Bibel-Themen

eine Sammlung von Beiträgen zu biblischen Themen

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Geistesfrucht 1: Liebe

Daniel Schenk

  Angesichts der unendlichen Grösse der Liebe Gottes bin ich mir bewusst, dass jeder Versuch, sie zu beschreiben, sehr stümperhaft ist. Gott selbst ist ja die Liebe und Seine grösste Offenbarung ist die Seiner Liebe im Erlösungswerk auf Golgatha. Durch das Anschauen und Wiederspiegeln Seiner Herrlichkeit werden wir verwandelt in dasselbe Bild, 2.Kor.4.18. Die Liebe ist auch ein (grosser) Teil Seiner Herrlichkeit. Beim Betrachten der Liebe Gottes werden wir selbst mit Liebe erfüllt. Wenn wir nur versuchen, uns vorzustellen, wie sehr uns Jesus liebte, dass Er bereit war, Seinen Platz zur Rechten Gottes zu verlassen und für unsere Schlechtigkeit zu leiden und zu sterben, dann muss ja auch ein steinernes Herz schmelzen. Der Heilige Geist kann dann auch in unseren Leben dieselbe Gesinnung wirken. Plötzlich sind wir bereit, Leiden für andere auf uns zu nehmen ohne dabei murren zu müssen oder uns besonders anzustrengen. Diese Haltung wird durch den Heiligen Geist in uns gewirkt und ist somit „Frucht des Geistes“.

  Wenn wir noch Probleme haben mit Eifersucht und Neid, dann müssen wir Liebe anziehen. Wir tun das ganz bewusst, so wie wir am Morgen unsere Kleider je nach den Bedürfnissen des Tages anziehen. Die Verheissungen Gottes sind real. Wenn die Bibel in Rö.5.5 sagt, dass die Liebe Gottes durch den Heiligen Geist in unsere Herzen ausgegossen ist, dann ist ein Mangel an Liebe eigentlich ein Mangel an Heiligem Geist, dem „Träger“ der Liebe. Liebe anziehen heisst deshalb auch: „werdet voll Geistes“ (Eph.5.18).

  Auch unser Dienst mit den Geistesgaben soll in Liebe geschehen. Jeder andere Antrieb, etwa Geltungstrieb, Rechthaberei, Ehrgeiz usw. wäre verwerflich und ohne Frucht. Das sagt Paulus in:

1.Kor. 13. 1+2:  „Wenn ich in den Zungensprachen der Menschen und der Engel rede, aber keine Liebe habe, so bin ich ein tönendes Erz geworden oder eine schallende Zimbel (hart und gefühllos). Und wenn ich Weissagung habe und alle Geheimnisse und alle Erkenntnis weiss und wenn ich allen Glauben habe, so dass ich Berge versetze, aber keine Liebe habe, so bin ich nichts.“

  Diese Worte richten sich in keiner Weise gegen die Geistesgaben oder gegen die Erkenntnis, wie das leider oft ausgelegt wird, sondern sie sind ein „Plädoyer“ für die Liebe. Die Liebe als Frucht des Geistes offenbart sich ganz besonders im Dienen:

Gal.5.13: „..dient einander durch die Liebe.“

Hebr.6.10:  „Liebe, die ihr gegen Seinen Namen bewiesen habt, indem ihr den Heiligen gedient habt und dient.“

  Als ich einmal über die Predigt für eine Abdankungsfeier nachsann, sprach der Herr ganz deutlich zu mir: „Wenn du die Menschen, zu denen du sprichst, nicht wirklich lieb hast, bleibt deine Verkündigung ohne Frucht.“ Es ist wichtig, dass wir unseren Dienst, sei es Weissagung, Wortverkündigung oder Ermahnung, aus der Liebe heraus tun. Das gleiche gilt auch für die Fürbitte. Ich habe gesehen, wie ein Bruder für eine Person gebetet hat, die er nicht einmal persönlich kannte. Während seinem inbrünstigen Gebet sind ihm Tränen über die Wangen gerollt. Paulus sagt in Apg.20.31 zu den Ephesern, dass er drei Jahre hindurch Tag und Nacht nicht aufgehört habe, jeden einzelnen unter Tränen zu ermahnen.

 

Was soll man tun, wenn man so dienen will, aber keine Liebe in sich fühlt?

  Wir können Liebe anziehen indem wir unseren Glauben betätigen und für die ausgegossene Liebe danken. Dabei müssen wir auch bereit sein, die negativen Dinge gemäss Kol.3.4+9 abzulegen, sonst blockieren wir uns selbst.

Kol.3.14: „Zu diesem allen aber zieht die Liebe an, die das Band der Vollkommenheit ist.“

1.Thess.5.8: „Angetan mit dem Brustpanzer des Glaubens und der Liebe und als Helm mit der Hoffnung des Heils.“

Eph.3.19: „Und zu erkennen die die Erkenntnis übersteigende Liebe des Christus, damit ihr erfüllt werdet zur ganzen Fülle Gottes.“

  Wir ziehen auch Liebe an, indem wir Gott dem Vater und unserem Herrn Jesus gegenüber unsere Liebe bezeugen: „Vater, ich liebe Dich! Jesus, ich liebe Dich!“ Auch indem wir Seine Liebe voll in unsere Herzen strömen lassen. Viele haben noch Misstrauen gegenüber der Liebe Gottes. „Liebt Er mich wirklich? Ich habe es doch gar nicht verdient“. Ja, niemand hat es verdient, die Liebe ist ein Geschenk der Gnade Gottes, das wir annehmen und erwidern wollen.

1.Joh.4.19:  „Wir lieben, weil Er uns zuerst geliebt hat.“

  Lasst uns in die Herrlichkeit der Liebe Gottes hineinschauen, und wir werden Verwandlung erleben. Wir werden erfahren, wie plötzlich inbrünstige Fürbitte über unsere Lippen kommt ohne dass wir uns dazu anstrengen müssen. Es ist vom Heiligen Geist gewirkte Liebe Gottes in uns, „Geistesfrucht“.

 

Das Hohelied der Liebe

  In 1.Kor.13.48 ist die Liebe beschrieben und damit eigentlich das Wesen Gottes. Wenn wir diese Verse lesen, müssen wir sagen: „Ja so erfahre ich Ihn,“ nämlich: „langmütig, gütig, ohne Neid, prahlt nicht, bläht sich nicht auf, nicht unanständig, sucht nicht den eigenen Vorteil, lässt sich nicht erbittern, rechnet das Böse nicht an, freut sich nicht über die Ungerechtigkeit, freut sich mit der Wahrheit, erträgt alles, glaubt alles, hofft alles, erduldet alles, die Liebe hört niemals auf.“

  Auf wen würden diese Worte besser zutreffen als auf den, der selbst die Liebe ist, auf unseren Herrn Jesus Christus? Wenn Er nach Eph.3.17 in unseren Herzen wohnt und in uns regiert, dann wächst auch in uns die Liebe mehr und mehr und wird offenbar, nicht als ein Produkt unserer Anstrengungen, sondern als vom Heiligen Geist gewirkt, als Frucht des Geistes.

  Mangel an Liebe hat Furcht zur Folge, die völlige Liebe aber treibt die Furcht aus (1.Joh.4.18). Wir sind aufgerufen, in der Liebe zu wachsen, es handelt sich ja um Frucht und diese ist wachstümlich.

Phil.1.9: „Um dieses bete ich, dass eure Liebe noch mehr und mehr überströme in Erkenntnis und aller Einsicht, damit ihr prüft, worauf es ankommt, damit ihr lauter und unanstössig seid auf den Tag Christi, erfüllt mit der Frucht der Gerechtigkeit, die durch Jesus Christus (gewirkt wird), zur Herrlichkeit und zum Lobpreis Gottes.“

1. Thess.3.12: „Euch aber mache der Herr reicher und überströmend in der Liebe gegeneinander und gegen alle wie auch wir gegen euch sind , um eure Herzen zu befestigen, untadelig in Heiligkeit zu sein vor unserem Gott und Vater bei der Ankunft unseren Herrn Jesus mit allen seinen Heiligen.“

2. Thess.1.3:  „Wir müssen Gott allezeit für euch danken, Brüder, wie es angemessen ist, weil euer Glaube reichlich wächst und die Liebe jedes einzelnen von euch allen gegeneinander zunimmt.“

  Alle drei obigen Schriftstellen stehen in Bezug zur Wiederkunft des Herrn.

 

Wir sollen:

  • Nach der Liebe streben                    1.Kor.14.1
  • Durch die Liebe einander dienen     Gal.5.13
  • In der Liebe gewurzelt sein              Eph.3.17
  • Die Liebe erkennen                            Eph.3.19
  • In der Liebe wandeln                         Eph.5.2
  • Die Liebe anziehen                            Kol.3.14
  • Zunehmen und überströmen in Liebe                          1.Thess.3.12
  • Den Panzer des Glaubens und der Liebe anziehen     1.Thess.5.8
  • Ein Muster gesunder Worte in Liebe haben                 2.Tim.1.13
  • Gesund sein im Glauben und in der Liebe                    Tit.2.2
  • Liebe gegeneinander haben                                          1.Petr.4.8
  • Einander mit dem Kuss der Liebe grüssen                  1.Petr.5.14
  • Darreichen brüderliche und allgemeine Liebe             2.Petr.1.7
  • In der Liebe bleiben                                                         1.Joh.4.16; Hebr13.1
  • Die erste Liebe nicht verlassen                                      Off.2.4

 

  Die Liebe Gottes (griech. Agape) ist höher als die Liebe, die wir Menschen auf der Stufe Freundschaft, Ehe und Familie erleben können. Obschon auch diese Liebe etwas sehr Schönes ist, beruht sie doch auf Gegenseitigkeit und wenn die Erwiderung ausbleibt, kann sie erkalten oder sogar in Eifersucht und Hass umschlagen. Die „Agape“ aber hat ihren Ursprung in Gott selbst. Diese Liebe ist deshalb fähig, sogar die Feinde zu lieben, wie es Gott auch uns gegenüber tat.

Rö.5.8:  „Gott aber erweist Seine Liebe gegen uns darin, dass Christus, als wir noch Sünder waren, für uns gestorben ist.“

  Wahre Liebe wird nie zu einer nachsichtigen Haltung im Dulden von Sünde in der Gemeinde führen, Joh.2.15; Mt.18.15-17; 1.Kor.5.11-13; 1.Tim.5.20.

  Nach 1.Tim.1.5 ist das Endziel (= Zweck) der Heilsverkündigung Liebe, die aus gutem Gewissen und ungeheucheltem Glauben stammt.

1.Kor.13.13: „Jaget daher der Liebe nach.“

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