen und zu bewahren.“

  Gott pflegte tägliche Gemeinschaft mit den Menschen. Als höchstes Wesen der Schöpfung waren sie natürlich eine besondere Zielscheibe Satans. Aber solange sie in der Gemeinschaft mit Gott und im Gehorsam standen, konnte er ihnen nichts antun.

 

Der Sündenfall

  Nur ein einziges Gebot war den Menschen gegeben, um ihren Gehorsam gegenüber Gott zu prüfen. Es war der „Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen“.

1.Mo.2.16+17: „Und Gott, der Herr, gebot dem Menschen und sprach: Von jedem Baum des Gartens darfst du essen; aber vom Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen, davon darfst du nicht essen; denn an dem Tag, da du davon isst, musst du sterben!“

  Die Schlange (der Teufel) belog die Menschen indem er die Aussagen Gottes in Frage stellte: „Sollte Gott gesagt haben?“, „Keineswegs werdet ihr sterben!“

1.Mo.3.1-4: „Und die Schlange war listiger als alle Tiere des Feldes, die Gott, der Herr, gemacht hatte; und sie sprach zu der Frau: Hat Gott wirklich gesagt: Von allen Bäumen des Gartens dürft ihr nicht essen? Da sagte die Frau zur Schlange: Von den Früchten der Bäume des Gartens essen wir; aber von den Früchten des Baumes, der in der Mitte des Gartens steht, hat Gott gesagt: Ihr sollt nicht davon essen und sollt sie nicht berühren, damit ihr nicht sterbt! Da sagte die Schlange zur Frau: Keineswegs werdet ihr sterben! Sondern Gott weiss, dass an dem Tag, da ihr davon esst, eure Augen aufgetan werden und ihr sein werdet wie Gott, erkennend Gutes und Böses.“  

  Die Taktik des Teufels hat sich noch nicht geändert und immer wieder hat er Erfolg damit bei uns Menschen. Er stellt das in Frage, was Gottes Wort sagt. So wörtlich kann man es nicht nehmen. Man sollte nicht so extrem sein.

  Gott hatte gesagt: Welches Tages ihr von diesem Baum esst, werdet ihr des Todes sterben. Der Mensch ist geistlich gestorben, nicht physisch und er wurde aus dem Paradies vertrieben. Die Gemeinschaft mit Gott war zerstört. Die Sünde trennt von Gott und Ungehorsam ist wie Zauberei. Gott musste den Menschen aus dem Paradies ausschliessen, damit er nicht noch von dem Baum des Lebens esse und ewig lebe. Gott wollte nicht, dass der Mensch in seinem gefallen Zustand ewig Lebe, deshalb wurde der Zugang zum Baum des Lebens bewacht und verwehrt.

1.Mo.3.22: „Und Gott, der Herr, sprach: Siehe der Mensch ist geworden wie einer von uns, zu erkennen Gutes und Böses. Und nun, dass er nicht etwa seine Hand ausstrecke und auch noch von dem Baum des Lebens nehme und esse und ewig lebe! Und Gott, der Herr, schickte ihn aus dem Garten Eden hinaus, den Erdboden zu bebauen, von dem er genommen war. Und Er trieb den Menschen aus und liess östlich vom Garten Eden die Cherubim sich lagern und die Flamme des zuckenden Schwertes, den Weg zum Baum des Lebens zu bewachen.“

  Der Baum des Lebens besteht immer noch, wir finden ihn in Off.2.7. Doch davon zu essen, ist den Überwindern vorbehalten und nicht den Menschen in ihrer Rebellion und in ihrem Ungehorsam gegen Gott. Im neuen Bund ist der Weg wieder offen durch unseren Herrn Jesus Christus! Halleluja!

Off.2.7: „Wer überwindet, dem werde Ich zu essen geben von dem Baum des Lebens, welcher im dem Paradies Gottes ist.“

 

Verwaltung unter falschem Einfluss

  Die Verwaltung der Schöpfung wurde dem Menschen belassen. Weil er aber nicht mehr unter dem Segen und unter der Führung Gottes, sondern unter dem Einfluss des Teufels stand, kam diese unter den Fluch, um des Menschen willen.

1.Mo.3.17-19: „Und zu Adam sprach Er: Weil du auf die Stimme deiner Frau gehört und gegessen hast von dem Baum, von dem ich dir geboten habe: Du sollst davon nicht essen! – so sei der Erdboden verflucht um deinetwillen: Mit Mühsal sollst du davon essen alle Tage deines Lebens; und Dornen und Disteln wird er dir sprossen lassen, und du wirst das Kraut des Feldes essen! Im Schweisse deines Angesichts wirst du dein Brot essen, bis du zurückkehrst zum Erdboden, denn von ihm bist du genommen. Denn Staub bist du, und zum Staub wirst du zurückkehren!“

  Welch ein tiefer Fall war das für den Menschen, der einst das Glück der Gottesgemeinschaft genossen hatte. Es ist nicht auszudenken, wie viel Not daraus entstanden ist und wie viel Blut und Tränen seither geflossen sind.

 

Der Weibessame

  Gott ist um eine Lösung nie verlegen. Die Aussage in 1.Mo.3.15 weist schon auf den Erlöser hin, auf Jesus Christus, der als Menschensohn am Kreuz von Golgatha der Schlange den Kopf zertreten hat. Der aber dabei auch sehr leiden musste.

1.Mo.3.15: „Und ich werde Feindschaft setzten zwischen dir und der Frau, zwischen deinem Samen und ihrem Samen; er wird dir den Kopf zermalmen, und du, du wirst ihm die Ferse zermalmen.“

 

Gottes Plan zur Wiederherstellung

  Gott hat einen Plan gefasst, um die Schöpfung aus der Knechtschaft der Vergänglichkeit zu befreien. In diesen Plan sind wir Menschen mit einbezogen. Durch dasselbe schwache Geschöpf (Mensch), durch das die Türen für den Einfluss Satans geöffnet wurden, soll Satan besiegt und aus seiner Stellung hinausgeworfen werden. Das ist eine grosse Niederlage für den Teufel und ein mächtiger Triumph für Gott und für Jesus Christus. Dazu braucht es aber „neue Menschen“ (Eph.2.15). Das sind die Menschen, die durch den Glauben an Jesus Christus gerettet und durch die Kraft des Heiligen Geistes wiedergeboren worden sind. Sie sind nun vom geistlichen Tod zum Leben hindurchgedrungen und sind nun wieder für Gott lebendig geworden. Der natürliche (unwiedergeborene) Mensch ist ja seit dem Sündenfall tot in Sünden.

 

Die Gemeinde, die Überwinder

  Die Gemeinde der Leib Christi, ist das Instrument, das Gott benützt, um die Schöpfung wieder aus ihren Banden der Knechtschaft zu befreien. In Römer 8 lesen wir, dass die ganze leidende Schöpfung sehnsüchtig auf das Offenbarwerden der Söhne Gottes wartet. Doch diese Söhne müssen zuerst in ihrer Vollzahl vorhanden sein. Sie müssen auch geistlich heran reifen und nicht unmündige Kindlein in Christus bleiben. Es ist unsere Verantwortung, dass wir die an uns ergangene Berufung ernst nehmen und darin leben. Nur so sind wir die Hoffnungsträger für die leidende und wartende Schöpfung. Nach Off.12.11 sind es die Überwinder, die den Sturz Satans bewirken. Bei  der Vollendung und Entrückung der Gemeinde wird er aus den Himmeln hinausgeworfen, kurze Zeit später wird er gebunden und in den Feuersee geworfen werden.

Off.12.11: „Und ich hörte eine laute Stimme im Himmel sagen: Nun ist das Heil und die Kraft und das Reich unseres Gottes und die Macht seines Christus gekommen; denn hinabgeworfen ist der Verkläger unserer Brüder, der sie Tag und Nacht vor unserm Gott verklagte. Und sie haben ihn überwunden um des Blutes des Lammes und um des Wortes ihres Zeugnisses willen, und sie haben ihr Leben nicht geliebt bis in den Tod.

 

Die Hoffnung der Schöpfung

Rö.8.19-22: „Denn das sehnsüchtige Harren der Schöpfung wartet auf die Offenbarung der Söhne Gottes. Denn die Schöpfung ist der Nichtigkeit unterworfen worden – nicht freiwillig, sondern durch den, der sie unterworfen hat -, auf Hoffnung hin, dass auch selbst die Schöpfung von der Knechtschaft der Vergänglichkeit frei gemacht werden wird zur Freiheit der Herrlichkeit  der Kinder Gottes. Denn wir wissen, dass die ganze Schöpfung zusammen seufzt und zusammen in Geburtswehen liegt bis jetzt.“

  Wir sehen diese Geburtswehen der Schöpfung in der heutigen Zeit immer grössere Ausmasse annehmen. Menschliche Hilfe zu leisten ist gut und sie soll auch getan werden,  aber oft ist  es nur wie ein Tropfen auf einen heissen Stein und hinterlässt in uns doch ein Gefühl der Ohnmacht. Wir können es dabei nicht bewenden lassen. In unserer geistlichen Stellung als Söhne Gottes sind unsere Möglichkeiten und unser geistlicher Einfluss unendlich viel grösser. Wir sind Teil vom Leibe Christi und können den Tag des Herrn beschleunigen (2.Petr.3.12). Dadurch wird der Einfluss Satans, der ja der Verursacher all der Not auf Erden ist, zusammenbrechen. Wir wollen wachen, dass wir uns nie ablenken lassen von unserer wichtigsten Aufgabe, die Vollendung des Leibes Christi. Sei es durch Verkündigung, Fürbitte oder einen anderen Dienst gemäss unserer Zuteilung und unseren Gaben zur Erbauung des Leibes Christi (siehe Rö.12.4-8 sowie 1.Kor.12 und 14). Das allein bringt der Schöpfung die Befreiung, auf die sie sehnsuchtsvoll wartet. Möge der Herr uns die Augen noch mehr öffnen für unsere Verantwortung und für die geistlichen Zusammenhänge. Noch viel zu oft dreht sich bei uns alles um uns selbst und um unsere Person. Lasst uns auch in unserem täglichen Kampf die Gelegenheiten sehen, Überwinder zu sein. Wir sollen überwinden, damit Satan hinausgeworfen wird aus seiner Stellung. Jesus hat sich zur Rechen Gottes des Vaters gesetzt und wartet, bis alle Seine Feinde als Schemel seiner Füsse hingelegt sind. Ja Herr, komme bald!

1.Kor.15.58: „Daher, meine geliebten Brüder, seid fest, unerschütterlich, allezeit überströmend in dem Werk des Herrn, da ihr wisst, dass eure Mühe im Herrn nicht vergeblich ist.“

 

Eine Vision für deine Berufung.  

2. Teil: Berufung und Aufgabe der Gemeinde

 

Was verstehen wir unter „Gemeinde“?

  Im Neuen Testament wird das griechische Wort „ekklesia“ gebraucht und zwar sowohl für die Gemeinde Israels, für eine politische Zusammenkunft als auch für die Gemeinschaft der Heiligen. „Ekklesia“ bedeutet „die Herausgerufene“ und meint damit diejenigen Menschen, die zu einem bestimmten Anlass zusammengerufen werden. Um welche Art Gemeinde es sich handelt, geht immer aus dem Zusammenhang hervor. In diesem Artikel ist natürlich von der Gemeinschaft der Heiligen die Rede. Diese wurden und werden aus allen Völkern, Stämmen und Sprachen gemäss der Berufung und dem Plan Gottes herausgerufen und zwar so lange, bis die Vollzahl (pleroma) aus den Nationen eingegangen sein wird (Rö.11.25). Diese Gemeinschaft der Heiligen wird in den meisten Bibelstellen einfach „Gemeinde“ genannt.

  Eine Anzahl Schriftstellen nennen sie auch „die Gemeinde Gottes“:

Apg.20.28; 1.Kor.1.2; 1.Kor.10.32; 1.Kor.11.16; 1.Kor.11.22; 1.Kor.15.19; 2.Kor.1.1; Gal.1.13; 1.Thess.2.14; 2.Thess.1.4; 1.Tim.3.5 und 1.Tim.3.15.

  Andere Schriftstellen präzisieren, dass es sich bei der Gemeinde um den „Leib Christi“ handelt:  

Eph.1.22+23 und Kol.1.24

  Oder sie reden von Christus, als dem Haupt der Gemeinde:

Eph.1.22; 5.23+24 und Kol.1.18

  Oft hört man die Ausdrücke „Leib Jesu“  oder „Gemeinde Jesu“. Meistens wissen wir ja, was der Sprechende damit meint, doch die Bibel braucht diese Ausdrücke nicht, sondern redet  vom Leib Christi oder einfach von der Gemeinde. Ich denke, es ist gut, wenn wir uns angewöhnen, uns möglichst schriftgemäss auszudrücken. Wenn die Schrift vom „Leib Jesu“ redet, ist damit immer sein Körper gemeint, der für uns gekreuzigt und begraben wurde (Mt.27.58; Luk.23.52; Joh.19.38+40). Die Gemeinde aber wird als „Leib Christi“ bezeichnet.

 

Wer ist ein Glied am Leibe Christi?

  Schlussendlich wird Gott beurteilen und nicht wir, wer dazugehört und wer nicht. Doch gibt uns die Schrift klare Voraussetzungen bekannt, an denen wir uns orientieren wollen.  In Apg.2.38+39 lesen wir die Voraussetzungen für die Menschen von damals und auch für die, die noch hinzugerufen werden:

„Tut Busse, und jeder von euch lasse sich taufen auf den Namen Jesu Christi zur Vergebung eurer Sünden! Und ihr werdet die Gabe des Heiligen Geistes empfangen. Denn euch gilt die Verheissung und euren Kindern und allen, die in der Ferne sind, so viele der Herr, unser Gott, hinzurufen wird.“

  Nebst der Busse ist sowohl die Taufe im Wasser als auch die Taufe im Heiligen Geist angesprochen.

Wassertaufe: Römer 6.4 sagt, dass wir auf (oder in) Christus getauft wurden und in Gal.3.27 lesen wir, dass alle, die auf (oder in) Christus getauft worden sind, Christus angezogen haben.

Geistestaufe: In 1.Kor.12.13 steht folgendes: „Denn in einem Geist sind wir alle zu einem Leib getauft worden, es seien Juden oder Griechen, es seien Sklaven oder Freie, und sind alle mit einem Geist getränkt worden.“

  Ich würde nicht wagen, eine dieser Erfahrungen als nicht notwendig zu bezeichnen, um ein Glied am Leibe Christi zu sein. Hat man diese Erfahrungen gemacht und ist man durch den Heiligen Geist wiedergeboren, gilt es in Ihm zu bleiben. Denn nur wer mit dem Haupt verbunden und verwachsen ist, hat geistliches Leben und dieses Leben weist uns als Glieder des Leibes Christi aus.

 

Gottes Plan mit der Gemeinde

  Es gibt einen allgemeinen Plan und Willen Gottes, der für alle Gemeinden in der Welt gilt. Es gibt aber für jede Gemeinde einen spezifischen Plan und Willen Gottes. Wir können deshalb nicht einfach andere Gemeinden kopieren, auch wenn diese Erfolg haben. Sonst stehen wir nicht im Willen Gottes.

 

Die Aufgabe und Berufung für unsere Gemeinde erkennen

  Wir sollen grundsätzlich immer offen sein für Veränderungen und für neue Aufgaben, in die uns der Herr hineinführen will, sonst wird alles zu einer Tradition. Es soll so sein, wie bei dem Volk Israel, wenn sich die Wolkensäule erhoben hat, sollten sie weiterziehen, da wo sie sich niederliess, sollten sie lagern. Bevor wir in irgendeiner Begeisterung unser Gemeindeleben auf den Kopf stellen und alles ändern wollen, müssen wir uns jedoch folgende Fragen stellen:

  • Wie sind wir berufen worden?
  • Welche Gaben und Dienste wurden uns anvertraut?
  • Haben wir sie verloren oder vermehrt?
  • In welchem Bereich bestätigt Gott unsere  Arbeit und können wir ein Segen sein?

Wenn Gott uns in neue Bereiche und Aufgaben hinein führt, sollten wir darauf achten, dass möglichst alle Schafe folgen können.

 

Die einzelne Gemeinde als Teil des Leibes Christi

  Die Schrift redet nicht nur von der Gesamtgemeinde, dem Leib Christi, sondern auch von den örtlichen Gemeinden und meint damit die Menschen, die an einem bestimmten Ort, z.B. in Korinth zu der Gemeinde gehören.

  • Von der „örtlichen Gemeinde“ redet die Schrift z.B. in: 1.Kor.1.2; 1.Thess.1.1 und Kol.4.16.
  • Von „Hausgemeinden“ lesen wir in: Kol.4.15 und Philemon 2.

  Jedes Glied am Leibe Christi ist in eine solche Gemeinde berufen worden und soll sich da bewähren und mit den empfangen Gaben dienen. Gott hat mich und dich nicht in eine Gemeinde in Amerika berufen, das wäre oft einfacher, sondern in der Region, in der wir leben. Wir wollen dazu ein „Ja“ haben und glauben, dass Seine Bestimmung für uns richtig ist.

1.Kor.12.18: „Nun aber hat Gott die Glieder bestimmt, jedes einzelne vom ihnen am Leib, wie er wollte“.

 

Der 5-fache Dienst nach Eph. 4.11

  Durch die Gemeinde wird weltweit der Auftrag Gottes ausgeführt, dass Menschen aus allen Nationen, Sprachen und Stämmen das Evangelium hören, herausgerufen und zum Leibe Christi hinzugefügt werden. Die Gemeinde muss aber nicht nur in Bezug auf die Zahl vollendet werden. Jedes Glied soll ein geistliches Wachstum erleben und zur Reife geführt werden. Dies geschieht entsprechend der göttlichen Ordnung, wie sie in Eph.4 beschrieben ist:

  1. Gott hat der Gemeinde Apostel, Propheten, Evangelisten, Hirten und Lehrer gegeben (Eph.4.11). Jede Gemeinde braucht einen Hirten und Älteste. Sie braucht aber auch Verbindung zu den übrigen, oben erwähnten Diensten, sonst ist kein gesundes Wachstum möglich. Soweit diese Dienste in der eigenen Gemeinde nicht vorhanden oder zu wenig entfaltet sind, soll um die richtigen Kontakte als gesunde Ergänzung gebetet werden. Wenn das nicht geschehen kann, entsteht Mangel und Einseitigkeit.
  2. Durch die Dienste, die der Herr zuteilt, sollen die Heiligen zugerüstet werden zum Gemeindedienst. Jedes Glied am Leibe Christi hat Gaben und Aufgaben empfangen. Diese sollen entfacht und richtig angewendet werden. Dieses zu fördern ist die Aufgabe der oben erwähnten fünf Dienste. So entsteht ein gesundes Wachstum des Leibes Christi.
  • Das Wertvollste, was ein Hirte hat, sind die Schafe, sie sind wichtiger als das Gebäude.
  • Die Gemeinde ist der Ort, wo die Schafe Nahrung, Pflege und Seelsorge finden.
  • In der Gemeinde werden die Gnadengaben entfacht und betätigt.

 

Die Schöpfung wartet

  Wenn die Gemeinde ihr Vollmass erreicht hat, wird der Herr sie zu Sich entrücken und alle die Glieder, die sich in all den Jahrhunderten haben zubereiten lassen, werden mit Ihm in Herrlichkeit offenbar werden.

  Dieses Ereignis ist die Voraussetzung, dass es mit der Heilsgeschichte einen Schritt weiter gehen kann. Gott möchte ja alle retten, doch kommt zuerst ein Gericht über die Erde, wir nennen das  „die grosse Trübsal“, bevor dann der Herr mit allen Seinen Heiligen wiederkommt um den Überrest aus Israel aus grösster Bedrängnis zu retten und um das 1000-jährige Reich aufzurichten. In diesem Reich werden vermutlich alle übriggebliebenen Menschen zum Glauben kommen, denn der Teufel wird ja gebunden sein.

  Es gehört zu den Aufgaben der Gemeinde, diese herrliche Zeit herbeizuführen, nach der sich alle Menschen und alle himmlischen Wesen sehnen. Das 1000-jährige Reich ist die Vorstufe für das Reich des Vaters, für das wir im „Unser Vater“ beten (Vater, Dein Reich komme). Wie wir in 1.Kor.15.24-28 lesen, wird der Sohn, nachdem Er alles unterworfen hat, das Reich dem Vater übergeben und Gott wird alles in allem sein.

 

Sage nicht, ich bin zu gering

  Keine örtliche Gemeinde und keine Hausgemeinde sind zu gering, um ihre Aufgabe innerhalb dieses gewaltigen Planes Gottes wahrzunehmen und ein Segen zu sein, indem sie die in ihrer Mitte vorhandenen Gaben, Dienste und Kräfte entfacht und zur Verfügung stellt. Kürzlich habe ich einen Satz gehört, der auch in diesen Zusammenhang passt:

„Wenn viele kleine Leute an vielen kleinen Orten viele kleine Schritte tun, dann verändern sie die Welt.“

  Auch durch meine und deine kleinen Schritte will Gott die Welt verändern. Wir wollen unseren Platz ausfüllen und da treu sein, wo  Er uns hingestellt hat. Sei es nun eine Hausgemeinde oder eine grössere Gemeinde, sie sind Bestandteile der gesamten Gemeinde Gottes, des Leibes Christi.

 

Eine Vision für deine Berufung

3. Teil: Persönliche Berufung

 

  Die Bibel redet uns als Berufene an. Nachstehend sind einige der Schriftstellen aufgeführt, die diese Aussage machen:

1.Kor.1.9: „Gott ist treu, durch den ihr berufen worden seid in die Gemeinschaft seines Sohnes Jesus Christus, unseres Herrn.“

1.Kor.7.15: „Zum Frieden hat uns Gott doch berufen.“ (auch Kol.3.15)

Gal.5.13: „Denn ihr seid zur Freiheit berufen worden.“

Eph.4.4: „Ein Leib und ein Geist, wie ihr auch berufen worden seid.“

1.Thess.2.12: „Zu seinem Reich und zu seiner Herrlichkeit berufen“

1.Thess.4.7: “ Gott hat uns nicht zur Unreinheit berufen, sondern zur Heiligung.“

1.Petr.2.9: „Zu seinem wunderbaren Licht berufen.“

1.Petr.5.10: „Berufen zu seiner ewigen Herrlichkeit.“

  Wie wir aus diesen Versen sehen, sind wir alle berufen zu Gemeinschaft, Frieden, Freiheit, Herrlichkeit, Heiligung und zu Seinem wunderbaren Licht und Reich. Wie weit wir diese Berufung annehmen und darin leben, ist eine andere Frage, die wir durch unser Leben beantworten können. Dieser Teil der Berufung ist für uns alle gleich, es sind einfach die teuersten und wertvollsten Verheissungen, die uns geschenkt sind und durch die wir dem Verderben entrinnen, das in dieser Welt ist (2.Petr.1.4).

 

Unsere persönliche Berufung

  Zusätzlich gibt es aber auch noch eine persönliche Berufung für jedes Glied am Leibe Christi. Diese bezieht sich auf den Dienst und auf die entsprechende Zuteilung und Ausrüstung. In 1.Kor.12.14-22  wird dies bildlich dargestellt indem wir bezeichnet werden als Fuss, Hand, Ohr und Auge des Leibes Christi.

1.Kor.12.14-18+21: „Denn der Leib ist nicht ein Glied, sondern viele. Wenn der Fuss spräche: Weil ich nicht Hand bin, gehöre ich nicht zum Leib: Gehört er deswegen nicht zum Leib? Und wenn das Ohr spräche: Weil ich nicht Auge bin, gehöre ich nicht zum Leib: Gehört es deswegen nicht zum Leib? Wenn der ganze Leib Auge wäre, wo wäre das Gehör? Wenn ganz Gehör, wo der Geruch? Nun aber hat Gott die Glieder bestimmt, jedes einzelne von ihnen am Leib, wie er wollte. (21) Das Auge kann nicht zur Hand sagen: Ich brauche dich nicht; oder wieder das Haupt zu den Füssen: Ich brauche euch nicht.“

  Diese Darstellung zeigt uns, dass wir Ergänzung brauchen, so wie die Glieder unseres Leibes einander ergänzen und dienen. Sie zeigt aber auch, dass wir selbst eine Ergänzung für die anderen Glieder sein sollen. Entsprechend unserem Platz am Leibe Christi ist auch die Befähigung und die Aufgabe.

 

Was bin ich?

  Paulus kannte seine Berufung und konnte von sich in 2.Tim.1.1 sagen: „Paulus, Apostel Jesu Christi durch den Willen Gottes“.

Johannes der Täufer wusste:

1. Was er ist: „Die Stimme eines Rufenden in der Wüste“. (Mt.3.3)

2. Was er nicht ist: „Ich bin nicht der Christus“. (Joh.1.20)

Wir sollen nicht einfach nur irgendjemand nachahmen, der uns imponiert oder der Erfolg hat. Selbstverständlich sollen wir uns gute Vorbilder nehmen, aber wir sollten uns bewusst sein, dass Gott aus jedem ein Original gemacht hat mit einer persönlichen Berufung und Aufgabe.

 

Wie erkennen wir unsere persönliche Berufung?

  1. Indem wir anfangen, uns in der Gemeinde zu betätigen. Dabei werden wir merken, auf welchem Gebiet wir eine Zuteilung haben und in welchem Bereich unser Dienst von Gott bestätigt wird. Es  verhält sich so wie bei den irdischen Begabungen, bevor wir zur Schule gingen, war uns nicht bewusst, in welchen Fächern wir gut sind und in welchen nicht. Erst bei der Anwendung entdeckten wir unsere Begabungen, so ist es auch im geistlichen Bereich.
  2. Es kann sein, dass wir für etwas eine geistliche Last empfinden oder dass wir eine besondere Freudigkeit oder Liebe zu einer Aufgabe haben. Dies kann ein Hinweis auf unsere Zuteilung sein.  Lasst uns darüber beten, der Herr schenkt völlige Klarheit. Vielleicht empfindest du irgendetwas, das in der Gemeinde getan werden sollte. Es kann sein, dass der Herr gerade dich meint und gerade dich dafür bestimmt hat. Das kann der Grund sein, dass dir diese Aufgabe mehr auf dem Herzen liegt als den anderen Geschwistern. Erwarte es also nicht von den anderen, vielleicht will Gott gerade dich gebrauchen um deine Gebete zu beantworten.

 

Erweiterung des Dienstes

  Der persönliche Dienst kann sich mit der Zeit verändern oder erweitern. Zuerst muss man sich in kleinen Aufgaben bewähren, dann teilt der Herr grössere zu.

1. Erweiterung in geistlicher Hinsicht:

  Paulus war nicht von Anfang an Apostel, obschon er dazu berufen war. In Apg.13.1 wird er noch von fünf Propheten und Lehrern als letzter aufgeführt. Er war in diesem Dienst treu, deshalb konnte der Heilige Geist seine Berufung bestätigen und er wurde zusammen mit Barnabas ausgesandt (Apg.13.2). So ist z.B. jemand im Hauskreis oder in der Jugendarbeit treu und wird später Ältester oder Hirte.

  Dass es verschiedene Berufungen gibt, sehen wir auch aus

Gal.2.7-9: „Als sie sahen, dass mir das Evangelium für die Unbeschnittenen anvertraut war ebenso wie Petrus das für die Beschnittenen – denn der, der in Petrus zum Apostelamt für die Beschnittenen wirksam war, war auch in mir für die Nationen wirksam -, und als sie die Gnade erkannten, die mir gegeben worden ist, gaben Jakobus und Kephas und Johannes, die als Säulen angesehen werden, mir und Barnabas den Handschlag der Gemeinschaft, damit wir unter die Nationen gingen, sie aber unter die Beschnittenen.“

2. Erweiterung des Arbeitsfeldes:

  Paulus schreibt  von einem Wirkungskreis, den Gott ihm zugeteilt hat.

2.Kor.10.13: „Wir aber wollen uns nicht ins Masslose rühmen, sondern nach dem Masse des Wirkungskreises, den uns Gott als Mass zugeteilt hat, nämlich auch bis zu euch zu gelangen.“

  Ein Mass des Wirkungskreises kann wie folgt aussehen:

  • Örtliche Berufung: Unser Dorf, unsere Stadt, unsere Region.
  • Überregionale Dienste: Besuch von Gemeinden als Lehrer oder Apostel.
  • Missionsdienste: Darunter verstehen wir die Aussendung meist als Evangelist in ein fremdes Land.

Diese Aufteilung sehen wir auch in Apg.1.8, wo Jesus den Jüngern folgendes sagt: „Und ihr werdet meine Zeugen sein, sowohl in Jerusalem als auch in ganz Judäa und Samaria und bis an das Ende der Erde.“

  Auch hier gilt es treu zu sein in dem Dienst, in den man gestellt wurde, dann kann der Herr neues anvertrauen.

  Unser Leben und unser Dienst sind ein Teil von Gottes Plan zur Wiederherstellung aller Dinge (Apg.3.21), es ist sehr wichtig, dass wir dies erkennen. Wiederherstellung beginnt in unserem eigenen Leben. Dann sind wir fähig, zur Wiederherstellung (Erbauung) der Gemeinde beizutragen. Wenn die Gemeinde vervollständigt ist, wird der Herr sie gebrauchen für eine Verwaltung zur Wiederherstellung aller Dinge (des Alls, Eph.1.10). Der Herr hat uns nicht nur Aufgaben zugeteilt, Er hat uns auch eine entsprechende Ausrüstung geschenkt, damit wir befähigt sind, unseren Auftrag auszuführen.

  Ich möchte jedes Geschwister ermutigen, sei treu an dem Platz, an den du gestellt bist. Wandle in deiner Berufung, dann wird der Herr dir grösseres anvertrauen.

Merke: „Die Gaben, die du hast, brauchst du, oder verlierst du.“

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