Ihn lieben
Daniel Schenk
1.Kor.2.9: „Was kein Auge gesehen und kein Ohr gehört hat und in keines Menschen Herz gekommen ist, was Gott denen bereitet hat, die Ihn lieben.“
Schon im Gesetz steht geschrieben: „Und du sollst den HERRN, deinen Gott, lieben mit deinem ganzen Herzen und mit deiner ganzen Seele und mit deiner ganzen Kraft.“ (5.Mo.6.5).
Jesus hat dieses Gebot in einem Gespräch mit einem Schriftgelehrten als das grösste und erste Gebot bezeichnet. Das andere aber setzte er ihm gleich: „Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst“. (Matth.22.37).
Es sollte eigentlich selbstverständlich sein, dass die Menschen Gott lieben. Hat Er ihnen doch eine wunderbare Schöpfung zur Verfügung gestellt und sie in die höchste Position darin gesetzt. Doch beim Sündenfall im Paradies hat der Teufel, der Fürst dieser Welt, die Herzen der Menschen verfinstert. Seit diesem Zeitpunkt betrachten die Menschen Ihren Schöpfer als einen Feind, vor dem man sich verstecken muss. Die Schrift sagt: „Sie liebten die Finsternis mehr als das Licht, weil ihre Werke böse waren.“ Es bedarf der Busse, der Wiedergeburt und der Erneuerung durch den Heiligen Geist, dass wir Gott lieben können. Nach Rö.5.5 ist die Liebe Gottes durch den Heiligen Geist in unsere Herzen ausgegossen. Dieser Geist befähigt uns Ihn zu lieben, wie geschrieben steht, dass wir durch den Heiligen Geist rufen: „Abba lieber Vater!“
Wenn wir Geistesmenschen sind und der Heilige Geist in uns Raum hat, dann lieben wir Gott. Und wer Gott den Vater liebt, der liebt auch Seinen Sohn Jesus Christus. Den, der für unsere Sünden gestorben ist, der unser Erlöser geworden ist. Wenn wir das betrachten, was Er für uns getan hat, dann müssen ja unsere Herzen überfliessen in Liebe zu Ihm, so dass wir immer wieder sagen müssen: „Vater, ich liebe Dich! Jesus ich liebe Dich!“ Der Heilige Geist verklärt uns die Liebe Gottes und wirkt in uns wiederum die Liebe zum Vater und zum Sohn. So erfüllt sich das Wort aus
1.Joh.4.19: „Wir lieben Gott, denn Er hat uns zuerst geliebt.“
Eines der Ziele unseres geistlichen Wachstums ist ja, in der Liebe gewurzelt und gegründet zu sein und die Tiefe der Liebe Christi zu erkennen.
Eph.3.17-19: „Dass der Christus durch den Glauben in euren Herzen wohne und ihr in Liebe gewurzelt und gegründet seid, damit ihr imstande seid, mit allen Heiligen völlig zu erfassen, was die Breite und Länge und Höhe und Tiefe sei, und die Liebe Christi erkennet, die doch alle Erkenntnis übertrifft, auf dass ihr erfüllt werdet bis zur ganzen Fülle Gottes.“
Gott ist Liebe, wenn wir aus Ihm gezeugt sind, dann haben auch wir Liebe empfangen und sind in Seine Liebesgemeinschaft einbezogen. Es ist etwas wunderbares, wenn wir Ihn lieben können. Die Schrift sagt, dass diese völlige Liebe die Furcht austreibt (1.Joh.4.18). Liebe bedeutet auch Vertrauen, völliges Vertrauen zu Ihm. Wir haben auch dann Vertrauen zu Ihm, wenn Er uns Wege führt die wir im Moment nicht verstehen und die uns nicht gefallen, weil sie gegen unsere natürlichen Empfindungen gehen. Wir können sagen: „Gott, Dein Weg ist heilig“, denn wir lieben Ihn.
Was ist denen verheissen, die den Herrn lieben?
Wir wollen ein paar dieser gewaltigen Verheissungen aufzählen und betrachten, was Gott denen bereitet hat, die Ihn lieben. Es sind dies Dinge, die unser menschliches Fassungsvermögen weit übersteigen und die wir zum Teil erst in den zukünftigen Zeitaltern (Äonen) erfassen und erleben können. Es gibt aber auch Zusagen der Schrift, deren Frucht wir jetzt schon geniessen. Zum Beispiel:
Rö.8.28: „Wir wissen aber, dass denen, die Gott lieben, alles zum Besten mitwirkt, denen, die nach dem Vorsatz berufen sind.“
Welch grosse Vorteile haben wir doch gegenüber allen anderen Menschen, wenn alle Dinge im Leben, auch die, die wir vielleicht negativ empfinden, uns dienen müssen, also für uns positive Auswirkungen haben. In Richter 5.31 steht: „Aber die, die Ihn lieben, sollen sein, wie die Sonne aufgeht in ihrer Kraft.“ Das bedeutet, dass Gott sich am Leben derer, die Ihn lieben, in ganz mächtiger Weise verherrlichen und offenbaren wird und sie zu einem Schaustück seiner Herrlichkeit macht. Wer kann schon die Sonne aufhalten, wenn sie in ihrer Pracht aufgeht, oder wer kann ihr etwas Gleichwertiges entgegensetzen. Ich denke, die Schrift macht auch hier keine leeren Worte.
Beim Lesen der nachstehenden Schriftstelle wollen wir bedenken, dass sich solche Verheissungen im neuen Bund auf geistliches Land und geistliche Feinde beziehen.
5.Mo11.22.25: „Denn wenn ihr dieses ganze Gebot, das ich euch zu tun gebiete, treu haltet, indem ihr den HERRN, euren Gott, liebt, auf all Seinen Wegen geht und Ihm anhangt, dann wird der Herr alle diese Nationen vor euch vertreiben; und ihr werdet Nationen vertreiben, grösser und stärker als ihr. Jeder Ort, auf den eure Fusssohle treten wird, wird euch gehören; von der Wüste und dem Libanon und vom Strom, dem Strom Euphrat an, bis an das westliche Meer wird euer Gebiet sein. Kein Mensch wird vor euch bestehen. Schrecken vor euch und Furcht vor euch wird der HERR, euer Gott, auf das ganze Land legen, das ihr betreten werdet, wie Er zu euch geredet hat.“
Ps.122.6: „Ruhe sollen die haben, die dich lieben.“
Ps.145.20: „Der Herr bewahrt alle, die ihn lieben.“
Spr.8.17: „Ich liebe, die mich lieben; und die mich suchen, finden mich.“
Spr.8.21: „Dass ich Besitz vererbe allen, die mich lieben, und ihre Vorratskammern fülle ich.“
Rö.8.28: „Wir wissen aber, dass denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Guten mitwirken.“
1.Kor.8.3: „Wenn aber jemand Gott liebt, der ist von Ihm erkannt.“
Eph.6.24: „Die Gnade sei mit all denen, die unseren Herrn Jesus Christus lieben in Unvergänglichkeit.“
Dies im Gegensatz zu denen, die Ihn nicht lieben nach
1.Kor.16.23: „Wenn jemand den Herrn nicht lieb hat, der sei anathema.“
Das griechische Wort „Anathema“ meint einen Gegenstand, der dem Fluch und der Zerstörung preisgegeben wird.
Jak.1.12: „Glückselig der Mann, der die Versuchung erduldet! Denn nachdem er bewährt ist, wird er den Siegeskranz des Lebens empfangen, den er denen verheissen hat, die ihn lieben.“
Erste (vornehmste) Leibe
Von dieser Liebe lesen wir in
Off.2.4: „Aber ich habe gegen dich, dass du deine erste Liebe verlassen hast. Denke nun daran, wovon du gefallen bist, und tue Busse und tue die ersten Werke!“
Ephesus erhielt sehr viel Lob für seine Arbeit und die guten Werke. Wir sehen aus dem Zusammenhang, dass die erste Liebe, die Liebe zum Herrn, höher eingestuft wird als die Werke. Der Herr möchte eine Liebesbeziehung mit uns haben, die auch die Erwartung Seiner Wiederkunft einschliesst. Wir sehen bei den ersten Gemeinden klar diese Haltung. Wir wollen nicht nur Gaben und Segnungen von Ihm, obwohl diese uns sehr wertvoll sind, wir wollen vor allem Ihn. Es ist sehr wichtig, dass wir diese erste Liebe in uns nicht erkalten lassen, sondern dass sie immer wieder neu entfacht wird. Es liegt eine grosse Bewahrung darin, dass wir Ihn lieben. Durch dieses „verliebt sein“ in Ihn wird so manches andere, was uns sonst gefangen nehmen würde, unwichtig und verliert die Anziehungskraft.
Liebe zum Herrn, Voraussetzung zum Dienst
Die Liebe zu Gott und zum Herrn Jesus Christus ist auch die Voraussetzung für den Dienst. Wir sehen das aus dem Gespräch Jesu mit Petrus:
Joh.21.15-17: „Als sie nun gefrühstückt hatten, spricht Jesus zu Simon Petrus: Simon, Sohn des Johannes, liebst du mich mehr als diese? Er spricht zu ihm: Ja, Herr, du weisst, dass ich dich lieb habe. Spricht er zu ihm: Weide meine Lämmer! Wiederum spricht er zum zweitenmal zu ihm: Simon, Sohn des Johannes, liebst du mich? Er spricht zu ihm: Ja, Herr, du weisst, dass ich dich lieb habe. Spricht er zu ihm: Hüte meine Schafe! Er spricht zum drittenmal zu ihm: Simon, Sohn des Johannes, hast du mich lieb? Petrus wurde traurig, dass er zum drittenmal zu ihm sagte: Hast du mich lieb? und sprach zu ihm: Herr, du weisst alles, du erkennst, dass ich dich lieb habe. Jesus spricht zu ihm: Weide meine Schafe!“
Die Voraussetzung für den Hirtendienst ist, dass wir den Erzhirten und Besitzer der Schafe lieben. Er hat zu Petrus nicht gesagt: „Weide deine Schafe;“ sondern „Weide meine Schafe.“ Wer Ihn nicht liebt, wird nicht mit Hingabe Seine Schafe weiden können. Die Liebe zu der Gemeinde und zu den Geschwistern erwächst uns aus der Liebe zum Herrn, der das Haupt der Gemeinde ist. Wir können nicht das Haupt lieben und den Leib verachten.
1.Joh.4.20+21: „Wenn jemand sagt, ich liebe Gott, und hasst seinen Bruder, ist er ein Lügner. Denn wer seinen Bruder nicht liebt, den er gesehen hat, kann Gott nicht lieben, den er nicht gesehen hat.“
1.Thess.4.9+10: „Was aber die Bruderliebe betrifft, so habt ihr nicht nötig, dass man euch schreibt, denn ihr seid selbst von Gott gelehrt, einander zu lieben; das tut ihr ja auch gegen alle Brüder in ganz Mazedonien. Wir ermahnen euch aber, Brüder, reichlicher zuzunehmen.“
Hebr.6.10: „Denn Gott ist nicht ungerecht, euer Werk zu vergessen und die Liebe, die ihr zu seinem Namen bewiesen habt, indem ihr den Heiligen gedient habt und dient.“
Wie drückt sich die Liebe zu Gott in unserem Leben aus?
Sie drückt sich aus in einer innigen Gemeinschaft mit dem Vater und Seinem Sohn Jesus Christus. Gemäss der Elberfelder Studienbibel bedeutet das Wort „agapao“ (lieben) die Ausrichtung des Willens und das sich freuen an etwas. Der Heilige Geist wirkt in uns diese innige Liebesbeziehung, so wird es uns in den zwei folgenden Schriftstellen gesagt:
Rö.8.15: „Sondern einen Geist der Sohnschaft habt ihr empfangen, in dem wir rufen: Abba, Vater!“
Gal.4.6: „Weil ihr aber Söhne seid, sandte Gott den Geist seines Sohnes in unsere Herzen, der da ruft: Abba, Vater!“
Die Liebe zum Herrn kommt aber auch darin zum Ausdruck, dass wir Sein Wort befolgen. Wer Ihn liebt, liebt auch Sein Wort, das Er uns gegeben hat.
Joh.14.15: „Wenn ihr mich liebt, so werdet ihr meine Gebote halten.“
Joh.14.21: „Wer meine Gebote hat und sie hält, der ist es, der mich liebt; wer aber mich liebt, wird von meinem Vater geliebt werden; und ich werde ihn lieben und mich selbst ihm offenbaren.“
Joh.14.23: „Wenn jemand mich liebt, so wird er mein Wort halten, und mein Vater wird ihn lieben, und wir werden zu ihm kommen und Wohnung bei ihm machen.“
1.Joh.2.5: „Wer aber sein Wort hält, in dem ist wahrlich die Liebe zu Gott vollkommen geworden.
Liebe bedeutet auch Vertrauen haben
Im Hohelied, dem Lied der Lieder, wird dieses Vertrauen wunderbar beschrieben.
Hohel.8.5: “ Wer ist sie, die da heraufkommt aus der Wüste, an ihren Geliebten gelehnt?“
Sind wir solche Menschen, die sich an Ihn lehnen auch in der Wüste? Wahrlich, da vergisst man die Wüste, denn Er ist ja da und das genügt uns. Seine Gegenwart ist Herrlichkeit. Wir wollen von Ihm nicht nur Hilfe und Vorteile im Leben, vielmehr wollen wir uns an Seiner Liebe zu uns freuen. Aber auch Er soll sich über unsere Liebe freuen können. Diese Liebe wollen wir zum Ausdruck bringen im Gebet, in den Liedern, mit unserem Leben, aber auch in der Liebe zu Seinem Leib und in der Annahme der Geschwister, die ja Glieder Seines Leibes sind. Aus dieser Liebe zu Ihm heraus soll auch unser Dienst und die Betätigung der uns zugeteilten Gnadengaben fliessen. Dann sind wir richtig ausgerichtet und werden nie frustriert sein, auch bei Misserfolgen nicht. Denn wir tun ja alles für Ihn und in Seinem Namen. Halleluja!
Gott segne Euch alle und schenke eine mächtige Liebe in Eure Herzen. Zum Abschluss möchte ich nochmals das Wort aus Joh.4.19 zitieren (nach Luther):
„Lasst uns Ihn lieben; denn Er hat uns zuerst geliebt.“