Bibel-Themen

eine Sammlung von Beiträgen zu biblischen Themen

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Handauflegung

Daniel Schenk

Deshalb wollen wir das Wort vom Anfang des Christus verlassen und uns der vollen Reife zuwenden und nicht wieder einen Grund legen mit der Lehre … von Handauflegung … Hebr.6.1+2.

   Gemäss diesem Schriftwort gehört die Lehre über Handauflegung zu den Anfängen der Glaubenslehre oder zu den sogenannten „Milchwahrheiten“.

Bei der Handauflegung beanspruchen wir die uns von Gott übertragene Autorität. Wir handeln im Namen Jesu, das heisst, an Seiner Statt oder als Seine Stellvertreter. Dies wollen wir stets vor Augen halten, wenn wir Hände auflegen.

Wir finden Handauflegung bereits bei Mose zur Übertragung von Autorität auf Josua und sehen diesen dann in einer Vollmachtsstellung, darum dass Mose ihm die Hände aufgelegt hatte. 4.Mose 27. 18‑20 und 5.Mose 34.9.

Eine besondere Art von Handauflegung sehen wir in 1.Mose 48.17 bei der Einsegnung der beiden Söhne Josephs, Ephraim und Manasse durch Jakob. Jakob kreuzte aufgrund einer Offenbarung die Arme und legte seine rechte Hand auf den jüngeren Ephraim. Die Auswirkung dieser Segnung lässt sich bis in die heutige Zeit nachvollziehen.

   Im neuen Bund wird die Handauflegung bei folgenden Angelegenheiten angewendet und gelehrt:

 

Gebet für Kranke:

  • Markus 6.5 Jesus heilte Kranke durch Handauflegung.
  • Apg. 28.8+9 Paulus legte dem Vater des Publius die Hände auf und machte ihn gesund.
  • Markus 16.18 Nach Jesu Worten gehört es zu den Zeichen, die den Glaubenden folgen werden, dass sie den Kranken die Hände auflegen und diese gesund werden.
  • Jak. 5.14+15 Kranke sollen die Ältesten kommen lassen, damit diese über ihnen beten. Oft ist ein seelsorgerliches Gespräch erforderlich. Es kann sein, dass das Problem der hilfesuchenden Person einen geistlichen Hintergrund hat, zum Beispiel Unversöhnlichkeit oder Sünde. Wenn dieses bekannt und Vergebung ausgesprochen ist, tritt die Heilung oder Befreiung oft ganz schnell ein.

 

Kinder segnen:

  • Markus 10.16 Jesus segnete die Kinder, indem Er ihnen die Hände auflegte.

 

Für Geistestaufe:

  • Apg. 8.17 Die Menschen in Samaria waren zum Glauben gekommen und getauft. Viele von Ihnen hatten Befreiung erlangt, denn aus vielen von ihnen waren unreine Geister mit grossem Geschrei ausgefahren und manche sind geheilt worden. Als die Apostel in Jerusalem diese gute Botschaft vernahmen, sandten sie Petrus und Johannes. Diese legten ihnen die Hände auf, und sie empfingen den Heiligen Geist.
  • Apg. 9.15‑17 Hier sehen wir, wie Handauflegung in der ersten Gemeinde praktiziert und verstanden wurde. Der Herr hat zu Ananias über Saulus geredet, dass dieser ein auserwähltes Werkzeug sei. Für Ananias war es klar, dann muss er mit heiligem Geist erfüllt sein. Er ging hin, legte Ihm die Hände auf, damit er wieder sehend und mit heiligem Geist erfüllt werde (also Heilung und Geistestaufe).

 

Für Geistesgaben:

  • Apg. 19.6 Paulus fand in Ephesus einige Jünger, die auf die Taufe des Johannes getauft waren, Paulus belehrte sie richtig und taufte sie auf den Namen Jesus. Als er ihnen dann die Hände auflegte, redeten sie in neuen Zungen und weissagten.
  • 1.Tim.4.14 Paulus ermahnt den Timotheus, die Gnadengabe, die ihm aufgrund von Prophetenwort und Handauflegung der Ältesten zuteil geworden ist, nicht unbetätigt zu lassen.
  • 2.Tim.1.6 Paulus erinnert den Timotheus an die Gnadengabe, die ihm infolge seiner Handauflegung zuteil geworden ist und mahnt ihn daran, diese zur hellen Flamme zu entfachen.

 

Einsetzung zum Dienst:

  • Apg.6.6 Auf Anregung der Apostel wählte die Gemeinde sieben Diakone, diese wurden dann unter Handauflegung in den Dienst eingesetzt.
  • Apg.13.3 Barnabas und Saulus wurden unter Fasten, Gebet und Handauflegung ausgesandt. Diese Einsetzung geschah aufgrund einer göttlichen Offenbarung.
  • 1.Tim.5.22 Auch diese Stelle bezieht sich auf die Handauflegung bei der Einsetzung zum Dienst. Die Handauflegung soll nicht zu früh erteilt werden. Nach 1.Tim.3.6 soll es kein Neubekehrter sein und in 1.Tim.3. 10 steht, dass der betreffende sich zuerst bewähren soll und er den Dienst erst ausüben soll, wenn er unbescholten ist.

 

Wer darf Hände auflegen?

Nach Markus 16.18 können alle Gläubigen den Kranken die Hände auflegen, wir wollen dieses in unseren Familien praktizieren. Braucht es zusätzliche Gebetsunterstützung, sollen nach Jakobus 5 die Ältesten der Gemeinde gerufen werden.

Bei Einsegnung oder Aussendung zum Dienst haben nach der Schrift Apostel oder Älteste die Hände aufgelegt. Die Einsetzenden oder Aussendenden Übernehmen eine Verantwortung. Nach 1.Tim. 5.22 kann man sich sogar fremder Sünden teilhaftig machen, wenn man sich dabei nicht vom Geist Gottes leiten lässt.

  Wichtig: Wer selber nicht frei ist oder noch in Sünde lebt, darf nicht Hände auflegen.

 

Noch einige Verhaltenshinweise:

Es ist nicht notwendig, dass wir bei der Handauflegung Kraft anwenden. Die Wirkung ist eine geistliche und wir handeln in geistlicher Autorität, diese wird durch unsere menschliche Kraft nicht verstärkt. Es heisst ja auch nicht „Hände aufdrücken“ sondern „Hände auflegen“. Der Hilfesuchende fühlt sich oft ohnehin bedrückt, man sollte ihn also nicht noch niederdrücken.

Es ist auch darauf zu achten, dass man die Menschen nicht an unschicklichen Stellen berührt. Man kann die Hände auf den Kopf, den Nacken, die Schultern oder auf den Rücken auflegen. Die betenden Brüder können unter Umständen eine Schwester beiziehen, um einer anderen Schwester die Hände aufzulegen und dann selbst einfach im Gebet unterstützen. Dies sollte man vor allem dann tun, wenn man den Eindruck hat, dass die betreffende Person um der Berührung willen gerne mit sich beten lässt. Die kranke Person kann sich auch selber die Hände auflegen, dies besonders dann, wenn in einer Versammlung allgemein für die Kranken gebetet wird oder wenn man für sich selber betet.

Der Vollständigkeit halber möchte ich noch erwähnen, dass es auch „Handaufleger“ (Geistheiler) gibt, die aus einer anderen Kraft heilen. Auch wenn dabei fromme Worte gebraucht werden, müssen wir dies als okkulte Praktik ablehnen.

 

Nachtrag:

Ein Bruder hat erzählt, wie er als Junge oft ein Schlingel war und wie der Vater dann eine „spezielle Handauflegung“ auf seine Hintern machen musste. Auch das kann, zur richtigen Zeit und im richtigen Mass angewendet, hilfreich sein.

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