Bibel-Themen

eine Sammlung von Beiträgen zu biblischen Themen

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Worin besteht unser Erbteil?

Daniel Schenk


Für das Volk Israel war und ist ihr Erbteil das ihnen von Gott zugeteilte Land. Hier nur einige der vielen Bibelstellen, die das bezeugen:

Josua 1.6: “Sei stark und mutig! Denn du, du sollst diesem Volk das Land als Erbe austeilen, das ihnen zu geben ich ihren Vätern geschworen habe.“ 

Auch 4.Mo.34.17 +18 + 29; 5.Mo.3.28; 5.Mo.12.12; 5.Mo.14.27.

   Nur dem Stamm Levi wurde kein Land zugeteilt, sie waren zu Priestern bestimmt. Gott sagte zu Aaron in:  4.Mo.18.20: „In ihrem Land sollst du nichts erben und sollst keinen Anteil in ihrer Mitte haben; ich bin dein Anteil und dein Erbe inmitten der Söhne Israel.“

   Dies ist auch ein Vorbild auf uns, denn auch wir sind zu Priestern berufen (Off.1.6 + 5.10). Somit besteht auch unser Erbteil nicht in sichtbaren und vergänglichen Dingen.

   Zu Abraham hat Gott gesagt, dass er der Erbe der Welt sein soll (Rö.4.13) und dass in seinem Samen alle Nationen gesegnet sein sollen. Das spricht von Menschen, die aus allen Nationen zum Glauben kommen. Als geistliche Kinder Abrahams haben wir auch Anteil an diesem Erbe. Auch die wunderbare Verheißung in Ps.2.8, die sich auf Jesus Christus bezieht, verspricht als Erbteil Menschen, die aus allen Nationen zum Glauben kommen:

„Fordere von mir, und ich will dir die Nationen zum Erbteil geben, zu deinem Besitz die Enden der Erde.“

   Da wir gemäss Rö.8.17 Miterben Christi sind, gilt die Verheißung für dieses Erbe auch uns.

   Auch das Wort Gottes (Seine Zeugnisse) werden in Ps.119.111 als Erbe bezeichnet:

„Deine Zeugnisse sind mein Erbe für ewig, denn die Freude meines Herzens sind sie.“ Dies trifft auch zu für uns Gläubige des Neuen Bundes.

   In Ps.127.3 werden auch Söhne als ein Erbe bezeichnet:   „Siehe, ein Erbe vom HERRN sind Söhne.“

   Die moderne Gesellschaft sieht das aber eher als eine Last. Diese Haltung wirkt sich aber auf die demographische Entwicklung unserer Völker sehr negativ aus. Gottes Wort behält eben doch auf allen Stufen, ob im geistlichen oder irdischen Bereich, seine Gültigkeit.


Als Erbe bezeichnete Segnungen  im AT:

Bis hierher haben wir die im alten Bund gegebenen Verheißungen auf ein Erbe (oder Losteil) betrachtet. Dabei haben wir die folgenden Zusagen entdeckt:

  • Land
  • Der Herr selbst (für die Priester)
  • Erbe der Welt (die Nationen)
  • Das Wort Gottes
  • Söhne

   Die meisten dieser Verheißungen gelten auch für uns im Neuen Bund. Die herausragendste davon ist die auch von Paulus in Rö.4.13 erwähnte Zusage Gottes an Abraham, dass er der Erbe der Welt sein soll. Wir als geistliche Söhne Abrahams sehen die Erfüllung in diesen Tagen, indem das Evangelium zu allen Nationen gebracht wird.


Als Erbe bezeichnete Segnungen im NT:

Grundsätzlich können wir sagen, dass wir Erben Gottes und Miterben Christi sind.

Rö.8.17: „Wenn aber Kinder, so auch Erben, Erben Gottes und Miterben Christi.“

   Jesus Christus seinerseits wurde vom Vater zum Erben aller Dinge eingesetzt.

Hebr.1.2: „Im Sohn, den er zum Erben aller Dinge eingesetzt hat.“

   Doch was alles ist in diesem Erbe für uns enthalten?

Zusätzlich zu dem, was wir mit dem Volk Gottes des AT gemeinsam haben, sind im NT noch die folgenden Segnungen als Erbe (Losteil) erwähnt:

  1. Das Ewiges Leben
  2. Die (Erfüllung der) Verheißungen
  3. Die Gerechtigkeit
  4. Das Reich Gottes
  5. Unvergänglichkeit
  6. Das Heil
  7. Den Segen

   Wir wollen die Bedeutung dieser sieben Punkte und die dazugehörenden Schriftstellen im Folgenden kurz betrachten. Dabei wollen wir uns vor allem über die wunderbare Gnade freuen, dass wir Miterben Christi sein dürfen.


1. Das ewige Leben 

  • 3.7: „damit wir, gerechtfertigt durch seine Gnade, Erben nach der Hoffnung des ewigen Lebens wurden.“
  • 19.29; Mk.10.17; Lu.10.25

   Das „Ewiges Leben“ bedeutet unaufhörliche Gemeinschaft mit Gott dem Vater und Seinem Sohn Jesus Christus. Menschen, die das „E.L.“ nicht haben, existieren auch in der Ewigkeit, aber getrennt von Gott und Seiner Herrlichkeit. Das nennt die Schrift „Tod“.

   Durch den Sündenfall wurde die Gemeinschaft mit Gott zerstört und der natürliche Mensch ist geistlich tot. Durch die Wiedergeburt wurde unser Geist lebendig und die Gemeinschaft mit Gott ist wieder hergestellt


2. Die Verheißungen

  • 6.12: „Damit ihr nicht träge werdet, sondern Nachahmer derer, die durch Glauben und Ausharren die Verheißungen erben.
  • 6.17: Deshalb hat sich Gott, da er den Erben der Verheißung die Unwandelbarkeit seines Ratschlusses noch viel deutlicher beweisen wollte, mit einem Eid verbürgt.“

   Gewisse Teile unseres Erbes können wir erst empfangen und geniessen, wenn wir den Auferstehungsleib haben. Was uns aber jetzt schon gehört, sind die Verheißungen und das soll uns genügen. Darin haben wir die Patriarchen des A.T. als Vorbilder. Auch sie besassen das Land noch nicht, aber sie hatten die Verheißungen und haben im Glauben daran entsprechend gehandelt.


3. Die Gerechtigkeit

  • 11.7: „Durch ihn (den Glauben) verurteilte er (Noah) die Welt und wurde Erbe der Gerechtigkeit, die nach dem Glauben ist.“

   In der Zeit des A.T. waren es nur wenige wie Noah, Abraham und David, denen die Gerechtigkeit aus Glauben zuteil wurde. Die Regel war: „Wer das Gesetz erfüllt, wird dadurch leben“. Im N.T. haben wir alle die Gnade, die Gerechtigkeit durch Glauben und zwar als Geschenk erlangen zu können. Auch das ist ein wunderbares Erbteil


4. Das Reich Gottes

2.5: „Hört, meine geliebten Brüder: Hat nicht Gott die vor der Welt Armen auserwählt, reich im Glauben und Erben des Reiches zu sein, das er denen verheißen hat, die ihn lieben?“

  • 25.34: „Dann wird der König zu denen zu seiner Rechten sagen: Kommt her, Gesegnete meines Vaters, erbt das Reich, das euch bereitet ist von Grundlegung der Welt an!“
  • Kor.6.9+10: „Oder wisst ihr nicht, dass Ungerechte das Reich Gottes nicht erben werden? Irrt euch nicht! Weder Unzüchtige noch Götzendiener, noch Ehebrecher, noch Lustknaben, noch Knabenschänder, noch Diebe, noch Habsüchtige, noch Trunkenbolde, noch Lästerer, noch Räuber werden das Reich Gottes erben.“
  • Kor.15.50: „Dies aber sage ich, Brüder, dass Fleisch und Blut das Reich Gottes nicht erben können.“
  • 5.21: „Von diesen sage ich euch im voraus, so wie ich vorher sagte, dass die, die so etwas tun, das Reich Gottes nicht erben werden.“

   Das Reich Gottes hat sowohl eine geistliche als auch eine irdische Seite. Wir können es auch als Gottesherrschaft (Basileia) bezeichnen. Das R.G. wird in dieser Welt nur in einem verhältnismässig kleinen Masse offenbar, nämlich da, wo sich die Herrschaft von Jesus in den Glaubenden offenbart. Die übrige Welt lebt noch im Reich der Finsternis. Das Reich Gottes in seiner Vollendung wird dann offenbar, wenn der Sohn das Reich dem Vater übergeben und dann Gott alles in allem sein wird.

1.Kor.15.24: „Dann das Ende, wenn er das Reich dem Gott und Vater übergibt; wenn er alle Herrschaft und alle Gewalt und Macht weggetan hat.“  (+ Verse 25-28)

   Welch ein Jubel wird es sein, wenn wir dort einziehen und dieses Erbe in Empfang nehmen dürfen. Ja: „Dein Reich komme!“


5. Unvergänglichkeit (Unverweslichkeit)

  • Kor.15.50: „Dies aber sage ich, Brüder, dass ….. die Vergänglichkeit nicht die Unvergänglichkeit erbt.“

   Unser gegenwärtiger (erniedrigender) Leib hat noch nicht die Unvergänglichkeit, aber wir haben das Angeld (Pfand) dafür, nämlich den Heiligen Geist (Eph.1.14). Die Leibesverwandlung, die bei der Entrückung oder Auferstehung geschieht, ist für uns noch Erwartungsgut. Paulus redet davon auch in 2.Kor.5.2-5 und bezeichnet es dort als „überkleidet werden“, damit das Sterbliche vom Leben verschlungen werde (auch Phil.3.21).

   Welch ein herrlicher Teil unseres Erbes!


6. Das Heil

  • 1.14:“ Sind sie nicht alle dienstbare Geister, ausgesandt zum Dienst um derer willen, die das Heil erben sollen?“

   „Heil“ ist ein sehr umfassender Begriff: Er bezeichnet all die Segnungen und Tatsachen, die mit der Errettung aus dem unheilvollen Zustand des Verlorenseins, der Sündhaftigkeit und Vergänglichkeit der alten Schöpfung im Zusammenhang stehen. Wir erfahren jetzt schon das Heil und leben in der Zeit des Heils (2.Kor.6.2). Die Schrift redet aber auch von einem ewigen Heil (Phil.2.12; 1.Thess.5.9; Hebr.5.9 + 9.28).


7. Den Segen 

  • 12.17: „Denn ihr wisst, dass er auch nachher, als er den Segen erben wollte, verworfen wurde, denn er fand keinen Raum zur Buße, obgleich er sie mit Tränen eifrig suchte.“
  • Petr.3.9: „Und vergeltet nicht Böses mit Bösem oder Scheltwort mit Scheltwort, sondern im Gegenteil segnet, weil ihr dazu berufen worden seid, dass ihr Segen erbt!“

   Das Gegenteil von Segen ist Fluch. Jesus wurde für  uns zum Fluch, damit der Segen auf uns komme (Gal.3.13+14). Segen bedeutet Zuwendung von göttlichem Heilsgut an Menschen durch Gott oder durch Menschen, die in Seinem Auftrag handeln. Segen kann sowohl geistlich als auch irdisch sein, wobei wir den geistlichen Segen höher einschätzen als den irdischen. Der von Gott Gesegnete darf ein Segen für andere Menschen sein.

   Gemäss 1.Petr.3.9 sind wir alle dazu berufen, den Segen zu erben. Aber wir können nicht nur den einen Teil dieser Schriftstelle anwenden, sonst funktioniert es nicht. Wenn wir entsprechend dem Wort handeln indem wir z.B. segnen statt zu schelten, dann öffnen wir die Türen für den Segen. Gott segne euch!

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