Bibel-Themen

eine Sammlung von Beiträgen zu biblischen Themen

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Sorgen

Daniel Schenk

Ich schreibe hier ein paar Gedanken auf, die mir anlässlich einer Predigt von Bruder Lewis Halcomb am 11. September 1996 in Biel wichtig geworden sind und die auch heute noch ihre Gültigkeit haben. Diese Predigt handelte vom Gleichnis vom Sämann nach Mark.4.2-20. Jesus sagt darin, dass der Sämann den Samen ausstreut, dass aber nicht aller Same auf guten Boden fällt und somit nicht überall Frucht entsteht. Die Masse der Zuhörer ging nicht weiter auf das gehörte Wort ein, wir lesen aber, dass eine Gruppe Menschen, darunter die zwölf Jünger, noch mehr Aufschluss wollten und Ihn nach dem Sinn des Gleichnisses fragten. „Da antwortete Er ihnen“; Jesus antwortet den Menschen, die ein Verlangen haben, tiefere Erkenntnis zu gewinnen. Die Jünger also und einige weitere Zuhörer fragten Ihn nach dem Sinn des Gleichnisses, und Er antwortete ihnen: „Begreift ihr dieses Gleichnis nicht?  Und wie wollt ihr all die Gleichnisse verstehen?“ (Mark.4.13). Dieses Gleichnis muss demnach eine Schlüsselwahrheit enthalten, welche die Voraussetzung ist, um auch die weiteren Gleichnisse und Geheimnisse des Himmelreichs zu verstehen. Wir wollen vorerst die Erklärung des Gleichnisses lesen:

Mark.4.14-20: „Der Sämann sät das Wort. Die an dem Weg aber sind die, bei denen das Wort gesät wird und, wenn sie es hören, sogleich der Satan kommt und das Wort wegnimmt, das in sie hineingesät worden ist. Und ebenso sind die, die auf das Steinige gesät worden sind, die, wenn sie das Wort hören, es sogleich mit Freuden aufnehmen, und sie haben keine Wurzel in sich, sondern sind (Menschen) des Augenblicks; wenn nachher Drangsal oder Verfolgung um des Wortes willen entsteht, ärgern sie sich sogleich. Und andere sind die unter die Dornen Gesäten, es sind die, die das Wort gehört haben, und die Sorgen der Zeit und der Betrug des Reichtums und die Begierden nach den übrigen Dingen kommen hinein und ersticken das Wort, und es bringt keine Frucht. Und die auf die gute Erde Gesäten sind jene, die das Wort Hören und aufnehmen und Frucht bringen: dreissig- und sechzig- und hundertfach.“

   Aus diesen Worten Jesu ist klar ersichtlich, dass Satan alles daran setzt, um die Wirkung des gehörten Wortes zu verhindern. Warum ist er eigentlich so sehr daran interessiert, die Wirkung des Wortes zu ersticken und zu verhindern? Um das zu verstehen, müssen wir erkennen, welche Bedeutung das Wort Gottes hat.

Joh.1.1-4: „Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und das Wort war Gott. Dieses war im Anfang bei Gott. Alles ist durch dasselbe entstanden; und ohne dasselbe ist auch nicht eines entstanden, was entstanden ist. In Ihm war Leben, und das Leben war das Licht der Menschen“.

   Was das Wort Gottes sagt, das sagt Gott. Wir sollen deshalb grosse Ehrfurcht haben vor dem Wort. Jesus Christus ist das Fleisch gewordene Wort (Joh.1.14).


Welche Wirkungen hat das Wort Gottes?

  • Wiedergeburt: „Denn ihr seid wiedergeboren nicht aus vergänglichen Samen, sondern aus unvergänglichem durch das lebendige und bleibende Wort Gottes“. (1Petr.1.23)
  • Geistliches Wachstum: „Und tragt wie neugeborene Kinder nach der geistigen (im Wort Gottes dargebotenen) lauteren Milch verlangen, damit ihr durch sie zur Errettung heranwachst“. (1Petr.2.2)
  • Richten der Regungen und Gedanken: „Denn das Wort Gottes …ist ein Richter über die Regungen und Gedanken des Herzens“. (Hebr4.12)
  • Reinigung: „Ihr seid schon rein um des Wortes willen, das ich zu euch geredet habe“. (Joh15.3)
  • Licht auf dem Weg: „Eine Leuchte für meinen Fuss ist Dein Wort, ein Licht für meinen Pfad“. (Ps119.105)
  • Heilung: „Er sandte sein Wort und heilte sie“. (Ps107.20)
  • Er erschuf und trägt das All durch Sein Wort: „Und trägt das All durch Sein machtvolles Wort“. (Hebr1.3)


Satan versucht, uns das Wort zu stehlen

Jesus zeigt in dem erwähnten Gleichnis fünf Wege, auf denen der Teufel kommt um das Wort zu stehlen oder zu ersticken, damit es keine Frucht bringt. Es sind dies:

  • Drangsal / Trübsal
  • Verfolgung um des Wortes willen
  • Sorgen dieser Weltzeit
  • Betrug des Reichtums (Karriere)
  • Begierden

   Dabei sind die Sorgen dieser Weltzeit die erfolgreichste und verbreitetste Methode des Teufels, um das Wort zu ersticken und seine Wirkung zu bekämpfen. Es geht nicht nur um die Sorgen, „was werden wir essen, was werden wir trinken?“. Es sind die ganze Hektik und der Druck, die das Leben mit sich bringt. Wenn man sich dann in das Wort vertiefen will, ist man zu müde oder zu sehr abgelenkt. Man hat schwer, die Gedanken „abzuschalten“ und auf Gott und Sein Wort auszurichten, dadurch kann das Wort nur mangelhaft und spärlich aufgenommen werden. Entsprechend ist dann auch die Wirkung nicht in der Fülle da. Dies ist ein Gebiet, wo wir sehr wachsam sein müssen, wenn uns das geistliche Wachstum ein Anliegen ist. Hebr.4.11 sagt uns folgende wichtige Ermahnung:

„Lasst uns nun eifrig sein, in jene Ruhe einzugehen“.

   Sorgen führen in die Unruhe. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass die Arbeiten viel besser vorangehen und Entscheidungen viel leichter gefällt werden können, wenn ich in der Ruhe Gottes bin. Sorgen bewirken eine innere Unruhe und wir werden dadurch blockiert. In der Ruhe Gottes können wir das gleiche Arbeitspensum bewältigen und trotzdem offen und empfänglich sein für das Wort und das Reden Gottes. Wir müssen wachsam sein und dem Sorgengeist widerstehen, in welcher Form er auch immer auftritt.


Wirkung der Sorgen

Sorgen sind eine Form von Furcht und ein Ausdruck von Unglaube und Zweifel. In dieser Geisteshaltung kann man von Gott nichts empfangen. Der Ursprung der Sorgen ist ganz eindeutig im Reich der Finsternis, dementsprechend haben sie auch nur negative Auswirkungen. Gott wird verunehrt, wir trauen Ihm nicht zu, dass Er grösser ist als unsere Situation und dass Er uns helfen kann. Sorgen haben nicht nur keine einzige positive Auswirkung, sie können sogar das Unheil anziehen:

„Denn was ich gefürchtet habe, ist über mich gekommen, und was ich sorgte, hat mich getroffen“ (Hiob3.25).

   Die Schrift erzählt uns auch, wie Martha durch ihre Sorgen daran gehindert war, das einzig Notwendige zu tun und den Worten Jesu zu lauschen.

„Der Herr aber antwortete und sprach zu ihr: Martha, Martha, du machst dir Sorge und Unruhe um vieles; eins aber ist not. Maria hat das gute Teil erwählt, das nicht von ihr genommen werden wird“ (Luk10.41+42).


Einige Schriftworte zum Thema „Sorgen“

Spr.12.25:  „Sorge im Herzen kränkt“.

Matth.6.25: „Darum sage ich euch: Seid nicht besorgt für euer Leben, was  ihr essen oder was ihr trinken sollt, noch für euren Leib, was ihr anziehen sollt. …Wer aber unter euch kann mit Sorgen seiner Lebenslänge eine Elle zusetzen?“

Luk.21.34: „Hütet euch aber, dass eure Herzen nicht etwa beschwert werden durch Völlerei und Trunkenheit  und Lebenssorgen und jener Tag plötzlich über euch hereinbricht“.

1.Kor.7.32: “ Ich will aber, dass ihr ohne Sorge seid“.


Was müssen wir tun, wenn Sorgen kommen?

Die Schrift sagt uns nicht nur, dass wir nicht sorgen sollen und lässt uns dann allein mit unseren Lasten. Sie gibt uns ganz konkrete Anweisungen, was wir in solchen Situationen tun sollen. Wir sollen sie dem abgeben, der alle Macht hat im Himmel und auf Erden. Er hat nicht nur verheissen, für uns zu sorgen. Er hat auch die Macht und die Mittel dazu.

   Dass wir in unseren Situationen Hilfe erfahren, wenn wir im Gehorsam gegen das Wort die Sorgen auf den Herrn werfen, ist nur der eine Teil. Der viel wichtigere Teil ist der geistliche Bereich. Durch das Ablegen der Sorgen sind wir frei, das Reden Gottes zu vernehmen und entsprechend auch die Wirkung des Wortes an unserem Leben zu erfahren.

Matth.6.32: „Trachtet aber zuerst nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit, und dies alles wird euch hinzugefügt werden“.

Phil.4.6: „Sorget um nichts; sondern in allem lasset durch Gebet und Flehen mit Danksagung  eure Anliegen vor Gott kund werden“.

Hebr.13.6: „So dass wir zuversichtlich sagen können: Der Herr ist mein Helfer, ich will mich nicht fürchten“.

1.Petr.5.7: „Alle eure Sorge werfet auf Ihn,; denn Er sorgt für euch!“

   Wir wollen auf diese Ermahnungen und Verheissungen eingehen, damit es dem Teufel nicht gelingt, die Wirkung des Wortes in unserem Leben zu ersticken. Das Wort soll in unserem Leben Frucht bringen, dreissig, sechzig ja sogar hundertfach. Auch darin gibt es ein Wachstum zur Ehre des Herrn Amen.                                    

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