Bibel-Themen

eine Sammlung von Beiträgen zu biblischen Themen

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Wandelt würdig der Berufung

Daniel Schenk


Eine Betrachtung zum Epheserbrief sowie weiterer Stellen zu diesem Thema.

Wandeln wird in diesem Zusammenhang bildlich gebraucht als Bezeichnung für den Lebenswandel eines Menschen. Nachdem wir uns in der Januar-Ausgabe von „WIL“ mit dem Sitzen, das heisst mit dem glaubenden Annehmen und Ruhen in den Verheissungen befasst haben, kommen wir nun zum „Wandeln“. Durch das Wandeln in der neuen Schöpfung soll das zum Ausdruck kommen und sichtbar gemacht werden, was wir in Christus geworden sind. Gemäss Römer 6.4 sind wir in der Taufe nicht nur mit Ihm gestorben, sondern auch mit Ihm auferweckt, um fortan in einem neuen Leben zu wandeln. Was wir in Ihm sind und welche Erwartung wir dadurch haben, wurde uns aus den drei ersten Kapiteln des Epheserbriefes gezeigt. Stellvertretend für alle die herrlichen Verheissungen möchte ich hier nur Eph.1.3 wiederholen: „Gepriesen sei der Gott und Vater unseres Herrn Jesus Christus! Er hat uns gesegnet mit jeder geistlichen Segnung in der Himmelswelt in Christus.“

   Wenn wir die aufgezählten Verheissungen wirklich „genommen“ haben, sind wir gestärkt um jetzt auch wandeln zu können.

Eph.5.1: „Seid nun Nachahmer Gottes als geliebte Kinder! Und wandelt in Liebe, wie auch Christus euch geliebt und sich selbst für uns hingegeben hat.“

   Welch wunderbares Bild braucht hier die Schrift. Ein Kind, das von seinen Eltern geliebt ist, wird diese auch lieben und ihr Tun nachahmen. Wir können dies in der Praxis oft beobachten. So dürfen auch wir uns von Gott geliebt und angenommen wissen und dadurch in Seinen Wegen wandeln. Es geht hier um das Nachahmen, um die praktische Nachfolge. Paulus ruft die Korinther in 1.Kor.11.1 auf: „Nehmt mich zum Vorbild, gleichwie ich meinerseits dem Vorbild Christi nachfolge.“ Weil er selbst ein Nachfolger war, durfte er sein Leben auch als Vorbild hinstellen und zur Nachahmung empfehlen. Auch Phil.3.17 redet von den Vorbildern und Nachahmern: „Werdet meine Nachahmer, ihr Brüder, und seht auf die, welche so wandeln, wie ihr uns zum Vorbilde habt.“ Wenn man sich schlechte Vorbilder nimmt, hat das eine schädigende Wirkung auf unser Glaubensleben. Wir sollen den Wandel unserer Vorbilder prüfen, er soll dem der Apostel gleichen. Gott hat schon zu Abraham gesagt, als er 99 Jahre alt war: „Wandle vor mir und sei fromm“ (1.Mo.17.1). Es soll somit niemand denken, „ich bin zu alt, bei mir kommt es nicht mehr so drauf an.“ Ob jung oder alt, wir alle sind aufgerufen, in der Heiligung zu leben und Vorbilder im Wandel zu sein. Im AT ist der Lebenswandel von sehr vielen Menschen schonungslos aufgeschrieben. Einige davon sind gut und erhalten auch ein entsprechendes Zeugnis von Gott. Sehr viele sind leider negativ und Gott muss sich über ihren Wandel beklagen. Wenn wir die Konkordanz nehmen und die Stellen betrachten, in denen Gott über den „Wandel“ oder das „Leben“ der Menschen Sein Urteil abgibt, sehen wir, wie sehr Gott auf den Wandel achtet. Auch im NT müssen wir das ernst nehmen und nicht einfach mit der Begründung, dass wir ja Gnade haben, den Wandel oder die praktische Nachfolge als unwichtig hinstellen. Natürlich haben wir Gnade und wir sind auch sehr froh darüber, aber wir sollen sie nicht als einen Freibrief für einen schlechten oder unmoralischen Lebenswandel benützen. Im neuen Bund haben wir nicht nur Gnade, wir haben auch die Kraft empfangen, damit wir Gott durch ein geheiligtes Leben verherrlichen können.

   Wir möchten jetzt ein paar Schriftstellen von Eph.4.1 bis 5.4 zu uns reden lassen und vernehmen, wie wir wandeln sollen, aber auch wie wir nicht wandeln sollen:


Wie wir wandeln sollen:

Eph.4.1: „Wandelt würdig der Berufung, mit der ihr berufen seid“.

   Wenn wir dieses Wort befolgen wollen, müssen wir unsere Berufung kennen. Eph.1.4 sagt, dass Er uns auserwählt hat, „dass wir heilig und tadellos vor Ihm seien“. Petrus lehrt uns in 2.Petr.1.10, dass, wenn wir unsere Berufung und Erwählung fest machen, wir niemals straucheln werden. Auch Judas schreibt vom Straucheln in Vers 24: „Dem aber, der euch ohne Straucheln zu bewahren und vor seiner Herrlichkeit tadellos mit Frohlocken hinzustellen vermag.“ Wer von den Gläubigen wünscht sich nicht, einen Lebenswandel ohne Straucheln führen zu können? Es gibt einen Weg, er führt durch Gehorsam und Treue gegenüber der Berufung. Wir können nicht eine so hohe göttliche Berufung annehmen und dann doch in unseren eigenen Wegen und Vorstellungen wandeln wollen. Wenn wir „Ja“ gesagt haben zu der Berufung, dann haben wir auch „Ja“ gesagt zum Weg. Auch ein Mensch, der eine hohe irdische Berufung annimmt, wird seinen Lebenswandel entsprechend führen müssen. Dazu haben wir ja Beispiele in der aktuellen, hohen Politik. In Eph.4.1 sind die Kriterien aufgezählt, in denen wir wandeln sollen. Da es sich dabei um Frucht des Geistes handelt, sind wir auch dazu befähigt. Folgende Punkte sind aufgezählt und es wird dabei wiederum auf unsere Berufung hingewiesen:

  • Demut: Das bedeutet, dass man sich selbst nicht zu hoch einschätzt. Demut ist das Gegenteil von Hochmut. Es handelt sich um die richtige Selbsteinschätzung vor Gott und den Mitmenschen.
  • Sanftmut: Als sanftmütige Menschen nehmen wir das Wort und das Handeln Gottes ohne Murren dankbar an. Gegenüber den Mitmenschen äussert sich Sanftmut als Freundlichkeit mit Kraft.
  • Langmut (Geduld): Diese Eigenschaft befähigt uns, auch in widerwärtigen Situationen in der Ruhe zu bleiben und nicht unbedacht zu handeln. Wie viel Schaden und Unfälle wurden doch durch Ungeduld schon angerichtet.
  • Liebe: Die Liebe tut dem Nächsten nichts Böses. 5.2: „Wandelt in Liebe, wie auch der Christus uns geliebt hat“.
  • Einheit des Geistes: Die Einheit ist das Werk des Heiligen Geistes. Wir sollen sie nicht zerstören, sondern Fleiss daran setzen, sie zu erhalten.
  • Frieden: Dieser wird in Eph.4.3 als ein Band bezeichnet das zusammenhält. Das Gegenteil wäre Feindschaft und Kampf, was Zerstörung bewirkt.

Vom richtigen Umgang beim Reden lesen wir in folgenden Versen:

Eph.4.25: „Deshalb legt die Lüge ab und redet die Wahrheit, ein jeder mit seinem Nächsten!“

Eph.4.29: „Kein faules Wort komme aus eurem Mund, sondern nur eines, das gut ist zur notwendigen Erbauung, damit es den Hörenden Gnade gebe.“

Eph.4.30: Betrübt nicht den Heiligen Geist.“

Eph.5.4: „Auch Unanständigkeit und albernes Geschwätz und Witzelei geziemen sich nicht für Heilige, statt dessen Danksagung.

Eph.4.26: „Zürnet, und sündigt (dabei) nicht! Die Sonne gehe nicht unter über eurem Zorn, und gebt dem Teufel keinen Raum!“

   Über das Reden schreibt auch der Apostel Jakobus im 3. Kapitel. Er vergleicht unsere Zunge mit dem Steuerruder eines Schiffes, aber auch mit einem kleinen Feuer, das einen grossen Wald in Brand setzten kann. Er kommt zum Schluss, dass es sehr wichtig ist, dass wir die Zunge im Zaume halten und dass der ein vollkommener Mann ist, der sich beim Reden nicht verfehlt. Wir wollen uns in diesem Bereich viel Gnade schenken lassen und umsinnen, da wo es notwendig ist.


Worin wir nicht mehr wandeln sollen:

Eph.4.17-19: „Dies nun sage und bezeuge ich in den Herrn, dass ihr nicht mehr wandeln sollt, wie auch die Nationen wandeln, in Nichtigkeit ihres Sinnes…sie, die abgestumpft sind, haben sich selbst der Ausschweifung hingegeben, zum Ausüben jeder Unreinheit mit Gier.“

Eph.5.3: „Unzucht aber und Unreinheit oder Habsucht sollen nicht einmal unter euch genannt werden, wie es Heiligen geziemt.“

   Aufgezählt sind in den beiden Versen namentlich folgende Sünden:

  • Unzucht (porneia) Dieses Wort bezeichnet jeglichen ausserehelichen Geschlechtsverkehr.
  • Ausschweifung (aselgeia), Zügellosigkeit, Bereitschaft zu jedem Vergnügen.
  • Unreinheit (akatharsia) moralische Unsauberkeit, unnatürliche Unzucht.
  • Gier, Habsucht (pleonexia) das Verlangen, mehr zu haben, und zwar in jeder Hinsicht.

Hier muss beachtet werden, was Paulus den Korinthern, die von ihrer Heidenzeit her an Unzucht gewohnt waren, in 1.Kor.6.18 schreibt: „Flieht die Unzucht! Jede Sünde, die ein Mensch begehen mag, ist ausserhalb des Leibes; wer aber Unzucht treibt, sündigt dabei gegen den eignen Leib.“

   Er weist im nächsten Vers auch darauf hin, dass unser Leib ein Tempel des Heiligen Geistes ist und wir uns nicht selbst gehören.

Eph.4.28: „Wer gestohlen hat, stehle nicht mehr, sondern mühe sich vielmehr und wirke mit seien Händen das Gute, damit er dem Bedürftigen (etwas) mitzugeben habe!“

Eph.4.31+32: „Alle Bitterkeit und Wut und Zorn und Geschrei und Lästerung sei von euch weggetan, samt aller Bosheit! Seid aber zueinander gütig, mitleidig, und vergebt einander, so wie auch Gott in Christus euch vergeben hat!“


Der Berufung würdig wandeln

Eph.4.1: „Ich ermahne euch nun, ich der Gefangene in dem Herrn: Wandelt würdig der Berufung, mit der ihr berufen worden seid.“

1.Petr.1.15+16: „Sondern wie der, welcher euch berufen hat, heilig ist, seid auch ihr im ganzen Wandel heilig! Denn es steht geschrieben: „Seid heilig, denn ich bin heilig!“

   Der Wandel lässt sich nicht trennen von der Berufung. Wenn wir zu unserer Berufung als Glied am Leibe Christi „JA“ gesagt haben, dann bedeutet das auch ein „JA“ zur Nachfolge. Wir können und dürfen dann nicht mehr nach dem Fleisch und nach unseren eigenen Lüsten wandeln. Unser Wandel soll eine Bestätigung unsere Berufung sein.

1.Joh.2.6: „Wer sagt, dass er in Ihm bleibe, ist schuldig, selbst auch so zu wandeln, wie Er gewandelt ist.“

1.Joh.3.6: „Wer in Ihm bleibt, sündigt nicht, wer sündigt, hat Ihn nicht gesehen und  nicht erkannt.“

2.Petr.1.10: „Darum, Brüder, befleissigt euch um so mehr, eure Berufung und Erwählung fest zu machen, denn wenn ihr diese Dinge tut, werdet ihr niemals straucheln.“


Berufen, ein Vorbild zu sein

1.Tim.4.12: „Niemand verachte deine Jugend, sondern sei ein Vorbild der Gläubigen im Wort, im Wandel, in Liebe, im Glauben, in Keuschheit.“

1.Petr.2.12: „Und führt euren Wandel unter den Nationen gut, damit sie, worin sie gegen euch als Übeltäter reden, aus den guten Werken, die sie anschauen, Gott verherrlichen am Tage der Heimsuchung.“

1.Petr.3.1: „Ebenso ihr Frauen, ordnet euch den eigenen Männern unter, damit sie, wenn auch einige dem Wort nicht gehorchen, ohne Worte durch den Wandel der Frauen gewonnen werden.“

Matth.5.16: „So soll euer Licht leuchten vor den Menschen, damit sie eure guten Werke sehen und euren Vater, der in den Himmeln ist, verherrlichen.“

1.Thess.4.1: „Übrigens nun, Brüder, bitten und ermahnen wir euch in dem Herrn Jesus, da ihr ja von uns Weisung empfangen habt, wie ihr wandeln und Gott gefallen sollt – wie ihr auch wandelt – dass ihr darin noch reichlicher zunehmt.“

   Die Thessalonicher-Gemeinde hat in den beiden Briefen ein sehr gutes Zeugnis. Sie waren ganz offensichtlich sehr stark auf die Wiederkunft des Herrn ausgerichtet, was sich positiv auf ihren Lebenswandel ausgewirkt hat. Wer den Herrn erwartet, verharrt in der Heiligung. Trotzdem lesen wir, dass einige von ihnen unordentlich wandelten. Es handelte sich nicht um grobe moralische Verfehlungen, sondern darum, dass sich einige unnütz herumgetrieben und nicht gearbeitet haben. Vielleicht dachten sie: „Was sollen wir noch arbeiten, der Herr kommt ja nächstens und bis dahin haben wir genug.“ Oder: „Die Geschwister sind ja so gut und helfen uns, wenn wir Mangel haben.“ Was auch immer der Grund war, ein solches Verhalten entspricht nicht dem Evangelium und solche Leute sind keine Vorbilder. Lasst uns schauen, was der Apostel Paulus dazu schreibt:

2.Thess.3.11+12: „Denn wir hören, dass einige unter euch unordentlich wandeln, indem sie nichts arbeiten, sondern unnütze Dinge treiben. Solchen aber gebieten wir und ermahnen sie im Herrn Jesus Christus, dass sie in Stille arbeiten und ihr eigenes Brot essen.“ (Auch die Verse 13-15 gehören zu diesem Thema).

2.Thess.3.6: „Wir gebieten euch aber, Brüder, im Namen unseres Herrn Jesus Christus, dass ihr euch zurückzieht von jedem Bruder, der unordentlich und nicht nach der Überlieferung wandelt, die ihr von uns empfangen habt.“

   In den Versen 7 und 8 verweist der Apostel auf sein Vorbild, wie er und seine Begleiter sogar Nacht und Tag gearbeitet haben, um keinem von ihnen zur Last zu fallen.

1.Thess.4.10-12: „Wir ermahnen euch aber, Brüder, reichlicher (in Liebe) zuzunehmen und eure Ehre darein zu setzen, still zu sein und eure eigenen Geschäfte zu tun und mit euren Händen zu arbeiten, so wie wir euch geboten haben, damit ihr anständig wandelt gegen die draussen und niemanden nötig habt.“


Im Licht wandeln

Eph.5.8-10: „Denn einst wart ihr Finsternis, jetzt aber seid ihr Licht in dem Herrn. Wandelt als Kinder des Lichts – denn die Frucht des Lichts besteht in lauter Güte, Gerechtigkeit und Wahrheit -, indem ihr prüft, was dem Herrn wohlgefällig ist.“

   Die Frucht des Lichts, die aus unserem Leben erwachsen soll, ist:

  • Gutheit (griechisch „agathosyne“)  Es handelt sich dabei nicht einfach um Weichheit,  Wohlwollen und Milde, sondern um eine Charaktereigenschaft, die sich tatkräftig in Güte zum Nutzen anderer ausdrückt.
  • Gerechtigkeit (griechisch „dikaiosyne“) Ich zitiere dazu drei Sätze aus dem „Elberfelder-Sprachschlüssel“: „Leitend ist der Gedanke, dass Gerechtigkeit dann herrscht, wenn ein jeder das ihm Zukommende tut und jedem das Seine gegeben wird. – Die Gerechtigkeit des Menschen ist sein Handeln unter dem Gesichtspunkt des Urteils Gottes, sein rechtes Leben für und mit Gott. In der Beachtung und im Tun des Willens Gottes zeigt sich seine Gerechtigkeit.“
  • Wahrheit (griechisch „aletheia“) Es handelt sich um Zuverlässigkeit, Aufrichtigkeit im Gegensatz zu Falschheit.

Diese Früchte sollen durch unsere Leben offenbar werden zur Ehre des Herrn.


Die Zeit auskaufen

Eph.5.15&16: „Seht nun genau zu, wie ihr wandelt, nicht als Unweise, sondern als Weise! Kauft die rechte Zeit aus! Denn die Tage sind böse.“

   Wie wir aus den Versen 18 und 19 lesen können, hat es in diesen bösen oder letzten Tagen nicht Raum, dass man sich mit Wein berauscht und in Ausschweifung lebt. „Sondern werdet voller Geist“, ist der Rat des Apostels und er zeigt auch den Weg dazu auf: „Indem ihr zueinander in Psalmen und Lobliedern und geistlichen Liedern redet und dem Herrn mit eurem Herzen singt und spielt!“ Auch Danksagung allezeit und für alles gehört zum Weg der Heiligung, auf dem man bewahrt wird vor einem ungöttlichen Wandel.


Verhalten gegen die Obrigkeit

Zum Thema der praktischen Nachfolge gehört auch dieser Bereich. Der Apostel Paulus redet dabei von einer von Gott gegebenen Anordnung oder Ordnung, die wir beachten sollen und zwar nicht nur wegen der Strafe, sondern um des Gewissens willen, damit es nicht verletzt oder gar verschorft werde. Wir wollen deshalb einige Verse aus Rö.13 in unsere Betrachtung einbeziehen.

Rö.13.1+2 sowie 5+6: “ Jede Seele unterwerfe sich den übergeordneten (staatlichen) Mächten! Denn es ist keine (staatliche) Macht ausser von Gott, und die bestehenden sind von Gott verordnet. Wer sich daher der (staatlichen) Macht widersetzt, widersteht der Anordnung Gottes; die aber widerstehen, werden ein Urteil empfangen.“

„Darum ist es notwendig, untertan zu sein, nicht allein der Strafe wegen, sondern auch des Gewissens wegen. Denn deshalb entrichtet ihr auch Steuern; denn es sind Gottes Diener, die eben hierzu fortwährend beschäftigt sind.“

   In diesem Zusammenhang sei auch an 1.Tim.2.1+2 erinnert, wo wir aufgerufen sind, für die Obrigkeit zu beten.


Bedeutung des Wandels im Hinblick auf die Wiederkunft des Herrn und den Abschluss aller Dinge

Auch zu diesem Thema möchte ich einige Schriftstellen aufführen, die wir zu uns reden lassen wollen. Obschon sich die Vollendung und die Entrückung nicht verdienen lassen, sondern Gnade sind, erkennen wir aus den nachstehenden Versen, dass es nicht reicht, wenn der Wandel vernachlässigt wird. Der Wandel ist ja ein Teil der Herrlichkeit, zu der wir berufen worden sind. Durch den geheiligten Wandel der Gläubigen wird der Herr und auch die Gemeinde verherrlicht und geehrt, durch einen unwürdigen Wandel aber verunehrt. Dabei wollen wir uns auch immer vor Augen halten, dass wir nicht nur gegenüber den Menschen das Leben Jesu repräsentieren, sondern auch gegenüber der unsichtbaren, himmlischen Welt, für die wir ein Schaustück sind. Wer es mit dem Wandel nicht genau nimmt, ist zudem viel mehr in Gefahr in Sünde verstrickt zu werden als derjenige, der konsequent in der Nachfolge lebt.

Rö.13.12+13: „Die Nacht ist weit vorgerückt, und der Tag ist nahe. Lasst uns nun die Werke der Finsternis ablegen und die Waffen des Lichts anziehen! Lasst und anständig wandeln wie am Tag; nicht in Schwelgereien und Trinkgelagen, nicht in Unzucht und Ausschweifungen, nicht in Streit und Eifersucht; sondern zieht den Herrn Jesus Christus an.“

2.Petr.3.3+4: „Dies wisst, dass in den letzten Tagen Spötter mit Spöttelei kommen werden, die nach ihren eigenen Begierden wandeln und sagen: Wo ist die Verheissung seiner Ankunft?“

2.Petr.3.11+12: „Da dies alles so aufgelöst wird, was für Leute müsst ihr dann sein in heiligem Wandel und Gottseligkeit, indem ihr die Ankunft des Tages Gottes erwartet und beschleunigt.“


Ehe und Familie; Angestellte und Vorgesetzte.

Dazu möchte ich in Stichworten die Regeln in Erinnerung rufen, wie sie Paulus an die Epheser und Kolosser schreibt.

Eph.5.21 bis 6.9 und Kol.3.18 bis 4.1:

  • Ihr Frauen, ordnet euch euren Männern unter, wie es sich im Herrn ziemt!
  • Ihr Männer, liebt eure Frauen und seid nicht bitter gegen sie!
  • Ihr Kinder, gehorcht euren Eltern in allem! Denn dies ist wohlgefällig dem Herrn.
  • Ihr Väter (Eltern), reizt eure Kinder nicht, damit sie nicht mutlos werden!
  • Ihr Sklaven (Angestellte), gehorcht in allem euren irdischen Herren.
  • Ihr Herren (Vorgesetzte), gewährt euren Sklaven (Untergebenen), was recht und billig ist, da ihr wisst, dass auch ihr einen Herrn im Himmel habt!

   Wir wollen unseren Lebenswandel aufgrund der vorstehenden Worte überprüfen und uns wo nötig neu ausrichten lassen. In dieser Wortbetrachtung haben wir einen Teil der Schriftstellen angeschaut, die von unserem Wandel reden. Es könnten noch sehr viele hinzugefügt werden. Dies zeigt uns, dass wir diesen Bereich nicht vernachlässigen dürfen, denn: „Ohne Heiligung wird niemand den Herrn schauen“ (Hebr.12.14). Aus den aufgeführten Schriftstellen erkennen wir die hohen Anforderungen an unseren Lebenswandel und merken dabei, wie sehr wir auf den Heiligen Geist angewiesen sind um ihnen entsprechen zu können. Weil der Heilige Geist über uns ausgegossen wurde und jetzt in uns wirksam ist, kann sich an und durch uns das nachstehende Prophetenwort einlösen:

Hes.36.26+27: „Und ich will euch ein neues Herz und einen neuen Geist in euch geben, und will das steinerne Herz aus eurem Fleisch wegnehmen, und euch ein fleischernes Herz geben; ich will meinen Geist in euch geben, und will solche Leute aus euch machen, die in meinen Geboten wandeln und meine Rechte halten, und danach tun.“

(Febr. 1998)

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