Bibel-Themen

eine Sammlung von Beiträgen zu biblischen Themen

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Ruhe

Daniel Schenk

Ruhe, ruhen, bezeichnet den Zustand nach beendigtem Werk. So wird das Wort zum ersten Male in der Heiligen Schrift gebraucht (1.Mo.2.2) und so wird es am Ziele wieder sein (Off.14.13). Wahre Ruhe bedeutet die Gemeinschaft mit Gott und setzt die Einhaltung Seiner Ordnungen voraus. Die am Ende der Schöpfung stehende Ruhe zerbrach durch den Sündenfall. Die Unruhe herrscht fortan (Hi.7.1; 14.1) und zeigt sich in verschiedenen Formen. Infolge der Sünde muss der Mensch nun seinen Lebensunterhalt mit Mühe erarbeiten (1.Mo.3.17-19; 4.12) und sucht seine Existenz durch Häufung von Gütern zu sichern (Ps.39.7; Luk.12.19), statt von Gottes Gaben in Ruhe zu leben. (Zitat aus dem „Lexikon zur Bibel“)


Gott selbst ruhte

  1. Mo.2.2: „Und Gott vollendete am siebten Tag sein Werk, das er gemacht hatte; und er ruhte am siebten Tag von all seinem Werk, das er gemacht hatte.“

Hebr.4.10:  „Denn wer in seine Ruhe eingegangen ist, der ist auch zur Ruhe gelangt von seinen Werken, wie Gott von seinen eigenen.“

   Gott lädt uns ein, in Seine Ruhe einzugehen. Wenn wir in Unruhe sind, können wir nicht glauben und vernehmen das Reden des Heiligen Geistes nicht. Wer versucht, durch Werke Gott zu gefallen oder Gerechtigkeit zu erlangen, komm auch nicht zur Ruhe. Wir sollen in dem vollbrachten Werk von Golgatha ruhen und uns völlig auf die Gnade verlassen, durch die wir vor Gott gerechtfertigt worden sind. Das bedeutet nicht, dass wir dabei untätig sind, aber wir sollen in den Werken wandeln, die Gott für uns bereitet hat (Eph.2.10).


Gott wollte Sein Volk wieder in die Ruhe führen

Nachdem der Mensch durch den Sündenfall aus der göttlichen Ruhe herausgefallen war, suchte Gott Sein Volk wiederum in dieselbe zurück zu führen. Gott tat ihnen Seine Absicht durch die Schriften und durch die Propheten deutlich kund. Im Alten Testament finden wir achtundzwanzig  Verheissungen, in denen gesagt wird, dass Gott seinem Volk Ruhe schafft. Trotzdem waren die Zeiten der Ruhe und des Friedens sehr rar in Israel. Warum das? War Gott nicht fähig, Sein Wort zu halten und Seine Verheissungen einzulösen? Nein, sondern es war der Unglaube und auch der Ungehorsam, die bewirkten, dass die Verheissungen sich nicht erfüllten und Israel nicht in die verheissene Ruhe eingehen konnte.

Hebr.3.18+19: „Welchen aber schwur er,  dass sie nicht in seine Ruhe eingehen sollten, wenn nicht denen, die ungehorsam gewesen waren? Und wir sehen, dass sie wegen des Unglaubens nicht hineingehen konnten.“

   Es waren nicht die Riesen oder die hohen Stadtmauern, die sie daran hinderten, in die Ruhe einzugehen. Josua hat es richtig erkannt und ausgesprochen, dass, wenn Gott mit uns ist, wir sie wie Brot essen werden. Unglaube und Ungehorsam waren die Hindernisse, dass sie nicht in die von Gott bestimmte Ruhe eingehen konnten.

Im Neuen Bund ist es nicht anders, denn diese Dinge sind für uns zur Ermahnung niedergeschrieben worden.

  1. Kor.10.11: „Alles dies aber widerfuhr jenen (den Israeliten) als Vorbild und ist geschrieben worden zur Ermahnung für uns, über die das Ende der Zeitalter gekommen ist.“

   Auch wir gelangen nur zur Ruhe, wenn wir im Glauben stehen und in den Ordnungen Gottes leben. Wenn wir mit Gott wandeln und Ihm folgen, werden wir in die Ruhe geführt. So hat Er es schon dem Mose verheissen.

  1. Mo.33.14: „Mein Angesicht wird mitgehen und dich zur Ruhe bringen.“
  2. Joh.3.19+20: „Hieran werden wir erkennen, dass wir aus der Wahrheit sind, und wir werden vor Ihm unser Herz zur Ruhe bringen, – dass, wenn unser Herz uns verurteilt, Gott grösser ist als unser Herz und alles kennt.“


Glaube führt in die Ruhe Gottes

Hebr.4.2+3: „Denn auch uns ist eine gute Botschaft verkündigt worden, wie auch jenen; aber das gehörte Wort nützte jenen nicht, weil es bei denen, die es hörten, sich nicht mit dem Glauben verband. Wir gehen nämlich in die Ruhe ein als die, die geglaubt haben.“

   Warum gibt es so viele „Gotteskinder“, die in Unruhe sind? Es ist ein Mangel an Glaube und Vertrauen und damit auch ein Mangel an Gehorsam. Wenn wir ständig in innerer Unruhe sind, sollten wir Schritte unternehmen, um diesen Zustand zu ändern und in die Ruhe Gottes zu kommen.


Was können wir gegen innere Unruhe tun?

  • Die Gemeinschaft mit Gott dem Vater und mit Jesus Christus pflegen durch lesen des Wortes sowie durch Gebet, Danksagung und Lobpreis.
  • Im Herzen dem Herrn singen und spielen (Eph.5.19).
  • Die Sorgen auf Ihn werfen (1.Petr.5.7).
  • Nie aus eigener Kraft oder ohne göttlichen Auftrag handeln (1.Petr.4.11).
  • Den Glauben betätigen (Hebr.4.3).
  • Für das vollbrachte Opfer danken und den Sieg von Golgatha rühmen.
  • Den uns zugewiesenen Platz am Leibe Christi einnehmen und in unserer Berufung und Aufgabe treu sein.
  • In Harmonie mit Gott und soweit möglich auch mit den Menschen leben.
  • Rebellion und Murren ablegen.
  • Auf den Heiligen Geist achten und sich von Ihm leiten lassen.


Jesus gibt Ruhe

In Luk.8.22-25 lesen wir von dem Sturm und wie die Jünger im Boot in eigener Kraft wirkten bis zum Umfallen. Sie waren voller Unglauben und Unruhe. Erst als sie keinen Ausweg mehr sahen riefen sie Jesus, da hat sich die Situation schlagartig verändert und es gab völlige Ruhe. Wie oft handeln wir so wie diese Jünger? Es scheint, als würde Jesus schlafen. Doch Er wartet nur darauf, dass wir unser eigenes Wirken aufgeben und zu Ihm kommen.

Matth.11.28+29: „Kommt her zu mir, alle ihr Mühseligen und Beladenen, und ich werde euch Ruhe geben. Nehmt auf euch mein Joch, und lernt von mir, denn ich bin sanftmütig und von Herzen demütig, und ihr werdet Ruhe finden für eure Seelen; denn mein Joch ist sanft, und meine Last ist leicht.“     

   „Kommt her zu Mir“, sagte Jesus im oben zitierten Schriftwort. Jesus hatte Mitleid mit den Massen von Menschen, die trotz ihrer Religiosität in ihren Seelen keine Ruhe hatten. Sie waren wie Schafe, die keinen Hirten haben, lesen wir in Matth.9.36. Jesus ist der gute Hirte, der die Schafe beschützt und sie zum frischen Wasser und auf gute Weiden führt.


Die Verheissung besteht noch

In den Versen 11 und 18 von Hebr.3 wird gesagt, dass Israel nicht in die verheissene Ruhe eingegangen ist und auch nicht in sie eingehen wird. In Hebr.4.1 lesen wir, dass die Verheissung des Eingehens in Seine Ruhe noch besteht. Mit dieser verheissenen Ruhe ist nicht der Himmel gemeint, wir sollen jetzt schon in Seine Ruhe eingehen. Wer nicht in der Ruhe Gottes lebt, steht in Gefahr zu fallen.

Hebr.4.11: „Lasst uns nun eifrig sein, in jene Ruhe einzugehen, damit  nicht jemand nach demselben Beispiel des Ungehorsams falle.“


Ein ruhiges Leben

Gott will, dass wir ein ruhiges Leben führen können, Er will nicht, dass wir in Stress und Unruhe sind. Einer der Wege dazu ist Gebet, Fürbitte und Danksagung.

1.Tim.2.2+3: „Ich ermahne nun vor allen Dingen, dass Flehen, Gebete, Fürbitten und Danksagungen getan werden für alle Menschen, für Könige und alle, die in Hoheit sind, damit wir ein ruhiges und stilles Leben führen mögen in aller Gottseligkeit und Ehrbarkeit. Dies ist gut und angenehm vor unserem Heiland-Gott.“


Ruhe für den Körper

Im 2., 3. und 5. Buch Mose finden wir neun Schriftstellen, in denen dem Volk Gottes leibliche Ruhe verordnet wurde. Der Sabbat ist auch ein Symbol für die Ruhe, in die wir  eingehen sollen. Das hebräische Wort „schabat“ bedeutet: aufhören von etwas, ruhen. Obschon wir nicht unter dem Gesetz des Sabbat stehen, ist es weise, dass wir auch unserm Körper die notwendige Ruhe gönnen und ihn nicht dauernd überfordern. Wenn jedoch ein göttlicher Auftrag für einen Dienst da ist, erleben wir oft wunderbare Stärkung für den Leib trotz grossem Einsatz. Die innere Ruhe erquickt auch den äusseren Menschen.

(Jan. 2000)

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