Bibel-Themen

eine Sammlung von Beiträgen zu biblischen Themen

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Pfingsten

Daniel Schenk


Die Verheissung des Vaters

Joel 3.1-4: „Und danach wird es geschehen, dass ich meinen Geist ausgiessen werde über alles Fleisch. Und eure Söhne und eure Töchter werden weissagen, eure Greise (Ältesten) werden Träume haben, eure jungen Männer werden Gesichte sehen. Und selbst über die Knechte und über die Mägde werde ich in jenen Tagen meinen Geist ausgiessen. Und ich werde Wunderzeichen geben am Himmel und auf der Erde: Blut und Feuer und Rauchsäulen. Die Sonne wird sich in Finsternis verwandeln und der Mond in Blut, ehe der Tag des Herrn kommt, der grosse und furchtbare. Und es wird geschehen: Jeder, der den Namen des Herrn anruft, wird errettet werden.“

   Auf diese Verheissung, die durch Joel ca. 800 Jahre im Voraus niedergeschrieben wurde, hat Petrus zur Zeit ihrer Erfüllung an Pfingsten in Jerusalem Bezug genommen.“

Apg.2.15 bis: „Denn diese sind nicht trunken, wie ihr meint, denn es ist die dritte Stunde des Tages; sondern dies ist es, was durch den Propheten Joel gesagt ist: Und es wird geschehen …..“ (dann zitierte Petrus den oben stehenden Text aus Joel 3).

   Weitere Verheissungen für die Taufe im Heiligen Geist wurden durch Johannes den Täufer und durch Jesus ausgesprochen:

Matth.3.11: „Ich zwar taufe euch mit Wasser zur Busse; der aber nach mit kommt, ist stärker als ich, dessen Sandalen zu tragen ich nicht würdig bin; er wird euch mit (in) Heiligem Geist und Feuer taufen.“

Mark.1.8: „Ich habe euch mit (in) Wasser getauft, er aber wird euch mit (in) Heiligem Geist taufen.“

Luk.3.16: „Ich taufe euch mit Wasser; es kommt aber ein stärkerer als ich, und ich bin nicht würdig, ihm die Riemen seiner Sandalen  zu lösen; er wird euch mit Heiligem Geist und mit Feuer taufen.“

Joh.1.33: „Auf welchen du sehen wirst den Geist herniederfahren und auf ihm bleiben, dieser ist es, der mit Heiligem Geist tauft.“

   Dass diese Verheissung in allen vier Evangelien niedergeschrieben ist, zeigt einerseits, wie wichtig die Taufe im Heiligen Geist ist, und andererseits, dass sie für alle Menschen bestimmt  ist. Denn die vier Evangelien richten sich an verschiedene Menschengruppen.

   Jesus ermahnte die Jünger eindringlich, sich von Jerusalem nicht zu entfernen, bevor sie die Erfüllung dieser Verheissung des Vaters erlebt hätten. Er wusste auch, dass sie ihren Dienst ohne diese Ausrüstung nicht erfüllen können.

Joh.16.7: „Doch ich sage euch die Wahrheit: Es ist euch nützlich, dass ich weggehe, denn wenn ich nicht weggehe, wird der Beistand nicht zu euch kommen; wenn ich aber hingehe, werde ich ihn zu euch senden.“

Apg.1.4: „Und als er mit ihnen versammelt war, befahl er ihnen, sich nicht von Jerusalem zu entfernen, sondern auf die Verheissung des Vaters zu warten – die ihr, sagte er, von mir gehört habt, denn Johannes taufte mit Wasser, ihr aber werdet mit Heiligem Geist getauft werden nach nicht mehr vielen Tagen.“

 

Was ist an Pfingsten geschehen?

Das Pfingstfest war das zweite grosse jährliche Fest der Juden am Ende der Getreideernte. Pfingsten bedeutet der 50. Tag; das Fest fand fünfzig Tage nach dem Passahfest statt. An diesem Fest sollte jeder männliche Israelit vor dem Herrn im Heiligtum erscheinen. Es handelte  sich um einen Ruhetag an dem eine heilige Festversammlung stattfand. Das ist der Grund, warum an diesem Tag so viele Juden und Proselyten auch aus vielen anderen Ländern in Jerusalem anwesend  waren.  Der Tag war nicht zufällig gewählt, Gott wollte dieses Ereignis von Pfingsten möglichst viele Menschen aus möglichst vielen Nationen erleben lassen. Sie sollten Zeugen davon sein, dass der Heilige Geist ausgegossen wurde. In Apg.2.1-4 wird das Geschehen an jenen Pfingsttag in Jerusalem folgendermassen beschrieben:

„Und als der Tag des Pfingstfestes erfüllt war, waren sie alle an einem Ort beisammen. Und plötzlich geschah aus dem Himmel ein Brausen, als führe ein gewaltiger Wind daher, und erfüllte das ganze Haus, wo sie sassen. Und es erschienen ihnen Zungen wie von Feuer, und sie setzten sich auf jeden einzelnen von ihnen. Und sie wurden alle mit Heiligem Geist erfüllt und fingen an, in anderen Sprachen zu reden, wie der Geist ihnen gab auszusprechen.“

   Sicher hat sich vorher keiner von den Jüngern vorstellen können, auf welche Art sich die Verheissung einlösen wird. Trotzdem wussten sie genau, dass es sich um die verheissene Ausgiessung des Heiligen Geistes handelt, als es geschah, denn sie waren ja mit seiner Wirksamkeit bereits vertraut. Während dieses Geschehen bei den Aussenstehenden grosse Verwirrung auslöste, stand Petrus mit den Elfen auf und bezeugte mit erhobener Stimme: „Dies ist das, was durch den Propheten Joel gesagt ist“, und er zitierte die Worte aus Joel 3.1-4. Seine durch den Heiligen Geist inspirierte Predigt hatte eine solche Wirkung, dass an jenem Tag dreitausend Menschen zum Glauben kamen und sich taufen liessen. Der Bericht darüber steht in Apg.2.14-31.


Hat sich das Ereignis von Pfingsten wiederholt?

Das Pfingstgeschehen hat sich in dieser Weise nicht wiederholt, aber von diesem Tage an sind immer wieder Menschen mit Heiligem Geist getauft worden. Am Anfang waren es nur Juden, die diese Erfahrung machten. Doch bald einmal wurden zum grossen Erstaunen der Apostel auch Heiden mit dem Heiligen Geist getauft. Bei späteren Berichten lesen wir nicht mehr von einem Brausen und von Feuerzungen, wie es in Jerusalem der Fall war. Trotzdem machten die Menschen die gleiche Erfahrung und empfingen die selbe Fülle des Heiligen Geistes. Das bezeugt Petrus in

Apg.11.15: „Während ich aber zu reden begann, fiel der Heilige Geist auf sie, so wie auch auf uns im Anfang.“

   Dass diese Verheissung für alle Menschen gilt, geht eigentlich schon aus den Worten von Joel hervor, denn er schreibt klar: „über alles Fleisch“

    Die nachstehende Aufstellung zeigt uns einige Ereignisse aus der Apostelgeschichte, wo Menschen die Taufe im Heiligen Geist erlebten:

  • 2.1 bis: An Pfingsten in Jerusalem (Juden).
  • 8.17: In Samaria durch Handauflegung von Petrus und Johannes (Samariter).
  • 10.45+46: In Cäsarea im Hause des Kornelius während der Predigt von Petrus (Heiden).
  • 19.6: Die zwölf Jünger in Ephesus nach der Handauflegung durch Paulus.
  • Und heute, Gott sei Dank, auch über uns, Halleluja!!


Zurüstung und Ausrüstung

Eine ganz grundlegende Aussage über die Wirkung des Heiligen Geistes in den Gläubigen machte Jesus vor Seiner Himmelfahrt in

Apg.1.8: „Aber ihr werdet Kraft empfangen, wenn der Heilige Geist auf euch gekommen ist; und ihr werdet meine Zeugen sein, sowohl in Jerusalem und Samaria und bis an das Ende der Erde.“

   Diese Aussage betrifft ganz klar den Dienst. Wir können also sagen, durch den Heiligen Geist empfangen wir die Ausrüstung und die Kraft zum Dienst.

   Ebenfalls in erster Linie als Ausrüstung zum Dienen möchte ich die Geistesgaben bezeichnen, die immer da aufgetreten sind und auftreten, wo Menschen im Heiligen Geist getauft werden. Belehrung über deren Bedeutung und Anwendung gibt uns die Schrift hauptsächlich in Rö.12.5-8 und im 1.Korintherbrief in den Kapiteln 12 bis 14. Wir sind aufgerufen, nach den geistlichen Gaben (pneumatikos) zu streben und sie zum Nutzen der Gemeinde entsprechend unserer Zuteilung anzuwenden. Der Antrieb dazu soll aber die Liebe sein, die uns ja auch durch den Heiligen Geist geschenkt worden ist (Rö.5.5).


Wirkungen und Aufgaben des Heiligen Geistes

Nachstehend möchte ich noch einige weitere, von Jesus und den Aposteln verkündigte Wirkungen und Tätigkeiten des Heiligen Geistes aufzählen:

Joh.14.16: „Er (der Vater) wird euch einen anderen Beistand geben.“

Joh.14.26: „Er wird euch alles lehren und euch an alles erinnern, was ich euch gesagt habe.“

Joh.15.26: „Er wird von mir zeugen.“

Joh.16.8: „Er wird die Welt überführen von Sünde und von Gerechtigkeit und von Gericht.“

Joh.16.13+14: „Er wird euch in die ganze Wahrheit leiten; denn er wird nicht aus sich selbst reden, sondern was er hören wird, wird er reden, und das Kommende wird er euch verkündigen. Er wird mich verherrlichen.“

1.Joh.2.27: „Wie seine Salbung euch über alles belehrt, so ist es auch wahr und keine Lüge.“

1.Kor.2.12: „Wir aber haben nicht den Geist der Welt empfangen, sondern den Geist, der aus Gott ist, damit wir die Dinge kennen, die uns von Gott geschenkt sind.“

   In 1.Kor.12.13 wird uns gesagt, dass wir durch den einen Geist  in den Leib Christi hinein getauft worden sind.

 

Geistesfrucht

Eine weitere wunderbare Wirkung des Heiligen Geistes in unserem Leben ist die Geistesfrucht. Sie wird beschrieben in Gal.5.22 und besteht aus Liebe, Freude, Friede, Langmut, Freundlichkeit, Güte, Treue, Sanftmut, Enthaltsamkeit. Diese Frucht soll in unseren Leben nicht fehlen, wir wollen dem Heiligen Geist viel Raum lassen, dass sie wachsen und gedeihen kann.


Die Erfahrung der Geistestaufe

Die Voraussetzung für die Taufe im Heiligen Geist wird von Petrus an Pfingsten klar genannt:

Apg.2.38: „Tut Busse und ein jeder von euch lasse sich taufen auf den Namen Jesu Christi zur Vergebung eurer Sünden! Und ihr werdet die Gabe des Heiligen Geistes empfangen.“

   Die Geistestaufe ist oft begleitet von starken, seelischen Reaktionen, wie wir es auch im Bericht von  Pfingsten lesen. Dies muss aber nicht unbedingt der Fall sein und wir sollten uns nicht davon abhängig machen, wie stark es uns geschüttelt hat. Es geht einfach darum, dass unser Gefäss gefüllt wird. Dies kann mit einem „Schwall“ geschehen, aber es kann auch ein sachtes Auffüllen sein. Wichtig ist, dass wir vom Heiligen Geist erfüllt sind und dass sich die Erweisungen wie Kraft, Frucht und Gaben einstellen. Wir müssen so oder so sehr darauf achten, dass wir den Heiligen Geist nicht dämpfen oder betrüben (Eph.4.30). Wir wollen ihm Raum geben und durch Lobpreis und Danksagung die Atmosphäre schaffen, in der er sich wohl fühlt, wie es Paulus in Eph.4.18-20 lehrt:

„Werdet voll Geistes, indem ihr zueinander in Psalmen und Lobliedern und geistlichen Liedern redet und dem Herrn mit eurem Herzen singt und spielt! Sagt allezeit für alles dem Gott und Vater Dank im Namen unseres Herrn Jesus Christus!“


Ist jeder gläubige und wiedergeborene Mensch automatisch geistgetauft?

Ich bin in einer Gemeinde aufgewachsen, in der über die Taufe im Heiligen Geist und die Geistesgaben nicht gelehrt wurde und kenne  den Mangel, den ich  damals oft empfand. Trotzdem weiss ich, dass ich in jener Zeit gerettet und wiedergeboren war. Es erging mir ähnlich wie den zwölf Jüngern in Ephesus und wie noch so vielen andern. Ich war bereits  sechs Jahre gläubig, als ich, verbunden mit der Wassertaufe, auch die Geistestaufe erlebte.

   Dass zum Glauben gekommene Menschen nicht automatisch geistgetauft sind, sehen wir auch bestätigt im Leben der Jünger. Auch sie hatten bereits geistliche Erfahrungen gemacht und mussten trotzdem noch auf die Taufe im Heiligen Geist warten. Am Auferstehungstag waren sie furchtsam hinter verschlossenen Türen versammelt. Da trat Jesus ein und sagte: „Friede euch!“ Dann zeigte er ihnen die Hände und die Seite und die Jünger wurden froh. Weiter hauchte er sie an und sagte zu ihnen: „Empfangt heiligen Geist!“ Er gab ihnen auch Vollmachten und die Bestätigung ihrer Sendung. Trotz dieser wunderbaren Erfahrungen sagte Er ihnen, dass sie noch in Jerusalem bleiben und die Verheissung des Vaters abwarten sollen. Sie brauchten noch die Erfahrung von Pfingsten.

   Heute ist der Heilige Geist ausgegossen und wir müssen nicht länger auf ihn warten. Ich denke, es gibt heute viele Gläubige in dem Stand, wie ich es war. Doch anstatt dass sie sich nach der ganzen Fülle ausstrecken  und die Geistestaufe suchen, redet sie womöglich noch dagegen und betrüben dadurch den Heiligen Geist. Immer wieder hört und liest man Einwände, die Geistesgaben seien nur für die damaligen Menschen gewesen, die noch nicht die ganze Bibel hatten, heute brauchen wir diese nicht mehr, denn wir haben ja jetzt das ganze Wort Gottes. So wird argumentiert und man wehrt damit dem Heiligen Geist, sich in seiner ganzen Fülle und Herrlichkeit zu offenbaren. In 1.Kor.8-10 steht, dass die Geistesgaben aufhören werden, wenn das Vollkommene kommt. Der Zustand, in dem wir jetzt leben und dienen, wird als Stückwerk bezeichnet. Dies bestätigt auch 1.Kor.12.4-12, wo das Bild der einzelnen Glieder gebraucht wird, die je einen Teil des Dienstes haben. Das Vollkommene (griech. teleios) bedeutet vollendet, vollkommen und kommt von Ziel oder Ende. Es bezeichnet also den Zustand unserer Vollendung und nicht den Zeitpunkt,  an dem die Bibel komplett war, wie das oft ausgelegt wird. Lassen wir uns nicht verwirren oder aufhalten, sondern die durch die Geistestaufe empfangene Ausrüstung zum  Nutzen des Leibes Christi brauchen  bis zur Vollendung.  Amen.

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