Bibel-Themen

eine Sammlung von Beiträgen zu biblischen Themen

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In Ihm hat uns das Los getroffen

Daniel Schenk

Eph.1..11: „In Ihm hat auch uns das Los getroffen, die wir vorherbestimmt sind, dem Vorsatz dessen gemäss, der alles nach dem Ratschluss Seines Willens bewirkt, damit wir zum Lobpreis Seiner Herrlichkeit seien.“

   Als Gott die Stämme Israels durch Josua in das verheissene Land führte, wurde jedem Stamm sein Erbteil durch das Los zugeteilt. Von Gott aus gesehen gehörte ihnen somit dieses Land, aber es musste noch eingenommen werden.

Josua 13.1: „Als nun Josua alt und hochbetagt war, da sprach der Herr zu ihm: Du bist alt geworden und bist hochbetagt, und sehr viel Land ist noch übrig, das in Besitz genommen werden muss.“

   Wenn sie in der richtigen Stellung zu Gott standen, war das kein Problem, denn Er selbst zog vor ihnen her und verhalf ihnen zum Sieg.

Josua 13.6: „Ich selbst werde sie vor den Söhnen Israel vertreiben. Nur verlose das Land für Israel als Erbteil, wie ich dir befohlen habe!“

   In unserem Textwort braucht der Apostel Paulus dieses Bild in Bezug auf unsere Berufung. Auch wir, die wir in Christus sind, haben ein Losteil erhalten.

   Gott hat einen Plan mit Seinem Volk Israel, um diesen zu verwirklichen, hat er Ihnen Land zugeteilt, und zwar jedem Stamm sein besonderes Losteil (Erbteil).

   Er hat auch einen Plan mit Seiner Gemeinde, auch wir sollen die Bereiche einnehmen und erfüllen, die Er uns als Aufgaben zugeteilt hat. Doch geht es bei uns nicht um ein Gebiet auf dieser Erde, das wir einzunehmen haben, sondern um „geistliches“ Land. Auch haben wir nicht einen Kampf gegen Fleisch und Blut zu führen, wie dies beim Volk Israel der Fall war, sondern gegen Gewalten und Mächte und Weltbeherrscher der Finsternis (Eph.6.12).  So wie Gott mit Israel einen Plan hat, so hat Er auch einen Plan mit uns. Mit dem empfangenen Erbteil ist auch eine Verantwortung verbunden, die wir als Gemeinde, aber auch als einzelne Glieder übernommen haben.

 

Zum Lobpreis Seiner Herrlichkeit

Wichtige Dinge und Prinzipien werden in der Schrift oft dreimal hintereinander erwähnt. So ist es auch mit dieser Aussage, sie steht in Eph.1 in den Versen 4; 12 und 14. Wir sollten uns dies merken, Gott hat uns berufen, „damit wir zum Lobpreis Seiner Herrlichkeit seien“. Das ist eine sehr wichtige Aufgabe und auch eine grosse Ehre für uns. Ganz sicher sind wir nicht ein Lobpreis Seiner Herrlichkeit, wenn wir in einer fleischlichen Gesinnung leben. Da gilt es für uns, das Wort aus Römer 12.2 ernst zu nehmen:

„Sondern werdet verwandelt durch die Erneuerung eures Sinnes“

 

Unser Erbteil kennen

 Das Losteil, das wir einnehmen sollen, ist in den Versen 9+10 von Eph.1 beschrieben:

„Er hat uns ja das Geheimnis seines Willens zu erkennen gegeben nach seinem Wohlgefallen, das er sich vorgenommen hat in ihm für die Verwaltung bei der Erfüllung der Zeiten: alles zusammenzufassen in dem Christus, das, was in den Himmeln, und das, was auf der Erde ist – in ihm.“.

   Dieses Wort redet von einem Plan oder Vorsatz Gottes, den Er in einer bestimmten Zeit ausführen will. Das Wort redet aber auch von einem bestimmten Ziel dieses Planes, nämlich alles, was in den Himmeln und auf der Erde ist, unter ein Haupt, unter die Herrschaft von Jesus Christus zu stellen. Das bestätigt uns auch

1.Kor.15.24+25: „Dann das Ende, wenn er das Reich dem Gott und Vater übergibt; wenn er alle Herrschaft und alle Gewalt und Macht weggetan hat. Denn er muss herrschen, bis er alle Feinde unter seine Füsse gelegt hat.“

   Das „Tausendjährige Reich“ wird bereits ein Teilziel sein von diesem grossen göttlichen Plan.

 

Die Fülle der Zeiten

Paulus verwendet die beiden griechischen Worte „pleroma“ (Fülle, Vervollständigung) und „kairos“ (richtige Zeit), um uns mitzuteilen, wann das All unter die Herrschaft des einen Hauptes Jesus Christus gestellt sein wird. Heute ist dies erst in der Gemeinde der Fall, in der Welt sehen wir es noch nicht erfüllt. Max Chismon hat uns kürzlich gesagt: „Gott sitzt nicht einfach im Himmel und schaut auf die grosse Uhr an der Wand und wartet, bis es 12 Uhr ist.“ Wenn das der Fall wäre, dann würde in Eph.1.10 das griechische Wort „chronos“ gebraucht, was die ablaufende Zeit bedeutet. Paulus brauchte aber das Wort „kairos“, das meint den richtigen Zeitpunkt, in der eine Sache getan werden muss. Der Zeitpunkt, den Paulus meint, ist abhängig von der Erfüllung von Aufgaben, die der Gemeinde zugeteilt sind. Auch Petrus redet vom Beschleunigen der Ankunft des Tages des Herrn  (2.Petr.3.12).  Wenn man eine Sache beschleunigen kann, dann kann man sie auch verzögern. Es ist wichtig, dass die Gemeinde die ihr zugeteilten Aufgaben kennt und auch treu verwaltet und erfüllt, damit der Herr mit Seinem Plan bald zum Abschluss gelangen kann.

 

Die Aufgaben

Es gibt verschiedene Aufgaben im Reich Gottes, die erfüllt werden müssen. Die Summe dieser Aufgaben bewirkt das, was in Eph.1.10 als Gottes Ziel genannt wird, nämlich alles (das All) unter die Herrschaft eines Hauptes (Christus) zu führen. Es wurde bereits erwähnt, dass wir zum Lobpreis Seiner Herrlichkeit berufen sind. Dazu zählen verschiedene Bereiche unseres Lebens und Dienstes:

  • Anbetung, Lobpreis: Dies ist ein sehr wichtiger Dienst, den wir Gott von ganzem Herzen darbringen wollen. Durch Anbetung und Lobpreis wird nicht nur Gott geehrt, es geschieht auch Ermutigung der Gläubigen und es wird eine geistliche Atmosphäre geschaffen, in der es die Dämonen nicht aushalten. Lobpreis und Anbetung geschieht nicht nur da, wo Musikanten den Gesang begleiten. Nach Eph.5.19 können wir sogar in unseren Herzen singen und spielen: „Indem ihr zueinander in Psalmen und Lobliedern und geistlichen Liedern redet und dem Herrn mit eurem Herzen singt und spielt!“
  • Gebet, Fürbitte: Im Gebet kommunizieren wir mit Gott, sagen Ihm Dank und bringen Ihm unsere Anliegen dar (Phil.4.6). In der Fürbitte stehen wir ein für unsere Familien, für die Glaubensgeschwister, die Gemeinden, die Obrigkeit und für alles, was uns der Geist Gottes gerade auf das Herz legt (1.Tim.2.1+2). Wir sollten der Fürbitte noch viel grössere Bedeutung zumessen, auch Paulus hat viel Zeit in die Fürbitte investiert (Kol.1.9).
  • Geistlicher Kampf: Dies ist eine Form des Gebets und geschieht auch oft, wenn wir in neuen Zungen beten. Paulus redet von diesem Kampf in Kor.10.3-5: „Denn obwohl wir im Fleisch wandeln, kämpfen wir nicht nach dem Fleisch; denn die Waffen unseres Kampfes sind nicht fleischlich, sondern mächtig für Gott zur Zerstörung von Festungen; so zerstören wir Vernünfteleien und jede Höhe, die sich gegen die Erkenntnis Gottes erhebt, und nehmen jeden Gedanken gefangen unter den Gehorsam Christi.“
  • Verkündigung auf dem ganzen Erdkreis allen Nationen: In Matth.24.14 hat Jesus diese Aufgabe klar ausgesprochen als Antwort auf die Frage der Jünger: Was ist das Zeichen Deiner Wiederkunft und der Vollendung des Zeitalters? Wir wollen diese Aufgabe von ganzem Herzen unterstützen und, wo wir Gelegenheit haben, auch selber ausführen.
  • Zurschaustellung: Wir sollten uns bewusst sein, dass wir durch unseren Wandel, durch unsere Lebensführung und durch unseren Umgang mit den Mitmenschen das Reich Gottes repräsentieren. Die Bibel sagt, dass wir sogar gegenüber der unsichtbaren, geistlichen Welt ein Schaustück sind. Die Erlösung, die wir durch Jesus Christus empfangen haben, soll an uns sichtbar gemacht werden.
  • Erbauung des Leibes Christi: Dazu hat Gott einerseits die fünf Dienste nach Eph.4.11 gegeben, nämlich Apostel, Propheten, Evangelisten, Hirten und Lehrer. Andererseits hat Er jedem Glied des Leibes Christi Geistesgaben zugeteilt. Es ist wichtig, dass jedes Einzelne von uns seine Gaben erkennt und diese zur Erbauung des Leibes Christi auch einsetzt.

   Es gibt Aufgaben, die alle Glieder des Leibes haben, andere Aufgaben sind spezielle Zuteilungen an einzelne Glieder. Alle Aufgaben sollen aber erfüllt werden und erfordern, dass wir treu sind. Wir können nicht ein Eigenleben führen, wenn wir an diesem Ziel teilhaben wollen.

 

Zusammenfassung:

Gott hat einen Plan für die gesamte Schöpfung. Die Gemeinde, der Leib Christi, ist das Instrument, durch das Er diesen Plan zur Ausführung bringt. Als einzelne Glieder des Leibes Christi sind wir in diesen Plan mit einbezogen. Die Berufung, die Gott auf uns gelegt hat, betrifft nicht nur unsere eigene Errettung, sondern wir sind Teil von Gottes gesamtem Plan. Jedes von uns soll sein Leben und seine Glieder Ihm hingeben. So kann er uns persönlich umgestalten und kann uns verwenden zur Erbauung der Gemeinde. So sind wir schlussendlich auch die Hoffnung für die seufzende Schöpfung, die auf das Offenbarwerden der Söhne Gottes wartet.

Rö.8.18-23: „Denn ich denke, dass die Leiden der jetzigen Zeit nicht ins Gewicht fallen gegenüber der zukünftigen Herrlichkeit, die an uns geoffenbart werden soll. Denn das sehnsüchtige Harren der Schöpfung wartet auf die Offenbarung der Söhne Gottes. Denn die Schöpfung ist der Nichtigkeit unterworfen worden – nicht freiwillig, sondern durch den, der sie unterworfen hat – auf Hoffnung hin, dass auch selbst die Schöpfung von der Knechtschaft der Vergänglichkeit freigemacht werden wird zur Freiheit der Herrlichkeit der Kinder Gottes.   Denn wir wissen, dass die ganze Schöpfung zusammen seufzt und zusammen in Geburtswehen liegt bis jetzt. Nicht allein aber sie, sondern auch wir selbst, die wir die Erstlingsgabe des Geistes haben, auch wir selbst seufzen in uns selbst und erwarten die Sohnschaft: die Erlösung unseres Leibes.“

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