Bibel-Themen

eine Sammlung von Beiträgen zu biblischen Themen

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Unsere Berufung erkennen

Daniel Schenk

Wenn wir unsere Berufung verstehen wollen, dann müssen wir dort beginnen, wo Gott mit uns Menschen begonnen hat, nämlich mit Adam und Eva im Paradies.

  1. Mo.1.26+27: „Und Gott sprach: Lasst uns Menschen machen in unserm Bild, uns ähnlich! Sie sollen herrschen über die Fische des Meeres und über die Vögel des Himmels und über das Vieh und über die ganze Erde und über alle kriechenden Tiere, die auf der Erde kriechen. Und Gott schuf den Menschen nach seinem Bild, nach dem Bild Gottes schuf er ihn; als Mann und Frau schuf er sie.“

   Der Mensch war gewissermassen als Gottes Verwalter über die Schöpfung eingesetzt. Er sollte sie in Seinem Auftrag und gemäss Seinem Willen regieren.

  1. Mo.1.28: „Und Gott segnete sie, und Gott sprach zu ihnen: Seid fruchtbar und vermehrt euch, und füllt die Erde, und macht sie <euch> untertan; und herrscht über die Fische des Meeres und über die Vögel des Himmels und über alle Tiere, die sich auf der Erde regen.“

1.Mo.2.15:  „Und Gott, der HERR, nahm den Menschen und setzte ihn in den Garten Eden, ihn zu bebauen und ihn zu bewahren.“

   Da Gott täglich Gemeinschaft mit den Menschen hatte, war es für sie nicht schwer, Seinen Willen zu kennen und in ihren Aufgaben auch umzusetzen.


Nur ein Gebot

Damals gab es nur ein einziges Gebot, gewissermassen um den Gehorsam und die Treue des Menschen zu prüfen.

1.Mo.2.16+17:  „Und Gott, der HERR, gebot dem Menschen und sprach: Von jedem Baum des Gartens darfst du essen; aber vom Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen, davon darfst du nicht essen; denn an dem Tag, da du davon isst, musst du sterben!“


Der Sündenfall

Der Teufel mag es nicht leiden, wenn Menschen in der Gemeinschaft mit Gott leben, denn dann sind sie eine grosse Gefahr für ihn. Er wird alles versuchen, um diese Gemeinschaft zu zerstören. Er weiss genau, dass Ungehorsam und Sünde die Menschen von Gott trennen. „Hat Gott wirklich gesagt?“ Mit dieser Aussage hat er nicht nur die Eva verführt und um ihre Stellung betrogen, sondern seither Millionen von Menschen. Ja, wie mancher ist auf seine Tricks hereingefallen und um das Ewige Leben betrogen worden. Wie oft haben auch wir schon auf ihn gehört und haben dadurch geistlichen Schaden erlitten. O wie gut, dass wir im neuen Bund leben, dass wir in solchen Fällen Busse tun können und wieder zurückkehren in die Gemeinschaft mit Gott.

  1. Mo.3.1-5: „Und die Schlange war listiger als alle Tiere des Feldes, die Gott, der HERR, gemacht hatte; und sie sprach zu der Frau: Hat Gott wirklich gesagt: Von allen Bäumen des Gartens dürft ihr nicht essen? Da sagte die Frau zur Schlange: Von den Früchten der Bäume des Gartens essen wir; aber von den Früchten des Baumes, der in der Mitte des Gartens <steht>, hat Gott gesagt: Ihr sollt nicht davon essen und sollt sie nicht berühren, damit ihr nicht sterbt! Da sagte die Schlange zur Frau: Keineswegs werdet ihr sterben! Sondern Gott weiss, dass an dem Tag, da ihr davon esst, eure Augen aufgetan werden und ihr sein werdet wie Gott, erkennend Gutes und Böses.“


Schuldverschiebung und Konsequenzen

Nachdem sie auf die Stimme der Schlange gehört und von der verbotenen Frucht gegessen hatten, war die Beziehung zu Gott zerstört. Der Herr rief: „Wo bist du?“ Der Mensch aber musste sagen: „Ich hörte Deine Stimme, aber ich fürchtete mich und versteckte mich“ (1.Mo.3.10+11). Als Gott von ihnen Rechenschaft forderte, sagte Adam: „Die Frau, die Du mir zur Seite gegeben hast, sie gab mir.“ Und die Frau sagte: „Die Schlange hat mich getäuscht.“ Doch musste jedes von ihnen und auch die Schlange ihre Konsequenzen tragen.


Folgen für die Schöpfung

Gott hat dem Menschen die Herrschaft über die Schöpfung nicht entzogen, deshalb kam auch diese mitsamt den Menschen unter den Einfluss Satans und somit unter den Fluch.

  1. Mo.3.17-19: „Und zu Adam sprach er: Weil du auf die Stimme deiner Frau gehört und gegessen hast von dem Baum, von dem ich dir geboten habe: Du sollst davon nicht essen! – so sei der Erdboden verflucht um deinetwillen: Mit Mühsal sollst du davon essen alle Tage deines Lebens; und Dornen und Disteln wird er dir sprossen lassen, und du wirst das Kraut des Feldes essen! Im Schweiße deines Angesichts wirst du <dein> Brot essen, bis du zurückkehrst zum Erdboden, denn von ihm bist du genommen. Denn Staub bist du, und zum Staub wirst du zurückkehren!“

   Dieser Fluch über dem Erdboden war tief im Bewusstsein der Menschen und hat sie belastet. Dies wird deutlich aus einem Ausspruch von Lamech, dem Vater von Noah, als er von diesem sagte: „Dieser wird uns trösten über unserer Arbeit und über der Mühsal unserer Hände von dem Erdboden, den der HERR verflucht hat.“ (1.Mo.5.29)

   In den Herzen der Menschen blieb nur noch die Sehnsucht nach dem verlorenen Paradies, doch dieses war verschlossen und es gab keinen Zugang mehr zu dem Baum des Lebens.


Der Weibessame

Gott sprach zur Schlange, nachdem sie Eva verführt hatte, folgendes:

1.Mo.3.15: „Und ich werde Feindschaft setzen zwischen dir und der Frau, zwischen deinem Samen und ihrem Samen; er wird dir den Kopf zermalmen, und du, du wirst ihm die Ferse zermalmen.“

   Diese Verheissung steht wie eine Brücke der Hoffnung, die hinüberführt in den neuen Bund. Es ist Jesus, der für uns der Schlange den Kopf zertreten hat und sich dafür in die Ferse stechen liess. In seinem Brief an die Römer nimmt Paulus bezug auf die durch den Menschen herbeigeführte Unterwerfung der Schöpfung unter die Vergänglichkeit. Dass dieser Zustand aber nicht endgültig ist und nicht ewig währen soll, wird in drei Worten ausgedrückt: „Auf Hoffnung hin!“

Rö.8.20: „Denn die Schöpfung ist der Nichtigkeit unterworfen worden – nicht freiwillig, sondern durch den, der sie unterworfen hat – auf Hoffnung hin.“  


Die Wiedergeburt

Trotz allen Bemühungen Gottes um die Menschheit von Adam bis Johannes der Täufer konnte diese Gemeinschaft nicht wieder hergestellt werden. Auch das durch Mose gegebene Gesetz war zu schwach, denn der Mensch war tot in Sünde und im Herzen ein Feind Gottes. Doch Gott ist nie in Verlegenheit. Durch Seinen geliebten Sohn Jesus Christus liess er ein Evangelium der Rettung verkündigen und schaffen. Der Weg, um wieder in die Gemeinschaft mit Gott zu kommen, ist die Wiedergeburt. Aus dem Gespräch Jesu mit Nikodemus und auch durch die Briefe der Apostel wird uns diese Wahrheit kundgetan.

Joh.3.3-8: „Jesus antwortete und sprach zu ihm: Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Wenn jemand nicht von neuem geboren wird, kann er das Reich Gottes nicht sehen. Nikodemus spricht zu ihm: Wie kann ein Mensch geboren werden, wenn er alt ist? Kann er etwa zum zweiten Mal in den Leib seiner Mutter hineingehen und geboren werden? Jesus antwortete: Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Wenn jemand nicht aus Wasser und Geist geboren wird, kann er nicht in das Reich Gottes hineingehen. Was aus dem Fleisch geboren ist, ist Fleisch, und was aus dem Geist geboren ist, ist Geist. Wundere dich nicht, dass ich dir sagte: Ihr müsst von neuem geboren werden. Der Wind weht, wo er will, und du hörst sein Sausen, aber du weißt nicht, woher er kommt und wohin er geht; so ist jeder, der aus dem Geist geboren ist.“ 

Tit.3.4-7: „Als aber die Güte und die Menschenliebe unseres Heiland-Gottes erschien, errettete er uns, nicht aus Werken, die, in Gerechtigkeit <vollbracht>, wir getan hätten, sondern nach seiner Barmherzigkeit durch die Waschung der Wiedergeburt und Erneuerung des Heiligen Geistes. Den hat er durch Jesus Christus, unseren Heiland, reichlich über uns ausgegossen, damit wir, gerechtfertigt durch seine Gnade, Erben nach der Hoffnung des ewigen Lebens wurden.“

1.Petr.1.3-5: „Gepriesen sei der Gott und Vater unseres Herrn Jesus Christus, der nach seiner großen Barmherzigkeit uns wiedergeboren hat zu einer lebendigen Hoffnung durch die Auferstehung Jesu Christi aus den Toten zu einem unvergänglichen und unbefleckten und unverwelklichen Erbteil, das in den Himmeln aufbewahrt ist für euch, die ihr in der Kraft Gottes durch Glauben bewahrt werdet zur Rettung, <die> bereit <steht>, in der letzten Zeit geoffenbart zu werden.“

   Durch die Wiedergeburt wird der Geist des Menschen, der durch den Sündenfall in die Gottferne und somit in den Todeszustand kam, wieder lebendig gemacht. Die Folge davon ist, dass wir jetzt wieder in der Gemeinschaft mit Gott leben können. Wir werden aber durch die Wiedergeburt nicht in das Paradies zurückversetzt, wir leben weiterhin im Leibe der Erniedrigung und in dieser Welt. Doch wir sind nicht mehr von dieser Welt und können durch die Kraft des Heiligen Geistes die Welt überwinden. Erst wenn dies geschehen ist, erst als Überwinder, erlangen wir die Erlösung unseres Leibes. Bis dahin warten wir noch auf diesen Teil der Erlösung.

Rö.8.23+24: „Nicht allein aber sie (die Schöpfung), sondern auch wir selbst, die wir die Erstlingsgabe des Geistes haben, auch wir selbst seufzen in uns selbst und erwarten die Sohnschaft: die Erlösung unseres Leibes. Denn auf Hoffnung hin sind wir errettet worden. Eine Hoffnung aber, die gesehen wird, ist keine Hoffnung. Denn wer hofft, was er sieht?“


Wie gelangt man in diese Stellung?

Die Antwort auf diese Frage ist eigentlich ganz einfach: „Durch Glauben“. Ist das wahr? Ist das so einfach? Lesen wir, was Jesus zu Nikodemus sagte:

Joh.3.14-18: „Und wie Mose in der Wüste die Schlange erhöhte, so muss der Sohn des Menschen erhöht werden, damit jeder, der an ihn glaubt, ewiges Leben habe. Denn so hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren geht, sondern ewiges Leben hat. Denn Gott hat seinen Sohn nicht in die Welt gesandt, dass er die Welt richte, sondern dass die Welt durch ihn errettet werde. Wer an ihn glaubt, wird nicht gerichtet; wer aber nicht glaubt, ist schon gerichtet, weil er nicht geglaubt hat an den Namen des eingeborenen Sohnes Gottes.“

   Die Schritte, die wir zu tun haben, wurden am Pfingsttage klar bezeugt durch Petrus:

Apg.2.38+39: „Petrus aber sprach zu ihnen: Tut Busse, und jeder von euch lasse sich taufen auf den Namen Jesu Christi zur Vergebung eurer Sünden! Und ihr werdet die Gabe des Heiligen Geistes empfangen. Denn euch gilt die Verheißung und euren Kindern und allen, die in der Ferne sind, so viele der Herr, unser Gott, hinzurufen wird.“


Erstlinge Seiner Geschöpfe

Als wiedergeborene Menschen sind wir gleichsam eine Erstlingsfurcht.

2.Thess 2,13: „Wir aber müssen Gott allezeit für euch danken, vom Herrn geliebte Brüder, dass Gott euch von Anfang an (A) erwählt hat zur Rettung in Heiligung des Geistes und im Glauben an die Wahrheit.“  A) Einige alte Handschriften schreiben „als Erstlingsfrucht“ statt „von Anfang an“.

Jak.1,18: „Nach seinem Willen hat er uns durch das Wort der Wahrheit geboren, damit wir gewissermaßen eine Erstlingsfrucht seiner Geschöpfe seien.

Offb.14,4: „Diese sind aus den Menschen als Erstlingsfrucht für Gott und das Lamm erkauft worden.“

   Im Römerbrief schreibt Paulus von einer seufzenden Schöpfung. Wir haben in den vorangehenden Zeilen gesehen, dass dies eine Folge des Sündenfalles und somit die Schuld des Menschen ist. Wurde uns nicht gerade in diesem Sommer das Seufzen der Schöpfung sehr deutlich vor Augen geführt. Wir haben auch die Worte zu verstehen gelernt, dass auch wir selbst seufzen, obschon wir doch die Erstlingsgabe des Geistes bereits haben (Rö.8.23). Ja es wurde uns bewusst, dass auch wir noch im Leibe leben. Als wiedergeborene Menschen  sind wir Erstlinge Seiner Geschöpfe. Wir stehen deshalb in einer Verantwortung gegenüber den übrigen Geschöpfen. Lasst uns diese Verantwortung wahrnehmen.


Überwinden

Unsere Aufgabe als wiedergeborene Menschen ist, Überwinder zu sein. Durch die Überwinder wird Satan dereinst aus seiner Stellung geworfen, damit die ganze leidende Schöpfung vom Fluch der Vergänglichkeit befreit wird.

Rö.8.19-22: „Denn das sehnsüchtige Harren der Schöpfung wartet auf die Offenbarung der Söhne Gottes. Denn die Schöpfung ist der Nichtigkeit unterworfen worden – nicht freiwillig, sondern durch den, der sie unterworfen hat – auf Hoffnung hin, dass auch selbst die Schöpfung von der Knechtschaft der Vergänglichkeit freigemacht werden wird zur Freiheit der Herrlichkeit der Kinder Gottes. Denn wir wissen, dass die ganze Schöpfung zusammen seufzt und zusammen in Geburtswehen liegt bis jetzt.“

   Ich denke, dass keine Generation vor uns die erwähnten Geburtswehen in dem Masse erlebt hat wie die unsrige. Gott hat uns aber auch die Ausrüstung geschenkt, dass wir unsere Stellung als Söhne Gottes, als Hoffnung für die Schöpfung wahrnehmen können. Lasst uns treu sein an dem Platz, an den der Herr uns gestellt hat. Lasst uns darauf achten, dass wir in den Werken wandeln, die Er uns vorbereitet hat (Eph.2.10). Lasst uns nicht uns selber leben, sondern dem, der für uns gestorben und auferstanden ist. Ja wirklich, wir erwarten neue Himmel und eine neue Erde, in denen Gerechtigkeit wohnt (2.Petr.3.13). Wir wollen das Gebet, das Jesus Seine Jünger beten lernte, ernst nehmen: „Vater, Dein Reich komme.“ (Luk.11.2).

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