Bibel-Themen

eine Sammlung von Beiträgen zu biblischen Themen

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In die Ruhe eingehen

Daniel Schenk

Hebr.4.11: „Lasst uns nun eifrig sein, in jene Ruhe einzugehen, damit nicht jemand nach demselben Beispiel des Ungehorsams falle.“

   Gott selbst ruhte am siebenten Tage, nachdem das Werk der Schöpfung vollendet war.

  1. Mose 2.2+3: „Und Gott vollendete am siebenten Tag sein Werk, das er gemacht hatte; und er ruhte am siebenten Tag von all seinem Werk, das er gemacht hatte. Und Gott segnete den siebenten Tag und heiligte ihn, denn an ihm ruhte er von all seinem Werk, das Gott geschaffen hatte, indem er es machte.“

   Im Gesetz hatte Gott für sein Volk den siebenten Tag als einen Tag der Ruhe angeordnet. Ruhe ist ein Teil von Gottes Plan mit uns. Im neuen Bund sind wir aufgerufen, in dem vollbrachten Erlösungswerk unseres Herrn Jesus Christus zu ruhen. Richtig ruhen, auch innerlich ruhen, kann man erst dann, wenn ein Werk getan ist. Auch Gott ruhte erst, als das Werk getan war. Bei dem Ruhen, zu dem wir aufgerufen sind, geht es darum, dass wir das vollbrachte Werk völlig anerkennen und für uns in Anspruch nehmen. Dass wir nicht versuchen, durch Gesetzeswerke sowie durch eigene Leistungen und Aktivitäten noch etwas hinzuzufügen.

Eph.2.8‑9: „Denn aus Gnade seid ihr errettet durch Glauben, und das nicht aus euch, Gottes Gabe ist es; nicht aus Werken, damit niemand sich rühme.“

Hebr.4.9+10: „Also bleibt noch eine Sabbatruhe dem Volk Gottes übrig. Denn wer in seine Ruhe eingegangen ist, der ist auch zur Ruhe gelangt von seinen Werken, wie Gott von seinen eigenen.“


Ruhe bedeutet nicht Untätigkeit

In Gottes Ruhe eingehen, heisst nicht faulenzen oder untätig sein. Die Konkor­dante Übersetzung verwendet das Wort „Feiern“. Es handelt sich also bei diesem Ruhen nicht um schlafen, sondern darum, dass wir ruhen von den eigenen Leistungen und uns im Herrn freuen. Wir können all die Dinge, die wir in Seinem Namen tun, aus dieser göttlichen Ruhe heraus tun. Die Schrift braucht das wunderbare Bild vom Sohn und vom Knecht. Der Sohn muss nicht „krampfen“, um Sohn zu sein. Das heisst nicht, dass er nichts tut, er muss sich damit aber nicht bestätigen oder seinen Stand oder Lohn abverdienen. Er ist einfach Sohn, aus Gnaden. Was er tut, tut er aus Liebe. Der Knecht aber ist in einer anderen Stellung. Da ist immer Furcht dabei. Furcht vor Tadel; Furcht, die Stelle zu verlieren; Furcht um seinen Lohn etc. Ich möchte deshalb den Sohnes­stand, den wir aus Gnaden haben, als einen Stand der Ruhe bezeichnen.


Eifrig sein zur Ruhe

Wir sollen eifrig (andere übersetzen „fleissig“) sein, in die Ruhe einzugehen. Ist das nicht ein Widerspruch? Wie kann man fleissig sein und zugleich ruhen? Fleissig sein heisst, die gute Zeit ausnützen. Wir leben in der Zeit der Gnade, und Ruhe hat mit Gnade zu tun. Wir wissen selbst, wie viele Dinge uns unruhig machen wollen. Wenn wir innerlich unruhig sind, hören wir das Reden Gottes nicht und können nicht glauben. Unruhe ist eine Form von Unglaub­en und Zweifel. Wir vertrauen dem Herrn und Seinem vollbrachten Werk nicht völlig. Ein Zweifler empfängt aber nichts vom Herrn (Jak.1.6+7). Es ist des­halb der Wille Gottes, dass wir in Seine Ruhe eingehen, denn Er will uns ja segnen. Indem wir in Gottes Ruhe eingehen und auch in den Anfechtungen darin bleiben, ehren wir Gott. Wir proklamieren damit, dass Jesus Sieger ist in allen Situationen und dass wir diesen Sieg für uns in Anspruch nehmen.


Wie gehen wir in die Ruhe ein?

Glaube führt in die Ruhe Gottes.

   Wir wollen zuerst schauen, warum diejenigen, die zuerst im Besitz der Ver­heissung waren, nicht in die Ruhe eingegangen sind. Es war der Unglaube. So lesen wir es in

Hebr.4.2: „Denn auch uns ist eine gute Botschaft verkündigt worden, wie auch jenen; aber das gehörte Wort nützte jenen nicht, weil es bei denen, die es hörten, sich nicht mit dem Glauben verband.“

   So wie es einerseits der Unglaube ist, der uns von der Ruhe ausschliesst, ist es ander­erseits der Glaube, der in die Ruhe Gottes führt. So lesen wir es in:

Hebr.4.3: „Wir gehen nämlich in die Ruhe ein als die, die geglaubt haben.“

   Glaube bedeutet auch Vertrauen. Wir vertrauen darauf, dass Gott Sein Wort einlöst und dass alles, was die Schrift sagt, völlige Wahrheit ist.


Beziehung führt in die Ruhe

Wenn wir einem Menschen nicht trauen, dann sind wir nicht ruhig in seiner Gegenwart. Wir möchten ihn nicht als Begleiter oder Führer haben. Wenn wir aber Vertrauen zu ihm haben, so wie ein Kind zu seinem Vater, dann bewirkt das Ruhe. Hebr.4.14 sagt: „Da wir nun einen grossen Hohepriester haben, der durch die Himmel gegangen ist, Jesus, den Sohn Gottes, so lasst uns am Be­kenntnis festhalten! Denn wir haben nicht einen Hohepriester, der nicht Mitleid haben könnte mit unseren Schwachheiten, sondern der in allem in gleicher Weise (wie wir) versucht worden ist, (doch) ohne Sünde.“

   Das Wissen um diesen wunderbaren Hohepriester, und die Gemeinschaft mit Ihm, führt in die Ruhe ein.


In die Gegenwart Gottes treten

Wie die folgenden Bibelworte bezeugen, sollen wir ganz bewusst „hinzutreten“ in die Gegenwart Gottes. Unser Gott ist ein „Gott des Friedens“, der unsere Herzen mit Freude und Frieden erfüllt und uns Hoffnung gibt.

Hebr.4.16: „Lasst uns nun mit Freimütigkeit hinzutreten zum Thron der Gnade, damit wir Barmherzigkeit empfangen und Gnade finden zur rechtzeitigen Hilfe.“

Rö.15.13: „Der Gott der Hoffnung aber erfülle euch mit aller Freude und allem Frieden im Glauben, damit ihr überreich seiet in der Hoffnung durch die Kraft des Heiligen Geistes!“

Rö.15.33: „Der Gott des Friedens aber sei mit euch allen! Amen.“

Rö.16.20: „Der Gott des Friedens aber wird in kurzem den Satan unter euren Füßen zertreten. Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus sei mit euch!“

 

Rebellion ablegen

Hebr.4.6: „Die, denen zuerst die gute Botschaft verkündigt worden ist, des Ungehorsams wegen nicht hineingegangen sind.“

   Ungehorsam ist Rebellion, deshalb heisst es in Vers 7: „Heute, wenn ihr seine Stimme hört, verhärtet eure Herzen nicht.“ Rebellion und Ungehorsam ist die Ursünde. Um ihrer willen haben schon Adam und Eva die wunderbare Ruhe des Paradieses und die Gottgemeinschaft eingebüsst. Es gehört zu diesem „fleissig sein“, dass wir diese Dinge konsequent ablegen und uns Gott unterordnen. Denn Gott widersteht den Stolzen, aber den Demütigen gibt Er Gnade. Wir denken dabei auch an Nimrod, dessen Rebellion von Babylon aus die ganze Menschheit verseucht hat und der zu einem Symbol für alles Antigöttliche wurde. Wie die Rebellion von der Ruhe ausschliesst, sehen wir auch aus dem folgenden Schrift­wort

Jer.6.16‑19: „So spricht der Herr: Tretet auf die Wege, seht und fragt nach den Pfaden der Vorzeit, wo denn der Weg zum Guten sei, und geht ihn! So werdet ihr Ruhe finden für eure Seelen. Aber sie sagen: Wir wollen ihn nicht gehen. Und ich habe Wächter über euch bestellt, die rufen: Achtet auf den Schall des Horns! Aber sie sagen: Wir wollen nicht darauf achten. Darum hört, ihr Nationen, und erkenne, du Gemeinde, was mit ihnen geschieht; Höre es, Erde! Siehe ich bringe Unheil über dieses Volk, die Frucht ihrer Gedanken. Denn auf meine Worte haben sie nicht geachtet.“


In den vorbereiteten Werken wandeln

Eph.2.10: „Denn wir sind Sein Gebilde, in Christus Jesus geschaffen zu guten Werken, die Gott zuvor bereitet hat, damit wir in ihnen wandeln sollen.“

   Wenn wir Dinge tun wollen, für die wir keine Zuteilung und keinen Auftrag haben, kommen wir in Unruhe und Stress. Es ist auch wichtig, dass wir uns unter die von Gott gegebenen Dienste einordnen. Die fünf Dienste nach Eph.4.11 sollen die Gemeinde in die Ruhe führen.

Ruhe im Geist  2.Kor 2.13

Paulus kam nach Troas, um die Heilsbotschaft zu verkündigen. Er hatte dort auch eine offene Tür. Trotzdem kam er im Geist nicht zur Ruhe, weil er Titus nicht fand. Er brach deshalb seine Tätigkeit ab und zog weiter. Diese Begeben­heit zeigt uns, dass wir nicht dienen können, wenn wir in einer inneren Unruhe sind. In 2.Kor 7.5‑7 beschreibt Paulus nochmals die Situation und schreibt, wie er dann getröstet wurde durch die Ankunft des Titus. Oft braucht Gott auch Geschwister für den Dienst des „Tröstens“.


Trost bewirkt Ruhe

Dazu ist uns ja auch der Heilige Geist als Tröster gegeben worden. Er führt uns durch Seinen Trost in die Ruhe ein, indem Er uns den Vater, den Sohn sowie das vollbrachte Werk von Golgatha verklärt und auch den gebahnten Weg zeigt.


Falsche Ruhe oder Ruhe am falschen Platz

In 1.Mose 49 lesen wir über den Segen Jakobs, den er seinen Söhnen mitgab bevor es starb. Von Issaschar lesen wir in den Versen 14 + 15 folgendes: „Issaschar ist ein knochiger Esel, der sich lagert zwischen den Hürden. Und als er sah, dass die Ruhe gut und dass das Land lieblich war, da beugte er seine Schulter zum Lasttragen und wurde zum fronpflichtigen Knecht.“

   Es gibt eine falsche Ruhe. Davon lesen wir auch in Lukas 12: Ein reicher Mann hatte grosse Scheunen gebaut und hatte Vorräte für viele Jahre angelegt. Dann sprach er zu seiner Seele: „Habe nun Ruhe, iss und trink und sei guten Mutes.“ Dieser Mann hatte sich zu früh und am falschen Platz zur Ruhe gesetzt.

   Wenn die Dinge in Bezug auf das Ewige Leben nicht in Ordnung sind, dürfen wir uns nicht zur Ruhe setzen, dann gilt: „Eile, rette deine Seele“. Dies gilt nicht nur in Bezug auf die Bekehrung, sondern für alle Gebiete, die der Heilige Geist in unserem Leben aufzeigt. Sei es Versöhnung, ablegen von Bitterkeit, aufräumen mit schlechten Gewohnheiten oder sogar Sünden. Erst dann können wir wirklich ruhen.


Gottes Ruhe praktisch erlebt

   Zum Schluss möchte ich noch ein Zeugnis geben von einer Erfahrung vom Frühsommer 1996 und wie ich damals die Ruhe Gottes praktisch erfahren konnte. Seit einiger Zeit war vermehrt ein Fragen von Geschwistern nach Bruder Lewis Halcomb aus USA, der fünf Jahre vorher das letzte Mal in unserer Gemeinde gedient hatte. Es war am 13. oder 14. Mai, als mich meine Frau im Büro anrief und mir mitteilte, dass Br. Halcomb durch ein Prophetenwort den Auftrag erhalten hat, sofort in die Schweiz zu kommen. Am nächsten Tag brachte ihm auch schon jemand einen Umschlag und darin waren die Flugtickets nach Genf für ihn und seine Frau. Die Tage waren also vorgegeben und er kam, ohne jegliches Pro­gramm. Er wusste nur, dass er in der Schweiz und in Deutschland dienen muss. Erst hinterher erkenne ich es als ein grosses Wunder, wie alles vorgeplant war. Alles liess sich wunderbar in die regulären Versammlungen integrieren, es gab überhaupt nichts zu organisieren. Die erste Zeit waren die Türen in Genf offen, aber über die Pfingsttage war dort alles schon ausgebucht. Ich glaube dass es richtig war, denn Gott hatte die Türe für Deutschland geöffnet. Der Termin war auch so wunderbar auf die Pfingstkonferenz in Schilt­ach (Schwarzwald) abgestimmt, dass man es gar nicht besser hätte organisieren können. Wir konnten nach der letzten Versammlung und nach dem Mittagessen in aller Ruhe nach Biel fahren. Dort brachten wir die Geschwister auf den Zug nach Genf und am nächsten Morgen früh war der Rückflug nach New York gebucht. Man hätte es nicht besser planen können, und doch hat jemand die Flugscheine gekauft, der die Verhältnisse überhaupt nicht kannte. Ich möchte noch mehr in die Ruhe eingehen und solche Erfahrung machen.

   Viele solche Erfahrungen und einen tiefen Frieden Gottes wünsche ich allen Lesern von „Gemeinde Aktuell“ speziell im Hinblick auf den Jahreswechsel und für das kommende Jahr 2006.  Gott segne Euch!

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