In Christus / in Ihm
Daniel Schenk
„In Christus“ oder „in Ihm“ ist ein rein neutestamentliches, ja man kann sogar sagen, „paulinisches“ Thema. Diese Offenbarung, dass wir „in Christus“ (in Ihm) sind, wurde insbesondere dem Nationenapostel Paulus geschenkt und man findet diese Aussage hauptsächlich in seinen Briefen. Es ist ein Teil des Geheimnisses Christi, das gemäss Rö.16.25+26; Eph.3.5+6 und Kol.1.26 seit ewigen Zeiten verborgen war, jetzt aber geoffenbart ist und verkündigt werden soll.
Der Ausdruck „in Christus/in Ihm“ wird vor allem da verwendet, wo es um unsere geistliche Stellung und um geistliche Segnungen geht. Der Stand „in Christus“ ist das Höchste was Gott uns Menschen anbieten kann. Es bedeutet die engste Verbindung mit Jesus Christus und mit der Gemeinde. Gott hat alle Segnungen und auch alle Schätze der Erkenntnis und Weisheit in Christus hinein gelegt (Kol.2.2+3). Nur wenn wir in Ihm sind und bleiben, haben wir daran vollen Anteil. Wir werden das alles aber nur soweit besitzen, erleben und beanspruchen können, wie der Heilige Geist uns darüber erleuchten und Erkenntnis schenken kann. Darum betet Paulus für die Epheser um erleuchtete Herzensaugen, Offenbarung und Erkenntnis.
Eph.1.17‑19: „Dass der Gott unseres Herrn Jesus Christus, der Vater der Herrlichkeit, euch gebe den Geist der Weisheit und Offenbarung in der Erkenntnis Seiner selbst. Er erleuchte die Augen eures Herzens, damit ihr wisst, was die Hoffnung Seiner Berufung, was der Reichtum der Herrlichkeit Seines Erbes in den Heiligen und was die überschwängliche Grösse Seiner Kraft, an uns, den Glaubenden, ist.“
Ich möchte den Stand „in Christus“ wie folgt veranschaulichen:
Wir nehmen ein Buch und legen einen Geldschein zwischen die Seiten. Dieser Geldschein ist nun „in ihm“, in diesem Falle in dem Buch. Alles was nun mit dem Buch geschieht, geschieht auch mit dem Geldschein, der „in ihm“ ist. So verhält es sich auch mit uns, wenn wir „in Christus“ sind. Die Schrift bezeugt uns, dass wir zusammen mit Christus gestorben, begraben, lebendig gemacht, auferweckt, ja sogar zusammen mit Ihm in die Himmelswelt versetzt sind (Eph.2.5+6; Kol.2.12). Einige der vielen Segnungen, die wir „in Christus“ haben, sind in diesem Beitrag noch separat aufgezählt.
In Christus sollen wir wachsen, wir lesen von verschiedenen Wachstumsstufen:
- Unmündige und Kindlein in Christus Kor.3.1: „Und ich, Brüder, konnte nicht zu euch reden als zu Geistlichen, sondern als zu Fleischlichen, als zu Unmündigen in Christus.“
- Bewährte und Gereifte in Christus Rö.16.10: „Grüßt Apelles, den Bewährten in Christus!“
- Vollkommene in Christus 1.28: „Ihn verkündigen wir, indem wir jeden Menschen ermahnen und jeden Menschen in aller Weisheit lehren, um jeden Menschen vollkommen in Christus darzustellen (o. um jeden Menschen vor ihn zu stellen als Vollkommenen in Christus); worum ich mich auch bemühe und kämpfend ringe.“ Wenn dieser Stand der Vollkommenheit unerreichbar wäre, hätte sich Paulus nicht so sehr darum bemüht, alle dahin zu bringen. Wir wollen es mit Phil.3.12 halten, wir haben es noch nicht erlangt, aber wir jagen ihm nach, weil wir von Christus dazu ergriffen sind.
- In Christus Entschlafene Kor.15.18: „Die, welche in Christus entschlafen sind.“ 1.Thess.4.16: „Und die Toten in Christus werden zuerst auferstehen.“ Die letztgenannten Stellen zeigen uns, dass wir den Stand in Christus auch durch den leiblichen Tod nicht verlieren.
Er ist das Haupt des Leibes
Zur Veranschaulichung unserer geistlichen Stellung braucht die Schrift oft das Bild vom „Leib“. Wir bilden zusammen den „Leib des Christus“ und Er ist das „Haupt“. Die gesamte Körperschaft, Gemeinde und Haupt, wird oft als „der Christus“ bezeichnet. Als einzelne sind wir „Glieder des Leibes Christi“.
1.Kor.12.17: „Ihr aber seid Christi Leib, und einzeln genommen, Glieder.“
Er als Haupt wird vervollständigt durch die Glieder und diese werden vervollständigt (zur Fülle gebracht) durch das Haupt.
Kol.2.9+10: „Denn in Ihm wohnt die ganze Fülle der Gottheit leibhaftig; und ihr seid in Ihm zur Fülle gebracht.“
Eine Berufung
Bei dem Stand „in Christus“ handelt es sich um eine göttliche Berufung, dies wird in den nachstehend aufgeführten Schriftstellen klar bezeugt:
1.Kor.1.9: „Gott ist getreu, durch den ihr auch zur Gemeinschaft mit Seinem Sohn Jesus Christus, unserem Herrn, berufen wurdet.“
Eph.1.4.+5: „Wie Er uns „in Ihm“ auserwählt hat vor Grundlegung der Welt. .. und uns vorherbestimmt hat zur Sohnschaft durch Jesus Christus für sich selbst, nach dem Wohlgefallen seines Willens.“ (+Verse 11+18)
Eph.1.11: „Und „in Ihm“ haben wir auch ein Erbteil erlangt, die wir vorherbestimmt waren nach dem Vorsatz dessen, der alles nach dem Rat seines Willens wirkt.“
Eph.1.18: „Damit ihr wisst, was die Hoffnung seiner Berufung ist.“
Phil.3.14: „Dem Kampfpreis der himmlischen Berufung Gottes in Christus Jesus.“
1.Thess.1.4: „Und wir kennen, von Gott geliebte Brüder, eure Auserwählung.“
2.Thess.2.14: „Wozu er euch auch berufen hat durch unser Evangelium, zur Erlangung der Herrlichkeit unseres Herrn Jesus Christus.“
2.Tim.1.9: „Der uns gerettet und mit einem heiligen Ruf berufen hat, nicht nach unseren Werken, sondern nach seinem eigenen Vorsatz und der Gnade, die uns „in Christus Jesus“ vor ewigen Zeiten gegeben, jetzt aber geoffenbart worden ist.“
Eine Berufung muss man bewusst annehmen und dann auch darin leben, sonst geht man ihrer verlustig. So ist z.B. Gesetzlichkeit und der Stand „in Christus“ nicht miteinander zu vereinbaren. In Christus ist alles lauter Gnade.
Gal.5.2: „Siehe, ich, Paulus, sage euch, dass Christus euch nichts nützen wird, wenn ihr euch beschneiden lasst.“
Gal.5.4: „Ihr seid von Christus abgetrennt (der lebendigen Wirkung Christi verlustig gegangen). die ihr im Gesetz gerechtfertigt werden wollt; ihr seid aus der Gnade gefallen.“
Durch das Bleiben in Christus werden wir auch bewahrt vor Sünde.
1.Joh.3.5+6: „In Ihm ist keine Sünde. Wer in Ihm bleibt, sündigt nicht.“
Wie kommt man „In Christus“?
Wir erlangen den Stand „in Christus“ nicht durch Verdienst oder durch gesetzliche Werke, sondern aus Gnaden und durch Annahme der göttlichen Berufung.
Unsere Schritte, die wir dabei tun müssen, sind: Umkehr (Bekehrung/Busse), Glaube, Taufe, Nachfolge.
Gottes Handeln: Wiedergeburt, Geistestaufe, Heiligung.
Der natürliche Mensch lebt „getrennt von Christus“, die Auswirkung davon ist ein Leben ohne Gott (Vater), ohne Hoffnung, ohne geistliche Segnungen (Eph.2.12). Zu Nahestehenden Gottes werden wir nur „in Christus“ und durch das Blut des Lammes.
Eph.2.13: „Jetzt aber, in Christus Jesus, seid ihr, die ihr einst fern wart, durch das Blut des Christus nahe geworden.“
Es brauchte die Versöhnung durch das Blut Christi und auch die Annahme dieser Versöhnung unsererseits. Es ist wichtig, dass wir diese Schritte getan haben oder noch tun, und dass in unserem Leben keine Lücken sind in Bezug auf die erwähnten Glaubenserfahrungen. Die Berufung „in Christus“ ist zu heilig und zu gross, als dass man damit leichtfertig umgehen könnte. Gott hat es mit Seinem Wort auch genau genommen, als Er Seinen Sohn zu unserer Erlösung auf Golgatha sterben liess.
Was wir „In Christus“ sind:
- Lebendig gemacht Eph.2.5
- Mitauferweckt Eph.2.6; Kol.2.12; Kol.3.1
- Im Geist in die Himmelswelt versetzt Eph.2.6
- Als Gemeinde ein Leib Rö.12.5
- Fest gegründet und gesalbt 2.Kor.1.21
- Im Triumph geführt 2.Kor.2.14
- Eine neue Schöpfung 2.Kor.5.17
- Versöhnt 2.Kor.5.19
- Gerechtfertigt Rö.8.1; Gal.2.17
- Gesegnet mit jedem geistlichen Segen Eph.1.3
- Auserwählt Eph.1.4
- Begnadigt (Erlösung/Vergebung) Eph.1.6+7
- Erben Gottes Rö.8.17; Eph.1.11
- Versiegelt mit dem Hl. Geist Eph.1.13
- Geschaffen zu guten Werken Eph.2.10
- Der Liebe Gottes teilhaftig Rö.8.39
- Mitgekreuzigt Gal.2.19
Dies sind nur einige der gewaltigen Verheissungen und Segnungen, die uns „in Christus“ geschenkt sind. Lasst sie uns glaubend und dankend annehmen und in unseren Gebeten benennen, dann werden sie sich als grosser Segen und als Kraft für unser Leben auswirken.
In den Paulusbriefen finden wir die Ausdrücke „in Christus“ und „in Ihm“ in mindestens 121 Schriftstellen. Davon im Römerbrief 14x, im 1. Kor. 14 x; im 2. Kor. 12 x; im Galater 10 x; im Epheser 29 x; im Philipper 10x; im Kolosser 17 x; im 1.Thess. 3 x; im 2.Thess. 1 x; im 1.Tim. 1x; im 2.Tim. 7x und im Philemonbrief 3 x. Eine geistliche Wahrheit, die so stakt betont wird, ist es wert, dass sie unsere volle Aufmerksamkeit findet.
Gott segne Euch, meine lieben Brüder und Schwestern in Christus!