Bibel-Themen

eine Sammlung von Beiträgen zu biblischen Themen

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Salbung und Bereitschaft für die Wiederkunft des Herrn

Daniel Schenk

Innerhalb der „Freien charismatischen Gemeinden der Schweiz“ FCGS wurde uns das Thema „Salbung“ als Jahresthema für 2008 auf das Herz gelegt. Am Mitarbeitertreffen vom 16. Februar 2008 in Thalgut sind wir bereits in dieses Thema eingestiegen. „Salbung“ ist auch das Thema für die Internationale Konferenz vom 30. April bis 4. Mai 2008 in Bern, an welcher Diener Gottes aus vielen Ländern und allen fünf Kontinenten teilnehmen werden. Wenn diese Zeilen erscheinen, wird die Konferenz bereits vorbei sein. Aber ich bin sicher, dass das Thema „Salbung“ auch dann noch nicht voll ausgeschöpft ist.


Allgemeine Salbung

Jeder wiedergeborene Gläubige hat die Salbung von Gott empfangen. Durch die Taufe im Heiligen Geist wird die Salbung noch verstärkt. Ich möchte dies die allgemeine Salbung nennen, weil jedes Kind Gottes sie empfängt. Diese Salbung gibt uns das Zeugnis der Errettung und hilft uns, die Bibel zu verstehen und in richtiger Weise zu beten. Sie gibt uns auch Leitung und Führung für unser Leben und gibt uns die Kraft, in einem neuen Leben zu wandeln und Zeugen zu sein.


Salbung zum Dienst

Nebst der erwähnten allgemeinen Salbung gibt es aber noch spezifische Salbungen für die Dienste, die Gott den einzelnen, besonders aber den Dienern aus dem 5-fachen Dienst zugeteilt hat. So hat zum Beispiel der eine die Salbung als Lehrer oder zum Predigen. Ein anderer hat die Salbung als Evangelist, wieder ein anderer hat eine prophetische Salbung oder für den Heilungsdienst. Auch der Hirte braucht eine besondere Salbung. Wenn der Herr einen Menschen zum Apostel beruft, teilt er ihm auch diese spezielle Salbung zu.

   Jesus hatte die Salbung für alle Dienste und auch bei Paulus sehen wir, dass er in allen Diensten gedient hat. Allgemein ist es jedoch so, dass ein Diener Gottes in ein oder zwei Bereichen eine besondere Salbung hat. Das bewirkt, dass er Ergänzung braucht und das ist ein grosser Segen. Der Dienst ist immer dann am wirkungsvollsten, wenn ein Diener Gottes in der ihm zugeteilten Salbung dient.  


Salbung verstärken oder dämpfen

Die Salbung kann verstärkt werden zum Beispiel durch Gebet und auch Fasten und natürlich indem man mit seinen Gaben dient. Wird die Salbung vernachlässigt oder gedämpft, dann lässt auch die Wirkung des Dienstes nach.

Verbindung zwischen Salbung und Bereitschaft für die Entrückung

In den vorangehenden Zeilen habe ich ein paar allgemeine Gedanken über die Salbung geschrieben. Nachstehend möchte ich noch ein paar Zeilen über die Salbung im Zusammenhang mit der Bereitschaft für die Wiederkunft des Herrn schreiben. Dazu wurde ich inspiriert durch den Bibeltext aus

1.Joh.2.27+28: Und ihr! Die Salbung, die ihr von ihm empfangen habt, bleibt in euch, und ihr habt nicht nötig, dass euch jemand belehre, sondern wie seine Salbung euch über alles belehrt, so ist es auch wahr und keine Lüge. Und wie sie euch belehrt hat, so bleibt in ihm! Und nun, Kinder, bleibt in ihm, damit wir, wenn er geoffenbart werden wird, Freimütigkeit haben und nicht vor ihm beschämt werden bei seiner Ankunft!  

   Dieser Textabschnitt sagt uns, dass wir „in ihm“ bleiben sollen, so wie die Salbung uns belehrt hat. Die Salbung hilft uns, in Christus zu sein und auch in Ihm zu bleiben. Wie kann ich erkennen, dass ich in ihm bin? Die Schrift gibt uns Antwort:

  1. Joh.4.13: Hieran erkennen wir, dass wir in ihm bleiben und er in uns, dass er uns von seinem Geist gegeben hat.
  2. Joh.3.24: Hieran erkennen wir, dass er in uns bleibt: durch den Geist, den er uns gegeben hat.

   Wenn wir in ihm sind und bleiben, dann haben wir Freimütigkeit und werden nicht beschämt bei seiner Ankunft. Unter „beschämt“ verstehe ich „zurückgelassen“. Es wäre wirklich eine grosse Enttäuschung für uns, wenn wir in jenem Augenblick feststellen müssten, dass es uns nicht reicht und uns dabei eingestehen müssten, dass wir es versäumt haben, auf die Salbung zu hören und in Ihm zu bleiben.


Gesalbt mit dem Heiligen Geist

Die Salbung haben wir durch den Heiligen Geist, mit ihm sind wir gesalbt. Von Jesus heisst es in Apg.10.38, dass Gott ihn mit Heiligem Geist und mit Kraft gesalbt hat. Aufgrund dieser Salbung, die nach der Taufe am Jordan auf ihn kam, konnte er seinen Dienst tun.

   Paulus ermahnt uns, den Heiligen Geist, das heisst die Salbung, nicht zu betrüben. Mit diesem Geist sind wir versiegelt auf den Tag der Erlösung.

Eph.4.30: Und betrübt nicht den Heiligen Geist Gottes, mit dem ihr versiegelt worden seid auf den Tag der Erlösung hin!


Öl in den Gefässen

Auch das Gleichnis von den zehn Jungfrauen im Matth.25.1-13 lässt sich sinngemäss anwenden. Wobei die Gefässe unsere Leiber und das Öl den Heiligen Geist oder die Salbung bedeuten. Die Klugen nahmen Öl in ihren Gefässen und waren bereit. Die Törichten aber, die kein Öl mitnahmen, wurden beschämt und abgewiesen. In Vers 13 gibt Jesus die Ermahnung: So wacht nun. Denn ihr wisst weder den Tag noch die Stunde.


Das Unterpfand des Geistes

Es ist wunderbar, mit dem Heiligen Geist gesalbt und versiegelt zu sein. Doch im Vergleich zu dem, was der Herr noch für uns bereithält, ist es nur ein Unterpfand oder Angeld. Wenn wir aber dieses Angeld verlieren würden, dann müssten wir bei der Ankunft des Herrn beschämt dastehen, wie es Johannes im erwähnten Wort ausdrückt. Es ist deshalb wichtig, dass wir uns von der Salbung belehren und auch leiten lassen.

 

  1. Kor.1.21+22: Der uns aber mit euch festigt in Christus und uns gesalbt hat, ist Gott der uns auch versiegelt und das Unterpfand des Geistes in unsere Herzen gegeben hat.
  1. Kor.5.5: Der uns aber eben hierzu (Leibesverwandlung) bereitet hat, ist Gott, der uns das Unterpfand des Geistes gegeben hat.

Eph.1.13+14: In ihm seid auch ihr, nachdem ihr das Wort der Wahrheit, das Evangelium eures Heils, gehört habt und gläubig geworden seid, versiegelt worden mit dem Heiligen Geist der Verheißung. Der ist das Unterpfand unseres Erbes auf die Erlösung seines Eigentums zum Preise seiner Herrlichkeit.

   In den vorangehenden drei Versen ist im Zusammenhang mit unserem Erbe das „Unterpfand“ erwähnt. Es geht klar hervor, dass hier vom Heiligen Geist oder von der Salbung die Rede ist. Dieses Pfand müssen wir haben, wenn wir unser Erbe antreten werden. Nur mit ihm sind wir bereit für die Entrückung.


Was bedeutet „Unterpfand“ (Angeld)? griechisch „arrabön“

Dazu zitiere ich ein paar Zeilen aus dem Sprachschlüssel der „Elberfelder Studienbibel“, es bedeutet:

Angeld, Pfand; ein Wort, das die Griechen, Römer und Ägypter von den Phöniziern übernahmen. Es bezeichnet etwas, das für einen Teil des Preises gilt und im Voraus bezahlt wird, um das Geschäft zu bestätigen und abzusichern. Im NT wird es in übertragener Bedeutung für den Heiligen Geist gebraucht, den Gott den Glaubenden in diesem gegenwärtigen Leben schon gegeben hat, um sie des zukünftigen und ewigen Lebens zu versichern. (Ende Zitat)


Seufzen und Sehnsucht

  1. Kor.5.2-5: Denn in diesem freilich seufzen wir und sehnen uns danach, mit unserer Behausung aus dem Himmel überkleidet zu werden, insofern wir ja bekleidet, nicht nackt befunden werden. Denn wir freilich, die in dem Zelt sind, seufzen beschwert, weil wir nicht entkleidet, sondern überkleidet werden möchten, damit das Sterbliche verschlungen werde vom Leben. Der uns aber eben hierzu bereitet hat, ist Gott, der uns das Unterpfand des Geistes gegeben hat.

Röm.8.23: Nicht allein aber sie (die Schöpfung), sondern auch wir selbst, die wir die Erstlingsgabe des Geistes haben, auch wir selbst seufzen in uns selbst und erwarten die Sohnschaft: die Erlösung unseres Leibes.

Bedingt durch unseren Leib der Niedrigkeit (Phil.3.21) kennen auch wir dieses Seufzen, von dem Paulus in diesen zwei Versen redet. Trotzdem singen wir mit Freuden: „Jeder Tag mit Jesus ist schöner als der Tag vorher“. Die Salbung hilft uns dabei, dass wir den Blick nicht auf das Sichtbare, sondern auf das Unsichtbare richten. Die Salbung wirkt in uns aber auch das Sehnen und die Erwartung auf die Wiederkunft des Herrn. Bei den Thessalonichern, denen Paulus ein sehr gutes Zeugnis gibt, sehen wir diese Erwartung auf die Wiederkunft Jesu:

1.Th.1,3: Das Ausharren in der Hoffnung auf unsern Herrn Jesus Christus.

  1. Th.1.9+10: Wie ihr euch von den Götzen zu Gott bekehrt habt, dem lebendigen und wahren Gott zu dienen und seinen Sohn aus den Himmeln zu erwarten, … der uns errettet von dem kommenden Zorn.

   Aus den Worten in 1.Th.3.3+4 erkennen wir, dass sie in Bedrängnissen und somit auch mit dem Seufzen vertraut waren.

Lieber Leser, es mag sein, dass es dir momentan so gut geht, dass du am liebsten noch 100 Jahre auf dieser Erde leben würdest. Es kann auch sein, dass du gerade durch eine Zeit des Seufzens gehst. Lass dich auf jeden Fall durch die Salbung leiten und lehren, so dass dir das Sehnen auf die Wiederkunft des Herrn nicht abhanden kommt.

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