Bibel-Themen

eine Sammlung von Beiträgen zu biblischen Themen

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Neutestamentliche Segenswünsche

Daniel Schenk

Gott hat uns zum Segnen bestimmt und auch dazu bevollmächtigt. Segnen bedeutet Gutes reden (Wohlreden). Wenn wir die Briefe der Apostel lesen, beachten wir die Segenswünsche, die meist in den ersten Versen enthalten sind, oft viel zu wenig. Manchmal werden diese Wünsche auch am Schluss der Briefe nochmals ausgesprochen. Diese Segenswünsche sind mehr als nur eine Redensart der Apostel, ich bin sicher, dass sie diese Worte ganz bewusst niedergeschrieben haben. Dabei haben sie nicht nur ein allgemeines „Gott segne euch“ geschrieben, was sicher auch schon sehr gut ist, sondern sie haben den Segen ganz konkret benannt. Was sie den Gemeinden gewünscht haben, war in erster Linie Gnade und Friede.

-Am Anfang der Paulusbriefe steht meist folgender Satz:

  • „Gnade euch und Friede von Gott, unserem Vater, und dem Herrn Jesus Christus!“

   Diesen Wortlaut finden wir in: Rö.1.7; 1.Kor.1.3; 2.Kor.1.2; Gal.1.3; Eph.1.2; Phil.1.2; 2.Thess.1.2; Tit.1.4; Philem.3. Leicht gekürzt finden wir den gleichen Segenswunsch auch in Kol.1.2 und in 1.Thess.1.1. In den beiden Briefen an Timotheus ist der gleiche Segenswunsch enthalten, jedoch noch zusätzlich „Barmherzigkeit“ erwähnt, also „Gnade, Barmherzigkeit und Friede von Gott dem Vater und von Christus Jesus, unserem Herrn!“ (1.Tim.1.2 und 2.Tim.1.2). Paulus beginnt somit jeden seiner Briefe mit dem Segenswunsch für Gnade und Friede von Gott.

   Am Schluss jedes Briefes von Paulus finden wir einen weiteren Segenswunsch (im Römer bereits in 16.20): „Die Gnade sei mit euch!“ Auch der Hebräerbrief und die Offenbarung schliessen mit dem gleichen Segenswunsch. In 2.Kor.13,13 steht der wunderbare Segen, der oft am Schluss von Gottesdiensten ausgesprochen wird:

  • „Die Gnade des Herrn Jesus Christus, und die Liebe Gottes, und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen!“

 – Die Petrusbriefe  enthalten jeweils im zweiten Vers folgenden Segenswunsch:

  • „Gnade und Friede werde euch immer reichlicher zuteil!“

– Die Segenswünsche des Johannes lauten so:

2.Joh.3: „Gnade, Barmherzigkeit, Friede von Gott, dem Vater, und von Jesus Christus, dem Sohn des Vaters, in Wahrheit und Liebe.“

3.Joh.2: „Ich wünsche, dass es dir in allem wohlgeht und du gesund bist, wie es deiner Seele wohlgeht.“

3.Joh.15: „Friede dir!“

– Segensgruss des Judas in Vers 2: „Barmherzigkeit und Friede und Liebe werde euch immer reichlicher zuteil!“

– Offenbarung: 1.4: „Gnade euch und Friede von dem, der ist  und der war und der kommt, und  von den sieben Geistern, die vor seinem Thron sind!“

Off.22.21: Die Gnade des Herrn Jesus sei mit allen!“

   Was die Apostel den Lesern und Hörern ihrer Briefe wünschten, war in erster Linie Gnade und Friede, aber auch Barmherzigkeit von Gott dem Vater und Seinem Sohn Jesus Christus. Ich glaube, dass dieser Segen nicht nur auf die damaligen Empfänger ihrer Briefe kam, sondern dass die Wirkung sich auch über die heutigen Leser und Hörer dieser Briefe erstreckt. Die Apostel, aber nicht nur die Apostel, sondern wir alle als in Christus Jesus Gläubige, sind bevollmächtigt zu segnen. Wir wollen ganz bewusst mit dem Segen von Gnade und Frieden rechnen, wenn wir das Wort Gottes lesen oder der Verkündigung lauschen. Gnade und Friede werden uns dabei vermehrt.

   Auch Jesus sprach zu Seinen Jüngern: „Friede sei mit euch!“ wenn er in ihre Mitte trat. So ist es heute noch, Seine Gegenwart bringt uns Frieden.


Friedensstifter

Auch wir sollen den Menschen Frieden wünschen. In Luk.10.5+6 lesen wir folgende Anweisung, die Jesus Seinen Jüngern gab:

„In welches Haus ihr aber eintretet, sprecht zuerst: „Friede diesem Haus!“ Und wenn dort ein Sohn des Friedens ist, so wird euer Friede auf ihm ruhen; wenn aber nicht, so wird er zu euch zurückkehren.“

   Der Friede, den wir haben und auch vermitteln können, ist etwas ganz Konkretes. Der Friede, den wir  als Segenswunsch aussprechen, kann auf einem Menschen ruhen, er kann aber auch wieder zu uns zurückkommen wenn er keine Annahme findet. Aus solchen Aussagen erkennen wir, dass es sich um viel mehr handelt, als bloss um Worte oder Redensarten. Als Söhne Gottes können wir Frieden stiften, so sagte es die Schrift in folgenden Versen:

Luk.5.9: „Glückselig die Friedensstifter, denn sie werden Söhne Gottes heissen.“

Jak.3.18: „Die Frucht der Gerechtigkeit aber wird in Frieden denen gesät, die Frieden stiften.“

   Lasst uns Friedensstifter sein, sowohl mit unseren Worten als auch mit unserem Tun. Der Friede ist eine Wirklichkeit, die man erleben und sogar verspüren kann. Ebenso verhält es sich auch mit der Gnade.


Was bringt uns die Gnade?

  • Durch die Gnade sind wir gerechtfertigt Rö.3.24; Tit.3.7.
  • Die Sünde kann nicht mehr über uns herrschen, denn wir sind nicht mehr unter dem Gesetz, sondern unter der Gnade Rö.6.14.
  • Befähigung und Zuteilung zum Dienst des Geistes ist Gnade 1.Kor.3.10; 2.Kor.8.4; Eph.3.2,7+8 etc.
  • Die Berufung 1.6.
  • Errettung 2.5+8
  • Ewigen Trost Thes.2.16
  • Stärkung Tim.2.1
  • Sie erzieht oder unterweist uns 2.11+12
  • Rechtzeitige Hilfe 4.16
  • Sie festigt unser Herz in der Wahrheit 13.9
  • Die Gnade ist kostbar, wir wollen sie nicht verwerfen oder ungültig machen Gal2.21+ 5.4.


Was nützt uns der Friede?

  • Friede steht im Zusammenhang mit innerer und äusserer Heilung. Wenn Jesus Menschen heilte, entliess Er sie oft mit dem Ausspruch: „Gehe hin in Frieden“. Einige Beispiele dafür : Mark.5.34; Luk.7.50 und 8.48.
  • Einheit besteht durch das Band des Friedens. 4.3: „Befleissigt euch, die Einheit des Geistes zu bewahren durch das Band des Friedens“.
  • Der von Gott kommende Friede bewahrt unsere Sinne und Gedanken in Christus Jesus (Phil.4.7). Wenn Unfriede in unseren Herzen ist, verhindert er das Hören auf Gottes Stimme und auf das Reden des Heiligen Geistes. Es gelingt uns nicht, uns zu konzentrieren und unsere Gedanken auf die göttlichen Dinge auszurichten. In solchen Momenten bete ich darum, dass der Friede Gottes neu und tief in mein Herz komme, er schafft dann die notwendige Ruhe und Konzentration. Oft sind es die Sorgen, die uns den Frieden rauben. Diese müssen wir auf den Herrn werfen, sonst kommt kein Friede in unsere Herzen.
  • Der Friede soll in unseren Herzen regieren. 3.15: „Und der Friede des Christus regiere in euren Herzen, zu dem ihr auch berufen worden seid in einem Leib! Und seid dankbar!“


Segnet und Flucht nicht

Im neuen Bund sollen wir die Menschen segnen und ihnen nicht Fluchen. Wir sollen auch die segnen, die uns hassen oder verfolgen. Dies ist der beste Schutz für uns, denn der Friede wird wieder auf uns zurückkommen, wenn er nicht angenommen wurde.

  • Rö.12.14: „Segnet, die euch verfolgen; segnet und flucht nicht!“
  • 3.9-11: „Mit ihr (der Zunge) preisen wir den Herrn und Vater, und mit ihr fluchen wir den Menschen, die nach dem Bild Gottes geschaffen worden sind. Aus demselben Mund geht Segen und Fluch hervor. Dies, meine Brüder, sollte nicht so sein! Die Quelle sprudelt doch nicht aus derselben Öffnung das Süsse und das Bittere hervor.

Als Söhne des Neuen Bundes sollen wie die Menschen segnen. Was wir aber nicht zu segnen haben, sind die Dinge, die wir als Werke der Finsternis erkennen. Gegen diese tun wir gegenteilige Aussprüche. Ein Beispiel dafür lesen wir in Mark.11.14+21, wo Jesus den unfruchtbaren Feigenbaum verfluchte, indem Er sagte: „Nie mehr in Ewigkeit soll jemand Frucht von dir essen!“ Wir wollen auch von dieser Vollmacht Gebrauch machen und zum Schutz von Menschen Aktivitäten der Finsternis verhindern.

 

Wie anwenden?

Ich denke, wir müssen nicht eine Redensart daraus machen, aber wir wollen einander vermehrt von Herzen „Gnade und Friede“ wünschen. Wir wollen eine segnende Haltung einnehmen und dies in unseren Worten und Taten auch zum Ausdruck bringen. Unser Gott ist ein segnender Gott und von Ihm kommen Gnade und Friede sowie Barmherzigkeit in Fülle. Weil Er uns so viel davon gegeben hat, können auch wir einander Gnade, Friede und Barmherzigkeit wünschen und darreichen. Gnade und Friede sei mit euch allen! Amen.

(Sept. 2000)

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