Geistesfrucht 5: Freundlichkeit, Güte
Daniel Schenk
Gal.5.22: Die Frucht des Geistes aber ist Liebe, Freude, Friede, Langmut (Geduld), Freundlichkeit (Milde), Güte, Treue (Glaube), Sanftmut, Enthaltsamkeit.
In dieser Ausgabe wollen wir die geistgewirkte Freundlichkeit oder Milde und die Güte betrachten. Wie alle Auswirkungen der Geistesfrucht, sind auch Freundlichkeit und Güte sehr angenehm und segensreich sowohl für den Träger dieser Frucht als auch für seine Umgebung. Ein geisterfüllter Mensch ist freundlich und gütig, auch wenn er von Natur aus mürrisch und geizig veranlagt war. Der Heilige Geist bringt göttliches Wesen in uns hinein und gestaltet uns in allen Teilen um in Christi Bild.
Gott der Vater und Jesus Christus sind freundlich und gütig
Aus unserer Erfahrung und auch aus der Heiligen Schrift wissen wir um die Freundlichkeit und Güte Gottes des Vaters und unseres Herrn Jesus Christus. Nachfolgend sind einige Schriftstellen aufgeführt, die das bezeugen:
1.Chr.16.34: „Denn er ist freundlich, ja ewiglich währt seine Güte.“ (Auch folgende Stellen: Ps.100.5; 106.1; 107.1; 118.1; 135.3; 136.1; Jer.33.11).
Ps.34.9: „Schmecket und sehet, wie freundlich der Herr ist.“
Ps.119.68: „Du bist gütig und erweisest Gutes.“
Ps.86.5: „Du, o Allherr, bist gütig und bereit zum Verzeihen, reich bist du an Gnade für alle, die dich anrufen.“
Rö.2.4: „Verachtest du den Reichtum seiner Güte, Geduld und Langmut, und erkennst du nicht, dass Gottes Güte dich zur Busse führen will?“
Rö.11.22:„Sieh nun die Güte und die Strenge Gottes: gegen die, welche gefallen sind, Strenge; gegen dich aber Güte Gottes, wenn du an der Güte bleibst.“
Tit.3.4: „Als aber die Güte und die Menschenliebe unseres HeilandGottes erschien, errettete er uns.“
1.Petr.2.3: „Wenn ihr (wirklich) geschmeckt habt, dass der Herr gütig ist.“
Es genügt nicht, wenn wir nur zur Kenntnis nehmen und davon profitieren, dass der Herr freundlich und gütig ist. Der Herr will an unserem Leben sein Wesen und seine Tugenden zur Schau stellen. Wir sind ja seine Glieder und als Gemeinde sind wir sein Leib. Wenn man uns begegnet, begegnet man Ihm, weil ER in uns wohnt. Somit begegnet man auch seiner Freundlichkeit und Güte, die der Heilige Geist in uns wirkt. Weil wir Teile von Ihm (Christi Leib) sind, soll sich sein Wesen an uns offenbaren. Wir wollen dem Heiligen Geist noch mehr Raum lassen, dass er uns umgestalten kann in Christi Bild und Wesen.
Einige Merkmale von Freundlichkeit und Güte:
- macht nicht Vorwürfe
- ist hilfsbereit
- lieblich
- verständnisvoll
- sanft
- ermutigend und tröstend
Geistliche Reife zeigt sich auch in Freundlichkeit und Güte
Freundlichkeit und Güte sind Ausdruck der Liebe:
1.Kor. 13.4: „Die Liebe ist gütig (oder freundlich)“.
Wir wollen Seine Freundlichkeit und Güte anziehen und auch darin wachsen.
Rö.15.14: „Ich bin … überzeugt, dass auch ihr selbst voll Güte seid, erfüllt mit aller Erkenntnis, fähig, auch einander zu ermahnen.“
Voll von Güte sein ist eine Voraussetzung, um in Liebe ermahnen können. Von Güte und Milde der Gläubigen reden auch die folgenden Schriftstellen:
2.Kor.6.6: „In allem empfehlen wir uns als Gottes Diener, .. in Güte, in Heiligem Geist, in ungeheuchelter Liebe, im Reden der Wahrheit.“
Eph.4.32: „Seid aber zueinander gütig, mitleidig, und vergebt einander, so wie Gott in Christus, euch vergeben hat.“
Kol.3.12: „Ziehet nun an als auserwählte Gottes, als Heilige und Geliebte, herzliches Erbarmen, Güte, Demut, Milde, Langmut.“
2.Tim.2.24: „Ein Knecht des Herrn aber soll nicht streiten, sondern gegen alle milde sein.“
Güte ist auch ein Merkmal von geistlicher Reife, um das Paulus für die Gemeinde betet:
2.Thess.1.11: „Deshalb beten wir auch allezeit für euch, dass unser Gott euch würdig erachte der Berufung und alles Wohlgefallen an der Güte und das Werk des Glaubens in Kraft erfülle.“
Das neue Leben wird offenbar
Wenn in einem Menschen die Güte oder Gutheit Christi wohnt, sind Falschheit, Verschlagenheit, Niedertracht, Geiz und Neid verschwunden. Man darf einem solchen Menschen vertrauen. Der Heilige Geist wirkt die Gesinnung, wie sie Paulus ausdrückt in:
Gal.6.10: „Lasst uns nun, wie wir Gelegenheit haben, allen gegenüber das Gute wirken, am meisten aber gegenüber den Hausgenossen des Glaubens“.
1.Thess.5.15: „Jaget immer dem Guten nach, sowohl füreinander wie für alle.“
Das Gegenteil von Milde ist Schärfe und Härte. Milde hat nichts zu tun mit „Weichling“. Wir lesen in 1.Mose 32.29 von Jakob, dass er mit Gott und mit Menschen gekämpft und gesiegt hat. Trotzdem steht über ihn in
1.Mose 25.27: „Jakob aber war ein sehr sanfter Mann“.
Gott kann Menschen brauchen, die milde, freundlich und gütig sind. Dass dies aber nicht unserer Natur entspricht, wissen wir alle. Darum bedürfen wir so sehr der Fülle des Heiligen Geistes, der solche Frucht in uns wirkt.
Empfindsame und weiche Herzen
Phil.4.5: „Eure Lindigkeit lasset kund werden allen Menschen.“
Dieses Wort steht im Zusammenhang mit Freude und mit der Erwartung des Herrn (der Herr ist nahe). Milde oder Lindigkeit hat auch zu tun mit Erbarmen (ein weiches Herz). Das Herz soll auch weich oder empfindsam sein gegenüber dem Wort und dem Reden Gottes, wie es beim König Josia von Juda der Fall war:
2.Chronik 34.27: „Weil dein Herz weich geworden ist und du dich vor Gott gedemütigt hast, als du seine Worte über diesen Ort und über seine Bewohner hörtest, …darum habe auch ich es gehört, spricht der Herr.“
Milde im Leben von Jesus
Wir sehen Milde oder Lindigkeit auch bei Jesus in verschiedenen Situationen:
- Er segnete die Kinder Luk.18.15-17
- Er weinte am Grabe des Lazarus Joh.11.35
- Er erbarmte sich über den einzigen Sohn einer Witwe Luk.7.12+13
- Auf einem Eselsfüllen zog er in Jerusalem ein Matth.21.6+7
- Sogar am Kreuz traf er Vorkehrungen für seine Mutter Joh.19.27
- Er hat für seine Peiniger gebetet Luk.23.34
Im Reich Gottes herrscht Freundlichkeit, Milde und Güte
Wo Freundlichkeit, Milde und Gutheit ist, da fühlt man sich wohl und ist frei und unbefangen. Deshalb ist es uns in der Gegenwart Gottes und unter wahren Geistesmenschen auch so wohl. Weil die Freundlichkeit und die Güte Gottes ewig währen, wird auch der Himmel voll davon sein, welch eine herrliche Erwartung haben wir doch, Halleluja!