Ihr habt die Salbung
Daniel Schenk
1.Joh.2.20: „Und ihr habt die Salbung von dem Heiligen.“
Salbung mit Öl
Für die Salbung der Priester und des Heiligtums hat Mose von Gott genaue Anweisungen bekommen. Man durfte nicht einfach irgendein Öl nehmen oder irgendjemand salben. Wir wollen diese Anweisungen aus dem 2. Buch Mose lesen:
2.Mo.30.22-33: „Und der Herr redete zu Mose und sprach: Du nun, nimm dir Balsamöle bester Art, 500 Schekel von selbst ausgeflossene Myrrhe und die Hälfte davon, 250 Schekel, wohlriechenden Zimt, ferner 250 Schekel Würzrohr und 500 Schekel Zimtblüten, nach dem Schekel des Heiligtums, dazu ein Hin Olivenöl und mache daraus ein Öl der heiligen Salbung, eine Mischung von Gewürzsalbe, ein Werk des Salbenmischers; es soll ein Öl für die heilige Salbung sein. Und du sollst damit das Zelt der Begegnung und die Lade des Zeugnisses salben, auch den Tisch und alle seine Geräte, den Leuchter und seine Geräte und den Räucheraltar, sowie den Brandopferaltar samt all seinen Geräten, das Becken und sein Gestell. So sollst du diese Dinge heiligen, und sie sollen hochheilig sein; alles was sie berührt ist geheiligt (d.h. gehört dem Heiligtum). Auch Aaron und sein Söhne sollst du salben und sie dadurch heiligen, damit sie mir den Priesterdienst ausüben. Zu den Söhnen Israel sollst du so reden: Ein Öl der heiligen Salbung soll dies für mich sein, für all eure Generationen. Auf den Leib eines Menschen darf man es nicht giessen und ihr dürft nichts herstellen, was ihm in seiner Zusammensetzung gleich ist; heilig ist es, heilig soll es euch sein. Wer sonst eine Mischung wie diese herstellt oder etwas davon auf einen Fremden (Unbefugten) streicht, der soll aus seinen Völkern ausgerottet werden.“
Aus diesen Worten erkennen wir die Heiligkeit der Salbung, die während der Zeit des alten Bundes nur Priestern, Königen und Propheten zuteilwurde. Die Salbung hat die Bedeutung von heiligen, weihen und bevollmächtigen.
Salbung der Priester
2.Mo.28.41: „Dann sollst du sie (Aaron und seine Söhne) salben und ihnen die Hände füllen und sie heiligen, damit sie mir den Priesterdienst ausüben.“
Salbung der Könige
Saul
1.Sam.9.16: „Den (Saul) sollst du zum Fürsten über mein Volk Israel salben!“
1.Sam.10.1: „Und Samuel nahm den Krug mit Öl und goss es auf sein Haupt, und er küsste ihn und sagte: So hat der HERR dich nun zum Fürsten über sein Erbteil gesalbt!“
In den Versen 9 bis 11 lesen wir dann etwas von der Wirkung dieser Salbung. Gott gab Saul ein anderes Herz und als er zu den Propheten kam, kam der Geist Gottes über ihn und er weissagte. In Kapitel 15 müssen wir leider lesen, dass Saul die Salbung durch Ungehorsam wieder verloren hat.
1.Sam.15.23: „Weil du das Wort des Herrn verworfen hast, so hat er dich auch verworfen, dass du nicht mehr König sein sollst.“
1.Sam.16.14: „Aber der Geist des Herrn wich von Saul, und ein böser Geist vom Herrn ängstigte ihn.“
David
In 1.Samuel 16 ist uns die Geschichte von der Salbung Davids erzählt. Gott sagte zu Samuel: „Du sollst mir den salben, den ich dir nennen werde.“ (Vers 3). Als David als letzter und jüngster Sohn des Isai vor Samuel trat, da sagte der Herr:
1.Sam.16.12 + 13: „Auf, salbe ihn! Denn er ist es! Da nahm Samuel das Ölhorn und salbte ihn mitten unter seinen Brüdern. Und der Geist des Herrn geriet über David von diesem Tag an und darüber hinaus.“
Wir wissen, dass David nicht sofort nach seiner Salbung König war. Die Stellung als Gesalbter und Berufener hat ihm vorerst viel Leiden eingebracht und er ging durch eine schwere Schule. Doch die Salbung, die auf seinem Leben war, hat ihn auf übernatürliche Weise bewahrt und geführt. Als die Zeit gekommen war, kamen die Männer von Juda und salbten David zum König über das Haus Juda (2.Sam.2.4). Dies war eine zweite Salbung als Bestätigung für sein Königtum. Das Entscheidende aber war, was Gott in 2. Sam.12.7 zu ihm sagte: „ Ich habe dich zum König über Israel gesalbt.“
Absolom
Abslom war wohl vom Volk zum König gesalbt worden, aber die Salbung war nicht von Gott bestätigt. Er gehörte zu jenen Unbefugten, von denen wir in 2.Mo.30 gelesen haben, dass sie ausgerottet werden sollen, darum ist er im Kampf gestorben.
2.Sam.19.11: „Absolom aber, den wir zum König über uns gesalbt hatten, ist im Kampf gestorben.“
Salbung der Propheten
Elia war auf der Flucht vor Isebel in vierzig Tagen und Nächten bis an den Berg Horeb gelangt. Dort gab ihm der Herr den Auftrag, den gleichen Weg zurückzugehen und den Elisa als seinen Nachfolger zu salben.
1.Kö.19.16: „Und Elisa, den Sohn Schafats, von Abel-Mehola sollst du zum Propheten an deiner Stelle salben!“
In Vers 21 lesen wir dann, dass Elisa dem Elia nachfolgte und ihm diente. Durch die Salbung war Elisa noch nicht ein selbständiger Prophet, sonders vorerst ein Jünger und Schüler des Elia. Auch an dem Tag, als Gott den Elia im feurigen Wagen entrückte, gab er sich nicht selbstsicher, sondern wünschte, dass ihm ein zweifacher Anteil des Geistes von Elia gegeben werde (2.Kö.2.9). Gott hat diese in Demut ausgesprochene Bitte erhört und Elisa hat fortan in einer starken Salbung dienen können.
Salbung der Kranken
Im neuen Bund redet die Bibel nur von der Salbung mit Öl an Kranken in Verbindung mit dem Gebet um Heilung. Dabei ist kein spezielles Öl erwähnt, wie es im alten Bund der Fall war. In jedem Fall ist es aber in Verbindung gebracht mit Busse und bekennen der Sünden. Im Markus Evangelium lesen wir von Salbung der Kranken durch die zwölf Apostel, die der Herr je zwei und zwei aussandte:
Mark.6.12+13: „Und sie zogen aus und predigten, dass sie Busse tun sollten, und sie trieben viele Dämonen aus und salbten viele Schwache mit Öl und heilten sie.“
Auch Jakobus erwähnt die Salbung mit Öl in Verbindung mit dem Gebet für Kranke:
Jak.5.14-16: „Ist jemand krank unter euch? Er rufe die Ältesten der Gemeinde zu sich, und sie mögen über ihm beten und ihn mit Öl salben im Namen des Herrn. Und das Gebet des Glaubens wird den Kranken retten, und der Herr wird ihn aufrichten, und wenn er Sünden begangen hat, wird ihm vergeben werden. Bekennt nun einander die Sünden und betet füreinander, damit ihr geheilt werdet!“
Die Bibel lehrt uns, dass die Krankheit in manchen Fällen im Zusammenhang mit Sünde steht. Dies ist nicht immer der Fall, aber wir sollten uns in jedem Fall prüfen, ob wir dem Feind eine Türe geöffnet haben. Wenn uns etwas bewusst wird, müssen wir darüber Busse tun und es bekennen, bevor im Namen des Herrn mit Öl gesalbt wird.
Salbung mit dem Heiligen Geist
Jesus war gesalbt
Jesus war das Musterbeispiel eines Gesalbten, obwohl er keine Salbung im Sinne des Alten Testamentes erfahren hatte, war er König, Priester und Prophet zugleich. Er wurde schon in den prophetischen Schriften des alten Bundes „der Gesalbte“ genannt (Ps.2.2; Dan.9.25+26). Das Wort „Christus“ (griech. Christos) bedeutet „Gesalbter“. Es gab viele Gesalbte schon in der Zeit des Alten Bundes, für Ihn aber wird meist der Ausdruck „der Gesalbte“ gebraucht oder „Christus“ steht im Verbindung mit Seinem Namen Jesus. Er war von Gott dem Vater gesalbt mit Heiligem Geist und mit Freudenöl.
Luk.4.18: „Der Geist des Herrn ist auf mir, weil er mich gesalbt hat.“
Apg.4.27: „Gegen deinen heiligen Knecht Jesus, den du gesalbt hast.“
Apg.10.38: „Jesus von Nazareth, wie Gott ihn mit Heiligem Geist und mit Kraft gesalbt hat, der umherging und wohltat und alle heilte, die vom Teufel überwältigt waren; denn Gott war mit ihm.“
Hebr.1.9: „Darum hat dich, o Gott, dein Gott, gesalbt mit Freudenöl vor deinen Gefährten.“
Gott hat auch uns gesalbt
Die Salbung des Neuen Bundes besteht nicht im Ausgiessen von Öl auf den Leib, ausser bei der Salbung von Kranken wie oben erwähnt, sondern in der Taufe mit dem Heiligen Geist. Diese Salbung kommt somit direkt von Gott, gesalbte Menschen helfen dabei höchstens mit durch Belehrung, Gebet und Handauflegung.
2.Kor.1.21: „Der uns aber mit euch festigt in Christus und uns gesalbt hat, ist Gott, der uns auch versiegelt und das Unterpfand des Geistes in unsere Herzen gegeben hat.“
1.Joh.2.20: „Und ihr habt die Salbung von dem Heiligen und habt alle das Wissen.“
1.Joh.2.27: „Und ihr! Die Salbung, die ihr von ihm empfangen habt, bleibt in euch, und ihr habt nicht nötig, dass euch jemand belehre, sondern wie seine Salbung euch über alles belehrt, so ist es auch wahr und keine Lüge. Und wie sie euch belehrt hat, so bleibt in ihm!“
Es ist für uns eine grosse Gnade und ein grosses Vorrecht, dass wir Gesalbte Gottes sein dürfen.
Welche Wirkungen hat die Salbung des Heiligen Geistes auf einen Menschen?
Weihung und Heiligung
Rö.15.16: „Damit das Opfer der Nationen angenehm werde, geheiligt durch den Heiligen Geist“
Versiegelung für den Tag der Entrückung
2.Kor.1.21+22: „Der uns gesalbt hat ist Gott, der uns auch versiegelt hat und das Unterpfand des Geistes in unsere Herzen gegeben hat.“
Eph.1.13: „In ihm seid auch ihr… versiegelt worden mit dem Heiligen Geist der Verheissung.“
Eph.4.30: „Und betrübt nicht den Heiligen Geist Gottes, mit dem ihr versiegelt worden seid auf den Tag der Erlösung hin!
Schutz und Bewahrung
Ps.20.7: „Jetzt habe ich erkannt, dass der Herr seinem Gesalbten hilft.“
Ps.28.2: „Der Herr ist ihre Stärke, und er ist eine rettende Burg für seinen Gesalbten!“
Ps.105.15: „Tastet meinen Gesalbten nicht an!“
In Off.7 lesen wir von einer Schar von 144’000 Menschen aus der Zahl der Stämme Israels. Diese werden durch einen Engel an ihren Stirnen versiegelt und erhalten dadurch Schutz und Bewahrung in den Gerichten der Grossen Drangsal. Wenn schon die Versiegelung durch einen Engel solch gewaltigen Schutz in Zeiten grösster Drangsal bietet, wie viel mehr bedeutet das Siegel des Heiligen Geistes, das wir durch die Salbung empfangen haben, für uns Schutz und Sicherheit. Das Siegel des Geistes ist uns als Pfand für den Tag der Leibeserlösung gegeben (Eph.1.13+14; 4.30). Auch 1.Joh.2.27+28 macht die Aussage, dass, wenn wir in Ihm bleiben so wie uns die Salbung belehrt, wir bei seiner Ankunft nicht beschämt zurückweichen müssen.
Belehrung
1.Joh.2.20: „Und ihr habt die Salbung von dem Heiligen und habt alle das Wissen (wisst alles).“
1.Joh.2.27: „Wie seine Salbung euch über alles belehrt, so ist es auch wahr und keine Lüge. Und wie sie euch belehrt hat, so bleibt in ihm!“
Dienst
Wie es schon im alten Bund bei den Königen, Priestern und Propheten der Fall war, so haben auch wir die Salbung in erster Linie für den Dienst erhalten. Die Salbung befähigt uns, unsere Gaben in Weisheit und zum Nutzen der Gemeinde einzusetzen. Die Salbung ist somit eng mit unserer Berufung verbunden und äussert sich in dem uns zugeteilten Dienst. Wir können die Salbung nicht dazu benutzen, um etwas zu tun für das wir keine Berufung haben. Darum lasst uns in unserem Dienst in der Gemeinde stets auf die Salbung des Heiligen Geistes achten.
Kann man die Salbung verlieren?
Wir haben die Salbung durch den Heiligen Geist empfangen. Die Bibel lehrt uns klar, dass wir diesen dämpfen, betrüben (Eph.4.30) und sogar löschen können.
1.Thess.5.19: „Den Geist löscht nicht aus!“
Dass der Heilige Geist und somit die Salbung wieder von einem Menschen weichen kann, sehen wir auch aus der Geschichte von Saul, die am Anfang dieses Beitrages erwähnt ist:
1.Sam.16.14: „Der Geist des Herrn wich von Saul.“
Die Salbung bewahren!
Wenn man die Salbung betrüben, dämpfen und sogar verlieren kann, dann kann man sie auch verstärken, anfachen und erhalten oder bewahren. Ich meine damit nicht, dass man menschliche Gefühle anheizen soll, sondern dass wir danach trachten, allezeit voll Geistes zu sein. Dies geschieht, indem wir zueinander reden in Psalmen, Lobgesängen und geistlichen Liedern und dem Herrn in unseren Herzen singen und spielen und allezeit dem Vater im Namen unseres Herrn Jesus Christus Dank sagen (Eph.5.18-20).