Bibel-Themen

eine Sammlung von Beiträgen zu biblischen Themen

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Entwicklung auf den Tag Christi

Daniel Schenk

  Schon der Apostel Petrus war bemüht, durch seinen Brief daran zu erinnern und die lautere Gesinnung in Bezug auf die Wiederkunft des Herrn zu wecken. „Wo ist die Verheissung Seiner Ankunft?“ so werden die Spötter in der Endzeit reden (2.Petr.3.14). Doch „der Herr verzögert nicht die Verheissung“ (2.Petr.3.9), sondern Er möchte, dass wir alle dabei sind. Das 3. Kapitel des 2. Petrusbriefes redet von der Bereitschaft für Seine Wiederkunft und schliesst mit dem herrlichen Wort: „Wachset aber in der Gnade und Erkenntnis unseres Herrn und Heilandes Jesus Christus. Ihm sei die Herrlichkeit, sowohl jetzt als auch bis zum Tag der Ewigkeit! Amen.“

  Um die herrliche Erwartung der Heiligen, um das Ziel der Glieder des Leibes Christi und um ihre Zubereitung auf dieses Ziel hin geht es in diesem Beitrag. Ja wir wollen einander immer wieder erinnern und anspornen, das Ziel anzublicken und der himmlischen Berufung nachzujagen. Wie schnell verliert man sie doch aus den Augen, weil so viele, scheinbar wichtige Dinge täglich auf uns Einfluss nehmen.

Phil.3.14: „Eines aber tue ich: Ich vergesse, was dahinten, strecke mich aber aus nach dem, was vorn ist, und jage auf das Ziel zu, hin zu dem Kampfpreis der Berufung Gottes nach oben in Christus Jesus.“

Phil.3.20+21: „Denn unser Bürgerrecht ist in den Himmeln, von woher wir auch ,den Herrn Jesus Christus als Heiland erwarten, der unseren Leib der Niedrigkeit umgestalten wird zur Gleichgestalt mit Seinem Leib der Herrlichkeit, nach der wirksamen Kraft, mit der Er vermag, auch alle Dinge sich zu unterwerfen.“

  Als ich im Jahre 1960 die Geistestaufe erlebte, meinte ich, der Herr müsste jetzt gleich kommen. Fast ungeduldig blickte ich immer wieder zum Himmel hinauf, so sehr hatte der Heilige Geist damals in uns eine Erwartung gewirkt. Ich erkannt dann aber, dass es nicht nur darum gehen kann, ungeduldig auf Ihn zu warten, sondern dass wir die Zeit auskaufen sollen. Sowohl die Gemeinde, als auch jedes Glied sollen zum Wachstum und zur Fülle gebracht werden. Auch diese Zeit des geistlichen Wachstums ist eine wunderbare Zeit und lohnt sich, durchlebt zu werden. Am Anfang sind wir Kindlein in Christus. Wir sollen aber heranreifen zu Jünglingen und zu Vätern in Christus. Wir können nichts überspringen, wir können höchstens schnell wachsen, wenn wir im Geiste wandeln und im Glauben fest gründen. Philipper 1.3-11 zeigt uns sehr schön diese Entwicklung vom Anfang bis zum Ziel und erwähnt einige Dinge, auf die es in der Nachfolge ankommt. Sicher gibt es auch noch andere, wichtige Punkte aber ich möchte mich in dieser Betrachtung an Phil.1, 3-11 halten. Das Ziel ist ganz klar vorgegeben:

 

Vollendung auf den Tag Christi.

Der Anfang

Phil.1.6“„Der, welcher ein gutes Werk in euch angefangen hat.“.

  Es ist sehr wichtig, dass der Anfang richtig gemacht wird und der Grund richtig gelegt ist. Wo keine klare Entscheidung getroffen wurde, treten immer wieder Mängel und Probleme auf. Petrus lehrte zu Pfingsten die fragende Menge ganz klar die ersten Schritte zur Nachfolge. In Apg.2.38 werden sie uns kundgetan: „Tut Busse, und ein jeder von euch lasse sich taufen auf den Namen Jesu Christi zur Vergebung eurer Sünden, und ihr werdet die Gabe des Heiligen Geistes empfangen. Denn euch gilt die Verheissung und euren Kindern und allen, die in der Ferne sind, so viele der Herr, unser Gott, herzurufen wird.“

  Es ist wichtig, dass der hier erwähnte Anfang in unserem Leben vollständig ist und keine Lücken aufweist. Aufgezählt sind Busse (Umsinnung), Taufe und Geistestaufe. Dieser Anfang ist die Voraussetzung, dass wir im Glauben vorwärtsgehen, unseren Dienst verrichten und den geistlichen Kampf erfolgreich bestehen können.

  In 1.Thess.1.9+10 gibt Paulus den Thessalonichern ein herrliches Zeugnis ihrer Bekehrung:

„Denn die Leute selbst erzählen …. wie ihr euch von den Götzen hinweg zu Gott bekehrt habt, um dem lebendigen und wahren Gott zu dienen und Seinen Sohn vom Himmel her zu erwarten.“

 

Teilnahme am Dienst

Phil.1.5: „Wegen eurer Teilnahme am Evangelium vom ersten Tage an bis jetzt“.

  Durch die Taufe im Heiligen Geist sind wir befähigt zum Dienst. Wir sind Glieder am Leibe Christi geworden und haben auch eine Zuteilung entsprechend unserem Platz am Leibe Christi. Die empfangenen Gnadengaben sollen wir entfachen und zum Nutzen der Gemeinde anwenden. Unter „Teilnahme am Dienst“ verstehe ich, dass wir unser Leben in den Dienst des Herrn und Seiner Sache stellen. Dass jedes Einzelne seinen Teil beiträgt, sei es nun evangelistisch durch Zeugnis geben, einladen etc., sei es durch aktive Teilnahme an den Versammlungen, durch Mitarbeit in der Kinderstunde, Jugendgruppe, Gebetskreis oder als Hauskreisleiter, Diakon, Ältester, Hirte und Lehrer, oder in anderen praktischen oder geistlichen Diensten, die für das Funktionieren einer Gemeinde notwendig sind. Ich denke auch an fürbittende und praktische Unterstützung der Hirten, Lehrer, Propheten, Apostel, Evangelisten und Missionare, besonders in den Zeiten, in denen sie für das Evangelium unterwegs sind und ihren Dienst fern der Heimat oder unter Gefahren verrichten. Paulus wusste, dass der Erfolg seines Dienstes aber auch seine Bewahrung von der Fürbitte der Heiligen abhängig ist, als er die folgenden Worte geschrieben hat:

Rö.15.3032: „Ich ermahne euch aber, Brüder, durch unseren Herrn Jesus Christus und durch die Liebe des Geistes, mit mir zu kämpfen in den Gebeten für mich zu Gott, damit ich von den Ungehorsamen in Judäa errettet werde und mein Dienst für Jerusalem den Heiligen angenehm sei; damit ich durch den Willen Gottes mit Freuden zu euch komme und mich mit euch erquicke.“

2.Kor.1.10+11: „Der hat uns aus so grosser Todesgefahr errettet und wird uns erretten; auf Ihn hoffen wir, dass er uns auch ferner erretten werde; wobei auch ihr durch das Gebet für uns mitwirkt.“

  Welch eine schöne und vor allem lohnende Aufgabe ist es doch, ein Mitarbeiter der Gemeinde und somit des Leibes Christi zu sein. Das besondere Merkmal des Herrn war „dienen“, es ist auch das Merkmal der Seinen, denn, indem sie Ihn anschauen, werden sie umgestaltet in Sein Wesen und Sein Bild. Obschon für jeden Dienst für die Sache des Herrn ein grosser Lohn verheissen ist, tun die Heiligen ihren Dienst nicht in erster Linie um der Belohnung willen, vielmehr ist es die Liebe Christi, die sie antreibt.

 

Teilnahme an den Leiden

Phil.1.7: „Weil ihr mich im Herzen habt und sowohl in meinen Fesseln als auch in der Verteidigung und Bekräftigung des Evangeliums ihr alle Mitteilhaber der Gnade seid“.

  Die Schrift lässt uns darüber nicht im Unklaren, dass die Nachfolge des Herrn auch Leiden mit sich bringt. Wenn wir bereit sind, Verantwortung und einen Dienst in der Gemeinde zu übernehmen, wird das für uns persönlich auch Leiden mit sich bringen. Wir wollen auch da zu der Gemeinde und zu den Geschwistern stehen, wenn es für uns Teilnahme an der Schmach und an den Leiden bedeutet. Von der ersten Gemeinde heisst es in einem Lied: „Beim Liebesmahl im lichten Saal, wie in des Kerkers Höhle, man brach das Brot, man ging zum Tod, ein Herz und eine Seele.“

  Die Vorstellung: „Wenn ich einem starken Gott diene, wird es mir immer gut gehen“, ist heidnisch und von Eigennutz geprägt. Wir sind bereit, mit Ihm auch durch Leiden zu gehen, denn wir folgen Ihm aus Liebe nach.

 

Gemeinschaft

Phil.1.8: „Denn Gott ist mein Zeuge, wie ich mich nach euch allen sehne mit der herzlichen Liebe Christi Jesu.“

  Die Gemeinschaft der Heiligen ist das Herrlichste, was es gibt, sie ist mehr als nur Freundschaft. Jesus betete darum, dass wir zur völligen Einheit gelangen wie Er und der Vater eins sind (Joh.17.20-23). Diese Gemeinschaft kommt nicht durch Organisation zustande. Der Heilige Geist allein bewirkt, dass die Gläubigen „ein Herz und eine Seele“ sind (Apg.4.31+32).

 

Zunehmen an Erkenntnis und Einsicht

Phil.1.9: „Und um dieses bete ich, dass eure Liebe noch mehr und mehr überströme in Erkenntnis und aller Einsicht, damit ihr prüft, worauf es ankommt.“

  Wenn ein Mensch mit dem Heiligen Geist erfüllt wird, ist er voll von Liebe und möchte einfach irgendetwas tun, um Gott zu dienen. Paulus betet darum, dass zu dieser Liebe noch Erkenntnis und Einsicht dazukommt. Wir sollen ja erkennen, worauf es ankommt, damit wir Seinem Willen gemäss das Richtige tun und am Tage des Herrn keinen Mangel aufweisen. Um zu prüfen, was in jedem Fall das Richtige ist, können wir uns jeweils einfach fragen: „Was würde Jesus tun in dieser Situation?“ Dies gibt uns oft schon die Antwort, denn das, was Er tun würde, ist sicher das Beste.

 

Frucht, Vollendung und Ziel

Phil.1.10+11: „Damit ihr lauter und unanstössig seid auf den Tag Christi, erfüllt mit der Frucht der Gerechtigkeit, die durch Jesus Christus gewirkt wird, zur Herrlichkeit und zum Lobpreis Gottes.“

Es gibt verschiedene Arten von Frucht:

  • Die Frucht des Geistes, diese ist aufgezählt in Gal.5.22 und besteht aus Liebe, Freude, Friede, Langmut, Freundlichkeit, Güte, Treue, Sanftmut, Enthaltsamkeit.
  • Die Frucht der Arbeit sind Menschen, die errettet oder in der Wahrheit unterwiesen worden sind.
  • Die Frucht der Gerechtigkeit, das sind die Werke der neuen Schöpfung, sie stehen im Gegensatz zu den unfruchtbaren Werken der Finsternis, die wir in unserem alten Leben aufzuweisen hatten und gegen die wir nun missbilligend Zeugnis ablegen.

Paulus hat für die Philipper gebetet, dass sie auf den Tag Christi voll reifer Frucht dastehen. Das ist heute auch unser Ziel, dass wir für die Erscheinung unseres Herrn bereit sind. Die Gemeinde in ihrer Vollendungsherrlichkeit dient zum Lobpreis Gottes. Wir wollen unseren Blick ausrichten auf Seinen glorreichen Tag, denn Jesus kommt bald! Halleluja!

 

Zwei Wegstrecken

Paulus erwähnt in Vers 5 das Wegstück, das bereits hinter uns liegt: „Vom ersten Tage an bis jetzt.“ In Vers 6 redet er dann von dem noch vor uns liegenden Teil des Weges: „Bis auf den Tag Christi Jesu“.

Jeden Tag wird das hinter uns liegende Wegstück länger und das vor uns liegende kürzer. Niemand von uns weiss, wie lang es noch ist. Aber eines wissen wir, dass Er das in uns angefangene Werk bis auf Seinen Tag hin vollenden wird, halleluja!

Phil.1.6: „Ich bin ebenso in guter Zuversicht, dass der, der ein gutes Werk in euch angefangen hat, es vollenden wird bis auf den Tag Christi Jesu.“

  Manche Dinge, die wir in unserem Leben begonnen haben, sind uns missraten. Ihm aber wird nichts missraten, was Er sich vorgenommen hat. Voraussetzung ist, dass wir auf dem Weg, das heisst „in Ihm“, bleiben.

  Jedes von uns kennt das Wegstück, das bereits hinter uns liegt. Wir wissen um alle die Segnungen, aber auch um alle die Prüfungen, die wir erlebt haben. Wir wissen aber auch, wo wir versagt und Fehler gemacht haben und wie der Herr uns dann in Seiner Gnade zurechtgeholfen hat, so dass wir heute im Glauben bewahrt dastehen können.

  Das vor uns liegende Wegstück kennen wir aber nicht. Wir wissen nicht, was uns morgen begegnen wird. Eines aber wissen wir, dass derselbe, der uns bis hierher geführt, getragen und bewahrt hat, auch auf dem vor uns liegenden Wegstück der Gleiche ist. Ja, Er wird das angefangene Werk in jedem von uns vollenden bis auf Seinen Tag. Lasst uns deshalb weiter in den von Ihm vorbereiteten Werken wandeln, wie sie im ersten Teil dieses Beitrages beschrieben sind. Dann wird Er das Seinige tun und uns gemäss 1.Thess.5.23 völlig und vollständig heiligen und unseren Geist und Seele und Leib untadelig bewahren bis zur Ankunft unseres Herrn Jesus Christus.

1.Thess.5.24: „Treu ist, der euch beruft, Er wird es auch tun.“

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