Bibel-Themen

eine Sammlung von Beiträgen zu biblischen Themen

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Jesus offenbart sich

Daniel Schenk 

Zu diesem Thema wollen wir einige Worte aus Johannes 21 betrachten. Wenn wir davon hören, dass Jesus sich offenbart, dann denken wir gewöhnlich an Zeichen, Wunder und Machttaten. Das ist auch richtig, doch vergessen wir oft, dass diesen Dingen auch Zeiten unserer Vorbereitung vorausgehen. Dies sind Zeiten und Situationen, wo wir in die Bedürftigkeit und Abhängigkeit von Ihm geführt werden, damit Er sich dann durch Zeichen und Wunder offenbaren kann. Weil wir diese vorangehende Phase oft nicht erkennen, uns dagegen wehren, murren oder mit den Umständen unzufrieden sind, erleben wir dann oft das Eingreifen Gottes nicht oder nicht in dem Masse, wie es geschehen könnte.

Joh.21.1‑3: „Nach diesem offenbarte Jesus sich wieder den Jüngern am See von Tiberias. Er offenbarte sich aber so: … Sie gingen hinaus und stiegen in das Schiff; und in jener Nacht fingen sie nichts.“

   Geht es uns nicht oft genauso? Wir mühen uns ab und wirken und es stellt sich kein Erfolg ein. Die Jünger kamen durch diesen Misserfolg in eine unangenehme Lage, denn sie hatten nichts zu essen und waren auf einen Fischfang angewiesen. Ja, wenn jetzt nur Jesus bei ihnen gewesen wäre, wie hatte Er doch immer alle Probleme gelöst und jede Situation gemeistert, so dass sie nie Mangel gelitten hatten. Der weitere Text sagt folgendes:

Joh.21.4: „Als aber schon der frühe Morgen anbrach, stand Jesus am Ufer; doch wussten die Jünger nicht, dass es Jesus war.“

   Hatte Er ihnen nicht gesagt: „Ich bin bei euch alle Tage, bis zur Vollendung des Zeitalters.“ (Matth.28.20)? Er war auch jetzt da, aber sie erkannten ihn nicht, obschon er sichtbar am Ufer stand. Kommt uns diese Situation nicht irgendwie vertraut vor? Wie oft stehen wir in Situationen, in denen wir Hilfe bräuchten, aber wir sehen sie nirgends weil wir Jesus nicht sehen. Für uns ist er nicht sichtbar, das macht die Situation nicht einfacher. Wie wichtig ist es doch, dass wir allezeit mit der Gegenwart des Herrn rechnen. Wenn wir das tun, werden wir auch in den Glaubensprüfungen nicht verzagen, sondern den Sieg davon tragen. Der Herr hat ja zu Thomas gesagt: „Glückselig sind, die nicht gesehen und doch geglaubt haben!“ (Joh.20.29). Glückselig möchten wir alle sein, lasst uns die Gelegenheiten ergreifen, da zu glauben wo wir noch nichts sehen. Der Herr steht zu Seinem Wort.

Joh.21.5: „Jesus spricht nun zu ihnen: Kinder, habt ihr wohl etwas zu essen? Sie antworteten ihm: Nein.“ 

   Diese Anrede kann man auf zwei Arten deuten, entweder als Anteilnahme oder aber als Forderung. Gewiss wusste Jesus, dass sie nichts zu essen hatten, somit war es eine Prüfung. Vermutlich haben es die Jünger in der Weise aufgefasst, dass jetzt noch jemand etwas von ihnen fordert. Das hat ja noch gefehlt, da ist man selber in Schwierigkeiten, hat nichts und da wird noch gefordert. Jedenfalls war die Antwort der Jünger prompt und klar: „Nein“. Wir wissen alle, wie es ist, wenn man sich überfordert fühlt. Wenn man etwas geben sollte und nichts zu haben meint. Wie schnell kommt dann einfach ein „Nein“, so wie dort bei den Jüngern. Wir haben oft nichts, aber Jesus hat, und der ist immer bei uns wie er auch bei den Jüngern gegenwärtig war, ohne dass sie Ihn erkannt haben.

Joh.21.6: „Er aber sprach zu ihnen: Werft das Netz auf der rechten Seite des Bootes aus! Und ihr werdet finden.“

   Ob es den Jüngern wohl leicht gefallen ist, auf einen solchen Befehl einzugehen? Schliesslich waren sie erfahrene Fischer und hatten in dieser Nacht sicherlich schon alle Tricks versucht, die sie kannten. Sicher kam ihnen der Gedanke, was für einen Unterschied das ausmachen soll, ob man das Netz auf der rechten oder auf der linken Seite des Bootes auswirft, ob das Netz ein paar Meter mehr rechts oder mehr links in das Wasser geworfen wird. Aber sie waren dem an sie gerichteten Wort gehorsam, und das hat sich gelohnt. Das Wunder oder die Offenbarung der Macht Gottes kann sich dann einstellen, wenn wir ohne „Wenn“ und „Aber“ auf Sein Wort eingehen und danach handeln.

Joh.21.6 (Schluss): „Da warfen sie es aus und konnten es vor der Menge der Fische nicht mehr ziehen.“

   Das wunderbare Eingreifen Gottes geschah in dem Moment, wo sie gegen alle Vernunft und auch ohne dass sie Jesus als anwesend erkannten, auf Sein Wort eingegangen sind. Der Gehorsam zum Wort war es, was die Situation verändert hat, so dass sie ein gewaltiges Wunder erlebten. Die Voraussetzungen für das wunderbare Eingreifen von Jesus wurden dort geschaffen, als sie in Schwierigkeiten waren, als sie die ganze Nacht gearbeitet und nichts gefangen haben, als der Morgen anbrach und sie nichts zu essen hatten, als sie mit ihrer Kraft und ihrem Können am Ende waren. Auch dieser Teil des Erlebens gehörte zu der wunderbaren Erfahrung, welche die Jünger damals gemacht haben. Diese Erfahrung gehörte zu ihrer „Apostelausbildung“, genauso wie alle Belehrungen, die ihnen der Herr in den letzten drei Jahren erteilt hatte. Solche Erfahrungen gehören auch zu unserer Ausbildung und Zubereitung, genauso wie alle die wunderbaren Belehrungen über die Fülle Gottes und das Geheimnis des Christus. Der Herr hat auch uns Frucht verheissen, wenn wir auf Sein Wort eingehen. Ströme lebendigen Wassers sollen von den Leibern derer fliessen, die an Ihn glauben wie die Schrift sagt (Joh.7.38).

Joh.21.7: „Da sagt jener Jünger, den Jesus liebte (Johannes), zu Petrus: Es ist der Herr!“

   Welch eine wunderbare Erfahrung, wenn man plötzlich in einer misslichen Situation die Gegenwart von Jesus erkennt und wie Johannes ausrufen kann: „Es ist der Herr!“ Nicht alle haben Ihn sogleich erkannt. Es war Johannes, der Jünger, der dem Herrn am nächsten stand und der am meisten von dem begriffen hatte, um was es Jesus letztendlich ging. Dieser Johannes hat es aber nicht für sich behalten, sondern hat diese Offenbarung sogleich an Petrus weitergegeben: „Es ist der Herr!“ Auch wir sind oft darauf angewiesen, dass uns jemand ermahnt und zu uns sagt: „Es ist der Herr!“ Oft müssen wir dies auch zu Geschwistern sagen, die nicht mehr „durchsehen“ oder verzagt sind: „Es ist der Herr!“ Er ist bei uns alle Tage, wie er es uns verheissen hat. Halleluja! Was für eine Reaktion das in Petrus auslöste, sehen wir aus dem Schlussteil des Verses:

Joh.21.7 (Schluss): „Simon Petrus nun, als er hörte, dass es der Herr sei, gürtete das Oberkleid um – denn er war nackt – und warf sich in den See.“

   Auch wir sind in 1.Petr.1.13 dazu aufgerufen, die Lenden unserer Gesinnung zu umgürten (um geistlich vorwärts zu schreiten), nüchtern zu sein und unsere Hoffnung völlig auf die Gnade zu setzen, die uns in der Offenbarung Jesu Christi gebracht wird. Für Petrus war diese Erfahrung eine „Offenbarung“ Jesu Christi, und er hat darauf auf seine Weise reagiert. Auch wir wollen in unseren Situationen auf die Botschaft „Es ist der Herr!“ unseren Umständen entsprechend reagieren. Wir brauchen ja nicht gleich in einen See zu springen wie Petrus, aber einen Glaubenssprung wollen wir tun und dabei Gott die Ehre geben und aufhören, immer über die Probleme zu reden. Bei Gott ist kein Ding unmöglich.

Joh.21.8: „Die anderen Jünger aber kamen in dem Boot – denn sie waren nicht weit vom Land, sondern etwa zweihundert Ellen – und zogen das Netz mit den Fischen nach.“

   In der Nachfolge und der Gegenwart des Herrn gibt es keine Eifersucht. Auch wir wollen einander helfen, die Frucht einzubringen und zwar ein jeder mit der Gabe, die ihm zugeteilt worden ist. Die anderen Jünger hatten den Ausspruch von Johannes, „Es ist der Herr“, nicht gehört, aber sie sahen das Wunder des gewaltigen Fischfanges und waren bereit zu helfen, obschon es sich nicht in „ihrem Schiff“ ereignet hat. Der Herr braucht das Bild vom Fischen auch für den Dienst des Menschenfischers, dazu gehört auch der Bau der Gemeinde. Ist nicht das Auswerfen des Netzes auf der anderen (rechten) Seite des Schiffes ein Bild für die Gnade, die uns aus den Nationen zuteil geworden ist. Auch die Apostel mussten später lernen, als Israel das Heil ablehnte, die Netze auf der Seite der Nationen auszuwerfen. Von dieser Entwicklung lesen wir in der Apostelgeschichte in den Kapitel 7 – 10.

Joh.21.9: „Als sie nun ans Land ausstiegen, sahen sie ein Kohlenfeuer liegen und Fisch darauf und Brot.“

   Der Herr kannte ihre Bedürfnisse und hatte bereits vorgesorgt. Kommen uns da nicht die Worte Jesu aus Matth.6.25 und 31 in den Sinn, dass wir nicht besorgt sein sollen um das, was wir essen, trinken oder anziehen sollen? Ich denke dabei auch an das Wort aus Eph.2.10 von den „guten Werken“, die Gott vorher bereitet hat, dass wir in ihnen wandeln sollen.

Joh.21.10: „Jesus spricht zu ihnen: Bringt her von den Fischen, die ihr jetzt gefangen habt.“

   Auch darin sehen wir ein göttliches Prinzip. Der Herr tut nicht einfach alles selber, sondern wir dürfen unsere „Fische“ auch bringen. So war es schon in Lukas 9.16 bei der Speisung der Fünftausend. Er nahm das vorhandene Brot und die Fische und segnete sie. Auch bei der Hochzeit zu Kana (Joh.2.7) hiess er sie die Krüge mit Wasser zu füllen. In einem Lieder Vers heisst es: „Gott kennt unser menschlich Vermögen, weiss auch, was ein jeder kann. Doch wenn wir uns treu bewegen, hebt er zu segnen an.“ Wir wollen das, was wir können, nicht in eigener Kraft und in eigener Regie umsetzen um womöglich noch Ehre dafür zu erhalten. Nein, sondern wir wollen unsere Fische Ihm bringen, dann kommt der grösste Segen dabei heraus.

   Im Vers 11 lesen wir, dass 153 grosse Fische im Netz waren und es trotzdem nicht zerriss, das war ein weiteres Wunder. Sicher hat auch die Zahl 153 eine geistliche Bedeutung und es gibt darüber verschiedene Auslegungen in den Büchern über die Zahlensymbolik. Doch möchte ich an dieser Stelle nicht weiter auf dieses eingehen.

Joh.21.12+13: „Jesus spricht zu ihnen: Kommt her und frühstückt! …. Sie wussten, dass es der Herr war. Jesus kommt und nimmt das Brot und gibt es ihnen und ebenso den Fisch.“

   Es war etwas Besonderes für die Jünger, wenn Er ihnen das Brot brach und mit Ihnen ass, das hatte Er oft getan. Das Brotbrechen von Jesus ist in zwölf Schriftstellen erwähnt, unter anderem auch im Zusammenhang mit dem Abendmahl. Weitere sechs Bibelworte reden vom Brotbrechen der Apostel und der ersten Gemeinde. In Luk.24.30 und 35 lesen wir, dass die Jünger, die nach Emmaus unterwegs waren, Ihn am Brechen des Brotes erkannt  haben.

   Auch uns will Jesus das Brot brechen, und zwar nicht nur, wenn wir das Mahl feiern. Immer dann, wenn wir zusammenkommen, um das Wort zu hören, oder wenn wir es zuhause für uns lesen, will Er uns das Brot brechen. Ja, Er ist immer da, um uns durch Seinen Geist das Wort zu verklären, um uns das Verständnis dafür zu öffnen, so wie Er es damals bei den Jüngern getan hat (Luk.25.45). Auch wir dürfen wie die Jünger am See von Tiberias wissen: „Es ist der Herr!“

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